Ich habe diese Woche ein Posting bei Instagram gesehen. In schlichter schwarzweiß Typo stand da: My 2025 literally went like this: Januar, June, Whhhhat, Crying, Christmas. Ich musste so lachen – und hatte Tränen in den Augen. Denn genau so fühlt sich mein Jahr an…

Besser wird es, wenn ich durch die Fotos auf dem Handy scrolle. Dann erinnere ich mich: da war ja doch noch viel mehr. Hier ein paar Dinge, die ich dieses Jahr gelernt habe…

1. Anders arbeiten statt weniger arbeiten.

Mein großer Vorsatz für dieses Jahr: weniger Arbeiten, weniger Stress. Ich hatte mir das lange vorgenommen, Ende letzten Jahres hab mich endlich getraut. Wir haben unser Team verkleinert, aus dem täglichen Blogmagazin ist wieder ein Blog geworden und bei Instagram erlaube ich mir Tage ohne Postings.  Dafür habe ich drei (crazy!) Bücher geschrieben, weil sich das einfach so ergeben hat.

Learning eins: Es funktioniert auch so, sehr gut sogar. (Seufzer der Erleichterung). Learning zwei: Ich bin tatsächlich viel weniger gestresst. Learning drei: wirklich weniger gearbeitet hab ich nicht, aber anders. Selbstbestimmter, gefühlt freier. 2026 will ich noch mehr davon. Ich prüfe jeden Auftrag danach, ob er entweder mein Herz berührt, oder gutes Geld bringt. An diese beiden Enden sende ich Energie und Herzblut, alles dazwischen streiche ich.

2. Statt Birkin-Bag: Nach 13 Jahren im Blog- und Social-Media-Business habe ich dieses Jahr einen neuen Luxus entdeckt.

Nämlich Dinge nur für mich machen, statt (auch) für Instagram. Klingt schräg? Ist es auch.

Hier schlagen zwei Herzen in meiner Brust, denn einerseits liebe ich es, gute Sachen zu teilen und andere damit zu inspirieren. Andererseits hat es mich oft wahnsinnig gestresst. Der Tisch fürs  Abendessen mit Freunden muss im Hellen gedeckt werden, damit ich ihn filmen kann. Das Essen muss ebenfalls rechtzeitig gekocht werden, weil Essen im Dunkeln gefilmt unappetitlich aussieht. Und ich sollte auch einigermaßen appetitlich aussehen, falls ich zu sehen bin – autsch. Es sollte schließlich „menscheln“. Klingt stressig, oder? Ist es.

Die Alternative: Sets extra für Insta aufbauen, Essen bloß als Content kochen. Ist auch okay, wenn es der Job ist, braucht aber zu viel Zeit, wenn der eigentliche Job schreiben ist. Ich will das nicht mehr, zumindest nicht täglich. Ich hab dieses Jahr gespürt, dass ich wirklich weniger Stress  will und habe Dinge einfach wieder nur für mich gemacht: gebacken, dekoriert, gemalt. Tut so gut. Will ich mehr.

Ich werde mich nach Weihnachten hinsetzen und brainstormen.

Da freue ich mich total drauf. In der Woche zwischen Weihnachten und Neujahr und auch im Januar liegt so ein Zauber. Wie ein Sonnenstrahl, der unerwartet ins Zimmer scheint. Wie Ausgehen in den 20ern, wenn einfach alles möglich schien. Grob weiß ich, was ich will: Reisecontent machen, den Chatgpt nicht kann zum Beispiel.

Und wirklich coolen Content zu meinen neuen Büchern. Wie das aussehen kann? Ich hab noch keine Ahnung. Aber ich hab dieses Jahr auch gelernt, ruhig zu bleiben. Dingen Zeit zu geben, die Vorarbeit als Arbeit zu akzeptieren und auch einfach mal zu machen, etwas auszuprobieren. Kreativität braucht Pausen und Zeit und Spielen. Will ich mehr.

3. Es ist auch mit Mitte 40 sehr gut möglich, neue Freundschaften zu finden.

Die Vierziger haben meine Freundschaften nochmal ganz schön durchgeschüttelt. Einige von früher sind noch intensiver geworden, andere dösen ein bisschen, andere laufen einfach mit und funkeln, wenn man sich ab und zu sieht. Alles fein, es braucht oft Verständnis statt Vorwürfe. Andere passten nicht mehr, weil sie mehr weh taten, als gut.

Das schönste Learning dieses Jahr: auch mit Mitte 40 kann man neue Kreise finden. Menschen begegnen, mit denen man sich ganz viel zu sagen hat. Menschen, bei denen man das Gefühl hat, sie freuen sich über deine Erfolge, deine Reisen, dich. In 2025 sind ein paar neue Frauen – ich würde sie inzwischen als Freundinnen bezeichnen – neu in mein Leben gekommen beziehungsweise wichtiger geworden. Lange Zeit hatte ich Vorurteile gegen Freundinnen aus dem eigenen Business, dieses Jahr habe ich gemerkt, dass es Nähe bringt und gut tut.

4. Ich muss grad oft an die Zeiten denken, in denen meine kleine Kinder die Tupperdosenschublade ausräumten.

Täglich, mehrfach. Heute denke ich: war das easy. Die Erkenntnis, das große Kinder einen noch viel mehr brauchen, als kleine, hat mich der dieses Jahr ziemlich überrumpelt. (Grad hatte ich beschlossen, weniger zu arbeiten, da wurde der gewonnene Freiraum wieder ausgefüllt.)

Nicht nur liegt heute mehr rum, als ein paar Tupperdosem auf einem Quadratmeter Küchenboden, es riecht auch oft mehr (Sportshirts, Schuhe, Joghurtbecher). Überall Schulkram, überall Kinder. Hab auch bereits das Konzept der offenen Küche angezweifelt und mir abgeschlossene Räume gewünscht. Wer bitte hat sich das ausgedacht? So schön es ist, es ist laut und wild und riecht. ; ) Aber so ist es.

Ich koche wieder mittags – und versuche jede Taxifahrt als Gesprächszeit zu sehen.

5. Passt dazu, aber ich musste dieses Jahr ein paar mal denken: zum Glück hab ich beruflich mit Mitte 30 durchgepowert. Damals war einfach mehr Energie da. Ich hab mich dieses Jahr mal wieder so sehr gefreut über das, was ich mir aufgebaut habe. Und darüber, wie viele Menschen mitgehen mit meinen immer wieder neuen Ideen! Danke.

6. Eine der schönsten Bekanntschaften dieses Jahr: Pilates. Ich hätte nicht gedacht, dass es wirklich so viel bringt. Für das Gefühl, für die Beweglichkeit und die Figur. Ich hab nicht immer Lust dazu, aber ich raffe mich jede Woche mehrmals online auf, und wenn es nur für 20 Minuten sind. Noch ein Learning: ich muss mich in Sachen Sport nicht stundenlang quälen, ein bisschen ist besser als nichts. Und wenn es gar nicht passt, mache ich es halt morgen.

7. Und zu guter Letzt musste ich dieses Jahr jemanden aus dem engen Familienkreis verabschieden, das war hart. Die Person über fünf Jahre  schwerkrank immer weniger werden zu sehen, war aber definitiv noch härter. Trauer hat viele Gesichter, auch das habe ich dieses Jahr gelernt.

Und jetzt sag mal, was hast du dieses Jahr gelernt?

Mit diesem Post verschwinde ich in eine kurze Weihnachtspause, ich bin aber bald wieder da – und freue mich auf euch. Frohe Weihnachten!

Claudi