Ich hoffe, ihr hattet schöne Weihnachten? Und eine schöne Pause, falls ihr eine hattet oder habt? Meine geht noch bis Montag, aber heute Morgen hat es so in meinen Fingern gekribbelt, dass ich die Stimme, die Pause! Pause! Pause! in meinem Kopf gerufen hat, ignoriert und mein Laptop geöffnet habe. Hier bin ich, gefühlt bereits jetzt ziemlich gut erholt und mit viel Lust aufs neue Jahr. Falls ihr also mögt, hier ein paar spontane Schnipsel von unseren Feiertagen…

In Hamburg starteten die Ferien dieses Mal beinahe eine Woche vor Heiligabend.

Und obwohl ich das erst seltsam fand, fand ich es dann richtig gut. Die Kinder waren total durch von der Schule und den vielen Klausuren und ich von der emotionalen Begleitung. Ich weigere mich weiterhin, das Schulmanagment für meine Kinder zu übernehmen, dennoch frage ich ab, und fiebere und leide mit. Wie viel Kraft es kostet, drei Kinder durch die weiterführende Schule zu begleiten, habe ich wirklich unterschätzt. Von daher war die Freude auf die freien Tage riesig…

Für mich starteten die Ferien mit einem Wochenende in der Heimat, mit vielen Emotionen, guten und traurigen und wütenden, aber vor allem mit viel Zeit mit Freundinnen aus der Abizeit, einer Geburtstagsfeier und unserer alljährlichen Mädels-Weihnachtsfeier und das war so, so schön. Ich habe mich total gefreut, dass es in meiner Heimatstadt jetzt eine tollen Ort wie Woodlands gibt, eine Mischung aus Beachclub und Bar, eine OpenAir-Location, aus Holz und Containern gebaut, mit Mini-Festival-Atmosphäre. (Hab gleich für Schallschutz gespendet.)

Zur Weihnachtszeit war alles mit Tannen und Lichtern geschmückt und wir haben mit vielen anderen eingemummelten Menschen gegen 18 Uhr mit weißem Glühwein in der Hand und Atemwölkchen vor den singenden Mündern zu Hits der 90er getanzt. Auf der kurzen Strecke zwischen zwei Locations lag ich anschließend in meiner weißen Kuscheljacke auf den Schößen meiner Freundinnen auf der Rückbank im Auto, weil nicht genug Platz war und dachte: Wir können es noch. Wir können noch loslassen und ein bisschen verrückt sein. Das war vielleicht mein schönstes Geschenk.

Als mein Mann mich zurück zuhause fragte, wie es war, krächzte ich heiser “Wunderschön.”

Props gehen raus an meine Freundin, die zwei von uns kurz vor Heiligabend immer so herzlich aufnimmt in ihr Heim, obwohl ihr Family-Business nebenbei weiterläuft. Chapeau dafür, echt. Und große Dankbarkeit.

Heiligabend waren wir wie immer in der Kirche, ich etwas enttäuscht, weil wir einen Sitzplatz ohne Sicht hatten (unsere Schuld) und es in der Predigt um vegane Fleischersatzprodukte ging. Ich fand das modern und den Pastor cool und dennoch saß ich unzufrieden da und ärgerte mich und fragte mich warum. Erst hinterher wurde es mir klar: Ich gehe Weihnachten in die Kirche, um mich aus der Realität in die Festivität zu beamen und das ging nicht mit einer Diskussion um Fleischersatzprodukte. Er hat danach noch drei Anekdoten aus seinem Leben erzählt, die fand ich schön und wesentlich weihnachtlicher. Dennoch hab ich mir geschworen, die Kirche nächstes Jahr zu kippen, beziehungsweise um 14.30 Uhr zum Krippenspiel zu gehen.

Überhaupt war es ein Weihnachten, in den alte Traditionen und Rituale und neue Wünsche und Bedürfnisse miteinander rangelten, Kekse backen zum Beispiel löste keine allgemeine Begeisterung mehr aus. Zum Glück blitzt aber auch bei mir immer öfter das Gefühl auf, dass ich mit einigen Dingen durch bin. Ich, beziehungsweise wir, hatten all die Kleinkinddinge, die kann mir niemand mehr nehmen, ich hab sie im Herz- und im Fotoordner abgeheftet, aber jetzt es dürfen neue Rituale und Erlebnisse kommen und wir müssen nicht krampfhaft an Altem festhalten.

Ich hab zum Beispiel größtenteils mit mir allein Kekse gebacken und dabei laut Rolf Zuckowski gehört.

Ab und zu kam jemand dazu, hat ein paar Schweine ausgestochen, ein anderer kam rein und hat sich gefreut, wie gut es duftet, das hat mich gefreut. Alles kann, nichts muss. Die einzige Konstante ist die Veränderung. Beim Tannenbaumkauf waren wir dagegen alle dabei und haben wie immer über den schönsten Baum gestritten. Der Baum war definitiv der schönste, den wir je hatten (psst, sage ich jedes Jahr).

Ganz besonders schön waren die vier gemeinsamen Frühstücke, an hübsch gedecktem Tisch mit Kerzen und Weihnachtswurst und Fleischsalat. Das schaffen wir meist nur noch im Urlaub, um so schöner, das mal wieder zuhause gehabt zu haben. An Heiligabend haben wir einen neuen Weihnachtsdrink gemixt (ein Punch mit Cranberry und Mandarinensaft plus Gin) und alle, die Alkohol dürfen, haben entschieden, dass der ein neues Ritual wird. Für nächstes Jahr würde ich gern noch Karaoke einführen, weil ich das bei einer Freundin so cool fand. So ändert sich alles und bleibt dennoch schön. Wir hatten sehr entspannte Weihnachten – ich bin sehr dankbar dafür.

Ich hab versucht ein paar Apps zu kündigen.

Typisch Jahresende und mich dabei erschrocken, weil die App Videoleap, die auf meinem Appleaccount bereits als gekündigt auftauchte, weiterhin abgebucht wurde. Es hat mich mehrere Versuche und etliche Wutausbrüche gekostet, bis ich herausgefunden habe, dass sie offensichtlich doch noch nicht gekündigt war. Ist doch crazy, über wie viele Dinge man inzwischen Abos laufen hat: über Apple, Google oder per Mail. Also guckt ruhig noch mal kurz in eure Abbuchungen, ob ihr auch noch irgendwas loswerden wollt.

Ich hab endlich mal wieder einen richtig schönen Weihnachtsroman gelesen und außerdem Emily Henry. Jetzt hab ich endlich noch das hier hier liegen und freue mich auch auf das. Außerdem hab ich als Spätzünderin endlich die Lust an Dokus entdeckt. Ich liebe die Disney-Doku über die tolle Taylor Swift, so inspirierend. Mit André zusammen hab ich die Prime-Doku über Hugh Hefner geguckt, ja, ich weiß…. Haha. Aber wie der am Küchentisch mit Schere und Kleber sein eigenes Magazin zusammengeschnippelt und die erste Ausgabe komplett selbst geschrieben hat, imponiert mir trotz allem sehr.

Auch wie ehrlich er zugibt, dass er einfach kein Familienmensch war und wie nett seine Tochter dennoch über ihn spricht. Ob es okay ist, seine Sekretärin, die gleichzeitig die Geliebte wa, in einer reinen Männer-Mini-Redaktion zu überreden/überzeugen, sich fürs Heft nackt auszuziehen, haben wir hier lange als Paar diskutiert. Spannend auf jeden Fall. Mein neues Lieblingskissen, ein Weihnachtsgeschenk, gibt`s übrigens hier.

Hach, so viel in nur zehn Tagen. Das tat und tut gut.

Und jetzt bin echt gespannt, wie war/ist es bei euch?

Rutscht gut rein!

Claudi