Obwohl ich den Sommer liebe, liebe ich den Moment, wenn es ganz plötzlich nach Herbst riecht. Es hat ein wenig abgekühlt und plötzlich riecht die Luft knuspriger, erdiger, feuchter, sie riecht gut, sie riecht nach rausgehen und reinkommen, sie duftet nach dem Versprechen, gleichzeitig Luft zu holen und zur Ruhe zu kommen…

Dufte Erziehung, basta.

Dieses Jahr war der Moment, in dem ich genau das das erste Mal gerochen habe, besonders schön, weil einer meine Söhne es ausgesprochen hat. Ich habe mich über den Duft gefreut – und darüber, dass meinem Sohn das auffällt. Gute Noten, sportlicher Erfolg, pipapo, ich dachte in diesem Moment: Da hast du offensichtlich was richtig gemacht.

Dieses Jahr freue ich mich auf die gemütliche Jahreszeit, weil ich so kaputt bin. Ich dachte letztes Jahr, es wäre mein emotional Anstrengendstes gewesen, aber das hier war auch nicht ohne. Ich hab das Feuerpferd gespürt. Nachdem ich endlich meine Hormone besser im Griff habe, arbeite ich jetzt noch an Rücken und Nacken – und Kiefer. Ich hab das Gefühl, da arbeitet sich einiges ab, was ich die letzten Jahre gebuckelt habe.

Ich google hässliche Begriffe wie Nackenkissen und Knirschschiene… au man. Aber ich will das abhaken können. Eine Sache, die mich echt beschäftigt: Mein neues Buch soll im Frühling erscheinen und ich habe immer noch kein Cover. Ich hatte eins, jetzt habe ich keins mehr und Montag gibt es dazu nochmal eine Konferenz. Ich bin nervös. Drückt mir die Daumen, dass es mich umhaut. (So ein Cover fühlt sich an, als könntest, nein, als müsstest du das Gesicht deines Babys im Bauch bestimmen. Also sehr, sehr emotional.)

Zum hundertsten Male versuche ich, es überall ruhiger angehen zu lassen und mir verdammt nochmal nicht mehr so viele Gedanken zu machen. Aber hey, falls ihr auch ein Overthinker und Wortaholic seid, wisst ihr, wie schwer das ist. Ich sehne mich nach Leichtigkeit, vielleicht mochte ich deshalb Eva Lohmanns neues Buch so gern: “Etwas Leichtes”.

Jetzt lese ich “Liebe unter Freunden” von Jenny Jackson. Ihre Figuren sind der Wahnsinn.

Ansonsten habe diesen Herbst zum Revival-der-90er-Romcoms erklärt und bereits „Mystik Pizza“ geguckt. Es stehen noch einige auf meiner Liste und dazu diese Pasta. Außerdem muss ich dringend in die Stadt, um einen Pumpkin Space Latte bei Starbucks zu trinken, aber finde es bescheuert, extra in die Stadt zu fahren, um einen Pumpkin Space Latte zu trinken. Hat jemand Erfahrung mit Sirup für zuhause? Vielleicht sogar mit einem ohne Zucker? Von More oder Ahead? Ist das lecker?

Ich freu mich auf das Oktoberfest hier auf dem Land nächste Woche, auch wenn ich noch schnell zur Schneiderin muss, um mein Dirndl enger zu machen. Wie verrückt ist es, dass man so kaufen muss, dass es quasi nicht passt, damit es sich dann zurechtruckelt. Haha, falls ich es nicht mehr schaffe, passt wenigstens viel Haxe rein.

Und ich hab einen neuen Crush bei Instagram. Kennt ihr Babs von @Brunchwithbabs? Sie war früher mal Lehrerin (ha!) und hat erst in Corona und in ihren 70ern einen Instagram-Account angefangen. Sie schreibt übers Kochen und Haushalten und hat schon einige Bücher rausgebracht. Ich liebe ihr Haus, das eine alte Korbfabrik war, und in dem sie jede Menge alte Körbe an die Decke gehängt hat. Vor allem liebe ich die Tatsache, dass man sowas auch in seinen 70ern noch starten kann. Und ich liebe das Video, in dem sie Händchen haltend mit ihrem Mann aus dem Morning Show Studio spaziert….

Kommt gut in die neue Woche. Oktober also, krass….

Alles Liebe,

Claudi