Hier röchelt und schnupft (und würgt – uähhh) es immer noch aus allen Ecken. Trotzdem muss ich euch ganz kurz jemanden vorstellen. Eine Dame mit rosigem Porzellanteint, tiefschwarzen Klimper-Wimpern und – nun ja – einer nicht zu kleinen Narbe. Aber das macht sie erst so richtig sympathisch…
Kürbis, Halloween, Kürbisscheune
Anfang der Woche war ich mit den Kindern in einer Kürbisscheune. Einen Kürbis zu schnitzen gehört für uns nämlich zum Herbst und natürlich zu Halloween dazu. Zu dieser Scheune fährt man von uns etwa eine halbe Stunde. In den Jahren zuvor hatte ich mir den Weg immer gespart, denn Kürbis kann man schließlich auch im Supermarkt kaufen. Dieses Mal aber dachte ich: „Ach komm…“ Irgendwie stimmte alles: Es war kühl, aber die Sonne schien und die Bäume leuchteten buttergelb und die Jungs freuten sich so. Auf dem Weg bewunderten wir das Laub (ich) und die Trecker vor uns (die Jungs) und hörten eine Weihnachtsfolge von Pettersson und Findus (ja, ich sage inzwischen ja. Sie fragen schließlich schon seit Juli…).

Und hey, der Weg hat sich echt gelohnt (wir waren übrigens hier). Schon verrückt, so eine ganze Scheune voll mit Kürbissen. Ich fand es sehr spannend, ein wenig über die verschiedenen Sorten zu erfahren und die Kinder futterten währenddessen ein Stück Kürbiskuchen. Dann ging es ans Aussuchen. Mir fiel das schwer – die Jungs wussten sofort welchen sie wollten. Obwohl ich sie noch einmal im (Kürbis)kreis herumscheuchte – wenn man schon mal da ist und so – blieb es bei der ersten Wahl. Genau der sollte es sein. Zuerst fand ich 15 Euro für einen Kürbis (den man aushöhlt) ziemlich viel. Aber dann irgendwie auch nicht mehr. Wiegt schließlich mehr als Tjelle. Und ich hoffe, dass dieser hier noch dazu ein wenig länger hält als die traurigen Supermarktexemplare davor. Ich suchte noch einen etwas kleineren für meine Fernsterbank aus, dann trugen (wuchteten) wir alles ins Auto.

Den Kürbis der Jungs zeige ich heute Abend mal bei Instagram. (Er sieht übrigens furchterregend aus, heißt aber trotzdem „Gilia“. Ich weiß auch nicht, mein Großer hat derzeit ein Faible für Namen die stark nach brasilianischer Seifenoper klingen. Fragt mich nicht wieso…) Meinen Kürbis seht ihr oben. Darf ich vorstellen: Madame Kürbis. Ist doch mal was anderes, oder? Da mir orange nicht dauerhaft ins Haus kommt, wollte ich ihn zuerst bloß blassrosa anmalen. Aber dann stand er plötzlich so vor mir, irgendwie menschmlich, mit kleiner entzückender Kürbisnarbe, und ich musste an diese schicken Töpfe und Tassen mit Gesicht denken, die gerade überall auf Instagram und Co zu sehen sind. Also bekam Kürbis kurzerhand Augen, Nase und Mund – und wurde eine Frau. Topfflanze als Haare rein, fertig. Ich mag sie. Und weiblicher Zuwachs in unserem Männerhaus ist ja eh immer gut. Irgendwie erinnert sie mich auch an meine Frisierpuppe von damals, die Gute.

Übrigens gab mir die Dame in der Kürbisscheune für ein langes Kürbisleben den Tipp, ihn unten auf ein paar kleine Steine zu stellen. Einfach damit er immer wieder gut durchtrocknen kann und nicht so schnell gammelt. Mal sehen…

Ein wunderbares Wochenende euch,

Claudi