Do it yourself – Erinnerungsbücher

Jun
20/14

Überall Bären. Plüschig und plautzig und irgendwie penetrant. Warum bitte denken die allermeisten Firmen dieser Welt, wo Kind rein soll muss Bär drauf? Wo es doch so viele andere Tiere gibt. Und Muster. Und Farben. Daher heute hier: Mein Plädoyer für selbstgemachte Erinnerungsbücher….
Hübsches Babytagebuch
Kinder kriegen ist schön. Vielleicht das Schönste im Leben. Klar, dass wir versuchen wollen, so viel wie möglich davon zu erinnern. Am liebsten würden wir die Erinnerungen einpacken und gut verstauen. Gern in eine Kiste. Is ja schließlich so viel. Klappe auf, Erinnerungen rein, Klappe zu. Aufbewahrt. Und dann immer wieder herausholen. Guck mal da, hat Mia-Luna das erste Mal gerobbt. Und weißt du noch, als Loris das erste Mal mit seinem kleinen Bruder Mittagsschlaf gemacht hat. Hand in Hand. Hachz.
Nur blöd dass Mia-Luna, Loris und Bruder nicht in die Kiste passen. Und sich Erinnerungen nicht verpacken lassen. Bloß aufschreiben können wir sie. Zum Glück.

Leider sind die allermeisten Erinnerungsbücher für Kinder verbärisiert. So nenne ich das Phänomen, das auf allem was für Kinder ist, mindestens ein Bär (als Ersatz gern Maus, Nilpferd, Schmetterling) drauf sein muss. Kann man mögen, muss man aber nicht. Ich mag es nicht so. Aber schlichte, coole, einfach hübsche Erinnerungsbücher zu finden ist wirklich schwer. Schönste Alternative: selbst machen!
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Es ist echt easypeasy: Einfach ein Blankobuch im Schreibwarenladen kaufen und loslegen. Verzieren geht mit buntem Papier, Washitape, Stoff, Fotos und allem, was einem noch so einfällt. In meine Bücher klebe ich außerdem gern: kleine Skizzen meiner Kinder, Schnipsel vom Lieblingsstilltee, die schönsten Karten zur Geburt oder dem ersten Geburtstag, den Bon für das allerschönste Kleid mit Stillschlitz. Sprich, alles was mich an diese besondere Zeit erinnert. Denn ganz ehrlich, wenn man mittendrin steckt, denkt man, das hier ist so groß, das vergesse ich nie. Aber ich schwöre, ich mach das jetzt zum dritten Mal, man vergisst es tatsächlich.
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Bei meinem ersten Kind habe ich alles aufgeschrieben. Jedes Ziepen in der Schwangerschaft, jede Mahlzeit, jedes Lächeln, jeden Pups. Das mach ich jetzt nicht mehr. Erst mal fehlt mir die Zeit und außerdem: minutiöse Ernährungs- und Pupsprotokolle der ersten 52 Wochen liest später eh keiner mehr. Ab dem zweiten Kind ist man unaufgeregter und ins Erinnerungsalbum kommt nur noch das, was wirklich wichtig ist. Das erste Lächeln. Die erste durchschlafene Nacht. Das erste Mal mit dem Finger in der gigantischen Toilettenhinterlassenschaft des großen Bruders rühren. Sprich: die wirklich magischen Momente. Mein großer Sohn guckt inzwischen auch schon gern in seine Bücher. Dann glückserinnern wir uns gemeinsam.

Noch ein Vorteil der DIY-Erinnerungsbücher: Ich entscheide, was wichtig ist. Manchmal möchte ich eben zum zweiten Geburtstag nur einen Satz schreiben, dafür zum wildesten Wutanfall der Welt an einem ansonsten stinknormalen Dienstag im April eine ganze Seite. Ist in den gekauften Büchern so nicht vorgesehen. Und dann die festgelegten Kategorien. Wer weiß Wochen später schon, wann Kind das erste Mal ein schwieriges Wort gesagt hat. Oder aber einen Ball geworfen hat. Oder, oder… Also ich jedenfalls renne nicht mit einem Protokoll hinter Kind her, sondern erinnere die Erinnerungen Wochen später abends bei einem Glas Wein.
Babytagebuch, Erinnerungsalbum,
PS. Übrigens, was die Bären betrifft: Ich habe auf den Fotos dieses Posts einige versteckt. Findest du sie? Liebe Grüße, Claudi

3 Kommentar zu “Do it yourself – Erinnerungsbücher

  1. Leni on 20. Juni 2014 at 20:55 geschrieben

    Liebe Claudi,
    Du sprichst mir aus der Seele. Zu jeder Schwangerschaft habe ich so ein vorgefertigtes Buch bekommen. “ Das habe ich beim ersten Ultraschallbild gedacht …“ und „Mama und Papa denken gantz viel an Dich, z.B. ….“. Ah, ja. Und auch mit Bären drauf. Und Engeln. Wer kommt bitte auf so eine Kombination. Mensch, hättest Du mit Deiner Idee nicht mal früher rüberrücken können?? 🙂
    LG Leni

  2. Kajsa on 28. Oktober 2018 at 16:07 geschrieben

    Ich bin gerade zufällig auf diesen alten Beitrag gestoßen. Ich möchte auch endlich anfangen für meine Töchter (1 und 3) ein solches Buch anzulegen und suche im Internet nach Inspiration. Hier lese ich gefühlt nur von Müttern, die wirklich täglich jeden Pups notiert und ein entsprechendes Bild gemacht haben und das stresst und hemmt mich, wirklich anzufangen. Aber will man das wirklich später alles lesen? Danke für deinen Artikel, ich habe herzhaft gelacht un wieder Mut gefasst. 🙂
    P.S.: Und wie ist denn der aktuelle Stand? Werden die Bücher immer noch regelmäßig gefüllt?

    • Claudia on 29. Oktober 2018 at 09:34 geschrieben

      Diese alten Kamelle, wie schön, dass die auch noch gelesen werden. Ja, es gibt sie noch,
      ich schreibe inzwischen noch seltener rein, aber immer mal wieder.
      Und es gibt inzwischen kleine Sprüchebücher sogar bei uns im Shop:
      zum schnellen Notieren der witzigsten und schönsten Wörter und Sätze…

      Schau mal, hier: https://shop.wasfuermich.de/produkt/kruemels-kracher/

      Alles Liebe,
      Claudi

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