Ich fiebere jedem Mittwoch entgegen. Was für ein wahnsinnig gutes Marketing ist die Idee von Prime, jeweils nur eine Folge TSITP pro Woche auszustrahlen. Der Vibe hält wochenlang, die Aufregung steigt, alle, wirklich ALLE reden drüber. Ehrlich gesagt, habe ich angefangen, an den restlichen Wochentagen nochmal mit Staffel 1 zu beginnen…

Eine meiner Ausreden: Ich lerne dabei so viel über Romance.

Über Figuren, über Plot, über Easter Eggs. Außerdem macht die Serie mir einfach Spaß. Ist das normal? Mit Mitte, ne, eher Ende 40. Auf jeden Fall völlig okay, denn wer ist jemals auf die Idee gekommen, dass Teenie-Serien nur für Teenies sind. Nennen wir sie doch gar nicht erst so. Nennen wir sie Good-Feel-Serie. Warum ich womöglich so drauf abfahre…?

1. Die Serie enthält die Codes von Beverly Hills, aber mit einem modernen Twists. Sie beamt mich automatisch in  die Zeitz zurück, an der ich nachmittags Zeit hatte Serien zu bingen, obwohl das Wort damals noch nicht erfunden war. Das Tolle: Heute sind die Casts diverser, die Mädels selbstbewusster (also meistens), die Jungs vielschichtiger.

2. Ich bin obsessed mit all den wilden Theorien auf Instagram und Tiktok. All die Mädels, die sie Serie analysieren und Farbcodes entdecken (Conrad Rot, Jeremiah Blau: Kleider, Details – und diese eine rote Blume in der blauen Hortensie). Sowie die Theorie, dass Jeremiah für Belly ein Pool ist, inklusive Spaß, Conrad aber das Meer, weil alle wichtigen Szenen mit ihm am Meer stattfinden. Und das Meer ist weit und unendlich. Crazy,, wenn es echt beabsichtig ist. Aber zu offensichtlich, um Zufall zu sein. Auf jeden Fall genial, was Jenny Han da abliefert.

Total spannend: Endlich nehme ich nehme die Geschichte der Eltern als ebenso wichtig (und romantisch!) wahr.

3. Eine Tatsache, die ich mit 20 ausgeblendet hatte. Überlege glatt, nochmal in alte Serien zu schauen, um die Tatsache zu überprüfen, ob die damals auch schon eigene Plotlines hatten. Oder ist Storytelling in dieser Hinsicht tatsächlich vielschichter geworden? Haben sich die Eltern von Branda und Brendan gezofft, geküsst, geliebt? Ich habe keine Ahnung…

4. J und C sind süß, aber richtig heiß ist doch wohl Bellys Papa, oder nicht?

5. Dank der Serie reise ich zurück. In schöne Momente, in schreckliche. O man, bei allem Drama von heute vergisst man, wie wild die Dramen damals waren, oder? Ich schwanke zwischen “zum Glück bin ich groß..” und “bitte nur noch ein einziges Mal ungebunden und jung wie damals mit meinen Mädels auf eine Party gehen…” Ah, wär das cool. Dank der Serie kann ich es (ohne echte, anstrengende Dramen).

6. Es tut einfach gut. Gerade wenn in der Welt alles gefühlt gerade zerbricht: Das hübsche Haus, der hübsche Ort, die Kleider, die Blumen-Arrangements, die Kleider. Alles tut gut. Das zu gucken ist wie Hochglanz durchzublättern.

7. Ja, es ist eine RomCom. Und ja, es geht um eine junge Frau, die zwischen zwei Kerlen steht. Aber es geht auch darum, wie man mit Trauer leben kann. Es geht ums Fehler machen. Es geht um Teenager, die erwachsen werden und um Erwachsene, die erwachsen werden. Oder es eben nie wirklich sind.

8. Schönster Kommentar, den ich auf Threads gelesen habe: „I think it’s time we all come to grips with the fact that we are not in love with Conrad Fisher, a 25-year old fictional boy. We are in love with Jenny Han, a 44-year old very real, extremely intelligent and articulate woman.“

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Claudi