Eigentlich geht es hier um Weihnachtsschweine. Zuckersüß und selbstgemacht. Vorher muss ich aber noch kurz was erzählen: Ich habe das Weihnachtsgefühl gefunden. Dabei sah es zunächst mal wieder überhaupt nicht danach aus: Es war wild am Nachmittag, zwei von vier Kindern hatten Besuch, meine To-do-Liste war lang und im Kühlschrank wartete ein am Vormittag übermütig angerührter Zimtsternteig aufs Ausstechen. Ich war um 15.30 Uhr noch ungeduscht und die Wohnung ein einziges Chaos. Als ich eine dringend benötigte Stillpause machte, mit Keksen und Kaffee, hätte ich gern vorgelesen – aber keiner wollte zuhören. Es war einmal mehr absolut unweihnachtlich…
Schweinelichter,
Ich holte tief Luft, schaltete meine Weihnachtsplaylist an, stieg über Kissen, Kuscheltiere und anderen Kinder-Kram zum Kühlschrank und stach dann die Kekse aus. Die Sternen Ausstechform fand ich im Chaos nicht, bei uns wurden es Zimttannen. Einer meiner Söhne probierte den Teig, machte Würgebewegungen und meinte: „Mag ich nicht!“ Als der Besuch der Kinder abgeholt wurde, machte ich gerade Abendbrot – da wollten die Jungs, dass wir Weihnachtsgeschichten vorlesen. Ich motzte los, über das Chaos in der Wohnung und die fehlende Zeit und überhaupt, dass ich jetzt endlich die Fleischklöße machen müsste, die sie sich so gewünscht hatten, weil es schon wieder viel zu spät sei für in der Woche.

„Die Fleischklößchen machen wir!“, riefen sie da. Alle drei. Ich atmete tief aus – und dachte dann: „Warum eigentlich nicht!“ Dann zeigte ich ihnen zum ersten Mal wie man Zwiebeln schneidet, mit dem scharfen Messer, zuerst jeweils wir zwei, Hand auf Hand, dann sie allein und es klappte und mir wurde ganz warm im Bauch, weil sie so stolz waren. Sie rührten und kneteten das Hack und pieksen sich in die Seite und kicherten und rollten Kugeln und lächelten mir zu und brieten die Kugeln im Fett und sangen dabei: „In der Fleischklößchenbraterei…“ Die Fetttropfen spritzten überall auf den Herd und durch die Küche – und ich fühlte mich auf einmal so richtig weihnachtlich.

Ich dachte, dass das Weihnachtsgefühl gar nicht zwangsweise nach Zimt und Orangenscheiben duften muss, sondern manchmal eben nach Fleischklößchen. Und dass Weihnachten vor allem das warme Gefühl ist, Zeit mit der Familie zu verbringen, ganz entspannt, und wenn es grad mal rund läuft zwischen allen Familienmitgliedern. Das kann man nicht erzwingen, das ist kein Dauerzustand (sonst gäbe es wohl auch nach kurzer Zeit einen Zuckerschock), das passiert einfach mal. Aber wenn es passiert, muss man es genießen, egal was sonst noch anliegt. Das Schöne daran: so gibts Weihnachtsgefühle auch mal Mitte Februar. Oder im August. Wenn sie im Dezember dann zufällig nach Tanne und Zimt duften – umso besser.

Wie ich jetzt die Überleitung zu meinen Weihnachtschweinen schaffe? Mmmh, vielleicht so: Schweine sind (wie Fleischklöße)  – zumindest bei uns – ja auch eher unerwartete Gäste in der Advents- und Weihnachtsdeko. In Schweden nicht, da sind sie ein klassisches Weihnachtssymbol. Wir finden sie hier bei uns ebenfalls super (nicht erst seit Schwups). Aber ich möchte wissen, was mein Vater sagt, wenn er am ersten Weihnachtstag mehrere Schweinelichter auf unserer Festtafel stehen sieht. Vermutlich: „Ach, gibts heut Schweinebraten?“
Advent, Weihnachtsschwein
Weihnachtsschwein-Lichter

Für die Weihnachtsschwein-Lichter braucht ihr:
selbsttrocknende Modelliermasse, eine kleine Kerze, hübsches Band, rosa Farbe (zB. Acryl oder Kreidefarbe), Pinsel und eventuell ein kleines Stück Alufolie.

Und so gehts:
Ein Stück Modelliermasse mit den Händen geschmeidig kneten, dann acht Kugeln daraus formen: ein große, vier kleine und drei ganz kleine. Die große Kugel eine wenig platt rollen und vorn eine spitze Schnauze herausarbeiten. Das ist der Schweinekörper. Die vier kleinen Kugeln ebenfalls kurz rollen, die entstandenen Würste als Beine unter den Schweinebauch schieben. Mit ein wenig Wasser die Übergänge gut verstreichen. Aus zwei ganz kleinen kugel zwei Ohren formen. Aus der dritten ganz kleinen Kugel eine lange dünne Wurst rollen, eindrehen und als Ringelschwanz hinten am Schwein befestigen (Übergange ebenfalls gut verstreichen, sonst fallen die angesetzten Teile nach dem Trocknen ab.) Die Kerze oben in den Schweinerücken schieben und das Schwein gut trocknen lassen.
Das Schweine-Licht anmalen und mit einem hübschen Band verzieren. Die Kerze ganz unten eventuell als Brandschutz mit ein wenig Alufolie umwickeln. Fertig.
Schwein kneten
Adventsschwein
Weihnachtsschwein
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Schönes drittes Adventswochenende!
Alles Liebe,

Claudi