Nur sie und ich. Sie hing draußen herum, ich drinnen. Sie von Baumspitzen und Berg getragen. Ich von vier Seilen und einer Hängeliege. Niemand da, außer wir beide. Nur die kleine weiße Wolke und ich. Die Stille war feierlich. Ich spürte, dass ich knatschrot im Gesicht war von der Sauna und meine Beine kribbelten. Ich konnte nicht aufhören zu grinsen. Das war einer von vielen Lieblingsmomenten in unserem Urlaub…

Ein paar Tage zuvor schnaufte unser Flachland-Caddy brummig, als er sich Kurve um Kurve den Berg hochschraubte. Die Bäume wurden nadeliger, die Häuser holzvertäfelter und die Wiesen weißer. Erst waren da bloß ein paar helle Flecken, dann funkelnde Flächen, dann Flockenberge. Und irgendwann war einfach alles weiß – und meine Jungs ausnahmsweise sprachlos. Bloß ein andächtig geseufztes „Schneeeeeee“ war ab und zu zu hören.

Der Allgäuer Berghof liegt mitten auf einem Berg, ganz für sich allein. Das macht es schwer, den Ort beim Vorfreuen in der Wetter-App zu finden. Aber es macht es einem leicht, sich dort so richtig zu erholen. Dort oben gibt es nämlich nichts außer Schnee auf Tannenspitzen, Licht und gute Luft. Ab und zu schwebt lautlos eine Gondel vorbei, mal zwitschert ein Vogel, mal wiehert ein Pferd im Stall. Bis man die Glastür zum Hotel aufmacht. Dann gibt`s von beidem ganz viel: Ruhe und Radau – immer genau so, wie man es gerade gern hätte.

Der Allgäuer Berghof gehört zu Familotel. Und zwar so richtig. Sein Senior-Besitzer hat die Marke nämlich mit ein paar befreundeten Hoteliers vor vielen Jahren selbst gegründet. Der Slogan der Gruppe von familienfreundlichen Hotels heißt nicht umsonst: Urlaub auf familisch. Und das trifft es tatsächlich. Wir haben bereits in fünf Familotels geurlaubt und ganz ehrlich: Es waren unsere erholsamsten Urlaube.

Weil es mit der Kinderbetreuuung, den vielen Kinderkursen, den unterschiedlichsten Erlebniswelten für Kinder, dem tollen Essen, den freundlichen Mitarbeitern und dem super Service einfach wirklich mal Urlaub für alle ist. Klar, dass so viele Angebote, so viele Möglichkeiten, so viel Service nicht ganz günstig sein kann. Uns ist es das ab und zu aber total wert. Familotel-Urlaub ist einfach ein besonderes Erlebnis. Eins, an das wir uns alle noch Wochen, Monate, sogar Jahre später erinnern und es feiern.

1700 Liter Farbe im Jahr!

So viel braucht es, all die Fingerstupser, Handabdrücke, Kakaoküsse und Tomatensoßenspritzer regelmäßig zu übermalen, erzählt mir Christian Neusch, Junior-Chef des Allgäuer Berghofs augenzwinkernd. Seine Kollegen würden ab und zu fragen, wie er das aushalte. Er deutet auf die Bar, vor der mein Sohn gerade mit zwei neuen Freunden eine Höhle aus Kissen baut und lächelt zufrieden. „Da gibt’s nichts auszuhalten“, sagt er. „Ganz genauso soll es sein. Genauso lieben wir es hier.“

Und ich liebe es auch. Weil es einfach so entspannt ist, das Gefühl zu haben, dass keiner seufzt, schluckt oder die Augen verdreht, wenn meine Kinder frei herumflitzen. Weil hier alle herumflitzen. Es ist so unglaublich entspannt.

Das Kinderchaos der anderen ist ja nicht mein Chaos

Das stresst mich null. Im Gegenteil, man trifft immer so, so viele nette Menschen. Außerdem ist ein Urlaub im Allgäuer Berghof auch deshalb so erholsam, weil jeder sein Ding machen kann. Da findet jeder seine Piste – wenn mein Berg auch bl0ß aus meinen badebemantelten Beinen besteht.

Was im Allgäuer Berghof alles dabei ist? Ich versuche mal, alles aufzuzählen: Frühstück, Mittag, Kuchen, Kaffee, Wein, Sekt, Spa, Pool, Rutschenturm, Kinderbetreuung, Kletter- und Spielparadies, Krabbelraum, kleiner Fuhrpark, Rodel, Streichelzoo, Pferde, Hühner, Ziegen, Atelier, Fußballraum, Kletterwand, Tischtennis, Billiard, Kino, Buddelraum. Halleluja, es ist ein Familienparadies.

Eine Skischule und Skiverleih zu fairen Preisen gibt es direkt im Haus. Zu den Kursen geht man keine fünf Minuten. Es ist alles super familiär und überschaubar, perfekt für Skianfänger geeignet.

Noch ein paar persönliche Tipps:

  • Fragt für euren Familientisch nach einem Platz in der Stube. Dort sitzt ihr morgens und abends gleich vorn am Kamin, ein bisschen für euch und habt es nicht weit zum Buffet. Wer Daueraussicht möchte, fragt nach einem Tisch am Fenster. Mittags ist freie Platzwahl und man isst am schönsten auf der tollen Terrasse.
  • Auch wenn ihr euch ein Menu am Buffet mit Vorspeise, Hauptspeise und Nachtisch selbst zusammenstellt, probiert unbedingt die Pizza als Zwischengang, falls es sie gibt. So gut!
  • Wenn ihr gern besonders hübsch wohnt, dann fragt nach den Zimmern im neuen Anbau. Sie sind komplett aus Holz, mit kleinen Häuschen für die Kids und super geschmackvoll. Einen Einblick bekommt ihr in meinem Instahighlight „Ski fahren“.
  • Wenn eure Kinder Skifahren lernen, fragt nach Skilehrer Mats. Er ist einfach super nett, ein echter Profi, toller Teambuilder und hat meine Jungs fasziniert.


Ein typischer Tagesablauf? Aufstehen um acht, fertig machen und ab zum köstlichen Frühstücksbuffet. Saft pressen, dem Pfannkuchenautomaten beim Backen zusehen und alles verputzen. Kinder (und André) zum Skikurs bringen. Auf der schönsten Sonnenterrasse der Welt ein wenig arbeiten und lesen. Ab und zu witzeln wir, ob so ein perfektes Bergpanorama wirklich echt sein kann. Oder ob es nicht vielleicht doch eine Tapete ist? Es ist einfach zu schön, um wahr zu sein.

Mittags Essen vom Buffet. Riesige Auswahl, für alle ist was dabei! Danach geht es für die Großen meist nochmal auf die Piste, die beiden Kleinen vergnügen sich im Rutschenland, Kletterraum oder im Buddel. Sie machen einfach ihr Ding, wussten, wo ich bin und kamen ab und zu vorbei, um einen Schluck Kakao mit mir zu trinken. Ich schaue ihnen zu, lese mein Buch oder halte einfach mein Gesicht in die Sonne. Hach.

Alles ganz entspannt – außer auf der Rennrutsche.

Nachmittags kommen die großen Männer zurück und wir stürmen zusammen das Kuchenbuffet der süßen Stunde. (Tipp: Mein Favorit ist der Mini-Marmorkuchen mit dicker Schokoglasur.) Anschließend geht es ins Schwimmbad, Rutschwettbewerb an der Zeit-Rutsche für die Jungs, eine Runde Sauna für mich, und zum Schluss alle planschen im Infinity-Pool mit Blick auf die Berge.

Niemand mag so richtig gehen, aber irgendwann schaut doch jemand auf die Uhr und erinnert uns ans Abendbrot. Also ab aufs Zimmer umziehen und runter zum Familientisch. Danach verschwinden die Kinder im Fußballraum BallaBalla oder im Kino und wir Großen in der Bar.

Ich fahre übrigens nicht Ski.

Skiurlaub liebe ich trotzdem. Weil ich es so mag, meine Männer happy zu sehen. Und weil ich es liebe, in Ruhe durch den Schnee zu stapfen, auf der Sonnenterrasse zu lesen oder ins Spa zu gehen, während sie die Pisten heruntersausen. Weil in diesem Urlaub jeder seine Piste findet. Und wir uns abends von unseren Abenteuern erzählen.

Im Allgäuer Berghof findet der Skikurs für die Kids je eine halbe Woche am Vormittag und eine halbe Woche am Nachmittag statt, so lernt jeder die unterschiedlichen Schneeverhältnisse kennen. Weil wir einen Anfänger dabei hatten, haben wir uns dafür entschieden, mit den Nachmittagskursen einzusteigen, damit unser Anfänger sobald er raus auf die Piste geht, mit dem knackigen Morgenschnee loslegen konnte. Gute Wahl!

Überhaupt waren die Schneebedingungen im Skigebiet Ofterschwang Mitte März im Allgäu auf etwa 1000 Meter Höhe viel besser als gedacht.

Noch was Tolles: Wir haben in den Hotels der Familotel-Gruppe bislang immer super nette Leute kennengelernt. Unsere Kinder finden jedes Mal super Anschluss und freue sich immer schon vorher auf neue Freunde.

Gruß an das Barteam!

Dieses Mal trafen wie dort eine Familie, die wir vor drei Jahren im Skiurlaub kennengelernt haben. Wir hatten Anfang Januar hin und her geschrieben und dann haben sie spontan auch gebucht. Dazu gesellten sich abends noch andere, jeden Abend waren wir am Kaminfeuer noch ein paar mehr. Es war wirklich richtig nett – und der Gin Tonic Bergwelt ist absolut köstlich, kann ich sehr empfehlen!

Wer einmal richtig lachen will, leiht sich an der Rezeption das „Travel Activitiy“ aus. Ich werde nie Andrés Gesicht vergessen, als er auf Zeit den Begriff „Spezialitätenrestaurant“ zeichnen sollte. Ha, ha.

Am letzten Abend, nach einem allerletzten Drink mit all den netten Menschen in der Bar, trat ich auf unseren Balkon. Im dichten Nebel flackerten die Lichter vieler kleiner Laternen.  Die Luft war frisch, aber dick wie im Dampfbad. Es duftete nach Wald und Holz. Ich atmete tief ein. André trat hinter mich. „Schau mal, wir stehen mitten in einer Wolke!“, flüsterte er. Ich grinste. Tatsächlich.

„Da bist du ja wieder!“, flüsterte ich. „Es war echt schön mit dir!“

PS. All die schönen Reiserinnerungen halten wir in unserem Reisetagebuch „Ab ins Abenteuer“ fest. Kennst du es schon?

PPS. Wart ihr schon mal Ski fahren mit euren Kindern? Und fahrt ihr selbst?

Alles Liebe,

Claudi