Vor ein paar Tagen habe ich das vorletzte schwarze Teil aus meinem Kleiderschrank geschmissen. Jetzt ist bloß noch eine einzige Hose da, die darf wohl auch bleiben, weil sie mich schlanker schummelt, wenn ich es brauche. Alles andere aber musste gehen, weil ich es schon länger nicht trage und weil ich gerade einmal mehr merke, wie gut mir Farbe tut. Tatsächlich fange ich an, ihre positive Wirkung ganz bewusst zu nutzen…

Das erste Mal seit meinem Kunst- Studium bewusst über Farben nachgedacht, habe ich im März, als ich das Buch „Joyful“ von Ingrid Fetell Lee gelesen habe. Es ist ein besonderes Buch, ein Buch, das inspiriert und beflügelt, das mir vermittelt, dass ich alles schaffen kann, wenn ich bloß will und dass viele Ideen für kleine Energiequellen im Alltag gibt. Die Macht der Farbe ist eine von ihnen.

Fetell Lee beginnt ihr Buch mit der Geschichte Tiranas. Sie schreibt: „Im Spätherbst 2000 wurde in der albanischen Hauptstadt Tirana ein historisches Gebäude von einer Malerkolonne mit einem kräftigen Orange überzogen. Der Farbton zwischen Mandarine und Orangensaft-Instantpulver verschluckte die alte Fassade, verteilte sich rücksichtslos auf Stein und Beton und sparte dabei nur die Fenster aus. (…) Der Verkehr kam zum Erliegen. Völlig verunsichert fingen die einen Zuschauer an zu schreien, während die anderen in Gelächter ausbrachen, weil sie die gewagte Farbe in all dem Grau derart erschütterte.“ Der Auftraggeber für diese Aktion war übrigens kein Künstler und auch kein Vandale. Es war der Bürgermeister.

Wer heute Tirana besichtigt (was ich unbedingt möchte, seitdem ich das Buch gelesen habe), soll den verzweifelten, dreckigen, gefährlichen Zustand der Stadt, in dem Bürgermeister Edi Rama die Stadt nach jahrzehntelanger Diktatur übernommen hat, kaum mehr erahnen können. In nur vier Jahren hat er es geschafft, der Trostlosigkeit ein Ende zu bereiten. Dazu brauchte er nicht viel Geld – was auch nicht da war, denn die Staatskassen waren leer. Er schaffte es mit Farbe.


Das erste Streichen eines Hauses in Knallfarbe war eine Verzweiflungstat, als Rama danach merkte, was für eine Wirkung die Aktion hatte, fertigte er selbst immer mehr Gestaltungsentwürfe an. Je mehr Häuser gestrichen waren, desto mehr passierte in der Stadt. Fetell Lee schreibt: „Die Leute hörten auf, die Straßen zuzumüllen. Immer mehr Menschen begannen Steuern zu zahlen. Die Ladenbesitzer entfernten die Metallgitter vor ihren Fenstern. (…) Nichts hatte sich verändert außer der Oberfläche. (…) Und doch hatte sich alles verändert. Die Stadt war voller Leben, voller Überschwang. Voller Freude.“

Klar hätte ich am liebsten ein paar Räume in unserem Haus gestrichen. Gerade jetzt könnte ich eine Farbspritze gut gebrauchen. Weil ich dafür aber keine Energie (und keine Zeit)  habe, fange ich eben an, meine Oberfläche zu verändern. In dem ich mich ganz bewusst sehr farbenfroh kleide. Die Jungs haben es längst mitbekommen und machen begeistert mit. Wir ziehen uns so an, wie wir drauf sein wollen. Das hilft mir gerade sehr.



Fetell Lee schreibt: „Freude ist die energiegeladene Version von Glück.“ Und wirklich spüre ich diese Energie, wenn ich morgens ein paar bunte Teile aus dem Schrank fische. Wenn ich ganz bewusst knallrote Tulpen kaufe, statt wie sonst die weißen. Wenn ich überall die bunten Bilder meiner Kinder aufhänge. Überhaupt, wenn wir zusammen malen und bloß Knallfarben erlaubt sind.

Zum Glück ist draußen Frühling und der macht mit bei meiner Farbtherapie. Unser Gras wird immer grüner, der Löwenzahn rollt noch einen gelben Teppich drüber aus. Der Himmel trägt knallblau, die Kirsche rosiges Altweiß. Ich freue mich so sehr drüber, ich muss sogar jetzt grinsen, wenn ich das alles bloß aufschreibe.

Ist es nicht verrückt, dass nur wenige Menschen als Lieblingsfarben Grau oder Beige angeben würden, wir unsere Häuser aber reihenweise in diese faden Farben hüllen? Das Gute ist: Wir brauchen jetzt nicht alles abkleben und Wände streichen. Es reichen Kleinigkeiten. Ich habe letztens ein paar kleine Farbtöpfe im Baumarkt geshoppt und meinen Schreibtischstuhl lindgrün gestrichen. Unser neues Spielhaus verpasse ich außen gerade ein Taubenblau, innen ein Vanillegelb, sowie ein Flaschengrün. Es kostet nicht viel, macht so viel Spaß und setzt tatsächlich ganz viel positive Energie in mir frei.


Fetell Lee erzählt in ihrem Buch im Farbkapitel noch über ihre Freundin Beth, wie sie sagt, „der größte Paradiesvogel überhaupt“ – und mit 1,78 Metern noch dazu ein ziemlich großer. Ihr ganzes Leben habe Beth sich anhören müssen, dass sie angsteinflößend wirke. Bis sie alle dunklen Kleidungsstücke aus ihrem Kleiderschrank verschenkte. Sie trage seither selbst Wintermäntel in Knallgelb oder -grün und ihre Kollegen schätzten ihre positive Wirkung so sehr, dass sie im Büro einen „Dress Like Beth-Day“ einführten. Lee schriebt: „An diesen Tagen kamen alle in rosa gepunkteten Hosen, gelben Pullovern und türkisen Kleidern zur Arbeit ließen damit derart die Sonne aufgehen, dass wir beinahe Sonnenbrillen brauchten. Alle kamen so richtig in Schwung.“




Richtig schöne Farben gibt es in Marinas Kyddo-Shop, schon seit einer ganzen Weile einer meiner liebsten. Meine Jungs lieben die Latzhosen von Little Hedonist, weil sie irre weich und irre bequem sind und die Farben so schön leuchten. Wir haben sie in Chinois Green und in Burlwood. An trüben Tagen sorgen zitronengelbe Strumpfhosen für gute Laune und das leuchtende Mondshirt fischt mein Sohn sofort aus der frisch gewaschenen Wäsche, weil er es so sehr liebt. Ich liebe mein Tansy Milk-Kleid von Olliella, dass es übrigens auch noch in einem wunderschönen Rosé und in Lindgrün gibt.

Damit wir uns gegenseitig mit noch mehr positiver Energie versorgen, habe ich mir eine schöne, bunte Aktion für Instagram ausgedacht: Zeigt mir unter dem Hashtag „Farbfestival“ bis einschließlich Freitag, 24.4.2020 eure Lieblingsfarben und buntesten Frühlingsmomente, markiert @wasfuermich und @kyddo.shop und gewinnt mit etwas Glück einen 150 Euro Gutschein für kunterbunte Shoppinglaune in dem wunderschönen Shop. Mehr Infos in meinem Feed und in der Story. Düsen wir gemeinsam rüber zu Instagram?

Knallbunte Grüße,

Claudi