Ich gebe es zu, hier war die Luft raus. Wir waren so sehr daran gewöhnt in der Bude zu hocken, dass wir uns erstmal wieder aufraffen mussten, nach draußen zu gehen. Ich dachte schon: Vielleicht mag ich das gar nicht mehr. Und: Eigentlich würde ich gern für immer im Bett bleiben. Und: Woher soll ich bloß die Energie nehmen? Dann hat uns zum Glück die Sonne an die warme Hand genommen…

Und: Natürlich ist es großartig. Unsere alte Naturliebe ist noch da. Ich glaube, sie ist nach all der streng geregelten Freiheit sogar noch größer geworden. Kaum liegt kein Schnee mehr, laufen hier nackte kleine Füße durchs Gras, kichern, weil es kitzelt. Sammeln Schnecken und Stöcker, klettern auf Bäume und beobachten eine Vogelfamilie, die in unserer Rose ein astreines Einfamiliennest baut. Meine Kinder wollen nicht mehr aufhören, Neues zu entdecken. Und auch ich lerne noch viel dazu.

Mehr Spannendes über die Natur entdecken wir jetzt dank eines neuen Buchs!

In „Kommst du mit nach draußen“ zeigt uns der bekannte Förster Peter Wohlleben seine Natur und verrät uns ganz viel Geheimwissen. Und weil diese Natur tollerweise ja auch unsere ist, müssen wir bloß rausgehen, das Buch unterm Arm oder im Rucksack, und können gemeinsam mit ihm noch viel mehr entdecken. Keine Sorge übrigens, das geht sogar in der Stadt.

Wir lernen zum Beispiel  jede Menge über geheimnisvolle Stadttiere und die besten Buddler im Garten. Wir bauen zusammen Borkenboote, Sonnenuhren und zaubern einen Miniregenbogen. Meine Jungs planen jetzt schon eine Entdeckernacht unter freiem Himmel, genau wie im Buch. Und natürlich wollen wir ausprobieren, mit Kieselsteinen und Wolle selbst ein Feuer zu machen. Bis die Funken fliegen, freuen sich meine Jungs. Dazu spielt dann mein Großer Gitarre und wir tanzen mit den Mückenschwärmen. Kennen sie jetzt schließlich persönlich. Hach ja. Ich gebe es zu, auch ich  finde das so richtig aufregend.

Draußen ist das neue Disko.

Wusstet ihr zum Beispiel, dass sich Asseln zu winzigen Kugeln zusammenrollen können? Dass Schnecken maximal sieben Meter in einer Stunde schaffen? Und dass Libellen richtig schnell sind, bis zu 100 Stundenkilometern? Aber nur, wenn die Sonne scheint.


Hinterher gehen wir mit noch größeren Augen durch die Welt. „Guck mal, das ist doch…!“, höre ich meine Jungs rufen. Und natürlich sage auch ich ständig: „Wie bei Peter…!“ „Wohlleben!“, beendet einer meiner Söhne dann seufzend den Satz. „Ja, ja, Mama, wissen wir.“ Und dann lachen wir. Und schauen doch gleich wieder ins Buch. Weil wir nämlich ganz viel eben doch noch nicht wussten. „Wusstest du, dass Bienenkacke gelbbraun ist?“, fragt mich mein Sohn. Nein, ich hatte keine Ahnung. Bloß das die Seite 46/47 mit dem Titel „Alle Tiere müssen mal“ zu den Lieblingsseiten meiner Kinder gehört – das habe ich schon geahnt.


Kacka geht echt immer.

Es ist wirklich ein tolles Buch aus dem sympathischen Hamburger Oetinger Verlag. Sehr persönlich und man hat das Gefühl, Peter Wohlleben reiche einem tatsächlich  die Hand, ziehe einen vom Sofa rauf und geht mit einem gemeinsam auf Entdeckungsreise. Ich finde es super. Bloß, dass meine Kinder dank des Buches jetzt einen Schleimpilz als Haustier wollen, weil man die sooo cool selbst züchten und mit Haferflocken füttern kann, darüber müssen wir echt nochmal reden, Herr Wohlleben.

Wie Sie das wieder gutmachen können? Vielleicht mit Band 2?

Das Buch „Kommst du mit nach draußen?“ hat 128 Seiten, ist im Oetinger Verlag erschienen und  kostet 18 Euro. Ihr bekommt es hier.

Fotos: Louisa Schlepper

Viel Spaß da draußen,

Claudi