Heute Abend ist es bei uns wieder so weit. Der dritte Elternabend in drei Wochen – noch haben mein Mann und ich nicht Sching Schang Schong gemacht, wer gehen muss. Da fällt mir ein, gestern, beim Kinderturnen, habe ich mich mit einer anderen Mama über den heutigen Elternabend unterhalten und sie meinte sofort: „Da geht mein Mann hin!“ Ich staunte: „Wie, ganz sicher? Das habt ihr schon geklärt?“ Sie lächelte. „Wir haben das schon lange geklärt. Wir haben das vor der Geburt unseres ersten Kindes für immer ausgelost“ (sie hat inzwischen drei). Fand ich eine lustige Idee…
Elternabend, Tipps für den Elternabend
In der letzten Schule, in der ich gearbeitet habe, hing auf dem Lehrerklo übrigens ein ausgerissener Artikel aus der Mopo. Gelb angemarkert darauf: „Bei Eltenabenden wird seit jeher heftig helikoptert und immer geht es um dieselben Belanglosigkeiten.“ Außerdem: „Lieber drei Beerdigungen als ein Elternabend“. So schlimm ist es dann doch zum Glück nicht, oder? Hier meine kleine Liste an Tipps, wie man Elternabende überlebt. Habt ihr auch noch welche?

1. So wenig Lust du auch vorher haben magst, denk dran, da macht sich mit dir gerade jemand auf den Weg, der nicht bloß keine Lust hat, sondern auch noch ziemlich aufgeregt ist. Ein Elternabend fühlt sich für den Lehrer nämlich tatsächlich nach Theatervorführung an. Noch schlimmer: nach Monolog!

2. Hab deine Geldbörse und ein paar kleine Scheine dabei. Es gibt fast immer eine Sammlung für die Klassenkasse, den nächsten Ausflug oder den Schulverein und es ist ein wunderbares Gefühl, das gleich zu erledigen und von der Liste zu haben.

3. Bitte: Mach dein Handy aus. Ich weiß, manchmal ist es gähnend langweilig, was Lehrer (oder andere Eltern) erzählen. Es fühlt sich für den, der da vorn sitzt, trotzdem ganz schrecklich an, wenn fünf im Publikum scrollen. Und ja, natürlich ist vieles auch total spannend.

4. Ich habe nie große Zettel und schon gar kein Notizbuch dabei, weil ich auf all das Geschriebene ehrlich gesagt sowieso selten drauf schaue. Oder aber das Notizbuch verbasele. Außerdem gibt es ja auch tollerweise ein Protokoll. Was ich immer mitnehme sind zwei oder drei Post-it. Darauf notiere ich mir gleich vor Ort die ein oder zwei wirklich wichtigen Sachen, an die ich demnächst denken muss: Neuen Kleber kaufen zum Beispiel. Oder: Anmeldung für den Ausflug ausfüllen. Oder auch: Klopapierrollen mitbringen. Die Post-it klebe ich gleich an die Tür meines Arbeitszimmers, in die Küche oder an unsere Außentür. Je nachdem, wo sie am meisten Sinn machen. Dann ist die Chance groß, dass ich sie schnell erledige. Und es dann raus aus dem Kopf habe.

5. Trau dich zu sagen, wenn du etwas gut findest. Oft finden sich nämlich ziemlich viele, die etwas schlecht finden. Und sich auch trauen, dass zu sagen, weil sie zu mehreren sind. Fast immer gibt es in der Elterngruppe aber auch Eltern, die völlig okay finden, worüber sich andere aufregen. Sich aber bloß nicht trauen, das zu sagen.

6. Wenn du etwas Konkretes besprechen möchtest, gib der Lehrperson möglichst vorher bescheid, damit sie sich darauf einstellen und gegebenenfalls nötige Informationen besorgen kann.

7. Frage und äußere nur das, was wirklich Sinn macht, dich wirklich bewegt und für alle interessant ist. Wie die Hausaufgaben markiert werden, zum Beispiel. Bei persönlichen Problemen oder Ängsten lieber die Lehrerin direkt ansprechen. Kleine Äußerungen können ansonsten zu endlosen Diskussionen führen, weil einige Eltern nur darauf warten, ihren allgemeinen Schulfrust abladen zu können. Also: „Die Trolle besser gar nicht erst füttern!“

8. Denke frühzeitig darüber nach, ob du dich zum Elternvertreter wählen lassen willst und ob und wann du an welchen Tagen in der Schule helfen kannst, beim Elterncafé zum Beispiel, zum Begleiten von Ausflügen oder als Lesemama oder-papa. Das verkürzt die Herumsitzzeit auf den viel zu kleinen Stühlen enorm (und die anstrengende Stille, wenn es um die Elternvertreterwahl geht). Übrigens: Wenn du dich einmal wählen lassen magst, weil du findest, es gehört dazu, du aber wenig Zeit hast, dann empfehle ich dir, lass dich gleich in der ersten Klasse wählen. Da gibt es in der Regel nämlich am wenigsten Arbeit für Elternvertreter.

9. Eins noch, ein Herzenstipp von mir als Lehrerin: Sage der Lehrerin oder dem Lehrer persönlich Tschüß. Sie oder er wird sich so freuen.

Habt ihr noch Tipps?

Claudi