Warum wollen wir es immer perfekt? Die perfekte Mama sein, ein perfektes Haus haben, einen perfekten Job machen? Perfekt aussehen. Warum? Wenn ich anfange, mir darüber Gedanken zu machen, komme ich ins schlingern. Denn: Perfektion gibt es nicht. Einfach, weil niemand auf dieser Welt gleich ist. Wie sollte es da einen bestimmten Weg geben, etwas zu tun, oder eine bestimmte Art zu sein? Unser Bild von Perfektion modellieren wir uns selbst in unseren Gedanken – oft genug platzt es wie eine zu dicke Tonfigur im Brennofen. PENG! Dieses Jahr ist mein Peng…

Ich bin in diesem Jahr mutiger geworden menschlicher zu sein. Im Alltag, aber auch auf meinen Social Media Plattformen. Ich habe mich verabschiedet von der Idee eines perfekt gefilterten Feeds mit ausnahmslos perfekten Fotos. Ich habe angefangen mich zu trauen, meine Geschichten zu erzählen, auch wenn mir ein optimales Bild fehlte. Dieses Jahr ließ mir anfangs keine Zeit für Perfektionismus. Zum Ende hin habe ich gelernt, dass es mir ohne besser geht. Und ich schicke ihn immer öfter weg.

Übrigens bedeutet mein Anfreunden mit dem Unperfekten nicht, dass mir alles total egal ist. Natürlich überlege ich, was ich veröffentliche. Möchte alles möglichst schön und gut machen. Aber ich bin mir selbst nicht mehr so böse für kleine Rechtschreibfehler, Tischdeckenfalten, Eiterpickel, Doppelkinn. Ich habe angefangen, mich nur noch mit mir selbst zu vergleichen. Meine Arbeit jetzt mit der von vor einem Jahr zum Beispiel. Und mich – wenn überhaupt – nur noch in dieser Hinsicht zu perfektionieren.

Wir machen alle Fehler. Ich allein heute Morgen in Sachen perfekte Mutter mindestens drei, in Jobdingen mindestens zwei. Allen anderen geht es mit Sicherheit genauso. Bewusst wird mir das immer, wenn ich anfange über mein Unperfektsein zu sprechen, sogar in eigentlichen Small-Talk-Situation. Die Temperatur im Raum wird sofort ein paar Grad wärmer. Das Lachen eine Frequenz tiefer. Es entsteht Verbundenheit – und alle fühlen sich sichtlich besser.

Als wir in diesem Jahr die Fotos für unsere Weihnachtskarten gemacht haben, mal eben schnell schnell, alles um uns herum hektisch, wie so oft, zweifelten die Fotografin und ich kurz, ob da was dabei war. Die Fotografin war übrigens da, um Fotos für den Blog und den WASFÜRMICH-Shop zu machen, so ganz andere Dinge.

„Ich fürchte, dass müssen wir wiederholen…!“ meinte sie. Ich stöhnte. Wir hatten noch so viel mehr auf der Liste. Die Kinder keine Lust mehr. Ich auch nicht. „Meinst du…?“, seufzte ich. Sie nickte.

Ich schaute mir die Fotos am Laptop an und dachte zuerst: „Ja, verdammter Mist. Das müssen wir wiederholen.“ Dann schaute ich genauer und sah so viel mehr, als die leichte Unschärfe, mein kleines Doppelkinn, meinen seltsam illuminierten Busen und mein wegrennendes Kind. Ich sah uns ganz echt. Unperfekt – aber für mich perfekt. Ich sah unser echtes Lachen, weil es nun mal brüllend komisch war, sich für ein Foto gemeinsam in eine Lichterkette einzuwickeln. Ich sah die Kälte, das abnehmende Licht in der Scheune, das Gehampel, das Gemotze über die Mützen und natürlich meinen Jüngsten, der wie so oft auf der Flucht war.

Ich sah uns und unser wildes Leben und dieses verrückte Jahr und meinte: „Das nehmen wir genau so.“ Ich glaube, es ist meine allerliebste Weihnachtskarte überhaupt.

Bestellt habe ich sie übrigens mal wieder bei Rosemood. Ich mag alles an denen: Die Designs, die Vorlagen, das Papier und den Service. Ganz automatisch guckt bei denen sogar immer nochmal ein Layouter drauf und perfektioniert die Karte, wenn man es nicht ausdrücklich nicht möchte. Das kommt der Perfektion dann doch ganz schön nah. Ich habe gefragt und darf euch mit dem Code WASFUERMICH10 bis zum 3.12.20 zehn Prozent auf alles bei Rosemood geben – also auf Karten, Kalender, Fotobücher, Notizhefte und Fotodrucke. Und drüben bei Instagram seht ihr noch ein paar mehr schöne Geschenkideen von Rosemood.

Und ihr so und die Perfektion? Seid ihr Freunde?

Claudi