Ich lebe gerade in zwei Welten. Einmal in meinem chaotischen Zuhause, gleich hinterm Deich, mit zwei Teenies und zwei mittelkleinen Kids. Halleluja, da ist was los. Und außerdem an einem stürmischen Ort in meinem Laptop und meinem Kopf: Ich stecke tief drin im Manuskript für mein neues Buch. Normalerweise würde ich Schnappatmung bekommen. Mache ich aber nicht – weil ich mir endlich Zeit dafür freigeräumt habe…
Freiräumen und umräumen mache ich gerade sowieso viel…
Weniger ist mehr, klingt nach Kalenderspruch, handhabe ich gerade täglich. Nachdem ich beruflich jahrelang auf diversen Hochzeiten getanzt habe, reduziere ich immer mehr und das Tolle, ich hab endlich wieder Freude an den einzelnen Dingen. Und noch eine Überraschung: Finanziell ist es gar nicht der Rieseneinschnitt, weil ich mit Bedacht auswähle: entweder es erfreut mein Herz – oder es bringt gutes Geld. Alles andere sage ich ab.
Apropos Geld. Gestern erzählte ich zwei Freundinnen von meinem kaputten Laptop und von dem neuen, das ich danach gern hätte (es ist rosa!). Ich erzählte, dass mein Computer mich bereits vorwarne, dass er bald den Geist aufgebe, in dem er ständig theatralisch Ping mache und dann ausginge. “Kauf dir doch endlich ein neues!”, riet mir die eine Freundin. “Aber es geht doch noch…”, sagte ich.
“Dein Laptop sieht schrecklich aus…” , sagte sie.
Und ich wiederholte: “Aber es geht doch noch.” Sie lachte.
Es ist echt lustig. Ich kann unglaublich verschwenderisch sein.
Ich liebe Klamotten und bin hin und wieder bereit, viel Geld dafür auszugeben. Ich gebe außerdem wahnsinnig gern Geld für Urlaub aus. Für schönes Essen. Aber an anderer Stelle bin ich geradezu knauserig. Bin ich dann also sparsam oder verschwenderisch? Vermutlich ein Mittelding. Hin und hergerissen zwischen meinem konservativem Elternhaus und meinem beruflichen Umfeld bei Instagram, wo das Geld oft sehr locker sitzt.
Lange sollte ich es vermutlich nicht mehr hinauszögern, bis das rosa Carrie-Bradshaw-Laptop hier einzieht (natürlich sehe ich mich damit irgendwann an einem offenen Fenster in New York schreiben…), anderseits weiß ich, dass es mich viel Zeit kosten wird, alles zu übertragen und mich hineinzufuchsen, in das neue Gerät. Zeit, die ich grad so gern in mein Manuskript stecke. Ich weiß auch nicht, vielleicht gehört zum künstlerischen Arbeiten auch der Kick dazu, dass der Computer aufgibt oder man irgendwas nicht richtig gespeichert hat. Vielleicht entspricht es aber auch einfach nur dem Naturell von uns Autoren, ein bisschen chaotisch zu sein. Und irgendwie ist es doch auch ein Alleinstellungsmerkmal, dass ich meine Romane auf einem Laptop schreibe, von dem bereits die Oberfläche abblättert.
Vielleicht ist es meine kleine Rebellion.
Apropos Rebellion. Falls du in Hamburg wohnst, geh unbedingt in die F. C. Gundlach Ausstellung im Bucerius Kunstforum. Seine Fotos sind nicht nur unfassbar schön, sondern lassen einen auch durch die verschiedenen Jahrzehnte reisen, Und apropos reisen, ich hatte keine Ahnung dass Gundlach quasi Influencer war. Er ging nämlich unter anderem eine Koop mit der Lufthansa ein, in dem er sich für seine Fotos für die Fluglinie nicht bezahlen ließ, sondern sein Honorar in Meilen auszahlen ließ und damit mit Fotos in der ganzen Welt den Grundstein für seine Karriere legte. Super sympathisch finde ich auch seine handschriftlichen Analysen von Fotos anderer Künstler. Sowas mache ich regelmäßig mit Büchern.
Hab in der Ausstellung übrigens zum ersten Mal bewusst Womensplaining betrieben. Nennt man das s0? Während ich nämlich ein Gundlach-Foto bewunderte, beobachtete ich neben mir ein Ehepaar, noch ein paar Jahre älter als ich. Sie posierte vor einem Gundlach, er sollte ein Foto machen. Sie mochte seine Versuche und sich nicht, zog ihre Jacke aus, posierte nochmal. Auf dem Display sah ich, dass er ihre Füße abschnitt. In mir drin kribbelte es, dann fragte ich: “Soll ich das vielleicht machen…?”
“Oh jaa!“, sagte sie. Er guckte kurz irritiert, dann reichte er mir das Handy.
Und noch was fällt mir auf: Auch in Sachen Freundschaften und Bekanntschaften krempelt sich gerade vieles nochmal um. Ich merke, dass wir zur Zeit viel Zeit für uns als Familie und Paar brauchen (und für Sofa oder Garten). Anderseits habe ich total Lust, wieder öfter Freunde einzuladen und zu treffen. Ich hätte auch Lust, ab und zu mal wieder tanzen zu gehen, mal sehen, wie ich das organisieren kann.
Ein Date? Ein Date!
Letztens habe ich mich einfach außerdem einfach mit einer spannenden Frau auf einen Kaffee getroffen, nachdem wir uns ein paar Mal auf Events gesehen und uns nett unterhalten haben. Hat sich fast angefühlt wie ein Date und siehe da, haben uns gerade für ein nächstes Treffen verabredet. (Falls du das liest, freu mich B.)
Wie schön, dass sowas immer noch möglich ist. Parallel dazu habe ich meinen Freundinnenkreis aus der Schule, die wohnen leider nicht um die Ecke, sie fühlen sich aber dennoch ganz nah an. Vermutlich würde ich ohnehin nicht mehr treffen schaffen, selbst wenn wir in einer Stadt wohnten. Ich liebe es, dass wir uns ständig mit Fotos und Sprachnachrichten auf dem neusten Stand halten. In letzter Zeit auch auf den der Sixpacks der Off Campus Hauptdarsteller.
Mein Garten ist chaotisch und raunt mir täglich zu: “Du hast weder mich, noch dein Leben im Griff!”
Aber seit jemand das Wort “naturnahes Gärtnern” eingeworfen hat, fühle ich mich etwas besser. Hab mich nicht mal über die blöden Blumen geärgert, die ich mühsam vorgezogen habe und die jetzt im Hochbeet herumkrepeln. Hab einfach noch ein paar neue Samen drübergeschüttet, ha, mal sehen, was noch kommt. Und hey, manches Unkraut blüht sogar.
4. Andrè hatte Geburtstag und mal wieder keinen Wunsch, also hat er eine Tafel Milka Vollmilch Nuss und diese Socken bekommen. Wollte mein gr0ßer Sohn übrigens gleich leihen. “Damit auf ne Party, wär doch cool.” Jepp, finde ich auch. Macht grad eh wieder Spaß mit den großen Kindern – klopf, klopf auf Holz – bevor sie oder ich die nächste Krise haben.
5. Apropos große Kinder, mein großer Sohn und ich kommunizieren bei Instagram schon lange über Kochreels. Was er schickt ist meist entweder sehr süß und/oder sehr fettig, meins gemüsiger und oft komplett unrealistisch. Macht sehr viel Spaß. Das hier hab ich ihm grad geschickt. Und er mir das. Und das.
Sommer zum Überziehen.
6. Ich habe mir vorgenommen, diesen Sommer möglichst wenig neu zu kaufen. Dieses blaue Kleid musste sein, sowie diese Shorts. Außerdem dieser Rock. (Werbung/Affiliate-Link). Wie schön sind diese Ohrringe? Und das filigrane Herzarmband. Und dann hätte ich gern einen schlichten hellen Blazer. Ansonsten möchte ich einfach die Sachen tragen, die ich habe. Fühlt sich entspannt an.
PS. Schreibe gerade noch einen coolen neuen Serientipp für euch für Insta auf (Free-TV!) und dann startet nächste Woche endlich Every Summer After bei Prime, die Serie nach einem meiner liebsten Sommerromane “Fünf Sommer mit dir”. Freue mich sowas von. (Und hab Bock auf das Flattern im Bauch wie nach Off Campus. Ist ja fast, als wär man selbst verliebt, oder? Herrlich!!!!)
Und was beschäftigt dich gerade? Ein wunderbares Wochenende für euch!











Wieder ein ganz toller Artikel. Macht einfach Spaß zu lesen und ich mag deine Sichtweise auf die Dinge.
Vielen Dank für das Lese Erlebnis und dir auch ein schönes Wochenende ☀️