Vier Kinder zu haben bedeutet: Spielzeit-Verlängerung. Das fühle ich gerade total oft, denn während die beiden Großen schon ganz viel für sich unterwegs sind, haben wir noch die beiden “Kleinen”. Gerade denke ich öfter: “Krass, bei zweien wäre es grad schon quasi vorbei…“
Vier Kinder bedeutet auch, absolut überhaupt keine Lust auf Hausaufgabenbetreuung zu haben. Beim ersten war es noch okay, vielleicht sogar ganz spannend. Aber ab dann… Inzwischen weiß ich, es ist eine unendliche Geschichte. Und für mich unfassbar anstrengend.
Wo andere sich eine Putzfrau oder einen Gärtner wünschen, wünsche ich mir jemanden, der sämtliches Schulmanagment meiner Kinder übernehmen würde, und ich dürfte die Ferienmutter sein. Ich bin eine so viel bessere Mutter in den Ferien. Ich finde es einfach so schade, wie diese ganzen Schuldiskussionen unser Verhältnis belasten.
Aber es nützt nichts, ich muss da durch. Also los, wo ist das Vokabelheft, ich frag dich ab.
Elternabende, noch so was. Ich weiß, dass es schrecklich ist und ungerecht den LehrerInnen gegenüber, aber ich kann Elternabende nur noch schwer ertragen. Die zwei Zeiten im Jahr, wo die vier anstehen, fürchte ich regelrecht. (Klingt nicht sonderlich viel, aber so wie die Zeit rast, ist gefühlt doch ständig Elternabend).
Ich mag nicht absagen, aber ich mag auch nicht hingehen. Ich habe einfach das allermeiste schon x-Mal gehört. Und ich weiß, dass es letztlich völlig egal ist, ob ein Müsliriegel als Süßigkeit zählt oder eine Postmappe angeschafft wird oder die Kinder das Ausflugsgeld in einem geschlossenen Briefumschlag oder im Fach der Federtasche transportieren. Ahhhhhhhh, ich kann es nicht mehr hören.
Ich will aber auch auf keinen Fall eine dieser Mütter sein, die immer die Stirn runzelt und in so einer Wahrsagerinnenart “Wartet mal ab…”, raunt. Also gehe ich ehrlich gesagt öfter nicht hin. Autsch.
Vier Kinder zu haben bedeutet, eben noch Einladungsideen mit Pustemonstern zu googeln und im nächsten Moment auf der Hobbyfahrt an Verhütung zu erinnern. Hui, ich kann sagen, da fliegt man innerhalb von Sekunden von einer Welt in die andere.
Vier Kinder zu haben bedeutet, für einen völlig normalen Einkauf (ohne Garnelen oder Rinderfilet) beim Discounter 179,90 Euro zu bezahlen.
Vier Kinder zu haben bedeutet, überall Einzelsocken zu finden und Brotdosendeckel und Pokemonkarten und Pluplus-Steine. Und wo ist jetzt schon wieder die rote Trinkflasche? (Kaufen inzwischen regelmäßig diese kleinen Wasserflaschen mit Pfand und geben sie mit, um die Wasserflaschenfahndung zu umgehen. Kostet bloß 50 Cent, wenn die weg sind.)
Vier Kinder zu haben bedeutet aber auch, jeden Tag unzählige Geschichten zu hören. Das ist vielleicht das Schönste daran. So viele Eindrücke, so viel Einblick in andere Welten. Ich hab mir meinen eigenen Roman gemacht.
Es bedeutet auch, nicht nur von ein oder zwei nahestehenden Menschen hinterfragt und kritisiert zu werden, sondern gleich von vier (plus Partner). Manchmal hab ich das Gefühl ich bin ein Stein und meine Kinder sind mein Meer, sie wirbeln mich auf, werfen mich um, schmirgeln mich glatt. Wie schön werde ich sein, wenn sie mit mir fertig sind?
Vier Kinder zu haben ist unfassbar laut und wild und anstrengend, aber ich liebe es. Ich freue mich aber tatsächlich auch immer, wenn es mal leise ist. Vielleicht ist das das Schönste daran, vier Kinder zu haben: Ich hatte gefühlt echt genug Kind.
Und du?






Liebe Claudi,
du bist so eine tolle Frau und Mama. Ich bin noch ganz in der Anfangsphase mit meinen Kindern, aber du inspirierst mich 🫶❤️ Danke, für dein Teilen. Ich liebe deine letzten Beiträge und wie sehr du es fühlst. Bitte mehr davon.
Alles Liebe,
Sabrina
Liebe Sabrina, ach das freut mich aber total. Alles Gute dir und euch.
Wir haben auch 4 zwischen 5-20 Jahren.
Und wir haben ausgerechnet, dass wir 35 Jahre lang Schulkinder haben werden!
Haha, ja crazy. Ein Hoch auf die vielen Ferien ; )
Liebe Claudia,vielen Dank für diesen schönen Artikel der gerade meinen Mittwoch so viel besser macht! Ich habe auch vier Kinder, alle toll, alle liebenswert und wundervoll und auch alle anstrengend und herausfordernd! Keine Minute möchte ich mit ihnen missen und manchmal wäre ich auch gern auf einem anderen Planeten… Dein Steinvergleich ist wunderschön… Vielen Dank! Und Danke, dass ich mich durch diesen Artikel heut weniger allein fühlen im wunderbarsten Alltagswahnsinn!
Ich danke dir sehr für dieses herzliche Feedback!
Deine Artikel sind ganz oft meine kleine, erfrischende und gleichzeitig unglaublich beruhigende Flucht aus dem Schul-Freizeit-RundumdieUhrCatering-Wahnsinn hoch3 im Alltag. “Nur” drei Kids und kann mir gar nicht vorstellen, wie ich da noch eins mehr unterbringen sollte – obwohl ich vier einfach großartig finde. Dicken Respekt an uns alle hier!
Das freut mich so sehr. Und deine Worte machen mir so gute Laune.
Wie sagt Joanne Goddard immer so schön. “Come for the blog, stay for the comments.” Ich liebe es!
Hallo, wir haben auch vier Kinder im Alter von 10 bis 19 Jahren und ich kann nur sagen: Ich fühle deinen Artikel. Jedes einzelne Wort davon kann ich nur unterschreiben. Vielen Dank Telse
Wie schön und danke fürs Feedback!!!!
Wie wundervoll geschrieben ❤️
Deswegen habe ich fast alle deine Bücher
Wie schön!!! Das freut mich total.
Alles LIebe,
Claudi
Ich habe bald wohl auch genug Kind. Was für ein Glück das sagen zu dürfen, so wie die Zeit vorbei fliegt, oder? Woran ich eher manchmal zu knabbern habe ist, dass ich auf der Arbeit auch noch so viele Kinder habe. 21 jeden Tag zusätzlich …plus vier zuhause.. das ist mir manchmal (eigentlich auch öfters mal) echt anstrengend, zu laut und trubelig. Mal sehen, ob doch irgendwann noch ein Jobwechsel in Frage kommt.
Toller Artikel jedenfalls! Kann ich sehr gut nachempfinden!
Liebe Grüße aus NRW
Absolut. Ein riesengroßes Geschenk. Ich bin so, so dankbar dafür.
Der Stein-Teil – so gut. Du wirst ein wunderschöner glatter(!) Stein sein…
In den Ferien ist man in so vielen am Besten… 😅
Und aus Lehrerinnensicht ist es nicht egal, ob das Brief im Umschlag ist oder nicht… grrr! (Oder: genau für so etwas hätte ich gerne eine Assistentin)
Vielen Dank für die Entspannung!!!!!!
Und ein Hoch auf euch Lehrerinnen!!!
Danke für diese tollen und absolut treffenden Zeilen. Ich liebe meine 4Kids alle und finde den Trubel zu Hause meistens toll. Oft sind ja auch mehr als 4 hier. Haben 10Jahre Altersunterschied von Mittelstufe- KiTa gerade alles dabei.
Der Vergleich mit dem Stein trifft es sehr gut.
Liebe Grüße von einer Familie mit auch genug Kindern
Vielen Dank für dein Feedback!!!
Liebe Claudia,
so ein schöner Artikel- vielen Dank. Hier sind es „nur“ drei Mädels – aber das reicht mir auch an Kind und sie schleifen einen wirklich. Ich hatte nach 7 Jahren Pause nicht mehr viel Lust auf pferdchenspielen, dadurch konnte die kleine schon mit zwei super ausschneiden und basteln – so verändert sich das Muttersein.
Elternabend verstehe ich total – bin selbst Lehrerin und lasse gerne mal einen aus. Früher war ich als Junge Lehrerin entsetzt, wenn Eltern nicht auftauchten – jetzt kann ich es als Mehrfachmama total verstehen.
Viele Grüße aus dem echten Norden
Oh ja, es liegen Welten zwischen der Mama, mit der mein großer Sohn aufgewachsen ist und der von meinem jüngsten.
Und doch hat sich keiner von beiden je beschwert. Sie nehmen es, wie es ist. Das ist so herrlich beruhigend.
Alles LIebe
Liebe Claudi,
Wunderbar getextet, was für Emotionen dort für mich (und andere Leserinnen) wach werden.
Ich erlebe alles „nur“ einmal – und vielleicht deshalb so intensiv?
Ich werfe mich immer wieder voll in das Hier & Jetzt des Mutterseins – weil es eben nur einmal stattfindet…jetzt ist es der Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule…herrje, wie isses aufregend!
Liebe Grüße von der Ostsee an den Deich!
DAS ist auch einer der emotionalsten Momente in der ganzen Kinderhaberei.
So emotional.
Ich sende liebe Grüße und wünsche von Herzen einen guten Start!
Claudi
Liebe Claudi,
ich habe “nur” drei, kann aber ganz viel nachvollziehen, was du schreibst. Für die Kinder selbst finde ich es schön, dass man nicht mehr alles so super wichtig nimmt. Ich bekomme ein paar Sachen nicht mit (wer mit wem in welche Klasse Streit hat zum Beispiel)…die Kinder müssen auch viel selbst regeln, das tut ihnen gut, glaube ich. Zu Elternabenden würde ich nicht gehen, ohne schlechtes Gewissen. Ich bin selbst Lehrerin und wenn man mit dem ersten Kind alles einmal durchgemacht hat, weiß man doch, wie der Hase läuft. Wenn Eltern nicht beim Elternabend erscheinen, denke ich: Die haben sicherlich mehrere Kinder und setzen einfach die richtigen Prioritäten.
Liebe Grüße
Oh wie entspannend, dass du das als Lehrerin schreibst.
Ich habe das auch so gesehen, nachdem ich ein paar Kinder hatte, aber vorher war ich geradezu beleidigt.
Und ja, das Schönste ist, dass man vieles (und sich) nicht mehr so wichtig nimmt.
Spielzeitverlängerung – was für ein treffender Begriff! Wir haben auch 4 Kinder zwischen 18 und 9 und die erste zieht nach dem Sommer aus. Ich sage so oft zu meinem Mann – gut das du mich zu den vieren überzeugt hast. Das ist so ein Geschenk!
Genau das sagt mein Mann öfter zu mir. Er wollte nämlich eigentlich nach zwei Schluss machen….
Liebe Grüße
Was für ein wundervoller Text und tolle Kommentare! Ich fühle mich grade sehr verstanden, diese Ambivalenz zwischen Anstrengung und Begeisterung bei 4 Kindern ist oft nicht so leicht zu erklären…😊
Bei einer Altersspanne von 3 bis 16 Jahren hab ich auch oft das Gefühl, mein Gehirn platzt vor lauter Perspektiv- und Bedürfniswechseln 😄
Haha, genau das. Liebe deinen letzten Satz!!!!!
Schön zu hören, dass es so vielen Anderen auch so geht!
Hier sind es zwar nicht vier, sondern sechs Jungs zwischen 7 und 21, aber das Gefühl ist das Gleiche😂
Das glaube ich sofort. Und wow, von euch möchte ich ein Familienfoto sehen. Klingt chaotisch wundervoll.
Alles Liebe!
Ja zu jedem einzelnen Punkt ❤️
Und schön zu lesen, dass so viele andere hier auch eine große Altersspanne haben.
Manchmal kommt es mir im Alltag vor, als hätten “alle anderen” den Zweijahrestakt durchgezogen und können damit manches einfach nicht nachvollziehen.
Bei uns haben viele drei – und haben später angefangen. Daher sind sie glaube ich manchmal “entsetzt”, wie wir das machen.
Aber ich bin inzwischen super entspannt damit.
Ganz liebe Grüße,
Claudi
Liebe Claudi ein schöner und ehrlicher Text. Vielem davon kann ich zustimmen, denn auch “nur” mit zwei Jungs habe ich Socken und Wäsche bis zum….und das Schulthema ist auch so eine Sache für sich. Ich liebe unsere Waldorfschule, aber beim Thema Hausaufgabenbetreuung verliere auch ich oft die Nerven. Da reichen mir meine zwei Kinder. Und du schriebst das schon vor Jahren, dass so viele Kinder haben wunderschön sei aber man nicht bedacht habe, dass irgendwann alle mal in die Schule gehen…denn auch ich hätte gerne vll noch ein Kind gehabt, aber dann noch mehr Schulthemen zu haben….!? Nö, dann ist es gut so wie es ist. Aber auch ich finde es so schade, dass uns Eltern das so sehr belastet und damit auch den Blick und die Beziehung zu und auf die Kinder. Durfte mich da schon oft im Vertrauen üben.
Die Cousine meines Mannes hat auch 4 Jungs, hab sie oft um ihre Ruhe und Gelassenheit bewundert. Und wie Recht du hast: du hast noch Nachspielzeit. Bei vielem werde ich so unfassbar melancholisch und wehmütig…ist es vll das letzte Mal? Alles Liebe