Meine Stimmung war ganz oben, hoch oben auf dem Berg. Auf einer großen Holzterrasse schaukelte ich in einem Hängesessel meinen Kopf frei. Atmete tief ein – und ließ mir Wangen und Gedanken von der Sonne wärmen. Ab und zu machte ich die Augen auf und genoss grinsend mein Drumherum: bunte Teppiche aus Marokko, dazu weiß gepinselte Korbmöbel und Loungemusik- alles ein bisschen ungewöhnlich für die österreichischen Berge. Das Gertraud in der Sonne ist ganz sicher die lässigste Skihütte, die ich je gesehen habe – und hat mich überrascht. Genau wie viele andere Dinge im Skigebiet Almenwelt Lofer

Wir waren letztes Jahr in den Hamburger Skiferien Anfang März dort. Zu dieser Zeit legt unten in Lofer bereits der Frühling los – während uns die Gondeln wann immer wir wollten, hoch hinaus ins Winterwunderland schaukelten. Wir schauten jede Fahrt fasziniert aus den Fenstern. Schauten zu, wie unten im Tal die Bäume ihre ersten, zartgrünen Blätter zückten. Beobachteten dann die braungrünen Wiesen, die zunächst nur ein paar Schneesommersprossen trugen, schließlich Schneeflecken und dann ganz weiß waren. Oben schließlich funkelnde Schneemassen, soweit das Auge reicht – und die Nadelbäume trugen tapfer dicke Schneemützen.

Apropos hoch hinaus: Lofer hat vor kurzem ordentlich in ihre Sessellifte investiert und hat jetzt gleich zwei der modernsten auf der ganzen Welt. Es gibt zwei Kabinenbahnen, zwei 8er-Sesselbahnen, eine 6er-Sesselbahn, ein modernes Förderband und vier Schleppliften mit hohem Qualitätsstandard. Gleich zwei Sessellifte wurden vor kurzem als besonders modern und familienfreundlich ausgezeichnet.

Und auch in Sachen Skipässe zeigt sich Lofer ganz besonders geeignet für Familien: Noch weiß niemand, was im Corona-Jahr möglich sein wird, aber eigentlich fahren Kinder und Jugendliche ab einem 3-Tages-Skipäss in den Sparwochen vom 6. März bis 11. April 2021 in Begleitung eines Erwachsenen frei! Jeden Samstag sind Kinder und Jugendliche bis Jahrgang 2002 in Begleitung beider Eltern ohnehin kostenlos dabei und Studenten bis 26 Jahre fahren um 30 Prozent günstiger!


Skischulen: Die Skischule Lofer Sturm liegt auf 1000 Metern, praktischerweise direkt an der Bergstation Almbahn II und motiviert die Kids mit gleich zwei Förderbändern. Auch toll: Es gibt gleich zwei Restaurants direkt daneben, so findet jeder einen Platz um mittags mit seinen Kindern entspannt zu essen.



Hütten: Unsere Liebste ist definitiv das Gertraud in der Sonne, aber die Loferer Alm ist auch super gemütlich. Noch mehr Hütten gibt’s hier. Leider habe ich gerade noch frisch recherchiert, das es wohl leider unklar ist ob und wann das Getraud wieder eröffnet. Aber die beiden sympathischen Chefinnen haben jetzt mit dem Steinerwirt eine Loungebar direkt in Lofer eröffnet. Motto: Living la vida Lofer! Und wie ich die beiden kennengelernt habe, ist das ganz sicher genau so großartig, wie das Gertraud oben auf dem Berg.

Schlicht oder schick übernachten? Im Familienskigebiet Lofer geht beides!

Übernachten: Wir haben im Gasthof Bad Hochmoos geschlafen. Das Hotel hat einfache, aber gemütliche Zimmer, ein Restaurant und sogar ein kleines Schwimmbad. Zur Gondelstation fährt man mit dem Shuttlebus oder dem eigenen Auto.

Ein bisschen schicker, aber auch ein bisschen teurer, und nur neun Gehminuten von der Gondelstation entfernt, wohnt man im Familienhotel Mühlpointhof.



Ausflüge unten in Lofer
Lofer liegt im hübschen Salzburger Saalachtal, in dem man neben Skilaufen auch jede Menge andere Dinge unternehmen kann. Peefekt also, für Familien mit Skifahrmuffeln (wie ich!) oder Familien mit kleinen Kindern, die das Skiferien erstmal testen wollen oder die es nicht jeden Tag auf die Piste zieht. Der Ort selbst ist übrigens auch sehr niedlich, ein Spaziergang lohnt sich. Einmal in der Woche findet dort ein Markt statt, auf dem man unter anderem wunderschöne Körbe in allen Größen kaufen kann. (Bereue bis heute, dass ich keinen mitgenommen habe.)

Lofer ist auch ein super Skiort für Skimuffel

HÖHLENTOUR: Meine Kinder lieben Höhlen, diese hier aber, hat sie umgehauen. Kein Wunder: Mit ihren 56 Kilometern Gesamtausdehnung gehört die Lamprechtshöhle in St. Martin bei Lofer zu den größten Höhlensystemen Europas. Keine Sorge, alles haben wir natürlich nicht beklettert.

In dem für alle Besucher sehr gut erschlossenen Schauhöhlenbereich erforscht man aber auf gut begehbaren Steiganlagen rund 700 Meter der Lamprechtshöhle. Nicht nur der Weg geht steil rauf und runter – mein Puls auch. Auf 392 Stufen habe wir eine Höhendifferenz von 70 Metern überwunden. Hat sich gelohnt: Von einer Plattform hat man einen atemberaubenden Blick in die Tiefe der Lamprechtshöhle. Im Mittelteil der Schauhöhle befindet sich in der Kanzlergrotte ein Gittertor, welches die Schauhöhle vom Forscherteil trennt.  Auch für die normale Tour unbedingt an feste Schuhe und eine warme Jacke denken.

WINTERWANDERN: Die kleine „Strohwolln-Runde“ geht vom Hotel Bad Hochmoos am Camping Grubhof vorbei, dann entlang der Saalach zum Ortsteil Strohwolln und über das Dorfzentrum retour. Die Gehzeit beträgt etwa eine Stunde. Mehr Ideen für schöne Wanderungen im Winter gibt‘ s hier.



BESONDERE ERLEBNISSE:
Sehr romantisch ist eine Pferdeschlittentour. Wir alle zusammen eingekuschelt in Felle und Decken, über uns die Sterne und links und rechts verschneite Berge im Dämmerlicht. Hach ja. Hätten wir super gern gemacht, leider hat es an den beiden möglichen Terminen geregnet. Infos zur Buchung und Preise gibt’s im Touristenbüro.

Laternenwanderung: Im letzten Jahr gab es vom 16. Dezember bis 13. April 2020 jeden Montag ein magisches Schauspiel. Dann wurde bei Einbruch der Dunkelheit entlang der Saalach beim Teufelssteg in Lofer Felsen, Bäume und Wasser spektakulär eingeleuchtet. Dieses Jahr findet das ganze laut Webseite leider nicht statt – aber nächstes Jahr vielleicht wieder. Der Tourismusverein Lofer hat auf jeden Fall jede menge guter Ideen!

ESSEN: Sehr lecker – und gemütlich – fanden wir es im Restaurant Grubhof. In der Saison unbedingt reservieren!

MITBRINGSEL für liebe Freunde (und sich selbst!) gibt‘ s im wunderschönen Schokoladenladen Berger. Die Schokotafeln und Pralinen im Laden duften wirklich verführerisch und schmecken köstlich. Und durch ein Fenster sieht man, wo alles gemacht wird.



Lofer im Salzburger Saaalachtal ist wirklich ein gemütlicher Skiort für Familien mit einigen Überraschungen und ich hoffe von Herzen, dass wir ganz bald alle wieder ohne Einschränkungen dorthin reisen dürfen.


Alles Liebe,

Claudi