Was mir gerade so durch den Kopf geht…

Mai
29/19

Es ist wieder Ranzen-Rummel. Überall sausen sie um einen herum, in Katalogen, Läden, Netz, blinken, schreien einen an. Alle Schulanfänger-Familien um uns herum haben längst einen gekauft. Bloß wir nicht. Warum nicht? Es waren immer andere Dinge noch wichtiger. Und dann: Kaufe ich meinem Sohn jetzt den knallpinken Ranzen, den er gern hätte, oder überrede ich ihn zu einem gemäßigten (um ihn vor blöden Sprüchen zu bewahren)?
2. Wie doof bin ich eigentlich, dass ich darüber überhaupt nachdenke und den pinken nicht einfach kaufe?

3. Ich habe immer noch wieder Albträume in Sachen Kochbuch. Ganz aktuell wieder: Wird mir jemand vorwerfen, ich hätte geklaut, weil ich bloß mal geguckt und das uralte Heidelbeerkuchenrezept meiner Oma Wilma ganz ähnlich bei Pinterest gefunden habe? Dabei hatte ich es gerade mühsam von ihrem uralten Knitterzettel abgeschrieben – einige Buchstaben waren bereits kaum mehr zu sehen (tippe auf Saure-Sahne-Flecken von ihrem Kuchen.)

4. Mein Trost: Hab noch viele Rezepte mehr gecheckt und zum Glück nichts gefunden.

5. Überhaupt: Kann ich bitte nicht einfach mal mein Ding machen? Also zum Beispiel jetzt gerade schreiben, schreiben, schreiben, statt immer links und rechts zu gucken, wer was noch besser macht? Mehr schafft? Besser aussieht? Geputzere Fenster hat (ähm, oder überhaupt geputzte?) Gibt es bitte irgendwo Mama-Scheuklappen? Warum hat die eigentlich noch keiner erfunden, neben all dem unsinnen Mutter-Kind-Kram, der so erfunden wird….

6. Ich gehe wieder laufen. Zwei- bis dreimal die Woche, gleich morgens versuche ich es. Bin ich eigentlich die einzige, die dabei nicht in den Flow kommt und quietschvergügt herumspringt? Mache es schon eine ganze Weile und jauchze nicht dabei. Denke an Grießbrei. Frage mich, wann der Jogg-Flow zurück kommt. Kommt er überhaupt nochmal?

7. Dankbarkeit: Wie verrückt ist das, wenn du mit all deiner Liebe und Leidenschaft ein Bilderbuch schreibst, gestern hier von „Schwups feiert Geburtstag“ bei uns im Shop erzählst und seither jede fünf Minuten mindestens eins verkauft wird. Ich glaub das nicht. Ich glaub, bald sind alle weg… Waaaaaahnsinn! Ganz ehrlich, so dämlich wie dieses Social Media Ding auch oft ist, es kann Träume wahr machen. Und das werde ich ihm nie vergessen. Und euch danke ich von ganzem Herzen für jeden einzelnen Kauf!

8. Mein Sohn schreibt übrigens aktuell am fünften Schwups-Band.

9. Ich habe es schon seit Wochen nicht mehr auf den Markt geschafft, weil dafür einfach ein Vormittag drauf ginge, den ich gerade am Schreibtisch brauche. Stattdessen habe ich schnell im Supermarkt eingekauft. Zuhause hätte ich tatsächlich weinen können, angesichts der etlichen, fußgroßen Plastikverpackungen, die aus meinem Korb und vor dort direkt in den Plastikmüll wanderten, weil ich unser Obst und Gemüse entweder packungsfrei in den Kühlschrank räume oder in die große Schale auf der Kücheninsel. Es piekste im Bauch, so schmerzlich bewusst wurde mir dieser Wahnsinn. Ich wollte so gern die Welt retten, als ich dort stand, zwischen Kühlschrank und Kücheninsel, mit einem Hartplastikeimer Blaubeeren in der einen Hand und einem Kind auf dem anderen Arm.

Dieser Verpackungswahnsinnsgedanke zerrte an mir wie ein wütendes Kind und ich war hin und hergerissen zwischen dem Wunsch, diesen Wüterich einfach genervt abzustreifen und mein Ding weiterzumachen. Oder ihn endlich mal in den Arm zu nehmen, mir Zeit für ihn zu nehmen. Mir Gedanken zu machen, was ich tun könnte, um diesen Wahnsinn zu beenden.

10. Ich habe tatsächlich das Gefühl, Umweltschutz kostet Zeit, viel Zeit, die ich gerade nicht habe. Ist das tatsächlich so? Könnte Blitztipps gebrauchen…

11. Nehme mir fest vor, gleich beim fixen Einkaufen im Supermarkt darauf zu achten, wenigstens die Hälfte weniger an Plastik anzuschleppen.

12. Möchte gern ganz schnell dieses kleine Buch über Feminismus lesen, dass Steffi so innig auf ihrem Blog heute empfiehlt und meinen Jungs daraus ganz viel mitgeben. „The knowledge of cooking does not come pre-installed in a vagina“ zitiert sie aus dem Buch. Stimmt! Die Farbe Pink übrigens auch nicht.

Und ihr heute so?

Alles Liebe,

23 Kommentar zu “Was mir gerade so durch den Kopf geht…

  1. Katharina on 29. Mai 2019 at 13:31 geschrieben

    Liebe Claudi

    Einer meiner Söhne wünschte sich vor ein paar Jahren pinke Sandalen. Ich habe ihn zu dunkelblau überredet und es ist eine der wenigen Entscheidungen, die ich tatsächlich bereue. Es ärgert mich im Nachhinein, dass ich vor blöden Kommentaren Angst hatte… Ich würde also unbedingt JA zu pinkem Schulranzen sagen, auch wenn ich Deine Überlegungen zu gut nachvollziehen kann. Wir erziehen unsere Söhne nun zweifarbig (pink und blau)…
    Und das Buch von Chimamanda Ngozi Adichie ist sowas von gut und auf den Punkt. Das muss man unbedingt lesen (dauert auch wirklich nicht lange) und zwar völlig egal ob man eine Tochter oder wie wir Söhne hat. Ich wünsche mir, dass meine Söhne ein gleichberechtigtes Leben leben.

    Vielen Dank für deinen schönen Text heute und gut, dass Du uns wieder teilhaben lässt. Ich lese nur 2 Blogs: Deinen und Steffis. Deiner hat die letzte Zeit gefehlt (auch wenn die Auszeit völlig nachvollziehbar und richtig für Dich war).

    Herzliche Grüsse
    Katharina

  2. Piepmatzhoch2 on 29. Mai 2019 at 14:18 geschrieben

    Liebe Claudi,
    du bringst es einmal mehr wieder auf den Punkt. Ich habe zwar kein Kochbuch oder Kinderbuch an dem ich schreibe, aber der Alltag trubelt trotzdem. Die Mama-Scheuklappen hätte ich auch gerne manchmal, v.a. im Social Media Bereich – einfach Mal abschalten, oder?
    Ich hasse Laufen, will mich aber auch unbedingt wieder bewegen, aber selbst bei anderen Sportaktivitäten fließen momentan keine Endorphine. Ich arbeite daran..
    Beim Thema Verpackung und Müllvermeidung bin ich am gleichen Punkt wie du. Es nervt mich und eigentlich müsste man drastische Konsequenzen ziehen… aber momentan geht es nur in kleinen Schritten.
    Vielen Dank für deine Gedankeneinblicke!
    Weiterhin viel Kraft und Freude beim Kochbuch-schreiben, -kochen und -probieren!
    Alles Liebe Nina

  3. Jana on 29. Mai 2019 at 15:18 geschrieben

    Einfach gut, Claudi! Das war das erste, was ich dachte, als ich deinen Blog-Post zuende gelesen hatte. Vorallem das Thema Plastik(Verpackung) ist bei mir zunehmend Thema, aber bislang nur im negativen Sinn. Es ist im buchstäblichen Sinne SCHWER, ein Leben mit weniger Plastik umzusetzen. Für mich würde das bedeuten, deutlich schwereres Gepäck mit zur Arbeit/auf den Spielplatz zu nehmen, ständig vorsichtig zu sein, wenn ich die Tasche auf den Boden stelle (es gibt wohl kaum etwas schlimmeres, als eine kaputte Glasflasche in der Tasche) oder nach der Arbeit deutlich längere Zeit mit dem Einkauf zu verbringen, weil ich auf dem Markt meistens nicht alles bekomme und dann doch noch in den Supermarkt muss. Von dem Chaos in den Markt-Tüten ganz zu schweigen. Denn weil ich die dort angebotenen Plastiktüten meistens ausschlage, landet alles durcheinander in meinen Jutebeuteln. Damit Banane und Himbeeren dabei keinen Schaden nehmen, heißt es dann wieder: Vorsicht beim Absetzen. Und das Ganze dann noch mit einem Baby auf dem Arm…!

    Ich habe das Gefühl, als würden Babys unsere Klimabilanz gewaltig nach unten ziehen. Dabei wollen wir doch gerade für sie die Welt etwas besser machen.

  4. Anni on 29. Mai 2019 at 19:10 geschrieben

    Hallo Claudi, was ich bei diesen Ranzendiskussionen genauso schlimm finde- warum muss es immer ein neuer sein? 230€ für etwas was im Schulhof auf dem Boden steht, Kungs spielen angeblich gerne damit Fußball.. viele verkaufen ihre nach 1,2 Jahren wieder oder weil dem Kind das Motiv nicht gefällt… 1x in der Badewanne geschrubbt- (Internet-tip war Spülmaschine) sieht er wie neu aus und dein Sohn hat mind 100-150€ auf dem Sparbuch für den Italientrip mit der 1. Freundin und du kannst ihm für kleines Geld den pinkfarbenen kaufen und wenn nötig in 2 Jahren den Drachen Ranzen 😉 und nachhaltiger ist es auch! Zum Müllwahnsinn- bei uns gibt es noch kleine Gemüseläden im Ortsteil, alles in Papiertüten oder Zeitung verpackt und in den Rucksack, zwar nicht alles direkt vom Erzeuger, aber viel weniger schlimm als Supermarkt. Und unser Edeka bietet inzwischen an, eigene Dosen mitbringen, es gibt sogar + Punkte dafür;)
    VG und ein schönes Wochenende und ungeputzte Fenster sind nicht schlimm, wenn man „mal nebenbei“ ganze Bücher schreibt! Ggf. Aufgabe fremdvergeben

  5. Rita on 29. Mai 2019 at 19:27 geschrieben

    Liebe Claudi,
    ich find’s super, dass du uns ehrlich am Müll-vermeiden Alltag teilhaben lässt, das beschäftigt mich auch. Bei manchen Sachen frag ich mich gerade: Brauch ich das jetzt wirklich? Und schaff es immer öfter, was fies verpacktes stehen zu lassen.
    Ganz liebe Grüße, viel Erfolg und gute Nerven
    Rita

  6. Dana on 29. Mai 2019 at 20:05 geschrieben

    Ich mag deine Gedanken. Das mit den Verpackungen scheint einem dabei manchmal übermannender als es tatsächlich ist. Erste Konsequenz hier: gut dann gibt es xy halt nicht, weil nur in Plastik zu kaufen.
    Vielleicht gibt’s ja auch ne regionale Abokiste bei euch umme Ecke?! Viele Grüße Dana

  7. Edith on 29. Mai 2019 at 20:06 geschrieben

    Liebe Claudia, ich Reihe mich bei einigen der Punkte fleißig mit ein – wir waren seit Wochen nicht mehr auf dem Markt hier, weil es den immer nur vormittags gibt und ich nicht mit 3 kleinen, aktiven Kindern meine Einkäufe abarbeiten kann. Das mag bei anderen funktionieren, bei uns nicht (Hallo Mama-Scheuklappen). Lass dich nicht zu sehr aus der Ruhe bringen, alles ist nur eine Phase. VG Edith

  8. Kathrin on 29. Mai 2019 at 22:33 geschrieben

    Mein allererster Kommentar hier 🤗 Aber das Verpackungsmülldings ist seit über 2 Jahren ein großes Herzensthema in unserer Familie… es ging mir anfangs so wie dir heute: Ärger, Fassungslosigkeit und auch Ohnmacht. Wir haben dann in kleinen Schritten begonnen (kein „unnötiges“ Zeug im Supermarkt kaufen; Demeter-Gemüsekiste im Wochenabo – die liefern auch Joghurt, Quark etc. im Glas; möglichst viel selber machen/kochen/backen…), um vom Plastik wegzukommen. Das ging, nach einer ersten Umstellung, besser als gedacht! Und es hat uns weiter geführt zu anderen Bereichen – es hat eine andere Lebenseinstellung begründet. Für unsere Kinder sind (fast) Zero waste, Fairtrade, etc. inzwischen selbstverständlich – und es ist toll, wenn sich immer mehr Familien in diese Richtung entwickeln 👍, denn die junge Generation hat ja schon verstanden: es gibt #noplanetb.
    Aber nochmal ganz praktisch: wenn es in eurer Nähe keinen Unverpackt-Laden gibt, kann ich dir den Lebensmittelversand von „Mein Müsli-Laden“ empfehlen, die verschicken klimaneutral in Papiersäcken (in superpraktischen Großpackungen!)…
    Und übrigens: ich mag deinen Blog sehr, vielen Dank dafür ☺
    Liebe Grüße,
    Kathrin

    • Andrea on 31. Mai 2019 at 07:37 geschrieben

      Hallo Kathrin,

      Beim „mein Müsli-Laden“ bestellen wir auch! 🙂
      LG Andrea

      • Nina on 31. Mai 2019 at 08:54 geschrieben

        Wir auch:-)! Und Körper-/Haarpflege bestellen wir im Rosenrot-Shop. Gemüse, Obst, Brot und Eier bekommen wir vom bio-hoflieferanten. Aufschnitt und Käse kann man in mitgebrachte Dosen legen lassen und in einigen Bioläden gibt es schon eine unverpackt-Theke. Seit letztem Sommer haben wir unseren Müll um ca 80% reduziert und es war eigentlich gar keine sooo große Umstellung. Im Gegenteil stellt dieser Einkaufs-Kompass für mich auch eine Erleichterung dar, weil die Auswahl an Produkten begrenzt wird und man sich nicht mehr dauernd entscheiden muss!
        Danke dass du dieses Thema ansprichst… ich lese deinen Blog sehr gerne!!!

  9. Kathrin on 30. Mai 2019 at 09:53 geschrieben

    Kleiner Nachtrag:
    Es gibt natürlich auch tolle Seiten mit wahnsinnig vielen Tipps und Ideen für ein plastik-müll-palmölfreies Leben. Schau doch mal bei smarticular.de oder bei utopia.de
    Viel Spaß beim Stöbern 😉
    Liebe Grüße, Kathrin

  10. Barbara on 30. Mai 2019 at 10:05 geschrieben

    Hallo liebe Claudi,
    Auch mein erster Kommentar hier. Ich glaube, es ist wie immer im Leben eine Entwicklung und da ist jeder kleine Schritt hilfreich. Zu den Mama-Scheuklappen finde ich wichtig sich klar zu machen, dass der Tag für alle nur 24 Stunden hat. Fensterputzen hat gerade keine Priorität, so what?
    Meine ersten Schritte zur Müllverringerung war ein Tipp von meine Sohn. Wenn ich etwas verpacktes kaufe, lasse ich die Umverpackung so weit es nur möglich ist im Geschäft. Mir ist schon klar, dass ich das Problem damit verlagere, aber wenn das viele machen besteht vielleicht die Möglichkeit, dass die Geschäfte weniger verpacken, damit sie weniger entsorgen müssen. Weiter hat mir geholfen. Dass ich in der Küche einen kleineren Blecheimer mit Deckel für den Organischen Abfall habe, damit kommt noch mehr in die Bio-Tonne, weil die Familie nicht für jede Apfelkitsche zum Eimer draußen läuft. Nur die Ruhe, es kommen auch wieder andere Zeiten. Wenn deine Kinder groß sind werden sie sich mit Sicherheit nicht an die Fenster erinnern, jedenfalls nicht als erstes.😉😁 liebe Grüße, Barbara

  11. Nina on 30. Mai 2019 at 11:18 geschrieben

    Liebe Claudi
    Soo toll wieder von dir „zu lesen“
    Interessante Themen die dir da durch den Kopf gehen.
    Ich bin auch oft etwas ratlos wenn der Sohnemann gern auch pinken Nagellack auf den Fingern möchte wie die Schwester. Eigentlich hab ich sie ihm dann immer gern lackiert doch seitdem er in den Kindergarten geht „schimpft“ mein Mann und warnt eben auch davor dass er bestimmt gehänselt wird. Gar nicht so leicht und ihm die Nägel nicht zu lackieren fühlt sich aber auch nicht richtig an, daher werden hier momentan eben niemandem die Nägel lackiert, auch mir nicht.
    Liebe Grüße

  12. Anna on 30. Mai 2019 at 14:32 geschrieben

    Liebe Claudi,
    ich kann deine Gedanken und Gefühle zum Verpackungswahnsinn so gut verstehen. Und erstmal ist es ja gut, dass du diese hast, denn vielen ist es offensichtlich egal. Ein Blitztipp ist bestimmt die Obst- und Gemüsekiste und alles andere kostet wirklich etwas Zeit. Ich bin da mittlerweile ziemlich kompromisslos, aber in der Stadt ist diese Kompromisslosigkeit bestimmt weniger schwierig als auf dem Land: Ich fahre einfach mit dem Rad zum Unverpackt-Laden und in den Bioladen.
    Aber ich kann mir das auch nicht mehr anders vorstellen, weil ich, wenn ich dieses viele Plastik sehe, sofort all die Schildkröten, Wale, Meeresvögel und Fische vor meinem innere Auge habe, die unseren Plastikmüll essen und daran sterben. Auch deshalb kann ich kein Fleisch und überhaupt nur ganz selten tierische Produkte essen: Ich sehe das Schwein, die Kuh, das Huhn. Sie alle wollen leben – ein gutes Leben. Vielleicht hilft das (auch wenn’s weh tut und vielleicht etwas brutal ist): Sich vorzustellen, was man tatsächlich mit seinem Konsum anrichtet.
    Sei lieb gegrüßt!
    Anna

  13. Betti on 30. Mai 2019 at 15:25 geschrieben

    Liebe Claudi

    Mir helfen Texte wie deine, meine selbstgebastelten Mama-Scheuklappen anzuziehen. Und ich schau mir keine „nur-die-eine-aufgeräumte-Ecke“ Bilder auf Insta an 🙂 denn die Ecke gibts bei uns leider nicht..dafür die gleichen Gedanken zur Farbwahl beim Söhnchen und zu den unmöglichen Plastikverpackungen.. Danke, dass du dieses (diesen?) Blog führst.. obwohl ich dich eigentlich nicht kenne, mag ich dich und deine Art dein Leben zu führen sehr. Liebe Grüsse
    P.s. Die Fenster sind nicht dreckig, sie sind mit Hundenasen bzw. Kinderhändenkunstwerken verziert!

    • Claudia on 3. Juni 2019 at 10:33 geschrieben

      Ach du, wie lieb! Und dein PS. made my day. So schön viel Kunst hier um mich herum.
      (Nicht bloß an den Fenstern, auch an den Wänden).
      Alles Liebe,
      Claudi

  14. Liebe Claudi,

    schön geschrieben!
    unser Junior (3) wünschte sich neulich einen Rock. Ich habe ihm gesagt, dass ich ihm gern einen nähe, wenn ich meine zwei aktuellen Projekte abgeschlossen habe.
    Ich handhabe es bei solchen Wünschen immer so, dass ich nach einigen Tagen nochmal nachhake und so herausfinde, ob es mehr als eine Laune ist. Ist das der Fall, dann bekommt er seinen Rock.
    Meine Tochter ist im Kindergarten ein 3/4 Jahr mit einem Samthaarreifen mit Minimausohren und Schleife herum gelaufen, den ich eigentlich für die Verkleidekiste gekauft hatte. Anschließend war ein halbes Jahr der Glitzerhaarreifen mit Krönchen bei ihr angesagt. So oft wurde sie nie wieder gefragt, ob sie Geburtstag hat 🙂
    Sie trug die Haarreifen aber mit einer riesigen Selbstsicherheit und erzählte jedem, der nach dem Geburtstag fragte, dass sie den Haarreifen einfach so trage.
    Sie hat dadurch eine große Selbstsicherheit gewonnen und ich weiß, dass sie sich wegen ihrer Anziehsachen niemals mobben lassen würde. Das freut mich und ich weiß nun, dass mein „Aussitzen“ ihres Kindergartenoutfits sie dabei unterstützt hat.
    Was die Minimierung des Verpackungsmülls angeht, so kann ich mich dem Kommentar von Kathrin nur anschließen und Dir ein Biokistenabo ans Herz legen.
    Es spart nicht nur unglaublich viel Verpackungen, sondern Dir auch einen großen Einkauf, wenn Du mehr als nur Obst und Gemüse bestellst.
    Wir bekommen außer Obst und Gemüse noch Eier, Milch und Joghurt (beides in Glaspfandflaschen), Käse und Brot.
    Man kann die Sachen wahlweise im Abo (dann bekommt man saisonal was da ist) oder auch Dinge wöchentlich buchen.
    Für Kleinkram, der fehlt, gehen wir auch schnell mal zum edeka. Der hat mittlerweile bei uns bestimmt 3/4 seines Obst- und Gemüseangebotes unverpackt und auch bei Fleisch, Käse und Wurst kann man sich die Produkte in die eigene Tupperdose (oä) geben lassen.
    Die Wochenendbrötchen lassen wir uns von Bäcker in einen Jutebeutel geben.
    So haben wir uns mit vergleichsweise geringem Aufwand von viel wöchentlichem Müll getrennt.
    Ich hoffe Di findest für euch auch eine Lösung, die keinen zusätzlichen Stress bedeutet!

    Liebe Grüße,
    Mareike

  15. Marie on 1. Juni 2019 at 19:50 geschrieben

    Liebe Claudi,
    ach die Farb“regeln“ für Jungs … ich bin selbst Mama eines bezaubernden Jungen. Und es ärgert mich fast immer ein wenig, dass man für Mädchen scheinbar jede Farbe wählen kann und die Kleinen das auch selbst dürfen, aber es bei Jungs da irgendwie Regeln gibt.
    Ich hatte mal diesen Artikel gelesen
    https://www.sueddeutsche.de/stil/gender-marketing-fuer-kinder-ich-will-rosa-1.1798253-2
    und mich wieder erinnert, dass ganz früher Pink die Farbe für Jungs war, auch wieder eine Genderregel, eine alte zwar, aber dieses Mädchenpinkdenken ist eben doch neuer als man denkt.
    Mein Junge mag alle Farbe und ich habe so die Vermutung, dass er sich wohl eine pinkfarbene Sonnenbrille zulegen will.
    Männer tragen auch immer wieder pinkfarbene Sachen, warum dann nicht Jungs auch?
    Vielleicht kann man ja auch den Ranzen noch etwas ausschmücken, noch individueller machen. Oder man nimmt eben einen pinkfarbenen Turnbeutel oder oder oder …
    liebe Grüße!
    Marie

    PS: Bin sehr aufgeregt mal einen Beitrag von dir zu kommentieren, mache ich sonst nicht und mag´s auch nicht so öffentlich, weil ich immer Sorge habe, dass irgendwas anders verstanden wird und dann gibt´s Ärger :).

  16. Carola on 1. Juni 2019 at 22:50 geschrieben

    Hallo Claudia,

    zum Thema Plastik: ich mache z.B. mein Putzmittel selbst: einfach Zitronensäure in eine Sprühflasche geben, mit Wasser auffüllen u noch einen Schuss Spülmittel dazu (bei smarticular.de entdeckt, da gibt’s ganz viele tolle Tipps). Statt Shampoo in Flaschen Shampoobits, Haarseife, oder Wascherde oder, oder, oder nehmen (oder einfach nix, siehe no-poo/warer only/sebum only), als Haarspülung Essigwasser und die Haarbürste aus Holz. Auch Zahnbürsten u Wattestäbchen gibt’s aus Bambus. Es gibt einfach viele Kleinigkeiten v.a. im Haushalt, die schon viel ausmachen…

  17. Friederike on 2. Juni 2019 at 21:46 geschrieben

    Hm, schwierig, das mit der Ranzenfrage…aber eigentlich trägt dein Junior doch auch keine Kleidung in Knallpink, oder? Auch wenn ich das Kategorisieren in Mädchen/Jungenfarben doof finde, finde ich Knallpink für einen Ranzen eh zu auffällig (auch für ein Mädchen). Auf die Farbe muss man schließlich ein paar Jahre (meistens ja 4) gucken und da habe ich bei meinen Mädels auch meine Überredungskünste gebraucht, um sie von einem neutralen Farbton zu überzeugen. Hat aber geklappt und beide haben es nie bereut, einen dunkelblauen und weinroten (die Farbe fände ich z.B. auch für einen Jungen super), schlichten Ranzen gehabt zuhaben. Passte zu jeder Jacke und war auch nicht vorzeitig modisch nicht mehr angesagt (vielen Kindern ist ja spätestens ab Klasse 3 der Drache/die Fee auf dem Ranzen eher peinlich…). Kauf ihm doch ein knallpinkes Sweatshirt oder die Schultüte in Poppigpink und einen schlichteren Ranzen, das wär doch ein Kompromiss… Bedenken muss man wirklich auch, dass abwertende Kommentare von Mitschülern (und die wird es wohl geben bei einem Jungen mit pinkem Schulranzen…auch wenn das nicht fair ist, die Realität ist eben so…)einen Erstklässler ganz schön verunsichern könnten und das würde ich meinem Kind dann doch ersparen…meine Jüngste möchte auch immer gern im Schlafanzug in den Kindergarten, aber auch da überzeuge ich sie ja auch, dass wir doch lieber etwas anziehen. Einfach weil ich als Erwachsener eher absehen kann, wie die Umwelt evtl. reagieren könnte ,-)

  18. Antje on 3. Juni 2019 at 14:47 geschrieben

    Ooohhh, der ganze Müll nach fast jedem Einkauf macht mir auch oft einen dicken Knoten im Bauch und lässt mich sich hilflos fühlen. Ich versuche, wann immer es geht, auf Plasitiktüten und Coffe-to-go zu verzichten (zumindestens wenn ich meinen Thermobecher nicht mithabe). Gehe Obst und Gemüse auf dem Markt kaufen, wann immer ich es schaffe. Aber für verschiedene Märkte/ Läden/ Fleischereien etc. fehlt mir leider doch die Zeit. Mich ärgert diese Verpackungswut insbesondere in der Lebensmittelindustrie wirklich wahnsinnig! Wir arbeiten nach und nach daran, Plastik-Müll zu vermeiden. Falls Du tolle Blitztipps kriegst, die nehme ich auch gerne. 😉
    Liebe Grüße und Danke für Dein tolles Blog 🙂

  19. Annie on 4. Juni 2019 at 08:54 geschrieben

    Schön, doch wieder zu lesen!

    Und finde mich gleich in deinen Gedanken wieder…

    Pink. Ja, mein Bald-Schulkind reiht sich auch ein in die „Mädchenfarbenliebhaber“. Der rosa Schulranzen der großen Schwester hätte ihm gut gefallen, ausgesucht hat er sich dann doch ein blaues Modell mit Rettungswagen. Und ich? War erleichtert. Die Hausschuhe im Kindergarten sind grau mit pinkem Wendepailettenherz. Er liebt sie, die Mädels sind neidisch, dumme Kommentare wurden in der Gruppe besprochen. Und ich dachte mir, im Kindergarten kann er ja noch, die kennen ihn. Kennen ihn auch mit Sachen der großen Schwester. Handschuhe, Mützen, Schals, alles schon rosa getragen.
    Für die Schultüte dann jetzt der Wunsch, Regenbogen mit Einhorn und pinker Tülle. Ich habe mit mir gerungen, und mich gleichzeitig über mich geärgert – was wird das für ein Start in die Schule (wollte zur Anmeldung auch nicht alleine mit Kindern und Lehrerin ins Klassenzimmer, immer und überall wieder klammernd in meinem Arm). Und alle, die ich gefragt haben, befürworteten die Schultüte. Wenn er sie doch so haben möchte. Und klar, hätte ich bei jedem anderen auch gesagt.
    Und dann sagt dieser Sohn zu mir, er wäre lieber ein Mädchen, dann müsste er nicht immer mädchenhaft sein. Das trifft es leider so sehr, und so gerne ich mich davon freimachen mochte, würde ich ihm gerne ersparen, dass andere ihn blöd angehen.
    So sehr ich mich bei den großen Geschwistern (200% Mädchen – nur rosa und Prinzessinnen bis 10, obwohl sie diejenige war, die in den ersten Jahren auf Fussball Plätzen war, Bälle kannte, bzw. 200% Junge – blau, grün, Fußball, Autos) gefragt habe, wo das so extrem herkommt, jetzt also das totale Gegenteil, und es macht’s auch nicht einfacher.

    Plastik. Ja, ich würde gerne unverpackt einkaufen. Gibt es hier aber nicht für mich im Alltag erreichbar. Nicht mit Bus und schwanger noch 10 Minuten laufen, so kann ich keinen Familiengroßeinkauf machen. Ich möchte die Welt retten und weiß nicht, wo anfangen. Jede Kleinigkeit zählt, aber was ist am Wichtigsten? Kein Plastik, kein Fleisch, kein Auto, was ist mit Industrie? Sollte ich meine Arbeit in Frage stellen?

  20. Uli on 4. Juni 2019 at 10:14 geschrieben

    Vielen Dank fürs teilhaben lassen!
    Das pink Problem haben wir hier übrigens auch, nur andersherum- unsere Tochter mag nur blau. Notfalls grün. Nie rosa oder pink… sie bekommt dauernd von den Kindern in der Kita Kommentare, dass sie nicht wie ein echtes Mädchen aussehen würde. Zum Glück nimmt sie es bisher nicht ernst.

    Und zum Müll: wir kaufen Großpackungen und teilen mit Freunden (Reis, Kartoffeln etc.) das nimmt den Müll nicht weg aber hilft. Und ich bin tatsächlich der Meinung dass es auch nicht furchtbar viel länger dauert wenn man auf den Markt geht. Und: Tüten, Verpackungen dabei haben!
    Wir nehmen zum Beispiel fürs Eis auf die Hand einen eigenen Becher und Löffel mit. (Mit Deckel dann suppt der Eisbecher später die Tasche nicht voll.
    Ich bin so froh, dass es ein Umdenken beginnt!!

    Übrigens- meine Eltern haben mit uns früher Müll Ausflüge gemacht. Als Kind hat das so viel Spaß gemacht!! Jedem eine Tüte und einen Handschuh und ab in den Wald! Wir waren so so stolz. Und ich habe nie das Gefühl gehabt Müll liegen lassen wäre eine Option.

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