Einer meiner Söhne ist im Alles-oder-nichts-Alter. Das kann schön sein, sehr schön, morgens, wenn ich ins dunkle Kinderzimmer wanke, das Aufwachlied singe (Für sie. Für MICH) und er fragt: „Was machen wir heute?“ Und ich sage: „Heute bist du mit Max verabredet!“ Und er streckt beide Arme in die Luft und reckt sich und ist hellwach und grinst breit und sagt: „Heute ist mein Glückstag…“
Glückliche Kinder
Es reicht völlig, wenn sein Lieblingsmüsli da ist, um ein Glückstag zu sein. Oder wenn er nicht baden muss. Oder wenn Papa abends mit uns essen kann. Oder Mama weiß wo unter der Schmutzwäsche sein Lieblingsshirt liegt. Ich versuche oft es ihm nachzumachen, dieses Von-nichts-auf-Glück-in-drei-Sekunden. Ich schaffe es manchmal. Sein Trick ist ein guter: Er denkt nicht an Morgen. Selbst wenn er morgen wieder baden muss: Morgen ist weit weg.

Ein paar (seltsame) Dinge die ihn (und die anderen) glücklich machen:

– Wenn das gesunde Brot alle ist und sie Not-Toast aus dem Gefrierschrank essen müssen

– Luftpolsterfolieblasen platzen lassen

– Verabredet sein und bei den anderen spielen

– Wenn Mama freitags abends völlig fertig ist und nur noch Schnittchen auf dem Sofa schafft

– In Pfützen spritzeln (sprich trampeln und spritzen, mit den guten Lederschuhen)

– Wenn sie ein bisschen krank sind und kein anderer aus ihrer Wasserflasche trinken darf

– Richtige Post bekommen (auch den Brief von der Bank mit den Kontoauszügen ihres Sparkontos)

– Hören was Mama und Papa früher nicht konnten oder durften

– Ein Schluck aus Papas Malzbier

– Kaminholz hereintragen, Scheite die größer sind als sie lang

– Wenn Papa zum 100 Mal „Conni kommt in die Schule“ vorliest und zum 100 Mal statt Conni seinen Namen in den Text einsetzt

– Dem größeren Bruder beim Tisch decken einen Babyteller aus Plastik hinstellen

– die blauen Flecken auf dem Vollmond

– den Babybruder herumtragen (ohne Mamas Finger-Fallschutz)

Einen Haken hat das „Alles-oder-nichts-Alter: so schnell wie aus einem Tag ein Glückstag werden kann, kann auch ein Pechtag draus werden: Wenn ICH die Banane aufmache zum Beispiel. Oder wenn sie aus Versehen in eine Pfütze treten (in Gummistiefeln). Zum Glück gibts mehr Glückstage.

Welche (seltsamen) Dinge machen eure Kinder glücklich?

PS. Das Foto hat meine Freundin Lisa gemacht. Wenn ihr auch mal Lust auf schöne, natürliche Familienfotos habt, dann schaut doch mal auf ihrer Seite Whitelight-Photo vorbei (Hamburg und deutschlandweit).

Claudi