Ich hab mich geärgert. Dass ich ihn nicht geschnappt, auf ein Blatt Papier gelegt und drumherum gezeichnet habe, als er frisch geboren war. Jetzt ist er schon acht Monate und so groß und schnappt mit zwei kleinen Zähnen nach mir. Schon jetzt lese ich manchmal die Sätze, die ich ganz am Anfang über ihn aufgeschrieben habe. Und trotzdem kann ich mich nicht mehr erinnern, wie klein Tjelle wirklich war. Da entdeckte ich bei Instagram Evelina und Gustav und ihre geniale Baby-Print-Idee…
Bild, Babyzimmer, Baby
Ein Poster mit einem Baby, schwarzweiße Illustration, grafisch und schön schlicht, macht sich toll an der Wand. Und: Hat exakt Tjelles Maße bei der Geburt. 51 Zentimeter, 3375 Gramm plus Geburtsdatum und Zeit, steht hübsch unauffällig auch noch mal unten drunter. Was für eine bildschöne Erinnerung. Was für eine Oberknaller-Geschenkidee. Überhaupt – was für eine brilliante Idee! Ich konnte nicht anders und hab Evelina kurz noch ein paar Fragen zu ihrem schönen The Birth Poster gestellt….
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Wasfürmich: Evelina, mag es in Sachen Baby eigentlich grad jeder so schlicht oder nur ich?
Evelina: Viele mögen das, oh ja. Wir wollten weg von diesem Süßen, dieser Cuteness, hin zu etwas Minimalistischem. Hin zum Design. Jeder macht sonst in rosa und hellblau. Wir nicht. Wir möchten, dass unsere Baby-Prints im Wohn- und im Kinderzimmer hängen können. Wir bieten aber vier verschiedene Illustrationstypen für unsere Prints an. Guck mal, hier, diese Variante sieht doch ein bisschen so aus, als hättest du doch selbst mit dem Stift um dein Baby drumherum gezeichnet, oder?
Wasfürmich: Kein Stück. So toll hätte das nie ausgesehen. Apropos, wie seid ihr eigentlich auf die Idee gekommen?
Evelina: Meinem Freund Gustav schwirrte die Idee schon lange im Kopf herum: die tatsächliche Länge eines Neugeborenen Babys auf einem Poster. Dieses Wunder. Festhalten für immer. 2013 hatte ich gerade eine Stelle bei einer großen Firma in Stockholm angenommen, was mit Finanzen. Stinklangweilig. Eines nachts saß ich da, völlig frustriert und fragte Gustav, wie das noch mal gewesen war, mit dieser Babyposter-Idee. „Lass uns das machen“, sagte ich und räumte den Schreibtisch frei. „Bitte jetzt sofort.“
Wasfürmich: Echt jetzt? So war das?
Evelina: Ja, ganz echt. Ich hab schon immer gern illustriert und sofort angefangen, Babys zu skizzieren. Nach etwas zwei Monaten hatte ich einen Entwurf, der genau das traf, was Gustav und ich uns vorgestellt hatten.
Wasfürmich: Und dann? Wie ging es weiter?
Evelina: Wir haben unseren Babyprint online angeboten. Das war 2013. Nach ein paar Wochen fing das Geschäft regelrecht an zu explodieren. Plötzlich berichteten alle schwedischen Mama-Blog über uns, ohne das wir irgendetwas dafür getan hatten. Die fanden einfach gut was wir machen. Da haben wir zum ersten Mal geahnt: Das hier könnte etwas verdammt Großes werden.
Wasfürmich: Und dann?
Evelina: Nach einer Weile haben Gustav und ich beide unsere Jobs gekündigt und unser eigenes Studio, Schmeck Studios, gegründet und ich habe angefangen Illustration in Stockholm zu studieren.
Wasfürmich: Ihr seid ein Paar und arbeitet zusammen. Sag mal ehrlich, nervt das nicht?
Evelina: Kein Stück. Wir haben aber viele Sachen aufgeteilt, so dass wir uns nicht den ganzen Tag sehen. Einer macht das, der andere das. Das klappt super – im Herbst wollen wir heiraten. Die Prints sind unser Baby – mal sehen ob es irgendwann auch echte gibt.
Wasfürmich: Habt ihr noch mehr Pläne?
Evelina: Oh ja, bald machen wir noch einen zweiten Onlineshop auf, mit einer neuen Idee. Ich bin ja so gespannt, ob ihr alle das auch mögt.

Evelina, sag mir auf jeden Fall bescheid, wenn es so weit ist!
Danke für deine Zeit.

Und euch eine schöne Rest-Woche!

Claudi