Der November war bisher mein Mobbing-Opfer. Endgültig grau, wirklich keine warmen Tage mehr, bis Weihnachten noch eine Weile hin und eine Ewigkeit, bis es wieder Sommer wird – ich hab ihn pausenlos beschimpft. Dieses Jahr hab ich ihn mir geschnappt, mich entschuldigt – und jetzt freunden wir uns an. Hier kommt alles, was mir gerade Freude macht…

1. Gedanken lenken

Das Gute am Kinderhaben ist, dass man sich selbst erzieht, während man sie erzieht. Ich habe das mal wieder gemerkt, als ich einen meiner Söhne letzte Woche morgens trösten musste. Einer hier kommt morgens besonders schwer aus dem Bett, verflucht dann alles, nimmt vieles schwer und bekommt manchmal Bauchweh. “Denk dran, du kannst deine Gedanken lenken!”, sagte ich und schlug vor, an all das Schöne zu denken: das Wochenende, eine Verabredung, die Ferien, Weihnachten, statt an die vielen Vokabeln und die Klassenarbeiten. Keine Stunde später musste ich mir das selbst sagen …

Ich hab was Schönes dazu gelesen, auf Instagram. Ich weiß nicht mehr wer, aber irgendjemand schrieb, dass sie nicht genervt sei, vom stressigen Dezember, sondern von den Menschen, die ihn stressig nennen. Denn wenn wir ehrlich wären, “müssten” wir fast nichts von dem wir denken, wir müssten: Adventskalender kann man kaufen (ja, die Kids freuen sich auch über einen für 2,50 mit Schoki drin und Mickey Mouse außen.) Wir müssen keine Freundinnen zum Kranzbinden einladen, überhaupt müssten wir keinen binden, vier Kerzen auf nem Teller täten es auch. Wir müssen nicht ins Weihnachtsmärchen und sogar das Adventsbasteln in der Schule könnten wir schwänzen, wenn wir absolut keinen Bock oder keine Zeit hätten. Vielleicht aber möchten wir aber ein paar Sachen davon machen. Dank dieser Gedankenumdrehung, fühlt sich alles gleich anders an.

Denken wir immer dran, dass es auf der Welt eine Menge Menschen gibt, die ihre Sorgen gern mit unseren über die Adventskranzkerzenfarbe tauschen würden. Hilft mir sehr, mich zu erden.

Ich feier dieses Jahr mein Zuckerstangenkissen. (Affiliate Link)Ist das schön!!! Und meinen Adventskranz, ganz fix selbstgemacht mit unserer hübsch gesprenkelten Tortenplatte und vier Kerzen, die ich letztens beim vorweihnachtlichen Bummel durch Eppendorf gekauft habe.

2. Insta und ich

Das ist so eine Hassliebe, aber gerade genieße ich es mal wieder. Ich schaue einfach weg, wenn der nächste Matcha mit Collagen-Pulver gespielt wird, die virale Duschvorhang-Stange oder das nächste beige Wohnzimmer und schaue stattdessen dort, wo spannende, individuelle Dinge geteilt werden. Wie cool ist bitte Jack Kinsey, ein Interior Designer aus England. Er hängt ganze Tannen unter die Decke und baut mannshohe Ständer für elektrische Eisenbahnen. Aber er verwandelt auch altes Geschirr in echt coole Kerzenständer. Oder baut einen Narnia-Schrank. Absolut speziell – und beinahe magisch.

Nicht dass ich das jemals nachmachen will, ich gucke es mir einfach nur gern an. Seit ich das erkannt habe, geht’s mir besser mit Instagram. Gern gelesen habe ich auch @bendzkos Worte zum Ende seiner Beziehung. Und wie cool ist diese Idee, ein hässliches Indoor-Trampolin in einen coolen Hocker zu verwandeln?

 

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3. Suppen-Truppen

Versuche wirklich, das Novembrige zu feiern: die Dunkelheit, die Müdigkeit, die Melancholie. Ich erlaube mir, weniger zu machen, früh ins Bett zu gehen und mir selbst zu verzeihen, dass ich nicht so viel schaffe wie im Juni. Und während ich die vergangenen Jahre jedes Mal verflucht habe, dass es um 16 Uhr dunkel wird und ich nichts mehr fotografieren kann, versuche ich es als Feierabend anzunehmen. Mache spontan ein Apfelcrumble – und abends eine Suppe. Liebe dank Insta die amerikanischen “Bring-a-soup”-Parties. Hab ich noch nicht gemacht, aber eine tut auch gut. Zum Beispiel diese:

Super leckere und einfache Lasagne-Suppe

Du brauchst: 1 große Zwiebel, 2 Knoblauchzehen, 15 Lasagneblätter, Olivenöl, 1 Kilo Rinderhack, 3 Esslöffeltomatenmark, 1,2 Kilo passierte Tomaten, 1,2 Liter Gemüsebrühe, Oregano, Thymian, Salz, Pfeffer. Creme fraiche zum Servieren.

Und so wird`s gemacht: Zwiebel und Knoblauch fein hacken.  Olivenöl in einem Topf erhitzen und das Hackfleisch anbraten, dabei mit Salz und Pfeffer würzen. Zwiebeln und Knoblauch zugeben und kurz mitbraten. Tomatenmark unterheben. Lasagneplatten grob zerkleinern. Passierte  Tomaten, Rinderbrühe, Lasagneplatten, Oregano und Thymian zugeben und die Suppe etwa 15 Minuten bei geschlossenem Deckel und mittlerer Hitze köcheln lassen. Lasagnesuppe mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit einem Klecks Creme Fraiche servieren.

Werd ich den Hype noch teilen?

4. Ich lese gerade Colleen Hoover, weil der Film grad läuft, und weil so viele es so toll finden. Und weil ich irgendwie grad nicht so richtig den Kopf frei habe für viele Bücher. Noch komm ich auch in “Regretting you” nicht so richtig rein, aber ich hab im Gefühl, das kommt noch. Bist du Colleen-Fan und sagst mir, was ihre Bücher so besonders machen? Und warst du schon im Kino?

5. Während ich diesen Artikel für morgen time, trudeln hier Nachrichten ein, die mich verdammt stressen. Es ist ein Naturgesetz oder? Gerade, wenn man denkt, es wird ruhiger, beziehungsweise, wenn man tatsächlich eingeplant hat, weniger zu arbeiten, um die Vorweihnachtszeit zu genießen, kommt von irgendwoher mit Krawumms ein Problem, um das man sich kümmern muss.

Kommt mir vor, als wäre mein Leben ein übervoller Parkplatz und kaum habe ich einen Mini ausgeparkt, kommt ein fetter SUV und schnappt sich die Lücke, bevor ich ein rotweißes Sperrband spannen kann. Also, stresst euch bloß nicht mit dem Gedanken, euch damit zu stressen, alles stressfreier zu machen. Geht vermutlich nicht. Das Geheimnis ist wohl, sich auch im Trubel zwischendurch einen Tee zu kochen – und durchzuatmen.

Und was beschäftigt dich gerade?

Claudi