Wenn es draußen dauernd dunkel und nasskalt ist, wenn Hände und Füße immer klamm sind, weil sich die Wärme aus unserem Alltag geschlichen hat – dann sind dampfende Eintöpfe wie eine tröstende Umarmung gegen Herbstherzschmerz und Winterblues. Was gibt es Schöneres, als einen großen Topf, der auf dem Herd leise blubbert, während Duftschwaden durch den Raum ziehen? Und dann der erste Löffel, der sofort wohlige Wärme in unser Innerstes schickt, der den Trübsinn vertreibt und dieses wohlige Gefühl im Bauch und Herzen macht. Mit diesen drei köstlichen One-Pot-Rezepten kommt ihr jedenfalls gut durch die Dunkelzeit…

Vegetarische Herbst-Minestrone à la Jamie

Eigentlich hat sich Jamie Oliver aus meinem Küchenalltag fortgestohlen und Ottolenghi ist jetzt mein persönlicher Herd-Held. Aber dieser Minestrone aus Olivers Italien-Kochbuch bin ich treu ergeben – wenn ich den Italo-Eintopf das erste Mal koche, weiß ich: Jetzt ist unwiderruflich Herbst. Aber dann tröstet dieser One Pot mich so gut, dass ich meist doch Lust auf die Muckelig-Zeit bekomme. Müsst ihr probieren!

Davon werden 4 bis 6 Erwachsene satt:

200 g weiße Bohnen (ich nehm gern Canellini aus der Dose)

1 Lorbeerblatt

Meersalz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Olivenöl

2 kleine rote Zwiebeln, fein gehackt

2 Möhren, geschält und gehackt

2 Stangen Staudensellerie, geputzt und gehackt

1/2 Fenchelknolle, geputzt und gehackt

3 Knoblauchzehen, geschält und fein gehackt

1 kleines Bund Basilikum, die Blätter abgezupft, die Stängel in kleine Stücke geschnitten

800 g Eiertomaten aus der Dose

2 kleine Zucchini, längs geviertelt und in Scheiben geschnitten

1 Glas Rotwein

200 g Mangold oder Spinat, gewaschen und mit den Stielen in grobe Stücke geschnitten

gut 550 ml Gemüsebrühe

50 Gramm Spaghetti

bestes Olivenöl, zum Servieren

Parmesan am Stück, zum Servieren

Und so geht’s

Die Bohnen abtropfen lassen, mit Salz und Pfeffer würzen und mit einem Spritzer Öl vermischen.
Dann in einem Topf einen kräftigen Schuss Öl erhitzen. Das gehackte Gemüse, den Knoblauch, das Lorbeerblatt und die Basilikumstängel bei niedriger Temperatur und mit halb aufgelegtem Deckel etwa 15–20 Minuten darin dünsten, bis die Zutaten weich sind, aber keine Farbe bekommen. Die Dosentomaten, die Zucchini und den Wein hinzufügen und alles sanft köcheln lassen.

Nach 15 Minuten den Mangold oder Spinat, die Brühe und die Bohnen dazugeben. Dann die Spaghetti in kleine Stücke brechen und zu der Minestrone geben und kochen lassen, bis die Pasta gar ist. Wem die Minestrone noch zu dickflüssig ist, der fügt noch ein wenig Wasser hinzu. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, dann mit den Basilikum-Blättern, ein paar Spritzern Olivenöl und frisch geriebenem Parmesan servieren.

Köstliches Schokogulasch mit Tagliatelle

Okay, streng genommen braucht man für dieses Gericht zwei Töpfe: Einen fürs Rindergulasch und einen für die Tagliatelle. Da aber das Schmorgericht die Hauptrolle spielt – und man es auch ohne weiteres einfach so essen kann – darf es sich bei den One-Pot-Lieblingen einreihen.

Das Rezept stammt übrigens ursprünglich von Claudis Freund Holger und findet sich auch in ihrem wunderbaren Kochbuch “Hungrig am Strand” wieder, in dem sie über 130 All-time-favorite-Rezepte von ihren vielen Reise zusammengetragen hat. Und: Im Buch verrät Holger sogar noch seine Spezial-Gulasch-Gewürz-Mischung… Ihr könnt es hier bestellen – wie auch Claudis erstes Familien-Kochbuch “Barfuß in der Küche” (hier): Allerschönste Fotos und Geschichten plus jede Menge Leckereien zum Nachkochen und -backen. Sind beide bei uns hoch im Kurs!

Das braucht ihr für 4 Gulasch-Fans:

800 Gramm Rindergulasch

150 Gramm Butterschmalz

3 EL Gulaschgewürz

8 weiße Zwiebeln

2 Knoblauchzehen

8 rote Paprika

1 rote Chilischote (nach Geschmack)

1 Tube Tomatenmark (200 Gramm)

1 Dose stückige Tomaten

600 ml Rinderbrühe

125 ml trockenen Rotwein

70 Gramm Bitterschokolade (mindestens 70 Prozent)

2 EL Kirschkonfitüre

3 Nelken

3 Lorbeerblätter

6 Wacholderbeeren

1 EL Zucker

1 TL Salz

1/2 TL Kümmel

Abrieb von einer Bio-Zitrone4 Pimentkörner

500 Gramm Tagliatelle

Und so geht’s:

Zwiebeln schälen und vierteln, den Knoblauch fein hacken. Paprika waschen, entkernen und grob stückeln. Kerne aus der Chilischote entfernen und Schote klein hacken.

Die Zwiebeln in einem großen (Schmor-)Topf in einem Drittel des Butterschmalzes glasig dünsten. Die Tube Tomatenmark zu den Zwiebeln geben und kurz mit anschmoren. Mit einem Schuss vom Rotwein ablöschen. Die gestückelten Tomaten und die Paprikawürfel dazugeben und köcheln lassen. Damit das Gulasch schön zart wird, die Stücke in zwei Runden in Butterschmalz und einem Schuss Öl in einer Pfanne scharf anbraten. Es sollte richtig gut duften. Bei jeder Runde eine Hälfte der Gulaschgewürzmischung mitanbraten – die Menge sollte am Ende aufgebraucht sein. Das Fleisch mit in den Topf geben.

Die Lorbeerblätter, Wacholderbeeren, Kümmel, Nelken, gehackte Chilischote und Piment mit in den Topf geben. Den Abrieb der Zitronenschale ebenfalls zufügen. Dann die Schokolade in den Topf bröckeln, restlichen Rotwein, Kirschkonfitüre, Zucker und Salz dazugeben. Bei mittlerer Hitze etwa eineinhalb Stunden schmoren lassen.

Tagliatelle nach Packungsanweisung kochen und mit dem herrlich duftenden Gulasch servieren. Sooo unglaublich lecker, dafür bin ich liebend gern Flexiatrier…

Marokkanische Tajine mit ganz viel Gemüse und getrockneten Aprikosen

Diese Tajine wurde aufgetischt, als mein Mann und ich, der damals noch mein sehr frischer Freund war, das erste Mal mit unseren französischen Freunden aßen. Unser Freund S., Gourmet durch und durch, hatte gerade mit spürbarem Entsetzen realisiert, dass mein Neuer Vegetarier war – und weder für Fleisch noch Fisch zu begeistern. Als Kompromiss gab es dann diese wunderbare Tajine, in der niemand auch nur eine Sekunde etwas vermisste. Und die seitdem schon diverse Male auf dem Tisch stand, wenn wir uns treffen. Wahrscheinlich war diese Tajine auch der Auftakt zu meiner bis heute anhaltenden Liebe für die Aroma-Küche, die sich auchbei Ottolenghi und Co findet. Könnte ich mich reinlegen!   !

Reicht für 6 Personen

1 Prise Safranfäden

4 Knoblauchzehen

1 Stück frischer Ingwer (ca. 4 cm)

Olivenöl

1 TL gemahlener Kreuzkümmel

½ TL gemahlener Zimt

1 TL Ras el-Hanout

1 EL Tomatenmark

2,5 kg gemischtes Gemüse nach Belieben, z.B. Auberginen, Zucchini, Karotten, Kirschtomaten, rote Zwiebeln, Kürbis, Bunte Bete, geputzt und in etwa gleich große Stücke geschnitten

1 Dose Kichererbsen

100 Gramm getrocknete Aprikosen

Abrieb einer Bio-Zitrone

300 g Couscous

½ Bund gemischte frische Kräuter, wie Dill, Minze, Petersilie, Koriander

20 Gramm Mandelblättchen

Den Safran in einem Messbecher mit 500 ml kochendem Wasser übergießen und ziehen lassen. Knoblauch und Ingwer schälen und fein schneiden. In eine große Pfanne geben, 2 Esslöffel Öl sowie Kreuzkümmel, Zimt und Ras el-Hanout dazugeben und bei mittlerer Temperatur erhitzen. Das Tomatenmark unterrühren und ein paar Minuten anschwitzen, dann das Safranwasser dazugießen. Das Gemüse nach und nach in die Pfanne geben. Die Kichererbsen samt Flüssigkeit in die Pfanne geben, die Aprikosen und den Zitronenabrieb hinzufügen und alles mit Meersalz und schwarzem Pfeffer würzen. Zum Kochen bringen und zugedeckt bei schwacher Hitze ungefähr 45 Minuten garen, bis das Gemüse zart ist. Gelegentlich umrühren.

Wenn das Gemüse fast gar ist, den Couscous mit kochendem Wasser bedecken und mit Salz und Pfeffer würzen. Mit einem Teller zudecken, 10 Minuten quellen lassen, dann mit einer Gabel auflockern. Die Kräuterblätter abzupfen, die Mandelblättchen rösten. Die Tajine und den Couscous auf Teller verteilen und mit Mandeln und Kräutern garnieren.

Dazu schmeckt Naturjoghurt, wer mag, noch mit Harissapaste verrührt.

Was sind eure liebsten Eintöpfe im Winter?

Fotos: Shutterstock (1&3), WASFÜRMICH

Alles Liebe, lasst es euch schmecken!

Katia