Neben meiner riesigen Lust auf scharfes Essen, gern mit Kokos oder anderen Nüssen, habe ich in dieser Schwangerschaft vor allem auf eins Appetit: auf Sushi. Ich kenne das bereits von den Schwangerschaften zuvor, da konnte ich ebenfalls nicht genug davon bekommen. Immer in vegetarisch natürlich, denn roher Fisch in der Schwangerschaft, heidewitzka, das würde sich ähnlich lebensmüde anfühlen, wie mein Neugeborenes auf dem Autodach zu transportieren. Unangeschnallt…
Schwangerschaft, was ist erlaubt, Sushi in der Schwangerschaft
Dann wechselte ich kurz vor der dritten Schwangerschaft die Frauenärztin und sprach mit ihr, als ich wieder schwanger war, übers Essen, über meine Gelüste – und meine Freude auf echtes Sushi, am liebsten gleich im Kreißsaal. Sie schaute mich überrascht an: „Sie essen kein Sushi in der Schwangerschaft? Aber es gibt doch nichts Saubereres als den großen, weiten Ozean.“ Ich war völlig überrascht, aber sie erzählte mir von ihren vielen schwangeren Patientinnen aus Japan: „Wenn ich denen sagen würde, sie sollten kein Sushi essen, würden die mir sagen, dann müssen wir verhungern.“ Was Fisch betreffe, würde sie bloß eins meiden: geräucherten Lachs. Weil der meist in Zuchtanlagen auf engstem Raum aufwachse und häufig Keime enthalte. Ich war wieder einmal baff, wie unterschiedlich Menschen mit dem Thema Essen in der Scwhangerschaft umgehen…

Am Anfang dieser Schwangerschaft – ich war vielleicht in der 14. Woche – konnte es immer noch nicht so richtig glauben und den Kindern davon erzählt hatten wir auch noch nicht. An diesem Abend waren Freunde zum Essen bei uns und mittendrin erzählten sie uns überglücklich, dass sie ein Baby erwarteten. Ihr Geburtstermin: genau zwei Tage vor meinem. André und ich sahen uns an, dann die Kinder, die noch nichts von ihrem neuen Geschwisterchen ahnten und wir dachten beide, dass dieses nicht der richtige Zeitpunkt war, es ihnen mitzuteilen. Ich gratulierte also, freute mich für sie mit und schwieg. Hellhörig wurde ich bloß, als ich meiner Freundin den Frischkäse reichte und sie heftig ihren Kopf schüttelte und meinte, den dürfe sie ja gerade nicht. Ich linste auf den Berg Frischkäse, den ich mir gerade aufgefüllt hatte und überlegte, ob Frischkäse um himmelswillen auch auf der Liste der verbotenen Lebensmittel gestanden hatte, die ich während meiner ersten Schwangerschaft eifrig im Portemonnaie herumgetrug.

Überhaupt: Ich bin mit jeder Schwangerschaft lockerer geworden: esse dieses Mal mit gutem Gefühl mein (frisches!) Ei innen noch flüssig, Parmesan, italienischen Schinken, meine Bolognese mit Rotwein oder Eierlikörkuchen und trinke Kaffee. Auf einem englischen Blog habe ich vor einer Weile schrecklicherweise gelesen, dass in einigen Ländern Erdbeeren in der Schwangerschaft als No-go gelten. (In die könnte ich mich jedes Mal reinlegen. Immer. Aber in der Schwangerschaft ganz besonders: Bei Tjelle hatte ich ein paar Mal Sorge, ob es vielleicht eine Erdbeere werden würde, statt eines kleinen Jungen).

Noch etwas: Als ich auf einer Party vor einer Weile nach der Schale mit der Lakritze griff, hielt jemand meine Hand fest: Ob ich nicht wüsste, dass Lakritze in der Schwangerschaft absolut schädlich sei. Es könnte Stress beim Baby auslösen und außerdem Diabetes und Übergewicht. Davon hatte ich nun wirklich noch nie gehört. Das hatte auch nicht auf der Liste von damals gestanden, da war ich sicher. Ich habe mir auf den Schreck ein großes alkoholfreies Weizen bestellt, was ich ebenfalls sehr mag, bis mir einfiel, dass eine Freundin von mir während ihrer Schwangerschaften nicht mal einen Schluck alkoholfreies Bier getrunken hat – wegen der winzigen Menge Restalkohol.

Was bitte ist denn nun richtig? Verunsichert bin ich auch in dieser, immerhin meiner vierten Schwangerschaft. Dennoch versuche ich locker zu bleiben und auf mein Bauchgefühl zu hören. Ich habe den Frischkäseberg übrigens gegessen. Freue mich riesig auf die Erdbeeren. Lachs mag ich grad nicht mehr, Lakritz muss auch nicht sein. Und ich bleibe auch dieses Mal bei vegetarischem Sushi.

Und ihr? Auf was verzichtet ihr oder habt ihr verzichtet? Und auf was nicht? Ich bin sehr gespannt.

Alles Liebe,

Claudi