Was wir für den Klimaschutz tun. Und warum Hysterie nichts bringt

Okt
18/19

Ich hatte es geahnt. Wir sind vor kurzem geflogen – und natürlich flogen mir bei Instagram die negativen Kommentare um die Ohren. Was mit unserem Klima passiert ist schrecklich, keine Frage. Unser Umgang mit unserer Erde oft auch. Ich finde aber unseren Umgang miteinander in dieser Sache in letzter Zeit oft genauso schlimm. Fakt ist: Jeder kann was tun und sollte es tun. Was wir nicht sollten: uns permanent gegenseitig ein schlechtes Gewissen machen…

Ich habe tatsächlich das Gefühl, es zieht eine riesige Frustwolke auf. Viele sagen es nicht laut, aber immer mehr sagen es leise: Dass sie das Thema Nachhaltigkeit langsam nicht mehr hören können. Ich manchmal auch nicht mehr, das gebe ich zu. Ich finde das schlimm, weil ich Angst habe, dass das Thema untergeht. Wie eine Fernsehsendung, die immer gemeiner wird, über die alle reden – bis sie irgendwann so gemein ist, dass sie keiner mehr sehen mag. Dafür ist das Thema aber viel zu wichtig.

Ich finde, gerade in Sachen Klimaschutz sollten wir uns doch unterstützen und Tipps und Ideen teilen, statt uns gegenseitig fertig zu machen, oder? Einfach alle unser bestes geben, jeder da wo er kann. Und bloß selbst nicht frustriert sein, wenn man nicht gleich alles perfekt macht.

Die sozialen Medien und viele, die mit ihnen arbeiten, haben ein riesengroßes Problem: Sie leben oft von Konsum-Content. Es ist verrückt, dass so viele über Flugmeilen motzen, über zu viel Shopping – dass letztendlich aber doch das Foto vom Fummel auf den Fijis die meisten Likes bekommt. Und nicht etwa das von der alten, immer gleichen Strickjacke in der alten, immer gleichen Gartenlaube.

Was ich damit sagen will: Klimaschutz ist eben oft nicht bunt und schön, sondern funktioniert im Kleinen. Wenn wir in Sachen Klimaschutz etwas ändern wollen, können wir das aber auch tun, in dem wir durch Likes entscheiden, was wir sehen wollen. Die laute Demo Ende September war beeindruckend – dennoch funktioniert Klimaschutz im Alltag eben doch oft leise, zuhause und meist ohne Fotos und Likes. In dem man ein Kleid immer wieder trägt – statt bei coolen, nachhaltigen Labels ein bis drei neue zu shoppen. Dafür eine spannende, inspirierende Bildsprache und neue Themen zu entwickeln sehe ich auch als meine Aufgabe hier auf dem Blog.

Was ganz sicher nichts bringt: Die (funktionierenden) Plastikbrotdosen zu entsorgen und sie durch neue, instataugliche Metalldosen zu ersetzen. Jedem einen bösen Kommentar zu senden, der eine Plastikverpackung auf dem Frühstückstisch stehen hat. Oder seinen einen Kaffee am Morgen lieber mit Kuhmilch statt mit Hafermilch trinkt.

Gerade habe ich wieder Schelte bekommen bei einem Artikel über Öko-Hautpflege in Plastiktuben. Dabei sind sich Experten überhaupt nicht einig, was umweltverträglicher ist: die Glas- oder die Plastikverpackung, die vernünftig entsorgt und bestensfalls recycelt wird. Glas zum Beispiel ist viel aufwendiger herzustellen, der Transport ist schwieriger und verbraucht mehr Treibstoff. In Sachen Nachhaltigkeit ist nicht immer alles so eindeutig, wie es scheint.

Und was mir am allermeisten Sorgen macht: Dass ein großer Teil der Menschen auf dieser Welt leider ganz andere Sorgen hat, als über eine To-Go-Kaffee-Verpackung nachzudenken. Wir haben das dieses Jahr schon in Italien und Portugal gemerkt, wie viel weniger bewusst das Thema dort ist. Wie wir dieses Problem lösen können? Ich hoffe auch dafür finden wir weltweit ganz schnell gemeinsam Ideen – und nicht bloß für wiederverwertbare Trinkhalme.
Klimaschutz
Bei uns in Deutschland stürzt sich dagegen zur Zeit jeder auf die drei Superaufreger in Sachen Klima. Die sind: Plastik im Meer, die Flugschelte und der Veganismus. Die Medien lieben es. Kein Wunder: Süßer Delfin mit spitzem Plastikstück im Mund, das bringt Entsetzen und Klicks ohne Ende. Und scheinbar verkauft sich vegan so gut, dass es sogar unser Mineralwasser seit neustem auf seine Flaschen schreibt.

Manchmal lese ich Infos, die mich zum Schmunzeln bringen würden, wenn die ganze Sache nicht so ernst wäre. Ich gucke zum Beispiel fast nie Fernsehen. All die coolen Netflix-Serien, über die immer alle reden, kenne ich leider nicht. Ich weiß auch nicht. Ich bin abends zu lange mit Kindern ins Bett bringen beschäftigt. Dann lese ich. Plane Texte. Male. Räume auf. Oder schlafe. Dass ich damit das Klima schütze, war mir bislang nicht klar. Tatsächlich habe ich gelesen, dass zwei Stunden Netflix am Tag so viel C0² verbrauchen, wie in einem Jahr zu allen Drehorten von Game of Thrones zu fliegen (Quelle: Hygge).

Bitte nicht falsch verstehen: Ich versuche selbst mein Bestes zu geben, in Sachen Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Ich mag bloß diese Hysterie nicht. Ich bin ganz sicher nicht perfekt. Ich bewundere Leute, die es noch viel besser hinbekommen. Ich finde bloß dringend, dass wir aufhören sollten uns gegenseitig fertig zu machen. Und dabei das Thema so sehr überzustrapazieren, dass es womöglich bald niemand mehr hören mag.

Meine Kollegin Nathalie hat über das Thema ebenfalls schon geschrieben.

Hier übrigens ein paar Sachen, die wir in Sachen Nachhaltigkeit machen

Ich backe selbst
Mal eben zum Bäcker ins Nachbardorf fahren? Nö. Jedenfalls nicht jedes Mal. Das Rezept für mein Lieblingsbrot findet ihr übrigens in meinem Kochbuch.

Wir essen wieder Sonntagsbraten
Ganz auf Fleisch verzichten mögen wir nicht. Ich persönlich finde, dass eine abwechslungsreiche Mischkost für Kinder das Beste ist – und entspannte Eltern in Sachen essen. Das muss aber natürlich jede Familie für sich entscheiden. Wir achten auf gute Qualität und eine vernünftige Haltung. Wir kaufen per Direktverkauf vom Hof bei uns im Dorf oder Bio. Der Braten am Sonntag oder das Steak mit Freunden, auch die liebsten Fleischklößchen der Kinder, sind etwas Besonderes. Wie früher auch schon mal.

Wir vererben Klamotten und Spielzeug
Wir haben ohnehin schon so viel. Ich habe mich kurz vor dem Urlaub hingesetzt und ein paar Sachen geflickt – anstatt einfach schnell ein paar neue zu bestellen. War nervig und kein bisschen instagrammable. Aber steigert für mich den Wert. (Was nicht bedeutet, dass nicht jedes Kind auch hin und wieder mal etwas Neues bekommt. Denn ja, ich mag schöne Dinge. Maß halten ist mein Motto.

Wir werfen nicht alle Plastikdinge panisch weg
Meine Kinder lieben Lego. Vieles stammt noch von André und mir. Und eine große Kiste bleibt auch garantiert auf dem Dachboden – für eventuelle Enkelkinder. Holzspielzeug ist auch schön, ersetzt aber nicht alles Plastikspielzeug. Finde ich. Genauso mache ich es mit Brotdosen, Seifenspender, Shampoos.

Wir trennen Müll
Für mich logisch: Die Natur funktioniert im Kreislauf. Wir Menschen sollten das mit unseren Ressourcen auch. Sprich: Wir nutzen etwas, werfen es weg und daraus entsteht neues. Funktioniert, wenn wir vernünftig trennen. Auch wenn es anstrengend wird: Wenn nach Partys der ganze Abfall in einem Beutel landet und ich ihn per Hand auseinander sortiere. Oder ich das Altpapier ewig herumfahre, weil die Tonne voll ist.

Wir essen möglichst regional und saisonal
Für mich, ich betone, für mich macht es mehr Sinn die normale Gurke zu kaufen, als die eingeschweißte Biogurke aus Spanien. Und diese ganzen veganen Wurst- und Käsealternativen sind mir ehrlich gesagt viel unheimlicher als ab und zu eine Scheibe Biosalami, die meine Kinder lieben. Und ja, ich esse gern Butter. Dafür habe ich noch nie, wirklich noch nie Quetschies, eingeschweißte Minisalamis, Käsestreifen mit bunten Bildern für die Brotdosen gekauft. Absolut okay, wenn andere das machen. Dafür essen die vielleicht keine Butter. Jeder da, wo er kann.

Wir bemühen uns wenig zu kaufen
Ein neues Kleid für die Buchmesse? Hab ich lange drüber nachgedacht. Hätte mich vielleicht besser gefühlt auf den Insta-Fotos. Ich habe dann keins gekauft. Musste einfach nicht sein. Mein alter Blazer gibt vielleicht nicht so viele Likes – egal. Dennoch werde ich ganz sicher hin und wieder mal etwas bei Zara bestellen. Möglichst selten eben.

Wir reparieren
Unsere Esszimmerstühle sehen aus der Nähe schlimm aus, wir haben sie schon ein Dutzend mal geleimt. Trotzdem gehen sie irgendwie noch. Ist irgendwie langweilig. Ist aber so. Was ich gut fände: Ein Unterrichtsfach namens „Reparieren“ in den Schulen. Egal ob stopfen, flicken, leimen – alles, bloß nicht wegwerfen.

Wir pflücken unsere Deko vor der Tür
Ich versuche wirklich so wenig Deko wie möglich zu shoppen (obwohl die ganzen Deko-Läden auch für mich wahnsinnnig verführerisch sind.) Stattdessen wühle ich lieber mal im Schrank meiner Schwiegermutter, pflücke etwas im Garten oder sammle Deko im Wald. Wir haben ganz viel Vintage-Geschirr für mein Kochbuch gestylt – und ich liebe es.

Ich habe meine Bad-Boutique geschlossen
Ich brauche keine drei Wimperntuschen. Auch keine coole neue vegane Lotion. Im Bad kann ich super verzichten. Und mache es auch. Andere schaffen es dafür besser in der Küche. Oder im Kleiderschrank.

Und: Ich sage viele, viele Jobtermine ab
Es ist für mich eine Sache, ob ich mit meiner Familie in einen (Traum)-Urlaub fliege. Oder aber, ob ich für die Präsentation eines neuen Lippenstifts mal eben für zwei Stunden nach Paris jette. Auf erstes kann und mag ich nicht ganz verzichten. Auf zweites sehr wohl. Daher sage ich die allermeisten Presse-Einladungen dieser Art rigoros ab.

Ist es nicht viel nachhaltiger, wenn wir uns unterstützen und inspirieren, anstatt uns zu zerfleischen? Nicht bloß in Sachen Klima- auch in Sachen Wir-Schutz.

Oder seht ihr das alles ganz anders?

Alles Liebe,

43 Kommentar zu “Was wir für den Klimaschutz tun. Und warum Hysterie nichts bringt

  1. Lea on 18. Oktober 2019 at 08:57 geschrieben

    Wie so oft: Danke.

  2. Annie on 18. Oktober 2019 at 09:00 geschrieben

    Danke für diesen Beitrag.

    Hier wird auch viel geflickt und weitervererbt. Hätte auch keine Lust, den Jungs einmal in der Woche wegen kaputter Knie direkt ne neue Hose zu kaufen.

    Plastik, was da ist, verwende ich, bis es auseinander fällt.

    Fleisch essen wir kaum noch. Lustigerweise stellte mein 6-jähriger (Fleisch-Liebhaber) gestern Abend fest, dass es mittags in der Schule zuviel Fleisch gäbe… Bayern.

    Einkaufen am liebsten auf dem Markt, für sechs Personen aber nicht alles machbar. Unverpackt wäre schön, aber dort komme ich nicht hin, das ich soviel bringe, wie wir bräuchten.

    Und was ist jetzt besser – das Bio-Gemüse in Plastik oder das unverpackte regionale?
    Ganz oft stehe ich vor der Frage, was ist jetzt für weniger schlechte Variante? Wo finde ich die Einordnung?

    Liebe Grüße an dich!

  3. Karin Wagner on 18. Oktober 2019 at 09:21 geschrieben

    Danke, du sprichst mir aus dem Herzen

  4. Katja on 18. Oktober 2019 at 09:34 geschrieben

    Liebe Claudi, wo hast du das mit dem Netflixen und den Flugreisen zu Games of Thrones-Drehorten gelesen? Danke und frohe Grüße

  5. Anna on 18. Oktober 2019 at 09:35 geschrieben

    Guten Morgen! Danke für die Worte, verrückt, dass man sagen muss, dass sie mutig sind, aber das sind sie und sie sprechen bestimmt vielen Menschen aus der Seele! Diese Diskussion hatte ich gerade am letzten Wochenende mit meinem Bruder. Ich (eigentlich ganz schön grün) war genervt, weil meine Nachbarin mich ameckerte, dass ich (hoch schwanger – noch zwei Wochen) meine Jungs nicht mit dem Backfiets in den Kindergarten brachten, sondern mit dem Auto. Ich war richtig wütend! Was kommt als nächstes? Am Abend ließ ich meinen ganzen Frust über die ganzen Instagrammer/ Blogger, die sich damit rüsten auf Fleisch zu verzichten, ja vegan leben, dabei aber Avocado und Soja zu Hauf futtern und zum Surfen nach Portugal fahren/fliegen, obwohl sie die Ostsee vor der Tür haben, raus! Nachhaltigkeit gut und schön, aber es solle doch bitte jeder vor seiner Tür kehrern und aufhören mit diesem Gemecker und der schlechten Stimmung und sowieso bringe ich meine Kinder in den Kindergarten wie ich will! So! Und dann sagte mein Bruder (eigentlich gar nicht so grün, aber mittlerweile eben auch Vater von zwei Kindern): ‚Das sehe ich anders. Vielleicht ist das die einzige Möglichkeit, sich immer wieder gegenseitig ermahnen, auf die Fehler hinweisen und damit für schlechte Stimmung sorgen. Mit Respekt und höflich, aber unermüdlich! Wie willst du deinen Kindern das sonst in 20 Jahren erklären?‘ Ich ging erstmal an die Decke, weil ich mich Mal wieder ertappt fühlte. Aber ich muss immer wieder an diese Worte denken. Ich bin auch für einen realistischen Umgang mit dem Ganzen und Plastikdosen wegzuschmeißen, damit man Avocado in hippe Metalldosen stecken kann ist der absolute Irrsinn, aber ich glaube, dass wir unseren Kindern keinen Gefallen damit tun, wenn wir ihnen die Welt zeigen und sie damit Stück für Stück zerstören. Vielleicht ist das aber auch ganz falsch und unsere Kinder wissen die Erde nur dann richtig zu schätzen, wenn wir ihnen ihre Schönheit zeigen und das nicht nur regional mit der Bahn erledigen. Das Thema ist ein schwieriges, weil wir anders als bei einem neuen Erziehungstrend nicht einfach sagen können, find ich blöd, mache ich nicht mit. Und genau das merkt man in deinem Artikel, das Thema nervt, weil wir es einfach nicht loswerden können. Das frustriert so sehr und macht mutlos. Ich glaube also, dass es eben doch wichtig ist, dass wir uns immer wieder höflich und respektvoll auf Sachen hinweisen. Vielleicht wie eine liebevolle Mutter, die den Kindern immer wieder sagt, dass sie nur mit Jacke in den Schnee dürfen, weil sie sonst eine Lungenentzündung bekommen!?

  6. Gabriele Ostler on 18. Oktober 2019 at 09:57 geschrieben

    So underbar und wahr was du geschrieben hast – wie so oft… liebst Grüße

  7. Irene on 18. Oktober 2019 at 10:05 geschrieben

    Danke für diesen Artikel und danke dafür, dass Du so authentisch schreibst. Ich habe schon angefangen, Dir zu folgen als ich noch keine Kinder hatte 😉 und Artikel wie dieser bestärken mich darin.

  8. Liebe Claudi,
    das hast du mal wieder sehr schön geschrieben, danke!
    Ich habe auch Angst, dass Klimaschutz und Nachhaltigkeit den Menschen bald auf den Keks geht, dass es keiner mehr hören kann.
    Was mich wirklich auf die Palme bringt, ist das Wegwerfen von alten Plastikdingen, um sie durch neue, nachhaltigere zu ersetzen. Eben die Brotdosen, die Eisförmchen (du weißt schon, es gibt wirklich hübsche aus Metall, die immer alle auf Instagram haben, in die man den Holzstil reinsteckt und dann ein tolles Eis hat. Hätte ich auch gern, aber unsere alten aus Plastik sind noch prima!). Auch absurd: der minimalistische Kleiderschrank, für den Dinge weggeworfen werden und durch neue ersetzt, die alle prima zusammenpassen… Wir haben hier auch viel altes Lego und Playmobil von meinem Mann und mir. Ich käme gar nicht darauf, es wegzuwerfen. Ich habe noch so viele alte Kleider, die mir zum Glück noch immer passen. Manche mit Loch, ja, aber wer sieht das schon im Atelier, im Wald und hier im Dorf – und wen außer mir sollte das stören? Albern, all die Selfies auf den Freitagsdemos. Wie du sagst, Klimaschutz ist nicht laut. Wobei ich die Jugendlichen verstehen kann und auch denke ich, dass sie es Ernst meinen, dass es ihnen wichtig ist. Ich finde es immer wieder beeindruckend, was meine Schulkinder schon alles wissen und beachten. Und ja, es wäre schön, wenn jeder macht, was er kann, denn ich denke, da kommt doch einiges zusammen. Wenn man nicht denkt, wieso sollte ich das machen, wenn all die anderen und v.a. die Menschen in anderen Ländern sich nicht darum kümmern. Ich ernähre mich seit über 3 Jahren vegan, der Rest der Familie vegetarisch, wir haben eine Scheitholzheizung, Solarthermie, kaufen im Bioladen ein und haben einen Gemüsegarten. Eigentlich fahren wir nur einmal im Jahr in Urlaub, mit dem Auto. Leider muss man Mann aber dienstlich sehr oft und sehr weit fliegen, aber daran kann er nichts ändern. Und Klamotten, ja, davon haben die Kinder reichlich, aber das gehört bei uns ja einfach dazu…
    Ganz liebe Grüße!
    Meike

  9. Liebe Claudi,
    danke dafür! Mein Mann sagt es tatsächlich mittlerweile sehr oft, dass ich ihn mit dem Thema nerve … er kann es schon nicht mehr hören … und ja, genau das passiert, wenn man sich (und andere) so stresst. Dabei sind wir drei hier (für meinen Geschmack) schon auf einem sehr guten Weg. Doch dieses schlechte Gewissen, das man bekommt, wenn man eine von zehn Sachen dann doch nicht „richtig“ macht, ist so unnötig. Gestern hab ich nach Monaten nachgeben, als die Lütte einen Quetschie haben wollte. Und hab ihr direkt lang und breit erklärt, warum das eine absolute Ausnahme ist … draußen vor der Tür guckte eine andere Mutter ganz entsetzt … oder hab ich mir das nur eingebildet? Das ist doch schrecklich.
    Oder: wir sind noch niemals in den Urlaub geflogen. Aber werden es hoffentlich mal machen. Ja! Denn es gibt so viele wunderbare Orte auf unserem Planeten, von denen ich mir gern den einen oder anderen ansehen würde. Kanada zum Beispiel. Und nicht, weil dort Verwandte leben oder so … einfach weil es mich seit Jahren begeistert.
    Ja, ich finde auch, dass jeder dringend was ändern sollte, damit unsere Enkelkinder auch noch auf diesem Planeten leben können … auch Dinge, die zunächst schwerfallen. Ich finde aber auch, dass wir bei all dem Überleben-Wollen nicht das Leben vergessen sollten.
    Ganz liebe Grüße
    Dorthe

  10. Eva on 18. Oktober 2019 at 11:21 geschrieben

    Natürlich ist es wichtig, dass wir klein anfangen aber laut zu sein ist ebenso wichtig…wir brauchen andere Politik…wir als individuelle Verbraucher können das nicht richten. Aber um der Politik zu zeigen, dass eine Mehrheit der Menschen bereit ist für eine andere Politik, müssen wir eben drüber reden und auch Mal streiten. Sich gegenseitig vorzuhalten was man tut oder nicht tut ist Quatsch aber genauso Quatsch ist es sich selber gewisse Entscheidungen schön zu reden. Wir können in einer klimafeindlichen Gesellschaft nicht komplett klimafreundlich leben. Aber genau das können wir deutlich machen. Also wenn du nach Portugal fliegst, das thematisieren und zum Beispiel wenigstens mit Atmosfair ausgleichen und das auch thematisieren. Und genervt sein,sorry, kann nie eine Ausrede sein…ja das Thema nervt…aber es wird nicht weggehen nur weil wir genervt sind. Statt uns gegenseitig zu nerven,sollten wir unsere Energie nutzen und zusammen eine Vision entwickeln, für die wir dann auch Lust haben zu kämpfen und uns einzuschränken: eine lebenswerte Welt für unsere Kinder. Das ist das gemeinsame Ziel. Wenn man sich genervt fühlt, sich daran erinnern und auch daran, dass wir alle in einem Boot sitzen. Und dann gemeinsam Laut sein!!!! Und dafür sind Demos und Petitionen und auch Instagram Posts da!!!!

  11. Gis on 18. Oktober 2019 at 11:29 geschrieben

    Danke für Deinen differenzierten Artikel. Wir versuchen auch nachhaltig zu leben, aber ohne uns zu verbiegen. Wir überlegen gut, was wir brauchen, kaufen gebrauchte Dinge aus Überzeugung, auch wenn das bedeutet, dass nicht immer alles gleich besorgt werden kann. Wir warten, bis uns bspw. das richtige Möbelstück über den Weg läuft. Der dauernde Konsumwunsch ist, glaube ich, unser größtes Problem beim Nachhaltigkeitsthema. Funktionierende Dinge durch neue zu ersetzen, ist so ziemlich das dümmste, was man machen kann. Ansonsten plädiere auch ich für Pragmatismus – jeder sollte tun, was für ihn möglich ist und das heißt ja auch nicht, dass sich das nicht steigern kann. Wir brauchen bspw. derzeit noch zwei Autos, aber wir hoffen sehr, dass wir, wenn die Kinder größer sind und wir nicht mehr so eng an Abholzeiten gebunden sind, nur noch eins brauchen werden.
    Ich glaube, wir sollten uns gegenseitig Mut machen, Anregungen geben, aber nicht mit dem Finger aufeinander zeigen.
    Liebe Grüße
    Gis

  12. Annika on 18. Oktober 2019 at 12:14 geschrieben

    Mal wieder auf den Punkt gebracht! Vielen Dank!

  13. Christiane on 18. Oktober 2019 at 12:26 geschrieben

    Du sprichst es aus, wie wir auch leben!
    Die Geschichte mit dem Fliegen ist halt echt so ne Sache. Als Influencer viel zu fliegen, lässt unreflektierte Menschen denken: „die machen das auch, also lasse ich es mir nicht verbieten…“ Es gibt Berichte darüber, was für einen immensen Einfluss Insta auf das Verhalten der Menschen hat.
    Die Differenzierung sollte aber da sein. Ich denke man muss nicht auf eine Flugreise verzichten, könnte aber kompensieren.
    Die Häufigkeit dieser Art der Fortbewegung spielt eine Rolle.
    Wie vorher eine Frau geschrieben hat, ich kann nicht Achtsamkeit, Nachhaltigkeit propagieren, wenn ich in der Ostsee vor der Nase surfen kann, und dennoch zeige, dass ich jedes Jahr nach xy fliege. Die Schlussfolgerung ist, dass das Profil Unglaubwürdig wird, wenn man das eine sagt und das andere tut. Die Diskrepanz ist zu groß.
    Bei Deinem Profil ist es nicht explizit so. Das ist der Unterschied!

  14. Biene on 18. Oktober 2019 at 13:30 geschrieben

    Liebe Claudi,
    Du hast das ganze sehr treffend formuliert! Mehr Akzeptanz und Respekt untereinander würde unserem Planeten und uns sehr guttun!
    Ich wünsche ein schönes Wochenende!
    Liebe Grüße Biene

  15. Rahel on 18. Oktober 2019 at 13:41 geschrieben

    Ach ja Claudia! Das nervt echt unendlich, diese ständige Gemotze und Geläster… Ich hab mich so mit euch gefreut, über euren tollen Portugal Urlaub. Und mit den Jungs zu fliegen war sicher ein ( sehr seltenes ) besonderes Abenteuer! Jeder schaut bei sich und guckt wo er/ sie etwas verändern kann. Sich gegenseitig zu unterstützen wär echt super!

  16. Juliane on 18. Oktober 2019 at 14:24 geschrieben

    Liebe Claudi,

    wiedermal eine durchdachte und gesunde Einstellung. Deshalb mag ich auch deine Texte so und das, was du tust und wie ihr es als Familie es macht.

    Liebe Grüße, Juliane

  17. Nina on 18. Oktober 2019 at 14:55 geschrieben

    Eigentlich ist es doch gut, dass sich immer mehr deiner LeserInnen Gedanken um die Zukunft unserer Kinder machen und sich bewusst sind, welche unserer Verhaltens- und Konsumgewohnheiten den Klimawandel beschleunigen… Ich finde, das darf dann auch kritisch, aber freundlich geäußert werden. Letztendlich werden wir (leider) nicht drumherumkommen, unsere Gewohnheiten zu ändern, auch wenn das unbequem ist und nervt.
    Damit wir eine klare Richtschnur bei unseren Kaufentscheidungen haben ist es aber wichtig, dass wir für hohe CO 2 Emissionen auch entsprechend bezahlen müssen bzw. der „ökologische Rucksack“ von Produkten ersichtlich wird. Dann wäre z.B. Fliegen auch nicht mehr billiger als Bahn fahren, oder das regionale-saisonale Biogemüse nicht mehr teurer als das aus Spanien… Das muss politisch in die Wege geleitet werden und dafür gehe ich mit meinen Kindern zu den FFF Demos.

  18. Anika on 18. Oktober 2019 at 15:54 geschrieben

    Ich schließe mich dir an!!!

  19. Silke on 18. Oktober 2019 at 15:59 geschrieben

    Danke! Danke! Danke! Ich bin vollkommen bei Dir – auf ganzer Linie.

  20. Kerstin on 18. Oktober 2019 at 16:55 geschrieben

    Liebe Claudia,
    Danke für diesen tollen Artikel. Ich finde, wenn Bescheidenheit hip wäre und diese mediengetriebene ‚Haben-Wollen‘-Grundstimmung endlich abflaut, wäre schon viel erreicht. In meinen Augen ist z.B. Instragram der Bedürfnisschürer schlechthin. Denn wie Du sagst: auch nachhaltiger Konsum ist Konsum und oft unnötig. Sieht halt schicker aus. Macht sich im Stream besser.

    Zum Thema Medien und Klimawandel hier meines Erachtens ein guter Artikel, den ich gefunden habe, nachdem Du das Thema angesprochen hast:
    https://www.dw.com/de/co2-ausstoß-von-online-video-streaming-als-klima-killer/a-49469109
    Ich mache den Rechner jetzt aus und packe das Smartphone für heute weg. Denn was da drin steht, muss man erst mal sacken lassen. Und dann loslegen. Jeder für sich. Und falls angebracht andere freundlich und respektvoll darauf aufmerksam machen. Und für die meist tauben Politiker und Wirtschaftsbosse laut werden. Denn die stehen da vorne und müssen auch mitmachen und vorangehen, bis es auch der letzte kapiert und vor seiner Haustür kehrt.
    Auf viele weitere Hühnerbilder von hinterm Deich!
    Liebe Grüße, Kerstin

  21. Mieke on 19. Oktober 2019 at 00:26 geschrieben

    Liebe Claudia,
    der „Stein des Anstosses“ war vermutlich nicht Eure private Urlaubsreise, sondern die (scheinbare) Sorglosigkeit, mit der Du Werbung für diese Reise machst. Die Wissenschaft sagt leider fast einstimmig, dass die Zeit der vielen kleinen Schritte vorbei ist und eine Flugreise ist nun leider das klimaschädlichste, was eine Einzelperson überhaupt tun kann. Die nach Portugal und zurück entspricht für eine einzige Person etwa dem Verbrauch von ca. 50.000 Plastiktüten. Bei Impfempfehlungen glauben die meisten von uns der Wissenschaft doch auch und sorgen dafür, dass unsere Kinder in der Zukunft vor möglichem Unheil geschützt sind. Warum ist das beim Klimaschutz so anders? Flugreisen sind (bisher noch) ein Privileg weniger Menschen dieser Welt – jedoch mit überproportionalem Schaden für die Zukunft unserer Kinder und die vom Klimawandel jetzt schon stark betroffenen Länder. Werbung sorgt einfach dafür, dass der Anteil der fliegenden Menschen weiter wachsen wird, so wie er auch in den letzten Jahren schon rasant gewachsen ist. Was genau wollen wir unseren Kindern eigentlich später erzählen? Dass wir manchmal auf Wegwerfbecher und Plastiktüten verzichtet haben, aber dass uns das Thema dann schliesslich genervt hat? Wir reisen übrigens ebenfalls viel und gerne, unsere Kinder lieben Nachtzüge…

    • Anna on 21. Oktober 2019 at 18:06 geschrieben

      Liebe Mieke und natürlich liebe Claudia,

      ich finde deinen Kommentar, Mieke, sehr wichtig und richtig und wollte in Bezug auf die Flugreise nach Portugal etwas Ähnliches schreiben. Ob wir nun gerne in die Ferne reisen oder nicht – wir können und dürfen es uns einfach nicht mehr leisten. Ja, genau, was wollen wir unseren Kindern denn einmal sagen? Dass die Erde leider kaputt und es hier nicht mehr lebenswert ist, weil wir nicht verzichten wollten? Wir rasen gerade mit Höchstgeschwindigkeit auf eine Mauer zu und keiner mag so richtig bremsen. Unsere Kinder werden das später merken als andere Kinder in weniger privilegierten Ländern – dort leiden und sterben die Menschen schon jetzt an der Maßlosigkeit einiger weniger. Natürlich geht es nicht, Einzelpersonen die Rettung der Erde bzw. die Begrenzung des Schadens aufzubürden. Auch wenn einige viel tun und manche so viel sie können (und viele leider gar nichts – der CO2-Ausstoß weltweit steigt weiter, die Passagierzahlen für Flüge ebenso, der Plastikverbrauch auch und leider wird dann am Ende ziemlich wenig tatsächlich recycelt), die Politik muss endlich handeln. Und damit sie es tut, müssen wir noch lange und sehr laut demonstrieren – und natürlich weiterhin so nachhaltig und klimafreundlich leben, wie es geht.

  22. Anja on 19. Oktober 2019 at 08:15 geschrieben

    Hallo du Liebe. Dein Post spricht mir aus dem Herzen! Und ich finde die Idee mit einem schulfach reparieren von Klamotten, Möbeln usw. Super. Ich bin selbst Schneiderin u gebe einmal im Jahr!(leider nur) für Schüler einer haushaltsklasse flickunterricht weil es die Lehrerin nicht kann. Ich flicke gerne und sehr gut und sehr viel. Mein Tip. Einfach mal machen…könnte ja gut werden!!!

  23. Vera Krampitz on 19. Oktober 2019 at 09:02 geschrieben

    Der beste Deiner Sätze, der bei mir hängengeblienen ist: Ein Unterrichtsfach namens „Reparieren“ in den Schulen. Egal ob stopfen, flicken, leimen – alles, bloß nicht wegwerfen. wie so vieles, was ich mir für Schüler wünsche: Achtsamkeit lernen, und Gebärdensprache.

  24. Margot on 19. Oktober 2019 at 09:59 geschrieben

    Liebe Claudi,
    vielen Dank für diesen Bericht. Ich denke auch, das Wichtigste ist, dass man sich bewußt macht, was man tut. Also selber denkt! und nicht bloß „einer Herde hinterherlaufen“.
    Als das ganze so aufkam hatte ich mit meinen Kindern auch eine Diskussion über die Vesperdosen. Und ja, wenn man diese schon jahrelang benutzt hat, sähe was neues auch mal schön aus. Ich habe ihnen dann erklärt – und sie waren sich letztendlich auch mit mir einig – dass es „der Umwelt jetzt auch nichts bringt“, wenn wir sie sofort wegschmeissen und durch etwas nachhaltigeres??? (wobei man das ja auch immer erstmal hinterfragen muss) ersetzen. Bei den – zugegeben wunderschönen – Kaffeebechern aus Bambus zum wiederverwenden ist ja inzwischen aus rausgekommen, dass da irgendwas mit dem Kleber oder so ist, wenn die heiß werden.
    Neulich habe ich mir eine neue Spülbürste gekauft, weil ich eine brauchte. Aus Nachhaltigkeitsgründen aus Holz (und weil der Smiley drauf so schön war). Zwei Wochen später habe ich meiner Familie erklärt, dass die nächste wieder aus Plastik sein wird, denn die stecke ich alle 1-2 Wochen mal mit in die Spülmaschine und dann ist sie wieder sauber. Die aus Holz werde ich nicht allzulange haben.
    Genauso hab ich mich „damals“ schon aufgeregt, als die Energiesparlampen aufgekommen sind, die doch tatsächlich weniger Strom brauchen. Aber: schon allein der Herstellungsprozess braucht wesentlich mehr Energie und Rohstoffe als die alten Strom. Und: wenn sie kaputt gehen, hat man nicht nur die Scherben, wie schon immer, sondern es ist auch noch richtig giftig.

    Was ist also wirklich besser? Eine sehr schwere Frage!
    Und einfach

    • Margot on 19. Oktober 2019 at 10:04 geschrieben

      Sorry, da hat sich zum Schluß noch ein halber Satz eingeschlichen, der so nicht hingehört.
      Viele Grüße, Margot

  25. Franzi on 19. Oktober 2019 at 17:11 geschrieben

    Ja es nervt halt, dass man/frau nicht perfekt ist, und darauf dann auch noch hingewiesen wird🤨🙂, keine ist perfekt. Und trotz schlechten Gewissens will man halt den tollen Urlaub, die chicen Klamotten, das Fleisch und so weiter. Menschlich eben. Ist auch leichter, zu kritisieren, als das eigene Verhalten zu ändern. Mein Sohn nervt jedesmal alle im Imbissladen, statt Döner Falafel oder Halloumi zu nehmen, aber wenn man Bock auf Fleisch hat ist die Reaktion genervt. Muss aber sagen, dass einige Sachen für mich echt nicht gehen und unter „ muss jeder selbst wissen“ verbucht werden können: jährliche Kreuzfahrten und Flugreisen. Das finde ich schon sehr ego. Ansonsten finde ich den Gedanken interessant, sich Klamotten zu kaufen wegen instagram😲. Da bin ich heilfroh, dass ich das nicht nutze!

  26. Sissi on 19. Oktober 2019 at 21:20 geschrieben

    Liebe Claudi,

    toller und Sinn stiftender Artikel!
    Jetzt wurde schon so viel dazu kommentiert und ich sehe es wie die meisten anderen auch: jeder sollte nach seinen Möglichkeiten so nachhaltig wie möglich leben. Bestimmte Sachen, wie Flugreisen, Fleisch, Klamotten, etc. müssten nur wieder ihren wahren Wert bekommen (so wie früher) und schon stellt sich ganz automatisch ein „nachhaltiges“ Verhalten ein. Wenn eine Kinderhose 50 € kostet, dann flickt man sie eben, anstatt schnell eine neue für 9,99 € zu kaufen. Und man kann sich auch „neue“ Kleider gebraucht kaufen…
    Verhaltensmuster zu ändern nervt immer und ist anstrengend, aber schon bald werden sie zur Routine und man denkt gar nicht mehr darüber nach, ob das eigene Verhalten nun nachhaltig ist, sondern es wird zur Selbstverständlichkeit.

  27. Annette on 20. Oktober 2019 at 08:20 geschrieben

    Du sprichst mir so aus dem Herzen. Danke!

  28. Liebe Claudia!
    Danke! Ich sehe es ganz genau so wie Du. Jeder da, wo er kann. Und wenn für die veganen Wurstersatzsachen, Soja angebaut und deswegen der Urwald abgeholzt wird, ist das sicherlich auch nicht die Lösung. Da gibt es (leider) viele Beispiele.
    Wenn jeder bei sich anfängt, können wir hoffentlich was bewirken.
    LG Rike

    • Judith on 24. Oktober 2019 at 19:22 geschrieben

      Hallo,
      ich finde den Ansatz „jeder da, wo er kann“ auch toll. Deswegen ist es umso trauriger, wenn in den nächsten Sätzen gleich wieder eine Art zu leben schlecht gemacht wird. Bei zur Schlachtung bestimmten Tieren wird so viel mehr Soja als Futter verbraucht als bei der Tofuproduktion. Lasst die Leute doch ihre Ersatzprodukte essen, das ist höchstens ungesund wenn man es übertreibt, aber keine Umweltsünde.

      Viele kleine Leute in vielen kleinen Orten die viele kleine Dinge tun… und nicht frustrieren lassen :).

      Noch einen tollen Herbst!
      Judith

  29. Miriam on 20. Oktober 2019 at 11:05 geschrieben

    Wenn jeder tatsächlich sein Bestes täte, wäre wirklich schon viel geholfen. Die Frage ist nur, was heisst “sein Bestes tun”? Bei uns sieht es inzwischen so aus (vieles war schon immer so, anderes haben wir in den letzten Jahren bewusst verändert):
    Wir haben kein Auto (bei Bedarf Mietauto, ca. 3 x im Jahr) und wir fliegen privat seit Jahren nicht mehr. Wir reisen gern, aber mit dem Zug, oft auch Nachtzug. Auch Dienstreisen wenn irgend möglich mit Zug, auch solche Distanzen wie Zürich-Stockholm. Wir nutzen nur Ökostrom und heizen seit kurzem mit Erdwärme (haben das Glück, darüber selber entscheiden zu können). Einkaufen tun wir meist auf dem Markt mit eigenen Behältern oder im Unverpacktladen, der zum Glück nicht weit entfernt ist. Obst und Gemüse bis auf wenige Ausnahmen saisonal. Palmöl-Produkte meiden wir komplett, das geht gut, auch weil wir viel selber machen (Kekse, Fruchtriegel, Brot, Joghurt, aber auch solche Sachen wie Deo, Waschmittel, Putzmittel etc.). Wenn man einmal die Rezepte gefunden hat, die für einen gut passen, braucht das viel weniger Zeit als man sich vorher so vorstellt. Wir haben einen kleinen Garten und darin ein sehr ergiebiges Hochbeet, das uns im Sommer mit Gemüse versorgt. Bei Kleidung achten wir darauf, dass sie aus Baumwolle oder Wolle ist (auch wegen Mikroplastik beim Waschen von Kleidung mit synthetischem Anteil). Brauchen wir etwas Neues, schauen wir erst einmal, ob es eine sinnvolle Second-Hand Option gibt. Die Kinderkleidung ist fast nur Second-Hand oder selbstgenäht. Unsere Handys sind schon viele Jahre alt. Fleisch gibt es so alle 1-2 Wochen. Wegwerfprodukte nutzen wir gar nicht mehr, stattdessen z.B. Stofftaschentücher und Stoffwindeln für unseren Jüngsten.
    Das alles mag für andere extrem klingen, für uns und auch für unsere Kinder ist es normal und wir fühlen uns sehr wohl damit. Das meiste könnten wir uns nicht mehr anders vorstellen.
    Wir haben drei Kinder und allein deswegen versuchen wir, so zu leben, dass zumindest wir als Familie die Erde nicht zum Negativen verändern. Wie geht der Spruch noch: Mögen wir auch nur ein kleiner Tropfen im weiten Meer sein, zumindest soll unser Tropfen aus klarem sauberen Wasser sein.

  30. Danke, für diese klaren wahren Worte!!!!!

  31. Coco M. on 20. Oktober 2019 at 14:18 geschrieben

    Liebe Claudi,

    ja, das mit dem „Finger auf Andere zeigen“, anstelle „zu Ende denken“ klappt in Deutschland meist super😉.

    Auch wir haben noch die bekannten Plastikschüsseln und Dosen ( die, die noch nie Weichmacher abgegeben haben, soviel leichter zu tragen sind und lebenslange Garantie geben😂😂).

    Wir haben, die welche von den Kindern verloren wurden durch Metall ersetzt ( super schön und super schwer), so schwer dass ich später vermutlich hören werde “ du hast zwar kein Plastik verwendet, dafür habe ich Rückenorobleme!“😉

    Wir haben seit 30 Jahren Stoffservietten, seit 5 Jahren genähte Kosmetikpads, verwenden Bienenwachstücher, bevor iegendjemand das „Hipp“ gemacht hat und ich trage Klamotten und Schuhe bis die völlig am Ende sind!

    Wir bekommen immer sehr viel Geld von unserem Stromlieferanten zurück, weil wir Vier deutlich weniger Strom als der Durchschnitt verbrauchen und weniger Wasser auch. Mann muss nicht jeden Tag ewig duschen!

    Wir mussten unser altes, funtionierendes Auto, wegen Dieselfahrverbot ersetzten und haben (boah wie übel) einen SUV gekauft, nicht weil wir so cool sind, nein unsere Tochter ist 1.80 M. groß und hat schlicht in keinem anderen Auto vernünftig Platz gehabt, bevor man über andere Motzt oder urteilt, sollte man vielleicht mal fragen warum jemand so ein Auto kauft.
    Übrigends braucht das Auto deutlich weniger Benzin als vieke andere und NICHT MEHR als ein anderes Auto!!

    Wir alle haben Verantwortung für mehr Nachhaltigkeit. Aber jeder im Rahmen seiner persönlichen Möglichkeiten! Und wir alle brauchen vor allem eines: mehr Respekt und Akzeptanz für andere.

    Ich bin seit 42 Jahren Vegetarier und ich habe null Problem damit wenn andere Fleisch essen!

    Wir alle können davon ausgehen, dass das Thema Nachhaltigkeit, bei allen angekommen ist! Und es hat sich viel getan und es tut sich noch viel!

    Anstelle andere zu Verurteilen, sollten wir unsere Energie in unsere eigenen Möglichkeiten stecken, schon wäre viel gewonnen!

    Liebe Grüße

    Coco

  32. Elena Hielscher on 20. Oktober 2019 at 18:03 geschrieben

    Ich sehe es ganz genauso. Danke! Du sprichst mir aus dem Herz, ( wie so oft in deinen Artikeln). Ich finde den zwischenmenschlichen Umgang in letzter Zeit oft besorgniserregend. Aggressiv und respektlos mit dem Argument, Streiter für Umwelt und Klima zu sein.

  33. Nadine on 21. Oktober 2019 at 07:45 geschrieben

    Toller Artikel, Danke !
    Ich stimme dir in allen Punkten zu –
    Mein Credo: Leben und leben lassen !
    Statt andere zu kritisieren sollte jeder vor seiner eigenen Türe kehren 😉

    Viele Grüße,
    Nadine

  34. Hi,

    ich stimme dir zu. Ich sehe es immer wieder in Post zum Thema Umweltschutz, bei dem sich die Kommentatoren gegenseitig zerreisen und von einem Extrem zum anderen pendeln.
    Wir machen es ähnlich wie du. Wir kaufen unsere Produkte von regionalen Anbietern. Hier in der Gegend gibt es auch ein paar Bauern, die ihre Waren direkt an der Straße anbieten. Dort können dann Kartoffeln und Eier direkt bezogen werden.

    Grüße,
    Markus

  35. Franziska on 21. Oktober 2019 at 13:04 geschrieben

    Naja, die Tiere, die für Fleisch gemästet werden, fressen ja auch Soja, und zwar viel mehr, als wenn man Soja direkt ist. Dieses Argument ist wirklich Quark! Pflanzliche Ernährung verbraucht so viel weniger an Ressourcen. Regional macht aber natürlich immer mehr Sinn.

  36. Antonia on 21. Oktober 2019 at 20:35 geschrieben

    Danke für deine Worte. Du hast so recht, aber nur Du kannst es so trefflich formulieren.

  37. Lisa on 21. Oktober 2019 at 21:56 geschrieben

    Danke Anna, das sehe ich auch so! Klar, meckern und rumstressen ist nicht Lösung, aber „jeder so, wie er kann und mag (!)“ wird einfach nicht ausreichen! Dazu sind wir Menschen zu bequem, zu sehr an unseren Überfluss-Wohlstand gewöhnt. Es wir ungemütlich, so oder so!

  38. Mieke on 30. Oktober 2019 at 11:59 geschrieben

    Da Du, liebe Claudia, das Thema in den Stories noch einmal aufgreifst, hier noch ein weiterer Kommentar… Auf Instagram ist es häufig tatsächich so, dass sachliche Kritik an Werbung mit klimaschädlichem Sujet schnellstmöglich vom Profilinhaber einfach gelöscht wird. Dir ein grosses Dankeschön, dass Du auf die Kritik eingehst und die Diskussion hier sogar noch fortführst!

  39. Sharon on 30. Oktober 2019 at 12:21 geschrieben

    Ein „Herz“ für dich 😉

    Erstmal sei gesagt: Das Flugzeug wäre bestimmt auch ohne euch gestartet oder?

    Ich habe tatsächlich sehr viel Plastik-Zeug aussortiert, aber nur, weil die Sachen schon teilweise 10 Jahre alt waren und das war mir igrgendwie nicht mehr so geheuer.

    Was Klamotten angeht shoppe ich gerne für mich und die Mädels bei ubup.com gebraucht und gehe auch in Secondhand-Kleidungsgeschäfte. Dort findet man auch ab und zu ein paar Schätzchen.

    Was die Ernährung angeht: (Achtung bin Fachberaterin für Jugend-, Kinder- und Säuglingsernährung)
    Ich bin total deiner Meinung, Kinder sollten eigentlich auch garnicht nur vegan esse, weil es ihnen auf Grund des entstehenden Nährstoffmangels einfach schaden kann. Viele die blauäugig zu Veganern werden sollten sich vorher gut informieren, was das bedeutet und was man Essen muss, um seinen Nährstoffbedarf abzudecken.

    Zu guter Letzt möchte ich noch ganz mutig fragen, ob du evtl. Interesse an einen Interview mit oder einem Gastartikel von mir hättest bzgl. Ernährung bei Kindern, einschließlich warum Bewegung so wichtig ist oder warum Süßigkeiten nicht in die Brotdose gehören?
    Ich würde mich über eine Rückmeldung freuen

    Liebe Grüße
    Sharon

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