Mein Sohn ist neuerdings ständig unterwegs. Selbst wenn er auf dem Sofa liegt, treibt er sich herum. Streckt die Zunge raus für Snapchat, verschickt Bilder mit diesem Männerfilter. Die Nachricht saust ins Worldwideweb, weg von uns, immer weiter weg. Ich habe ein bisschen Liebeskummer. Ich bin eine Mama mit vielen eigenen Projekten  – dennoch will ich uns wieder zusammenbringen, zumindest ab und zu. Ist Essen nicht immer die Lösung? (Vor allem für einen Teenager-Jungen…)

Ich liebe gutes Essen. Ich habe drei Kochbücher geschrieben und unsere Familienessen waren mir heilig. Viele Jahre habe ich sie wie in der Miracoli-Werbung romantisiert, selbst wenn gleichzeitig eine Apfelschorle umkippte, eine Löffel Bolognese auf der Tischdecke landete, ein Erwachsener motzte und ein Kind anfing zu weinen. Beim gemeinsamen Essen rieben wir uns an- und gegeneinander, Energie wurde freigesetzt. Diese Esssen haben uns gewärmt.

Unsere gemeinsamen Essen waren unser Lagerfeuer.

In den letzten Jahren sind unsere gemeinsamen Essen immer seltener geworden – und damit auch der damit verbundene Austausch. Der Hauptgrund ist ein schöner, denn meine Kinder machen sehr viel Sport, sind offen für alles, haben viele Freunde.

Leider startet das Training für die Älteren spät, sie sind lange unterwegs. Weil wir sehr weit draußen, muss einer von uns (fast) immer bringen und abholen.  Es gibt leider viele Abende, in denen ich den Kleinen schnell ein Brot schmiere, das sie essen, während ich Taxi fahre. Doof, aber ich habe leider keine Lösung dafür, wie es in der Woche anders aussehen könnte. In meinem Kummer hab ich jetzt den Sonntag im Visier. Ein Abend, an dem in der Regel weder Turniere, noch Sit-ins oder Housies stattfinden. Die Wahrscheinlichkeit, das wir alle zuhause sind, ist groß.

Der Plan: Aus unseren Essen ein Event machen.

In der Hoffnung, dass es uns zurück an einen Tisch bringt und wieder näher zusammen. Und dass es die Basis sein könnte, für etwas, das die Kids auch später noch gern nach Hause kommen lässt. Weil diese Abende ein Ritual sind.  Weil man  vielleicht auch trainieren muss, zusammen eine gute Zeit zu haben. Ich möchte, dass wir zusammen zu kochen und uns auszutauschen. Zwei mal haben wir es bereits gemacht, ich plane gerade den kommenden Sonntag. Bisher gab es einen Burger- Abend und einen Michael- Abend (erst sein Lieblingsessen, dann der Film).

Es war wild, es war schön – und wir haben noch einiges zu üben. Und das passende Poster gibt’s im Wasfürmich-Shop.

PS. Kocht (und esst) ihr als Familie regelmäßig zusammen? Ich bin gespannt. Habt ihr Tipps?

Claudi