Sind die goldenen Jahre bald vorbei? Wie es wohl so ist, wenn die Kinder groß sind…

Okt
17/18

Manchmal frage ich mich, wann ich sie am meisten vermissen werde. In den lauten Momenten, wenn ich nach Hause komme und sie schon da sind, Bibi Blocksberg hören und Keyboard spielen und sich streiten und mir alle auf einmal von ihrem Vormittag erzählen wollen. Oder in den ganz leisen, wenn ich mich abends noch einmal an ihr Bett schleiche, auf Sockenzehenspitzen, sie zudecke und ihnen ein weichen Wangenkuss gebe…
Kinder vermissen, wenn die Kinder ausziehen
Nur dreimal plinkern und auf ihren Wangen wächst ein Dreitagebart. Auf jeden Fall werden sie irgendwann nicht mehr im Zimmer nebenan liegen, sondern im Zimmer sonstwo, und André und ich müssen nicht mehr schleichen und Bibi Blocksberg hören oder Keyboardgeklimper. Manchmal freue ich mich drauf. Weil wir beide dann endlich mal wieder in Ruhe herumliegen können, im Garten, im Bett – oder vielleicht sogar an wunderschönen Orten auf der ganzen Welt. Im nächsten Moment habe ich Angst. Weil ich nämlich gerade verdammt glücklich bin (und müde und manchmal wütend). Weil ich das Gewusel liebe. Weil ich irgendwie Angst vor der vielen Ruhe habe, obwohl ich mich doch oft danach sehne.

Auf Blogs, besonders auch auf Instagram werden die Kleinkindjahre glorifiziert. Hashtags wie #dontgrowupsofast und #unseralltagistihrekindheit (32,6 k Einträge) geben mir das Gefühl, ich hätte jetzt noch ein paar Jahre Spaß und das wars. Wie wird es sein, wenn die Kinder groß sind und ausgezogen? Alles nur noch halbschön? Werde ich herumlaufen mit Leere im Bauch, den Kopf dauerhaft voll von Vermissung? Runtergezogenen Mundwinkeln? So schön wie ich es derzeit finde, das finde ich traurig. Als ich vor einer Weile diesen Eintrag bei Instagram postete und mit Leserinnen in den Kommentaren überlegte, ob es sie wohl gebe, die goldenen Jahre, wusste ich, dass ich das gern herausfinden würde. Eine Zeitmaschine zum Vorwärtsbeamen habe ich nicht, zum Glück, daher habe ich einen Aufruf in den Instagram-Stories gestartet und Frauen mit älteren Kindern nach ihren Gefühlen gefragt. Das Feedback war unglaublich.

Erste Einsicht: Das Ausziehen kommt zum Glück nicht Holterdipolter, sondern nach und nach – selbst wenn Kinder von einem Tag auf den anderen ausziehen. Davor werden sie langsam eigensinniger, eigenständiger, eigenartiger. Aus Mutter und Vater und Kindern wird im besten Fall eine WG, Regeln gibt es – aber nicht immer haben beinahe erwachsene Kinder Lust, sich an sie zu halten. Wenn sie dann gehen, kann es für alle Beteiligten oft auch eine Erleichterung sein, haben mir gleich mehrere Mütter erzählt. Weil sie eben nicht zuckersüß, direkt aus dem Laufstall auf wackeligen Beinen loslaufen, sondern groß und verschwitzt und dreitagebärtig und vielleicht sogar motzig und mürrisch. Mit ganz vielen eigenen Lebensideen im Kopf. Was sagte mir eine Leserin: „Die WG aus jungen Erwachsenen und 50jährigen Eltern ist oft einfach zu interessenverschieden.“ Weiter sagt sie: „Also haben wir sie früh gehen lassen. Ich könnte mir vorstellen, dass das uns gefühlsmäßig wieder näher gebracht hat…“

Zweite Einsicht: Es wird Wehmut geben. Aber er ist (hoffentlich) gepaart mit Freude. Mit schönen Erinnerungen sowieso. Hoffentlich auch mit einem guten Verhältnis mit den Ausgezogenen. Wie nennt man das dann? Vielleicht Freumut. Freude darüber, was aus den Kindern geworden ist. Freumut, die Mischung aus Wehmut und Freude, schließt auch ein, mal wieder an sich zu denken – und sich dabei sehr wohl zu fühlen. Nicht immer, aber öfter mal.

Übrigens haben viele Mamas erzählt, dass ihnen beim Abschied vor allem wichtig war, dass ihre Kinder in ein gemütliches Zuhause ausziehen. „Ich konnte meine Tochter nur gehen lassen, mit dem Wissen, dass sie sich in ihrem neuen Zuhause wohl fühlt und es schön hat“, erzählt mir Karin. „Dass sie sich eingerichtet und einen neuen Platz haben. Ich war dabei gar nicht so wichtig.“

Was viele Mamas wirklich schlimm fanden? Gar nicht das leere Zimmer – eher die Kleinigkeiten, die die Kinder zurückließen, obwohl die Mamas sie wichtig fanden: der selbstgenähte Quilt, die erste Stereoanlage, vielleicht das allererste Kuscheltier. Ich hatte sofort ein komisches Ziehen im Bauch, so sehr konnte ich diese Empfindung nachfühlen. Aber wenn ich darüber nachdenke, ist es doch verständlich, dass eine Babydecke in den wilden Jahren wie ein Fessel wirken kann. Dass manche Dinge Zeit brauchen, damit man sie schätzen kann. Ich könnte mir vorstellen, sie dürften es schneller schätzen, wenn Mama ihnen im Auszugschaos nicht mit feuchten Augen die Decke hinterher trägt. Sondern sie einfach in einer großen Kiste auf dem Schrank verstaut. Für sich. Und wer weiß, für wann für wen.

Trotz allem mag ich Abschiede nicht. Schon gar nicht Zeiten-Abschiede. Schon gar nicht welche für immer. Ich finde es schade, dass ich nie wieder fühlen werde, wie ein Kind in meinem Bauch strampelt, nie wieder dieses bittersüße Glücksgefühl an einem ersten Geburtstag. Andererseits: Ich durfte es fühlen. Was für einen riesiges Glück! Und: Ich habe ähnlichen Wehmut gefühlt, als ich mein Abi hatte und meinen Freundinnen und ich in alle möglichen Richtungen gezogen sind. Dann wieder als mein Aupair Jahr zu Ende war. Und die Uni-Zeit. Meine wilden Jahre mit meinen Mädels auf dem Kiez. Mit ein paar Jahren Abstand drängeln die Erinnerungen aber zum Glück den Wehmut weg. Es war schön – aber hinterher war es glücklicherweise auch wieder schön.

„Meine Kind fehlt mir manchmal, aber die Freude, über die besonders schöne Zeit, die wir haben, wenn es mal da ist, überwiegt. Und ich freue mich so, dass es immer noch von Zuhause spricht, wenn es über uns spricht“, erzählt mir eine Mama. Eine andere: „Es macht so einen Spaß, ihnen zuzusehen, wie sie ihren Weg gehen.“

Noch eine andere: „Die Freiheiten, die man wieder hat, wenn die Kinder ausgezogen sind, die machen echt Spaß. In Ruhe Bücher lesen. Stundenlang im Garten arbeiten ohne auf die Abendbrotszeit zu achten. Im alten Kinderzimmer endlich ein Nähzimmer einrichten. Ausgehen. Mit Freunden schön essen gehen. Reisen. Ja, auch die finanziellen Freiheiten sind super.“

Eine Mama von dreien erzählte mir: „Dieses Gefühl von Erleichterung und Traurigkeit, wenn ich ihnen nachwinke, wenn sie nach einem Besuch von uns wegfahren, ist verrückt. Beides auf einmal, immer wieder!“

Vielleicht muss man für diese Zeit noch ein Wort mehr erfinden, Erleichterkeit vielleicht.

Zum Schluss wollte ich noch wissen, wie man ein gutes Verhältnis mit seinen großen Kindern behält: „Päckchen schicken, Kuchen backen, Adventskalender basteln“, meint Karin. „Sich nicht einmischen, aber da sein, wenn sie Hilfe brauchen. Geborgenheit schenken, aber spüren, wenn sie stattdessen Luft und Weite brauchen. Über früher reden – und Kritik an der eigenen Erziehung zulassen. Sie einfach fragen, was sie brauchen, was sie gern hätten.“

Ich glaube, ich mag öfter mal ein neues Hashtag verwenden, eins das mich beruhigt und auf leise Weise sehr glücklich macht (das bisher aber erst 15(!) Einträge hat): #jedesalteristschön. Ist die Vorstellung nicht wunderbar? Und auch für unsere Kinder irgendwie erleichternd?

PS. Das Foto zeigt die vier Spieluhren meiner Jungs, genäht als sie noch im Bauch waren. Bis jetzt habe ich mir immer vorgestellt, dass jeder seine mitnimmt, wenn er mal geht. Ich glaube, ich plane eher, sie zu behalten. Vielleicht im tiefen Bilderrahmen an der Schlafzimmerwand.

Alles Liebe,

19 Kommentar zu “Sind die goldenen Jahre bald vorbei? Wie es wohl so ist, wenn die Kinder groß sind…

  1. Sharon on 17. Oktober 2018 at 20:53 geschrieben

    🙂 Meine Mädels haben jede eine Erinnerungskiste, die bekommen sie dann, vielleicht nicht zum Auszug, aber möglicherweise zur Hochzeit/ Geburt des ersten Kindes? Da drin sind z.B. die ganzen Klassenfotos oder Portraitsfotos aus Kindergarten/ Schule, das Portfolio aus dem Kindergarten, Fotos von den Geburtstagen, erster Strampler, erstes Kuscheltier, Diktathefte(will nicht allen Schulkram aufbewahren), Urkunden, besondere Kunstwerke…so Zeug halt (Kiste ist wohl etwas untertrieben, es ist eigentlich für jede eine riesige Ikea-Aufbewahrungskarton (https://www.ikea.com/de/de/catalog/products/50395669/)
    Den Spruch „Man muss die Feste feiern wie sie fallen“, kann man ja auch ganz gut auf die Thematik projizieren 😀
    LG, Sharon

    • So eine Kiste haben unsere Jungs auch! D.h. bei uns ist es für jeden ein hübscher alter Pappkoffer. Der Große stöbert jetzt schon immer mal wieder gerne in seinem Koffer und lässt sich von mir die Geschichten zu den Sachen darin erzählen. Und ich stelle mir gerne vor, wie er vielleicht einmal seinen Kindern, Freundin oder Freund die Sachen zeigt und die Geschichten dazu erzählt. Und ich hoffe sehr, dass ich das noch miterleben darf und meinen Kindern noch auf die Nerven fallen kann, wenn sie so alt sind wie ich jetzt und ich zum etwa 25. Mal 39 werde 😉.

  2. Susanne on 17. Oktober 2018 at 21:19 geschrieben

    Als mein Großer gerade mal ein Jahr alt war und ich ihn angesehen und mir dabei vorgestellt habe, dass dieses einjährige Wesen nicht mehr da sein wird, wenn es erst mal älter geworden ist, habe ich eine fürchterliche wehmütige Beklemmung gefühlt. Nun ist das vormals einjährige Kind inzwischen sieben und ich vermisse den Einjährigen nicht, denn er steht ja vor mir, sechs wunderbare Jahre weiterentwickelt. Weißt du was ich meine? Das gleiche Gefühl bekommt man natürlich, wenn man sich jetzt vorstellt, dass die Jungs, wie sie jetzt sind, plötzlich nicht mehr da -weil flügge- sind. Aber es sind nicht die einsdreivierachtneunjährigen Kinder, die ausziehen. Es sind die erwachsenen Kinder, die wir in ihrer ganzen erwachsen-werden Zeit begleitet haben werden und deren Auszug uns genauso viel Sorge, Stolz und eben auch Erleichterung bringen wird, wie das erste Mal, wenn sie mit ihrem Fahrrad allein zu ihrem Freund fahren. Und: wir selbst werden auch nicht mehr dieselben sein, sondern werden uns ebenfalls zehn Jahre weiterentwickelt haben! Dein neuer # ist genau richtig. Jedes Alter ist toll. Und wie wunderbar, dass wir nicht plötzlich überfallen werden von großen Entwicklungssprüngen sondern jeden einzelnen miterleben. Sie ziehen ja nicht morgen aus, wir haben noch lange Zeit, uns gemeinsam darauf vorzubereiten.

  3. Anna on 17. Oktober 2018 at 22:18 geschrieben

    Im September ist eine Studienfreundin von mir gestorben, mit 30 Jahren. Der Krebs brach plötzlich in ihr Leben und machte in lächerlichen 12 Monaten alles kaputt. Seitdem haben sich meine Sicht auf die Dinge und meine Wünsche an‘s Leben verschoben. Wo stehe ich heute in einem Jahr? Vielleicht bin ich mit unsrem dritten Kind schwanger, vielleicht bin ich auch tot? Das kann keiner sagen. Und deswegen denke ich nach deinem Blogpost auch nicht: „Oh Gott wie traurig das wohl wird, wenn die Kinder ausgezogen sind?“ sondern „Ich bin einfach nur dankbar, wenn ich das erleben darf.“ . Ich bin tatsächlich jeden Tag glücklich, meine beiden Jungs beim Aufwachsen begleiten zu können. Denn jedes
    Alter ist schön.

  4. Marleen on 17. Oktober 2018 at 22:46 geschrieben

    Ach das ist wieder so ein schöner geschriebener Text von Dir ☺
    Liebste grüße Marleen

  5. Marie on 18. Oktober 2018 at 00:08 geschrieben

    Ein wirklich schöner Text, aber ich sehe es so wie Anna in ihrem Kommentar: Man muss froh, dankbar und demütig sein über jeden Tag, den man zusammen erleben darf. Nicht soviel planen, sondern einfach heute leben. Klingt so einfach, erfordert aber viel Gedankendisziplin (meine kleine Tochter ist gerade mitten in der Trotzphase, da bin ich leider auch nicht immer so ommmm-mäßig drauf, wie ich gerne wäre). Ich bin während der Schwangerschaft schwer erkrankt und habe –
    Gott sei dank – ein Spenderorgan erhalten, so dass ich noch weiterleben darf. Am Anfang dachte ich mal, ich erlebe es nicht mehr, dass sie sprechen wird. Jetzt plappert sie schon fröhlich…. Ich freue mich über jeden Tag, den ich ihr beim Großwerden zuschauen darf und es wäre einfach toll, noch zu erleben, dass sie flügge wird und hinaus ins Leben zieht und für sich selbst sorgen kann.

  6. Viola on 18. Oktober 2018 at 09:17 geschrieben

    Was für ein schöner Post, vielen Dank! Hatte zwischendurch genau das beschriebene Ziehen im Bauch und eine Träne im Auge, so genau kenne ich die Gefühle und Gedanken zu dem Thema. Aber ja, jedes Alter hat etwas Besonderes und das muss man mit allen Sinnen erleben und genießen!

  7. steffi on 18. Oktober 2018 at 09:32 geschrieben

    Genau gestern abend habe ich mich genau das gefragt, was du dich am anfang des textes fragst! Verrückt! Ich stand an den betten meiner drei Kinder und dachte mir: Werde ich nicht furchtbar traurig sein, wenn sie groß sind und diese intensive und so nähevolle Zeit vorbei ist? Und dann habe ich überlegt, wie es wohl meinen Eltern ging. Wir (habe noch zwei geschwister) haben ein super verhältnis zu den eltern, wohnen zwar nicht alle in der nähe aber sehen uns oft und gerne, das verhältnis ist von der eltern-kind-beziehung zur freundschaft geworden, ich denke ein größeres glück gibt es nicht. wie meine eltern das geschafft haben? keine ahnung. wir durften viel, sie haben uns losgelassen und wir sind alle wiedergekommen. ich bin als erstes kind zum studieren gleich weit weg, und damals, mit 19 war mir das gar nicht klar, wie schwer das für meine eltern und auch jpngeren geschwister gewesen sien muss. meine eltern haben mich das nie spüren lassen, ich hatte nie das grummeln im bauch wegen schlechtem gewissen, weil ich das gefühl hatte, ich lasse sie im stich oder sie hätten lieber, dass ich bleibe. das rechne ich ihnen heute, wo ich auch andere eltern-kind-geschichten kennengelernt habe durch freunde und den partner, sehr hoch an, vor allem meiner mutter. sie hat immer, was sicher extrem schwer ist, ihre sehnsucht und ihre trauer über unser großwerden und weggehen ganz für sich behalten. und es uns damit leicht gemacht. ich finde es schlimm, wenn eltern, insbesondere mütter, ihren kindern wenn sie gehen zwar sagen geh, ich lass dich ziehen, ihnen aber durch kleine gesten und worte quasi immer vor augen führen mensch und ich sitze daheim und bin traurig und eigentlich will ich dass du immer hier bist oder viel heimkommst. das habe ich so nicht erlebt und ich glaube das trug maßgeblich dazu bei, dass unser verhältnis so gut geworden ist. ich hoffe ich bringe die unfassbare stärke auf, das auch mal so hinzubekommen. Zu den andenken die die kinder nicht mitnehmen: meine mutter war auch nie sentimental, hatte keine kästen voll mit alten sachen für uns, die fotoalben stehen nach wie vor bei meinene eltern. auch das finde ich als nun selbst erwachsenes kind gar nicht schlimm, eher befreiend. mein partner hat so eine kiste und (vielleicht auch weil er ein mann ist, ich weiß es nicht) was haben wir bzw er mit der kiste gemacht? Mal durchgeschaut die bilder hängt man sich nicht mehr auf, das meiste hat er weggetan. auch die eigenen kinder interessieren sich nur begrenzt, wie mama oder papa mal gemalt hat. ich habe für meine kinder auch kisten und hebe sachen auf, aber wenn wir ehrlich sind ist das doch eher für unsere nostalgische ader. diese kisten werden die kinder bekommen (nach ausführlichem durchsortieren ob wirklich alles drin bleiben muss), wenn sie selbst kinder bekommen, dann spielt sowas glaube ich ne andere rolle. aber ich hoffe trotzdem, dass ich ihnen die freiheit schenken kann, ohne schlechtes gewissen wegzugehen, denn ich glaube dann kommen sie auch wieder von ihren abenteuern.und selbst wenn man sich zeitweise entfernt: sollten die kinder mal kinder bekommen, kommt man sich meist auch nochmal näher.ich hoffe auch, dass ich als oma ihnen die freiheit geben kann, die sie brauchen und die nähe, die sie wünschen. ich kenne ein paar fälle, in denen sich omas an den enkeln so freuen, als wären es die eigenen kinder, und recht besitzergreifend sind, das finde ich so furchtbar. auch deshalb bin ich jemand, der seine kinder nicht so oft zu oma und opa gibt (natürlich haben sie guten kontakt und sehen sich oft, aber ich gebe sie nicht jedes wochenende ab um mit meinem mann was zu machen): ich will die zeit mit den kleinen selber genießen, weil ich weiß, wie kurz es auf ein ganzes leben gesehen ist, dass sie so klein sind. da will ich sie gar nicht oft weggeben, sie sind eh schon bis frühen nachmittag in betreeuung, sonst habe ich ja gar nichts von ihnen.

    wie auch immer, eines habe ich in den letzten jahren als mutter gelernt und mir für die zukunft vorgenommen: immer JETZT ist die goldene zeit. auch das sagt meine mutter: es war wunderschön mit uns kleinen kindern, aber mit den großen kindern ist es das auch (und um die 50 braucht man als Frau auch Zeit für sich und die wechseljahre, das mit kleinen kinder zusammen wäre schwierig, meint sie. das ist ja oft ein thema, das nicht so gesehen wird, dass die wechseljahre für frauen auch nicht einfach sind). ich bin gespannt was noch kommt, genieße was wir grade haben und versuche einfach, mit den kindern zu wachsen. und ich führe ein buch über sachen, die ich mit meinem mann machen will, wenn die kinder aus dem haus sind. da steht schon ganz schön viel drin, kangweilig wird es nicht!

  8. Romana pedotti on 18. Oktober 2018 at 10:11 geschrieben

    Sehr Schoen geschrieben 🙂 das geht mir auch manchmal
    Durch den Kopf ich hab ja Zwillinge und dann
    Wird es ziemlich zeitgleich sein 🙁 aber so ist es eben und Alles hat seine Zeit Lg romana

  9. Melanie on 18. Oktober 2018 at 10:56 geschrieben

    Liebe Claudi, oh ja! Jedes Alter hat etwas Besonderes! Ich durchlebe momentan die
    Gesamtbreite der Mutterschaft. Unser Großer (20, schon ausgezogen) unsere Mittlere (12, auf dem Weg in die Pubertät) und unser Nachzügler (1,Entdecker und Forscher)erfreuen uns täglich mit den unterschiedlichsten Bedürfnissen😉
    Zu meiner Hebamme habe ich immer gesagt: Hey, ihr solltet in den Geburtsvorbereitungskursen das Thema Loslassen behandeln. Denn das ist definitiv die größte Herausforderung in der Mutterschaft. Jedenfalls für mich.
    Und es ist wirklich erleichternd und wunderschön, wenn man bei den großen Kindern feststellt, dass man gar nicht mehr erziehen sondern begleiten und beraten darf. Natürlich ganz vorsichtig und bloß nicht zu viel….
    Und die Gespräche mit erwachsenen Kindern gehören definitiv in die Kategorie „goldene Zeiten „.

  10. Christina on 18. Oktober 2018 at 11:34 geschrieben

    Danke für den Artikel! Super Idee Mamas von älteren Kindern zu befragen.

    Ich habe auch 3 kleine Kinder und bin auch im Zwiespalt, gedanklich, wie es sein wird. Einerseits denke ich an Zeit für mich und freue mich darauf. Andererseits habe ich Angst sie ziehen zu lassen und vor dem, was dann kommt. Wichtiges Thema für Mamas, denke ich. Danke!!!

  11. Sina on 18. Oktober 2018 at 13:47 geschrieben

    Liebe Claudi,
    #jedesalteristschoen ja! 🙂
    Ich finde ja v. a., dass wir alle, Eltern wie Kinder, immer wieder so viel mehr wissen als noch letztes Jahr, letzten Monat, letzte Woche, gestern, vorhin… Bei dem Gedanken, dass die Kinder mit jedem Tag ein bisschen mehr „sie selbst“ werden, bin ich einfach nur begeistert und will sie dabei nicht aufhalten.
    Schatzkisten für jeden Kind haben wir hier auch, mit besonders wichtigen Klamotten, Spielsachen etc., die abgelegt, zu klein, zu was-auch-immer sind, aber uns Eltern wichtig und für dieses Kind besonders typisch erscheinen. Wann wir diese Kisten an ihre Eigentümer geben, wissen wir auch noch nicht. Vermutlich eher nicht zum Auszug, vielleicht später? Oder sie sind doch nur für uns Eltern??
    Liebe Grüße! Sina

  12. Nina on 18. Oktober 2018 at 19:41 geschrieben

    Oh vielen Dank für diesen Text. Genau dieses Thema beschäftigt mich momentan so stark, dabei ist mein jüngstes(und zu 99% letztes )Kind gerade mal 5 Monate alt. Aber diese 5 Monate waren so schnell vorbei und ich kann mich jetzt schon nicht mehr genau erinnern wie er als frisches kleines knautschebaby war und das obwohl ich mir beim dritten kind wirklich versucht hab alle Eindrücke und Gefühle ganz fest einzuprägen 😔
    Danke für #jedesalteristschön ,du hast vollkommen recht😊

  13. Maria on 18. Oktober 2018 at 20:58 geschrieben

    TOLL! Danke.

  14. Anna on 18. Oktober 2018 at 22:16 geschrieben

    Danke für den tollen Artikel!!! Ich habe auch immer das Gefühl, alles aufsaugen zu müssen und fest in mir zu speichern, um es später von Zeit zu Zeit nach zu genießen. Ich habe meine Großeltern, nachdem ich deinen Artikel gelesen habe, befragt. Meine Oma hat 10 Kinder bekommen, davon zweimal Zwillinge. Also da war immer Leben in der Bude (und Streit und Hunger und Glück und Eifersucht und alles was eben so dazu gehört.) Als ich gefragt habe ob es für sie eine besonders schöne Zeit gab, sagte mein Opa gleich: Als alle zehne bei uns am Tisch saßen. Meine Oma dachte länger drüber nach lächelte dann und sagte: Für mich war es die Zeit danach, als alle irgendwo studierten, zum Teil zusammen wohnten und dann zu mir nach Hause kamen, an unseren Küchentisch und erzählten und erzählten und mein Herz vor lauter Stolz anschwoll. Alle meine Kinder haben ihren Weg gefunden und uns dabei nicht vergessen. Und jetzt sitz hier meine Enkeltochter vor mir, mit ihren kleine Jungs und ich bin glücklich! Liebe Claudia, auch wenn ich dich gar nicht kenne, danke ich dir, dass du meiner Oma und mir diesen Moment beschert hast!

    • Sina on 18. Oktober 2018 at 22:42 geschrieben

      Danke, dass du das hier erzählt hast, Anna! Ein ganz berührender Moment, wie wunderbar! Ich bin gerade ganz gerührt…
      Lieben Gruß, Sina

  15. Danke, liebe Claudi, besonders fürs Aufzeigen der doch verschiedenen Sichtweisen auf der Wegzug der Kinder. Was heute mit kleinen Kindern noch unvorstellbar scheint, kann also in einigen Jahren für beide Seiten ein wieder zu größerer Zufriedenheit führender Schritt sein 🙂 Das ist einfach nur wunderbar und zeigt wieder, dass eben jede Zeit ihren ganz besonderen Reiz hat…

  16. Barbara Keuling on 25. Oktober 2018 at 14:34 geschrieben

    Also erst mal war ich nach überstandenen (überlebten)Pubertätsjahren ganz froh, als die Kinder so nach und nach auszogen.
    Dann aber trennte sich der Vater meiner Kinder ganz plötzlich von mir (nach 27 Jahren!) Das war weniger lustig.
    Aber dann fand ich nochmal einen ganz neuen Bruf für mich, der mir gsnz viel Spaß machte, interessant war und nette Kolleginnen mitbrachte. Also ein ganz neues Leben und das mit 50!
    Also keine Angst,es kommt sowieso anders als geplant.
    Und jetzt habe ich 10 Enkelkinder, o.k. ein paar sind Bonus, die machen viel Spass obwohl alle weit weg wohnen.
    Hab noch viel Freude mit deiner Rasselbande, noch ist es ja nicht so weit
    Barbara
    Trotzdem

    • Claudia on 26. Oktober 2018 at 10:57 geschrieben

      Hach ja, es kommt immer anders. Und es kommt wie es kommt.
      Deshalb versuche ich, mir so wenig Gedanken wie möglich zu machen.
      Alles Liebe,
      Claudi

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