In letzter Zeit habe ich viele Mails und Kommentare von Leserinnen bekommen, die gern wissen wollen, wie wir unseren Alltag organisieren mit drei (bald vier) Kindern, zwei Jobs, einem Haus und einem Blog. Also gibts hier heute ein paar Einblicke in unser alltägliches Dies und Das…
Familienleben,
Kinder: Als Lehrerin in Teilzeit bin ich nachmittags meist zu Hause bei meinen Kindern. Das bedeutet aber nicht, dass ich mich pausenlos mit ihnen beschäftige. Ich hole sie normalerweise um 13 Uhr aus Kindergarten und Schule ab, dann mache ich einen kleinen Snack, meist Brot, mal ein Spiegelei oder Milchreis. An zwei Tagen in der Woche haben die Kinder Sport. Mal fahre ich mit ihnen, mal fahren sie mit Opa oder einer anderen Mutter aus der Gruppe. An einem weiteren Nachmittag machen wir gern Verabredungen aus, je nachdem ob ich Zeit habe, kommen die Müttern mit oder bringen die Kinder bloß vorbei.

Die restlichen zwei Tage über sind wir einfach zu Hause. Ich bin zwar da, habe aber meist Klassenarbeiten zu korrigieren, Wäsche zu machen oder Fotos zu sortieren. Die Kinder wissen das und in den allermeisten Fällen klappt es gut. Ich habe riesiges Glück, dass meine Kinder sich meist gut miteinander (oder auch mal jeder für sich) beschäftigen können, so wurschteln wir an diesen Nachmittagen alle nebeneinander her – ich bin da, wenn sich jemand weh tut, wenn mal richtig heftig gestritten wird oder wenn ein Spielzeug oben aus dem Regal heruntergeholt werden soll. Sie selbst sind dafür verantwortlich eine Beschäftigung zu finden, Saft aufzuwischen, der umgekippt ist oder sich Obst als Snack zu holen. Ein schlechtes Gewissen habe ich deswegen nicht. Im Gegenteil: Ich bin ein großer Fan davon, dass Kinder sich mal langweilen, weil daraus oft die tollsten Ideen entstehen.
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Meist plane ich an Nachmittagen wie diesen noch eine gemeinsame Beschäftigung ein, das mag ein kurzer Spaziergang zu unserem Lieblingsstrand sein, eine kleine Teepause mit einem Wunschbuch für jeden auf dem Sofa, ein kleines Bastelprojekt oder ein Versuch, bei dem ich helfe (meine beiden großen lieben gerade Versuche). Weitere gemeinsame Zeit haben wir nach dem Abendbrot, da spielen wir immer noch ein, zwei Spiele und dann lese ich (oder mein Mann) in aller Ruhe vor. Dabei wandere ich von Bett zu Bett und von Buch zu Buch und meist wandern alle drei Kinder mit, sprich, alle drei hören alle bei allen drei Geschichten zu. Dass klappt meist überraschend gut und dafür bin ich sehr dankbar. Wir alle lieben unsere entspannte Lesezeit am Abend.

Arbeit: Ich arbeite zur Zeit ein paar Stunden als Lehrerin an einer Schule und diese Stunden liegen glücklicherweise sehr günstig. Sprich, ich habe an einem Tag nur zwei Stunden, an einem anderen Tag frei. An diesen beiden Tagen kaufe ich in Ruhe ein, gehe laufen, mache Yoga oder arbeite am Blog. Die restlichen drei Tage bin ich den ganzen Vormittag über in der Schule, bereite nach dem Unterricht gleich die nächsten Tage vor, korrigiere Tests und bespreche mich mit Kollegen. Circa zwei Mal im Monat habe ich zusätzlich Konferenz, da holt meine Schwiegermutter die Kinder ab und kümmert sich um sie, bis ich wieder da bin. Habe ich zusätzlich Termine, springt sie ebenfalls ein – oder mein Mann, der selbstständig ist, und sich seine Zeit meist gut einteilen kann. Auch wenn die Kinder krank sind, bekomme ich sie so meist problemlos unter. Das ist ein riesengroßes Glück und ich bin meinem Umfeld sehr, sehr dankbar dafür. Ohne das würde es mit all unseren Herzensprojekten nicht funktionieren.

Zum Glück bin ich außerdem ein Nachtbarbeiter, das war schon immer so, also setze ich mich abends, nachdem die Kinder im Bett sind hin und schreibe die Texte für den Blog, beantworte Mails, bearbeite und sortiere Fotos oder recherchiere für neue Themenideen. Einige meiner besten Texte schreibe ich übrigens Samstags- oder Sonntagsmorgens, wenn mein Mann ausschlafen darf, die Kinder spielen oder ein Hörspiel hören und ich eigentlich bloß in Ruhe einen Kaffee auf dem Sofa trinken will. Dann schnapp ich mir manchmal eben doch mein Laptop und es flutscht beinahe von allein.

Ich habe viele Jahre als Journalistin und Redakteurin gearbeitet, dass heißt, das Schreiben hatte schon immer einen wichtigen Platz in meinem Leben, ich kenne das nötige Handwerkszeug in und auswendig und ich mache es in den allermeisten Fällen wirklich gern. Für den Blog fühlt es sich weniger nach Arbeit, als nach Ausgleich an. In meinen Texten verarbeite ich die Dinge, die mich beschäftigen und konserviere Momente mit meinen Kindern – ich liebe das sehr.

Wer abends bei uns durch eins unser Sprossenfenster schaut, würde regelmäßig meinen Mann und mich auf dem Sofa sehen, Kamin an, jeder an einem Sofaende und beide ein Laptop auf dem Schoß. Es mag sich für viele unentspannt anhören, wir mögen es. Und anders würde es nun mal nicht gehen. Zwischen all dem Tastentippen tauschen wir uns aus, freuen uns, ärgern uns gemeinsam – und arbeiten weiter an unseren Lebensträumen. So anstrengend es ist, wir lieben es. Bevor ich schlafe, lese ich noch ein wenig oder gucke eine Folge meiner aktuellen Lieblingsserie um runterzukommen. Klar ist es auch mal anders, da mache ich abends Bügelwäsche. Oder Zeugnisse. Oder gar nichts, außer auf dem dem Sofa zu dösen. Ein- oder zwei Mal im Monat gehe ich schon mal um acht mit den Kindern ins Bett – oder aus mit Freundinnen, jippie.
Familienalltag,
Haushalt: Wenn, dann ist das bei uns der Knackpunkt. Mein Mann kümmert sich glücklicherweise um Steuern und Finanzen. Ich versuche den Haushalt nebenbei zu erledigen: immer mal hier und da ein bisschen. Morgens noch schnell die Spülmaschine ein- und ausräumen während die Kindern schon mal ihre Stiefel anziehen. Später, wenn sie ihren Mittagssnack essen, schnell die Küchenfronten ab- oder den Kühlschrank auswischen. Wenn sie gerade friedlich spielen, zwei Körbe Wäsche zusammenlegen.

Anfangs hat es mich wahnsinnig gemacht, dass immer etwas zu tun übrig bleibt: nach zwei Körben Wäsche liegen immer noch zwei ungefaltet da. Inzwischen kann ich damit besser umgehen. Ich mache eben immer ein bisschen und verschiebe den Rest auf später. Ja, bei uns liegen mittags oft noch die Krümel vom Frühstück unter den Hochstühlen, die Fenster könnten längt mal wieder geputzt und die Dielen gewischt werden. Aber eben alles zu seiner Zeit. Wenn hier etwas zu kurz kommt, dann definitv der Haushalt. Das ist für mich in Ordnung, ich kann damit leben.

Obwohl es hier auf dem Blog oder auf Instagram nicht so scheinen mag: bei uns sieht es oft chaotisch aus, so wie es mit mehreren Kindern für mich natürlicher Weise – und ohne Putzhilfe – nun mal aussieht, wenn, ja wenn der Haushalt eben nicht oberste oder einzige Priorität hat. Apropos Instagram: Ich erzähle dort gern von unserem Familienleben, es ist für mich wie ein Tagebuch und Fotoalbum für Freunde und Verwandte geworden und es macht mir nichts aus, auch mal hinter die Kulissen schauen zu lassen. Aber unser Chaos, das ist tatsächlich privat (genau wie es Streit, Krankheit, Wutanfälle und ernste Probleme unserer Familie sind).

In Sachen Aufräumen packt es mich meist einmal in der Woche, in der Regel am Freitag Nachmittag, dann räume und sauge und wische ich mich einmal durchs Haus. Ab und zu machen wir am Samstag Vormittag auch schon mal ein Familienprojekt draus und putzen gemeinsam unsere Fenster. Ehrlicherweise putzen Andre und ich dann und die Kinder unterhalten uns unten am Ende der Leiter: mit selbstgedichteten Liedern (und Kicherpausen), mit Geschichten aus dem Kindergarten oder, in dem sie sich gegenseitig die Staubwedel um die Ohren hauen.
Familienleben organisieren,
Oh, und noch was, seit Dezember schreibe ich jeden Sonntag einen Essensplan für die kommende Woche, für den ich am Montag einmal einkaufe. Das klingt anstrengend, mich entspannt es sehr und ich habe tatsächlich wieder richtig Freude am Kochen gefunden. Gegen Abend dürfen die Kinder dann oft ein Hörspiel hören – und ich koche ganz in Ruhe, manchmal hilft mir einer und schnippelt schon mal Möhren. Auch das Tisch decken übernehmen meist sie. Das klappt natürlich nicht immer ohne Protest und Streit, aber ich lasse nicht locker.

Unsere „Wie-wir-das-wuppen-Geheimnisse“: Erstens unser Umfeld. Wir haben Großeltern auf dem Hof, die eigentlich immer einspringen, wenn es irgendwie geht. Sie holen die Kinder ab, wenn es bei mir eine halbe Stunde länger dauert oder bringen die Kinder zum Sport, wenn ich noch dringend telefonieren muss. Gerade dieses „eben-mal-einspringen“ hilft ungemein. Einen Babysitter für Freitagabends findet man schnell, einen der mal hier und da eine Dreiviertelstunde übernimmt kaum. Das andere Großelternpaar wohnt eineinhalb Stunden von uns entfernt, rückt aber auch sofort an, wenn hier der Schuh drückt. Außerdem habe ich ein kleines, wunderbares Netzwerk aus Freundinnen und Müttern von Freunden meiner Kinder, die auch mal die Kinder übernehmen (und ich mal ihre).

Zweitens: Nicht perfekt sein wollen. Wir versuchen eine Sache nach der anderen abzuarbeiten, das fällt mir nicht immer leicht, aber es hilft. Wenn es nicht mehr geht, dann geht es nicht. Dann wird es am nächsten Tag gemacht und meist ist das überhaupt kein Problem. Unser Garten ist noch immer nicht fertig, es gibt auch mal Tiefkühlpizza und die Kinder dürfen auch schon mal zwei Hörspiele hintereinander hören.
Organisiation, Alltag wuppen,
Drittens: Überhaupt Hörspiele. Ich bein kein Freund davon, Kinder vor den Fernseher zu setzen, um etwas in Ruhe zu erledigen, bei Hörspielen bin ich da wesentlich entspannter. Ich habe Glück, dass es alle drei lieben und sich dabei tatsächlich ruhig aufs Sofa kuscheln und vollkommen in der Geschichte versinken (der Kleinste baut zu ihren Füßen nebenbei oft ebenso friedlich mit Kaplasteinen).

Viertens: Flexibel bleiben. Nichts ist hier fest, wir planen an jedem Sonntag grob die kommende Woche und dann jeweils am Abend vorher noch einmal konkret. Und ja, auch ich bin manchmal völlig fertig und mit den Nerven am Ende. Aber dann mach ich ein paar Abende weniger, sage ein paar Sachen ab oder nehme keine neuen Projekte für den Blog an – und dann geht es wieder.
Familienleben, Alltag organisieren,
Fünftens: Chaos mögen. Ja, ich mag es tatsächlich, viel zu tun zu haben und mein Mann zum Glück auch. Ich liebe, was ich tue und ich bin unglaublich glücklich, so viele meiner Leidenschaften ausleben zu können. Dafür verzichte ich gern auf Zeit für mich. Zum Glück kann ich ohnehin nicht lange mit einem Buch und einem Tee einfach nur so dasitzen. Genauso wenig brauche ich eine Massage zur Entspannung oder einen Mittagsschlaf. Mein Mann und ich gehen auch sehr selten allein aus – wir schnappen uns lieber alle Kinder und fahren zusammen in ihr liebstes Burgerrestaurant. Dort ist es dann nicht ruhig und entspannt, sondern wild und wuselig. Aber schön. Für uns.

Und ihr? Wie organisiert ihr Haushalt, Kinder und Arbeit? Und vor allem: habt ihr noch Tipps, damit es runder läuft? Ich würde mich riesig freuen, wenn hier eine richtige Sammlung von unterschiedlichen Alltagsentwürfen und Organisiationstipps entsteht.

Alles Liebe,

Claudi