Wo die wilden Pflanzen wohnen (mit Werbung)

Aug
14/18

„Psst!“, flüstert Andrea Horn-Straub und winkt meine beiden großen Jungs ganz nah zu sich heran, „wir haben hier ein paar Mitarbeiter, die schnattern gern während der Arbeitzeit.“ Mein Großer macht große Augen. „Wirklich?“ Seit er zur Schule geht, steht unumstößlich fest, dass das Reden während der Arbeit streng verboten ist. „Und außerdem springen sie ab und zu einfach so ins Wasser und planschen herum…“ Noch größere Augen. „Waaas, während der Arbeit?“ Nicken. „Sollen wir sie auf frischer Tat ertappen…?“ „Okay…!“
Weleda, Natur,
Die drei schleichen durchs hohe Gras, ganz leise. Dann grinst mein Großer schwer erleichtert, als er die Mitarbeiter entdeckt: fünf braune Laufenten watscheln über den Rasen, schnappen sich im Watschelgang eine Schnecke und hüpfen dann mit einem Platsch ins Wasser. „Genau das ist ihr Job“, erzählt Weleda Mitarbeiterin Andrea Horn-Straub, „Schnecken fressen. Dann brauchen wir nämlich kein Gift.“ Gift gegen Unkraut und Ungeziefer gibt es hier nicht: Im Weleda Heilpflanzengarten wird rein natürlich gegärtnert, in Bio-, oft sogar in Demeterqualität und tatsächlich wird ein Großteil der Pflanzen gleich nebenan direkt für Cremes und Öle verarbeitet. Dass es sowas noch gibt.

„Giftig ist hier trotzdem vieles!“, erzählt Andrea Horn-Straub und die Augen meiner Jungs werden schon wieder groß. „Dieser Eisenhut zum Beispiel, ist wahnsinnig giftig.“ Giftig klingt nach Abenteuer. Und Abenteuer sind immer gut. „Ein kleines Stück Blatt essen genügt und man ist… “ „Mausetod!“, beendet mein Sohn schwer begeistert den Satz. Und geht ehrfüchtig durch die kindhohen Eisenhutbeete hindurch, seine Hände ausnahmsweise ganz nah am Körper. Dass etwas Giftiges in winzig kleinen Mengen in heilenden Arzneien und Salben steckt, finden die Jungs irre spannend.

Es hat tatsächlich etwas von einem geheimen Garten, das Erlebniszentrum der Weleda in Wetzgau bei Schwäbisch Gmünd, bloß dass es zum Glück nicht geheim ist. Jeder darf in Europas größten biologisch dynamischen Heilpflanzengarten kommen, am Naturteich entlangflanieren, unter der Reisigsonne hindurchspazieren, die schnatternden Mitarbeiter aufscheuchen und sich durch den 23 Hektar großen Garten führen lassen. Vorbei an dunklen, modrig riechenden Häusern für Farne und brummenden Wildblütenwiesen. Für Kinder ist der Garten ein riesengroßes Zauberland voller Geheimnisse, die entdeckt werden dürfen. Und auch wir Erwachsenen habe irre viel gelernt….

Heilgarten, Natur
Zum Beispiel, dass das erste Geheimnis guter Gärten unter der Erde liegt: In einem fußballgroßen Haufen Erde stecken 7 Milliarden Kleinstlebewesen. Ist das nicht unglaublich? Die Wurzeln des Rotklees wachsen bis zu vier Meter lang in den Boden –  zweimal Papa übereinander – unglaublich. Mit den Wurzeln lockern sie die Böden, aber nicht nur das, an den Wurzeln bilden sich außerdem kleine weiße Kügelchen, Stickstoffperlen, die den Boden perfekt düngen und damit für Folgepflanzen optimal vorbereiten. Ich habe mich sofort gefragt, warum ich dem Boden in unserem Garten bisher so wenig Aufmerksamkeit geschenkt habe.

Ein zweites riesengroßes Geheimnis, das es zu entdecken gibt: All das Wissen über die Pflanzen, ihre Inhaltsstoffe und wie sie uns Menschen helfen können. Dass zum Beispiel der Farn, der es dunkel, modrig und feucht mag, im Darm, wo ein ähnliches Klima herrscht, wunderbar gegen Verdauungsprobleme helfen kann. Oder das Johanniskraut, dass das Licht allein durch seine spiralförmig angeordneten Blätter perfekt einfängt, es in den kleinen weißen Punkten auf der Blattoberfläche sammelt, die verrückterweise schwarz werden, wenn sie genug Licht gesammelt haben. Und dass diese Lichtsammlerpflanze vor allem in Arzneien gegen Depressionen eingesetzrt werden, weil Menschen, die daran leiden ja vor allem eins brauchen: Licht und Wärme für ihre Gedanken.
Schwäbisch Gmünd, Weleda,

Zum Schluss kommen wir zu einem riesengroßen Feld, dass mich lächeln lässt: Mehrere Dutzend Reihen Ringelblumen, auch Calendula genannt, leuchtend orange, die Pflanze und der Duft, der mich wohl für immer an die Babyzeit meiner Kinder erinnern wird. Meine Jungs wandern begeistert durch die Blumenreihen, staunen, dass diese Pflanze tatsächlich wunde Babypopos heilen kann, lernen, dass Brennesseln in der biologischen Gärtnerei nun mal dazugehören, erfahren (und erfühlen), dass die Brennesselart mit den kleinen Blättern noch mehr brennt, als die mit den großen (Aua!).

Wir lernen, dass bereits der mittelalterliche Gelehrte Albertus Magnus die „Sonnenbraut“ zur Behandlung giftiger Tierbisse empfahl.  Und dass hier im Garten sowohl die Blüten, als auch später Blätter und Stiele der Calendula geerntet werden, per Hand, Blüte für Blüte und Blatt für Blatt und später in acht verschiedenen Auszügen im Baby Badeöl und der Calendula Creme landen. Als wir mit einem geknautschten Blatt über unseren Handrücken reiben, spüren wir sofort den cremig Film auf der Haut und selbst dem Dreijährigen ist klar, warum Ringelblume so gut vor Wundsein schützt.
Weleda

Im Gewächshaus bewundern wir eine Pflanze namens Brutblatt, die ihre Nachkommen verrückterweise an ihren eigenen Blatträndern wachsen lässt. Wunderhübsch sieht das aus. Und weil die Pflanze dabei so fleißig ist und produziert und produziert und produziert, wird ihr Wirkstoff unter anderem gegen Hyperaktivität eingesetzt. Ganz nach dem alten heilpraktischen Prinzip: Gleiches mit Gleichem zu behandeln.

Vor dem Gewächshaus entdecken die Jungs einen Brunnen mit einem riesigen Holzeimer.  Mit einem großen Holzlöffel lässt sich das Wasser im Eimer in Bewegung bringen, wenn man ordentlich rührt fließt es in gleichmäßigen Kreisen. Hier wird von den Mitarbeitern im Garten regelmäßig ein nährendes Wasser für die Pflanzen zubereitet, ganz ohne Chemie, bloß mit Ruhe, Zeit und einer Schaufel von Hornspänen. Eine Stunde rührt ein Mitarbeiter die Wassermischung, wenn man es gleichmäßig macht, bildet sich in der Mitte ein Trichter, der zusätzlich Sauerstoff aufnimmt. Das Weleda-Team glaubt fest daran, dass diese Muße dem natürlichen Dünger eine besondere Kraft verleiht. Bei den Mitarbeitern ist die Rührerei nicht unbeliebt, „im Gegenteil“, verrät Andrea Horn-Straub, „viele schätzen es als Meditation. Wenn man rührt darf man nämlich an nicht anderes denken, man muss sich voll und ganz aufs Rühren konzentrieren, sonst verschwindet der Trichter. “

Das merken auch meine Jungs. Sobald einer bloß rufen will: „Mein Trichter ist aber schöner als deiner – ätsch“, ist der Trichter weg. Also ich finde diese Rührerei sehr entspannend. Auch bloß beim Zuschauen.

Fußbad, Weleda

Hinterher feiern wir unter der alten Kastanie eine kleine Fußbadparty, die Jungs dürfen ihren liebsten Badezusatz erschnüffeln und ihr Bad mit den Blüten von Rosen und Lavendel dekorieren. Es war herrlich, im Schatten des Baumes zu sitzen, die Füße im warmen Wasser, all die Düfte wahrzunehmen und uns zu unterhalten. Bo hat zum Schluss auch ein Fußbad bekommen, im Calendula Bad aus der Babypflegeserie, bei dem ich die cremige Konsistenz schon in der Handfläche so mag und die das Wasser in ein wunderbar milchiges und pflegendes Bad verwandelt.

Weleda Heilgarten

Weleda Fußbad,

Lavendel

Zum Schluss laufen meine Jungs begeistert durch die Lavendelspirale. Eigentlich soll sie das Leben wiederspiegeln, mit all seinen Kurven und Irrwegen. Für meine Kinder ist sie ein riesiger, duftender und bienenbrummender Spaß.

Überhaupt wird mir erst zuhause so richtig klar, wie viel Pflanzenwissen und -liebe die Jungs aus dem Heilpflanzengarten mitgenommen haben. Als sie bei Freunden die Ringelblumen im Garten erkennen zum Beispiel, und der kleinen Tochter erzählen, dass die Röhrenblütenblätter in der Mitte die Stempel erhalten und die hübschen längeren Zungenblätter drumherum bloß zum Anlocken der Bienen da sind. Wenn sie Stop rufen, weil ich den Schachtelhalm bei uns im Beet entferne und mir erklären, dass es den schon seit mehreren hundert Millionen Jahren gibt und dass er daher doch ruhig noch ein wenig länger bleiben dürfe. Wie schön, dass wir entdeckt haben, wie gesellig ein gemeinsames Familienfußbad ist, perfekt zum Herunterkommen nach einem langen Tag.

Und natürlich fragen sie beinahe jeden Tag, ob die sympathischen, quatschenden und planschenden Mitarbeiter auch bei uns anfangen können. Weil wir schließlich auch so viele Schnecken haben.

PS. Wenn ihr den Weleda-Heilpflanzengarten auch einmal besuchen wollt, findet ihr hier die aktuellen Öffnungszeiten.
PPS. Dieser Post enthält neben meiner persönlichen Geschichte Werbung für Weleda-Produkte, eine Marke, die ich seit vielen Jahren sehr liebe und schätze. Ich freue mich, wenn ihr die Marken unterstützt, die Wasfürmich unterstützen.

Alles Liebe,

Ein Kommentar zu “Wo die wilden Pflanzen wohnen (mit Werbung)

  1. Madlen on 14. August 2018 at 11:40 geschrieben

    Oh, ganz toll! Besonders das Video! Ich glaub, ihr müsst noch so ein bezauberndes Kindchen auf die Welt bringen 😉

    Liebst,
    Lena

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