Warum ich keine Listen mehr brauche. Außer ein paar, die richtig Spaß machen (Werbung)

Mrz
24/20

Eigentlich wollte ich hier über etwas ganz anderes schreiben. Die Marke PILOT hatte angefragt, ob ich Lust hätte, ihre FriXion-Stifte vorzustellen und zu erzählen, wie ich unseren Alltag in diesem Jahr besser strukturiere. Ich habe sofort gedacht, ha, das passt. Ich bin eine Listen-Lady. Ich wollte euch gemeinsam mit Grafikerin Greta eine besonders hübsche Liste zum Ausdrucken zur Verfügung stellen, für alles, was uns täglich so durch den Kopf saust. Dann passierte etwas Seltsames. Gleich zu Beginn der Recherche, als ich „Listen“ googelte, blieb ich beim ersten Treffer hängen. Und war baff…

„Listen“ hatte ich eingegeben. Und was stand ganz oben: „Listen“, engl. für zuhören. Irgendwie fühlte ich mich sofort ertappt. Zuhören? Stimmt ja. ZUHÖREN! Im ersten Moment lachte ich laut über diese Doppeldeutung, die mir vorher nie aufgefallen war. Dann hatte ich ein schrecklich schlechtes Gewissen. Ich musste an den Vortag denken, als ich eigentlich ein Kunstwerk meines Sohnes bewunderte – aber nebenbei fix eine Mail schrieb. Ich dachte daran wie André mir abends etwas erzählt hatte – und ich nebenbei durch Instagram scrollte.

Ich erinnerte mich, dass mein Sohn mir vor den Ferien einen Zettel aus der Schule mitgebracht hatte, auf dem ein spannender Ausflug angekündigt wurde, ich aber nur mit einem Auge hinsah und kaum zuhörte, weil ich gerade im Kochbuch blätterte und über unser Essen am Wochenende nachdachte. Ich erinnerte mich, wie ich allerdings hektisch einen Zettel aus dem Zettelstapel zog, oben fett „Ausflug“ draufschrieb, mit zwei Ausrufungszeichen. Darunter: doppelte Brotdose (drei Ausrufungszeichen). Und: Busgeld. (Noch mehr Ausrufungszeichen.)

Von diesen Listen fliegen hier hunderte herum: Einkaufslisten, Besorgungslisten, Listen mit Gästen für die nächste Party, Listen mit Ideen für neue Projekte. Jetzt, wo mich ein simpler Googletreffer ertappt hatte, kam es mir vor, als hoben all diese Listen gemeinsam ab, vom Kühlschrank, von allen Küchenecken und Ablagen und begannen durch die Luft zu fliegen. Es kam mir vor, als sausten sie wie weiße Pferde in einem Kinderkarussell um mich herum – und streckten mir die Zungen raus. Ab und zu klatschte eine gegen meinen Kopf. Meine Listen machten sich über mich lustig – oder schlugen sogar zurück.

Plötzlich dachte ich: Wenn ich bloß aufmerksamer wäre, wenn ich nicht mehr versuchen würde, sieben Sachen auf einmal zu machen, bräuchte ich ganz sicher viele Listen nicht. Ich legte sofort los. Ich nutzte meine Handy wieder nur für eine bestimmte Zeit am Tag – und legte es ansonsten ganz oben ins Flurregal. Ich bat meine Kinder, mich für eine Weile anzustupsen, bevor sie mir etwas erzählten, quasi als Anschaltknopf, damit ich wirklich ganz da war. Sie fanden das super.

Ich fragte vorsichtig bei PILOT an, ob es okay wäre, wenn ich hier eine ganz andere Geschichte erzählen würde, als geplant war. Und sie sagten sofort ja. „Erzähl uns einfach deine Geschichte!“, meinten sie. Und ich sage euch: ein Unternehmen, dass genauso vielseitig und flexibel ist, wie seine tollen, radierbaren Stifte, das mag ich wirklich sehr, sehr gern! Meine Jungs sowieso, in der Schule sind die PILOT FriXion tatsächlich begehrtes Sammelobjekt. Praktisch in dieser Zeit: seit kurzem gibt es auch einen Webshop, schaut mal hier: www.pilotpen.de.



Wenn jetzt Ideen kamen, machte ich mir öfter mal einen Tee und setzte mich kurz hin, um den Ideen im Kopf Raum zu geben. Und wirklich: Die guten Einfälle für neue Projekte waren später auch ohne Listen noch da. Die bleiben nämlich im Kopf. Nur zwei Listen habe ich noch immer: einen gemeinsamen Familien-Kalender im Handy – und unsere gemeinsame Einkaufsapp. Mehr nicht. Ich fühlte mich total befreit. Weniger gehetzt. Ich suche nicht mehr ständig hektisch nach irgendwelchen Listen. Ich habe keine Angst mehr, dass mein halbes Leben aus Versehen im Müll gelandet sein könnte. Ich höre viel mehr, weil ich zuhöre. Ich habe plötzlich Zeit, für, ihr glaubt es nicht: schöne Listen.

Das zweite, was ich nämlich noch gegoogelt hatte, war Bullet Journal. Für mich ist die schöne Methode leider nichts, viel zu viel Listenalarm. Aber ein paar Ideen finde ich super: Eine Trinkliste zum Beispiel – weil wir alle mehr Flüssigkeit zu uns nehmen wollen. Und eine Filmguckliste (mein großer Sohn und ich haben gleich eine mit Kinderfilmen angelegt). Diese Listen machen Spaß, mit den schönen FriXion Ball Stiften (gibt es in den Minenstärke 0,5 und 0,7), den FriXion Finelinern und den FriXion 2 Go gleich nochmal viel mehr. Und weil sich alles tollerweise wegradieren lässt, macht es auch Spaß, sich an schwerere Kunstwerke zu trauen. Und ja, ich finde diese Listen sind so hübsch, dass sie im Rahmen an die Wand dürfen, sehr sinnvoll – aber falls sie mal abheben und davonfliegen, ist es auch nicht schlimm. Dann zeichnen wir einfach neue.

Und ihr? Listenlady? Oder längst kein Listenalarm mehr?

Alles Liebe,

4 Kommentar zu “Warum ich keine Listen mehr brauche. Außer ein paar, die richtig Spaß machen (Werbung)

  1. Christina Lang on 24. März 2020 at 13:04 geschrieben

    Liebe Claudi,

    Spannend dieser Beitrag….da ich selber niemals über dieses Thema schreiben würde, weile ich überhaupt keine Listen führe 😂.
    Liebe Grüsse aus der Schweiz !
    Christina

  2. Doro on 24. März 2020 at 15:34 geschrieben

    Liebe Claudi,
    sehr schöne Idee mit der Doppeldeutung von “Listen”. Und ich gebe dir Recht. Mich legen zu viele und vor allem zu lange Listen eher lahm als dass sie mir helfen würden.
    Aber (oder gerade deswegen) kann ich mir eine Anmerkung zum Thema Bullet Journal nicht verkneifen. Kennst du das Original Buch über die Bullet Journal Methode von Ryder Carroll? Die Methode von Bullet Journal zielt im Original nämlich auf was ganz anderes ab als viele schöne Listen, die man beim Googlen findet. Ich habe das Buch (in Englisch) super gerne gelesen und bei mir im Bullet Journal gibt es keine einzige schöne Liste 😉

    • Claudia on 25. März 2020 at 09:06 geschrieben

      Danke dir, das Buch habe ich mit auf meine „Will-ich-lesen“-Liste gepackt.
      Ganz genau habe ich mich damit nämlich noch nicht beschäftigt.
      Wirkte auf mich bloß auf den ersten Blick ziemlich anstrengend. Danke für den Tipp!
      Alles Liebe,
      Claudi

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