Schweden mit Kindern: Auf der Suche nach dem Bullerbü-Gefühl (enthält Werbung)

Aug
16/19

In Bullerbü stiegen sie nicht mal aus. Es fühlte sich kurz an, als pieksten sie mit einer Kiefernnadel mitten rein in meine Traumballons. Und peng! Ich ging an dem weißen Nordhof-Zaun entlang, strich über das abblätternde Holz mit den Fingerspitzen. An der Pforte hing ein Schild: Privat. Im Garten des Mittelhofs standen ein Tisch und Stühle, auf dem Tisch eine Vase mit Margariten – leider parkte direkt davor ein Auto. Trotzdem wurde mir vor lauter wohligen Kinderbuch-Erinnerungen ganz warm. Ich hörte eine Autotür knallen, mein mittlerer Sohn lief auf mich zu. „Können wir jetzt bei Lisa klingeln?“, fragte er. „Leider nicht…!“, sagte ich.
Ferien in Smaland, Schweden mit Kindern
Als Kind war Bullerbü mein Zufluchtsort. Ich war Einzelkind, wollte aber immer Geschwister haben. Als ich in die Schule kam sind wir umgezogen. Ich fühlte mich nicht besonders wohl in dem neuen Dorf. Nach der Schule und am Wochenende ging ich nach Bullerbü. Der Weg war nicht weit, ich rannte einfach in mein Zimmer, kuschelte mich auf mein Bett und fing an zu lesen. Plötzlich waren da viele Kinder um mich herum, Tiere, Natur. Sie spielten die Spiele, die ich gerne spielte. Feierten Feste, dich ich gern feierte. Bis heute ist Bullerbü mein Lieblingsbuch. Bis heute muss ich lächeln, wenn ich daran denke.

Natürlich kennen meine Kinder Bullerbü. Sie können die Geschichten, wie ich beinahe auswendig, dennoch hören wir sie auch als Hörspiel immer mal wieder und freuen uns gemeinsam über Oles ausgerupften Zahn am Zwirnsfaden an der Deckenlampe oder Agdas Gebiss im Schrein der Weisen. Meine Kinder lieben allerdings viele Geschichten. Alte wie neue. Sie schwärmen auch für Legofiguren und Figuren aus ihren Lieblingsserien. Manchmal glaube ich, sie brauchen keinen Sehnsuchtsort in einem Buch, weil sie selbst in einem wohnen. Wir wohnen mitten in der Natur, mit den Großeltern nebenan, sie haben sich und viele befreundete Familien mit vielen Kindern um sich herum. Was für ein Glück.

Ich bin auch mit ihnen nach Schweden gefahren, um mit ihnen gemeinsam durch meine Sehnsuchtsorte zu spazieren. Bevor es zu spät ist.  Damit sie dank Bullerbü, wie ich für immer einen Geborgenheitsort in Gedanken haben. Damit wir es gemeinsam erleben, das Sommerferiengefühl von nackten Füßen auf feuchtem Gras, Mückenstichen, lauwarmen Zimtschnecken und Tagen, an den man vor lauter Spielen die Zeit vergisst…
Katthult,

Katthult, Michel in Schweden, auf den Spuren Astrid Lindgrens
Was mir meine Kinder in Småland beigebracht haben? Dass Geschichten nicht in Kulissen wohnen. Das kleine Dorf Sevedsdorp in Smaland ist nicht Bullerbü. Ja, Astrid Lindgrens Vater hat dort im Mittelhof mal gelebt. Die beiden Bullerbüfilme wurden hier gedreht – aber eigentlich ist es ganz normales Dorf, in dem ganz normale Menschen wohnen, mit Autos vor der Tür und Tetrapacks auf dem Tisch. Menschen, die in großen blauen Buchstaben „Privat“ an ihre Pforte malen. Bullerbü aber – und das ist noch viel besser – findet man ist in Småland in Schweden überall. Es wohnt in der Natur, in den wilden Wiesen, den Steinmauern und Holzzäunen, die Kinder dazu anspornt, kreativ zu spielen, zu hüpfen und zu klettern. Es steckt in den kleinen roten Walderdbeeren, die man überall findet und die genascht werden wollen.

In den dichten Wäldern, die durchrannt und in dicken morschen Stämmen, hinter denen sich versteckt werden will. Bullerbü findet man auch in den sumpfigen Wiesen, durch die man mit Gummistiefeln stapft – und natürlich Wasser in den Schuh bekommt. Man ist in Bullerbü, wenn die Eltern deswegen nicht schimpfen, sondern die Füße warm rubbeln und die Stiefel zum Trocknen in die Sonne stellen. Eltern, die im Ferienhaus auch mal ihr Ding machen, ein Buch lesen oder einen Kuchen backen oder allein durch den Wald streifen und ihre Kinder auch einfach machen lassen (unsere haben an einem solchen Nachmittag eine Kröte entdeckt. Und sie stundenlang beobachtet.)

Eltern, die andererseits mit ihren Kindern durch den Garten sackhüpfen, weil im Ferienhaus-Küchenschrank nun mal drei alte Kartoffelsäcke lagen. Bullerbü fanden meine Kinder in dem Straßenstaub auf der Holperpiste nach Sevedstop, den der Laster vor uns aufwirbelte, so dass wir wie minutenlang wie durch dichten Nebel fuhren. „Hurra“, riefen sie, „den Staub gibt’s ja wirklich.“ Ganz von allein kamen sie auf die Idee, dass man ja auch lange Autofahrten, Hundescheiße unterm Schuh oder grüne Bohnen zum Abendbrot gut finden könnte. Dass es alles eine Frage der Einstellung ist. Die Bullerbü-Einstellung. Sowas macht Småland mit einem.
auf den Spuren Astrid Lindgrens
Schweden, Novasol Ferienhaus, Auf den Spuren Astrid Lindgrens
Einmal haben wir die Kinder aus ihrem kleinen Birkenwäldchen vor unserem Ferienhaus gescheucht, weg von ihren Steindrachen und Stockflitzebögen, haben sie ins Auto gepackt und sind in den Wald gefahren. Zum Wandern. „Wer hat sich bloß sowas Blödes wie wandern ausgedacht?“, fragte einer. „Ganz sicher ein Erwachsener!“, brummte ein anderer. Als wir durch die schwedische Bilderbuchumgebung fuhren, hier ein rotes Holzhaus vorbeisauste, dort eine Kuh und hier ein See, beruhigten sie sich ein wenig. Aber sobald wir im Wald hielten, auf einem Trampelpfad mitten zwischen Blaubeergestrüpp, motzten sie wieder los. Zum Glück hörten bloß die Bäume ihr Motzen, das Grün die Felsen und wir. Und Motzenhören ist ja nun mal unser Job.

Dann passierte etwas Verrücktes: Der Weg schlängelte sich einen Berg hoch, zwischen hohen Fichten hindurch und an Blaubeersgestrüpp vorbei. Der Weg wurde schmaler und immer mehr Felsen lagen im Weg. Man musste klettern und aufpassen, dass man nicht über eine der Wurzeln stolperte, die kinderbeinbreit im Weg herumlagen. Aber die Jungs, die hörten auf zu motzen. Die suchten sich jeder einen Wanderstock, raschelten durchs alte Laub und sprangen über Felsen, die in allen Grüntönen schimmerten. Sie entdeckten Trollaugen in Birkenborken und geheimnisvolle Elche, die bloß zu sehen waren, wenn sie guckten. Äste, Blätter und Himmel funkelten über uns wie ein Kaleidoskop. Ich fand uns sechs fast ein wenig kitschig, wie wir durch den Wald stapften, bester Laune das Fleischwurstlied sangen. Uns die verrücktesten Bäume zeigten. Ich wünschte, ich könnte alles mit nach Hause nehmen, damit meine Kinder auch dort einmal annähernd so motiviert spazieren gehen würden.

Wir erreichten die Anhöhe Hultaklint mit erdbeerroten Wangen und schwitzend, aber glücklich. Wir saßen eine Weile bloß da, alle sechs nebeneinander auf einem flachen Felsen und starrten über die grüne Weite mit knackblauen See in der Mitte. Ich hatte selten so etwas Schönes gesehen. „Sowas Schönes habe ich noch nie gesehen!“, flüsterte mein Großer. Wir kletterten weiter, der Weg wurde noch schmaler und noch felsiger und die Jungs jauchzten vor Abenteuer und ich hatte Angst, sagte aber nichts, weil die Mütter in Bullerbü auch nie was sagen. Auf den letzten Metern bis zur Grotte Singoalla winselte ich, aber die Jungs schrien von unten: „Das schaffst du Mama!“ und ich schaffte es. Kaum war ich unten, musste ich zuschauen, wie mein Kleinster, genau wie die anderen, unter dem riesigen Felsen hindurch rannte. Angefeuert von seinen großen Brüdern. Ich ertrug es –  und war stolz auf mich. Ich schaue über die kletternden Jungs und den blitzblanken See und die Weiden, die mit ihren Ästen das Wasser kitzeln, so dass es blubbert. Und ich merke, dass wir gerade dabei sind, uns eigene Sehnsuchtsorte in Gedanken einzurichten.

Astrid Lindgrens welt
Auch in Katthult, dem Hof, auf dem die Michel-Filme gedreht wurden,  gucken meine Jungs bloß kurz. Während André und ich das Haus und den Hof bewundern, sind die Kinder längst weg. Sie hatten kurz durchs Holzschuppenfenster geguckt und die Holzfiguren bestaunt (in der Vorsaison ist alles verschlossen, wir parkten beinahe allein auf dem riesengroßen Parkplatz), hatten dann aber den Ameisen zugesehen. Und Schmetterlingen beim Flattern. Sind in einen knorrigen Apfelbaum geklettert. Sie mussten Michel nicht suchen. Sie waren Michel. Vier Michel, zwei davon mit Schieber-Mützen, dazu Blondhaar mit Zweigen darin und aufgeschürfte Knie.

Auf dem Heimweg hielten wir an einer Wiese aus Löwenzahn, gelbgrüner Flokati bis zum Horizont. Alle vier rannten und kullerten und schubsten sich und kicherten und halfen sich hoch, wenn einer stolperte. „Da ist es, unser Bullerbü!“, dachte ich. „Genau hier“. Ich lehnte mich an die Autotür, griff nicht zum Handy, rief ihnen nichts von Blütenstaubflecken hinterher. Ich stand einfach da und guckte.
Smaland
Smaland, auf den Spuren Astrid Lindgrens, Schweden mit Kindern
Unsere Tipp für eine Reise durch Smaland – auf den Spuren von Astrid Lindgren
Es gibt unglaublich viel zu sehen und zu erleben mit Kindern in Smaland. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass sie Entfernungen teilweise lang sind. Einige der bekanntesten Astrid Lindgren-Orte liegen allerdings dicht beieinander, die kann man gut an einem Tag abfahren. Unbedingt auch Rumtrödelzeit und freie Zeit in der herrlichen Natur einplanen. Ganz bestimmt findet ihr dort wie wir das wahre Bullerbü-Gefühl. Was hat Astrid Lindgren so schön gesagt? „Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen.“

Wohnen
Wir haben in einem wunderschönen Ferienhaus von Novasol gewohnt, was ich absolut empfehlen kann, weil dabei das Bullerbüferiengefühl sofort startet. Es gibt etliche hübsche Häuser, teilweise mit See, manche mit Sauna, eigentlich alle mit großer Terrasse und Garten.
Schweden mit Kindern


Filmbyn Smaland
In den 80er Jahren wurden die Filmstudios in einer alten Schule mit allen Bauten und Kulissen aus den Astrid Lindgren Filmen abgerissen. Leider! Immer wieder kamen seither neugierige, Lindgren-verliebte Touristen und wollten mehr sehen und erfahren. Lange hat die Gegend überlegt, wie und wo sie diesem Interesse nachkommen kann. 2016 wurde die Idee für ein interaktives Museum konkreter, 200 Investoren gefunden (unter anderem ein ehemaliges Band-Mitglied von ABBA). Auch drei Enkel Astrid Lindgrens waren und sind an der Ausstellung beteiligt.

Das Filmbyn Smaland ist ein riesengroßer Spaß für die ganze Familie! Unten gibt’s jede Menge Kulissen, Requisiten, alte Fotos und Aufnahmen aus den Lindgren Filmen zu sehen. Alles darf angefasst und ausprobiert werden, in einer Ecke gibt’s eine Verkleidungsecke und man kann seinen Kopf in Michels Suppenschüssel stecken.

Oben gehts weiter: Die Kinder können über Ronjas Schlucht springen – und sich den Sprung als kleinen Film per Mail schicken lassen. Man kann sich (oder seine Geschwister an Michels Fahnenmast hochziehen oder im Tonstudio Lindgren Lieder einsingen. Wirklich ein riesengroßer Spaß!
Spannend: Im Shop arbeitet Sarah Schwardt,  die als Kind eine Brieffreundin von Astrid Lindgren war. Sie hat inzwischen ein Buch über diesen Austausch geschrieben und kann jede Menge Spannendes erzählen. Das Buch – und jede Menge anderer toller Sachen kann man im Shop kaufen. Seit Juli 2019 gibt’s außerdem ein tolles Außengelände zum Spielen und Klettern.
Schweden
Schweden mit Kindern
Schweden mit Kindern, Smaland
Sevedstorp
Mein Herz klopft ein bisschen schneller in diesem kleinen Dorf – meine beiden Großen sind völlig unbeeindruckt. Mein Mittlerer steigt aus – mag aber nicht glauben, dass er nicht mal eben bei Lisa klingeln kann. Fakt ist: die drei Höfe sind eben nicht wirklich Bullerbü, sondern nur die Kulisse für die beiden Lasse Hallström-Filme aus den 80er Jahren. Hier leben ganz normale Menschen und zumindest in der Nebensaison findet hier das ganz normale Leben statt: an der Nordhofpforte hängt ein selbstgemaltes Schild auf dem „Privat“ steht, vor dem Mittelhof parkt ein rostiger Volvo und auf dem Kaffeetisch steht neben der Vase mit Margariten ein Fertig-Kuchen in Plastik. Astrid Lindgrens Vater hat mal im Mittelhof gewohnt – dennoch fanden wir den Bullerbü-Beat anderswo. Trotzdem gehört ein Besuch in Sevedstorp irgendwie dazu – und in den Sommerferien öffnet ein kleines Gartenkaffee und die Kinder können im Stroh hüpfen. Vielleicht bullert es dann mehr.

Katthult
Bei Michels Hof war es ähnlich. Katthult ist in Wahrheit der kleine Ort Gybberid im Gemeindebezirk Rumskulla. Hier hat Regisseur Olle Hellbom seine Michelfilme gedreht – heute ist der Ort auf den offiziellen Karten sogar als Katthult verzeichnet. Mehr als hundert Höfe soll sich der Regisseur in den 70er Jahren angesehen haben – und sich schließlich für den von Astrid Johannsen Gard entschieden haben, weil der Hof und die Umgebung so gut zu den Erzählungen und den Illustrationen von Björn Berg passten. Astrid Johannsen, eine ältere Dame, war einverstanden, weil die dachte, dass das ganz lustig werden könnte. Allerdings wurden nur die Außrnaufnahmen und die Tischlerschuppen Szenen dort gedreht (und eine Szene, in der Alfred krank in seiner Kammer liegt).

In der Hauptsaison kostet Katthult Eintritt und es gibt ein paar Tiere zu bestaunen sowie einen kleinen Laden (mit Müsses und Büsses natürlich). In der Nebensaison aber ist es bloß ein ganz normaler, smaländischer Hof. Allerdings ein inspirierender Hof! Unsere Jungs suchten nicht Michel, sie waren Michel, nachdem sie sich kurz die Nasen am Tischlerschuppenfenster platt gedrückt hatten. Sie entdeckten Ameisen. Retteten Bienen aus einer Pfütze, kullerten auf der Wiese und kletterten auf den Birnenbaum. Bloß ihren kleinen Bruder durften sie nicht am Fahnenmast hochziehen…
Anhöhe Hultaklint, Wandern in Schweden, Schweden mit Kindern
Schweden mit Kindern
Astrid Lindgren Näs
Dieses Mal haben wir es nicht in Astrid Lindgrens Näs geschafft, aber ich war schon mal mit André vor ein paar Jahren da. Es ist ein wunderbarer Ort, um mehr über Leben und Arbeit dieser großartigen Autorin nachzuspüren und ein Gefühl dafür zu bekommen, wo all die wunderschönen Geschichten ihren Ursprung haben (in der alten, gemütlichen Küche). Schade, dass es die riesige rote Scheune nicht mehr gibt, die die Stadt in den 80er Jahren abgerissen hat, um Häuser zu bauen. (Zum Glück ging Astrid nach dem Abriss an, sich dafür einzusetzen, dass die alten Häuser in Vimmerby erhalten bleiben). Tipp: Wer mit Kinder da ist, packt vielleicht heimlich ein paar Süßigkeiten in die Jackentasche und dann in den großen Baum mit Astloch, der Vorbild für Pippis Limonadenbaum war. So eine schöne Überraschung!
Smaland mit Kindern
Astrid Lindgren Welt
Außer in der Natur spürten meine Jungs hier den Lindgren Zauber am meisten. Man kann einfach nicht anders, als sich in dem wunderschönen Freizeitpark, ganz nah dran zu fühlen an Pippi, Ronja und all den anderen. Für uns tatsächlich der schönste Freizeitpark überhaupt, weil er statt Remmidemmi und Blinkblink überall zum Selbstspielen anregt. Oft sind die Spiel- und Kletterwelten so klein, dass die Erwachsenen gar nicht mit reinpassen (ich hab mir mehrmals den Kopf gestoßen). Sprich die Kinder sind unter sich, können in den Häuschen Mutter-Vater-Kind oder in der Burg Ritter oder Landstreicher oder was auch immer spielen. Und die Eltern müssen (können) mal nicht animieren. Das ganze Gelände ist eine absolut inspirierende Kinderwelt – und die Eltern dürfen ihre Kinder einfach in Ruhe lassen und maximal Lutscher oder Stieleis reichen. Genauso dürfte Astrid Lindgren sich das überlegt haben. Mag ich sehr!

Zwischendurch werden überall kleine Szenen aus den Büchern nachgespielt und gesungen und meine Jungs haben alles mit großen Augen und weit aufgerissenen Augen bestaunt und es hat sie kein bisschen gestört, dass sie kein Wort verstanden haben, weil alles auf Schwedisch ist.

Unsere acht Highlights:

– die Krachmacherstraße gleich am Anfang (hier wurde tatsächlich die wunderbare Lotta-Serie gedreht)
– die Rutschen im Haus von Karlsson vom Dach
– die drei Mini-Bullerbü- Häuser (so schön eingerichtet- meine Kinder wollten nicht weg)
– das Besteck im Restaurants (Silber und ganz genauso hübsch wie das für die Erwachsenen- bloß eben klein)
– der Nicht-den-Boden-berühren- Parcour (natürlich landete ein Kinderfuß im Teich)
– das Nils-Karlsson-Däumling-Haus mit den riesenhaften Möbel zum Herumklettern
– für den Kleinsten: die vielen Wipp-Kleiner-Onkels (er ritt gefühlt jeden einmal)
– die Stockpferde und Hindernisse

Übrigens: es gibt überall im Park Grills, auf denen man seine mitgebrachten Sachen einfach Grillen kann, sogar Kohle und Grillanzünder sind da (die Fleischklößchen im Restaurant sind aber auch köstlich)
Schweden, auf den Spuren von Astrid Lindgren

Vimmerby
Leider sind nicht viele alte Gebäude in der kleinen Stadt erhalten, sie wirkte auf uns ein wenig trostlos – vor allem an einem verregneten Freitag Nachmittag. Auf dem großen Platz, dem Stora Torget steht ein kleines Lindgren Denkmal, auf der gegenüberliegenden Seite steht das Stadthotel, auf deren Verenda Szenen aus Madita gedreht wurden. Bei der schwarzen Inneneinrichtung kommen keine Lindgren Gefühle auf. Nur in der kleinen Gasse Båtmansbacken bekommen wir dank der kleinen bunten Holzhäuser einen Eindruck wie hübsch Vimmerby zu Lindgrens Kinderzeiten gewesen sein dürfte.

Ich musste noch kurz in die Storgatan zu Hausnummer 30, hier war früher die Zeitung Vimmerby Tidning, bei der Lindgren ihr Volontariat machte (und unehelig von ihrem Chefredakteur schwanger wurde). Schon als Dreizehnjährige veröffentlichte Lindgren in der Zeitschrift eine Kurzgeschichte mit dem Titel „Auf unserem Hof“ – vielleicht die allererste Idee für die Bullerbü-Reihe. Wir hatten nach einem kurzen Bummel auf jeden Fall wieder Sehnsucht nach unseren eigenen Geschichten, haben in Vimmerby kurz eingekauft, danach Pfannkuchen im Ferienhaus gebacken, im Wald nach Trollen Gesicht und sind auf einem Trampolin aus Ästen gehüpft.
Smaland mit Kindern, auf den Spuren Astrid Lindgrens,
Novasol Ferienhaus, Auf den Spuren Astrid Lindgrens
Lammhult
Wer nach all der Lindgren Inspiration Lust hat, dir eigenen Kinderzimmer neuer, schöner, kinderfreundlicher einzurichten, wird in jedem Fall in der Möbel-Stadt Lammhult fündig. Es gibt mehrere Möbelhäuser mit tollen Sachen. Und natürlich in den Loppis, den Garagenflohmärkten überall in Småland.
Ferienhaus Schweden, Novasol,
Schweden mit Kindern, Smaland,

Noch mehr über unsere Schwedenreise lest ihr hier und hier. Und noch eine andere Sichtweise auf das wunderschöne Smaland und viele Tipps für Familien gibt’s im Artikel meiner Kollegin Tanja (sogar mit Liste zum Ausdrucken!). Sie war mit ihrer Familie in der Hauptsaison in Sevedstorp – und fand es toll.

PPS. Unsere Recherchereise wurde unterstützt von Novasol, Visit Sweden und Smålands Turism. Herzlichen Dank dafür! Ein schönes Wochenende,

4 Kommentar zu “Schweden mit Kindern: Auf der Suche nach dem Bullerbü-Gefühl (enthält Werbung)

  1. Anna-Leena on 16. August 2019 at 12:27 geschrieben

    Liebe Claudi

    Ich danke dir für diese wunderschöne Reportage – dank dem ersten Teil im Frühsommer haben wir entschieden, das erste Mal überhaupt 3 Wochen in den Familienurlaub zu fahren und auf dem Weg in meine zweite Heimat Finnland endlich gemeinsqm mein Traum-Småland zu sehen und das Bullerbü Gefühl zu suchen – schon fast auf gefühlt den letzten Drücker, die Kinder werden nächsten Sommer 8 und 11 Jahre sein und lieben Bullerbü sehr (und genau so wie Du schreibst auch die Lego-Figuren etc.).. Dieser Blogpost hier hat mich aber umgehauen – die Gedanken zum eigenen Kindheits-Bullerbü, das Gefühl unabhängig von den Kulissen, das Einfangen der Maulmomente und dem Zauber danach. Wirklich sooo eine grosse Inspiration. Schon jetzt, für den Alltag und dann natürlich für Småland im nächsten Sommer. Danke Dir von Herzen!

  2. Liebe Claudia,
    vielen Dank für diesen großartigen Artikel. Man hat den Zauber von Smaland in deinem Text wahrhaftig spüren können. Auch wir sind große Schwedenfans und haben einige dieser Orte im vergangenen Jahr besucht. Während des Lesens deines Textes hast du mich in den Gedanken wieder genau dort hingebracht. <3
    Für das kommende Jahr planen wir erneut einen Sommerurlaub in Schweden, dieses Mal dann für drei Wochen. Ich kann es kaum erwarten. 😀

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende wünsche ich dir und deiner Familie
    Carina

  3. Margot Schatz on 17. August 2019 at 17:15 geschrieben

    Liebe Claudi,
    ein ganz toller Bericht. Ich war wohl gerade mit meinem Kaffee eine Weile „im Urlaub“- Ähnlich wie Du früher in Deinem Zimmer.
    Vielen Dank dafür!
    Liebe Grüße, Margot

  4. Morgen on 31. August 2019 at 07:52 geschrieben

    Thank you for your lovely articles. I read your blog through google translate 🙂 I am a mom of two boys, 6 and 1.5. My husband must go to Munich and Milan at the end of November. We have decided to meet him after he is done working to make a family vacation (a long jorney from Idaho, USA). We have never taken the children on an international trip. We love the mountain farms and family hotels. What is your favorite child friendly place to vacation? Where would you vacation in November?
    Thank you,

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