Der Blog, okay. Mein kleiner Wasfürmich-Shop – jepp. Meine Bilderbücher (von denen demnächst das vierte und vielleicht Allerschönste erscheint) – waren schon ziemlich mutig. Aber hallo, jetzt traue ich mich was und ich weiß noch nicht, ob es ein absoluter Reinfall oder etwas ganz großes, wirklich Neues wird. Als ich am Freitag Andeutungen bei Instagram gemacht habe, vermuteten einige von euch das richtige und weil mir euer Zuspruch so gut getan hat, dachte ich, ich weihe euch einfach mal ein. Selbst wenn es dann doch nichts wird, seid ihr eben einfach dabei und haltet meine Hand, okay…?
ein Kochbuch schreiben
Die Idee wächst schon ziemlich lange in meinem Bauch, aber so richtig angefangen mit der Umsetzung habe ich im Januar. Ich bin jetzt also quasi in der 14. Woche. Vierzehnte Wochen sind doch gut für Outings, oder? Also: Es wird ein – ahhhhh: Kochbuch. Das fühlt sich so völlig verrückt und dann wieder so verrückt gut an, dass ich es selbst nicht glauben kann. Das ist mit einem Kochbuch im Bauch ganz ähnlich wie mit einem Baby im Bauch. Ebenfalls ohne Ende Hormone – bloß mit dem Duft nach Röstpaprika und knusperlauten Frühstücks-Crunch.

Als ich die Idee hatte, klang alles erstmal ganz leicht: ich koche gern, meine Kinder auch, ich liebe einfache, aber raffinierte und vor allem leckere Rezepte. Kochen macht mich glücklich. Also nehme einfach unsere Herzensrezepte und die unserer Freunde und Familienmitglieder, mache ein paar Fotos und das wars. Aber das wars natürlich nicht. Inzwischen habe ich so viel mehr Ideen für dieses Buch, es wird nicht nur ein Kochbuch, sondern auch ein Familiengeschichtenbuch, ein Landlebenbuch, ein Lebenslust-Buch – und ein bisschen DIY soll auch mit rein. Und das ist jetzt dann plötzlich doch alles verrückt viel Arbeit. Ich schwanke täglich mehrmals zwischen „ich will nicht mehr und kann nicht mehr und das ist sowieso eine komplette Schnapsidee!“ und „das wird absolut großartig und neu und toll!“

Kochen mit der Familie, Familienrezepte

Klar hat mein Mann gleich gesagt: „Das machen wir wieder selbst.“ Also kein Manuskript schreiben und es an einen Verlag schicken, sondern selbst machen. Alles entscheiden können – aber auch das volle Risiko tragen. Mein Mann und ich haben in dieser Hinsicht einen Insiderspruch, den sagt er mir, falls ich mal wieder zweifele: „Willst du Knie oder willst du keine Knie?“

Wenn man mit einem Verlag zusammenarbeitet, bekommt man nämlich meistens nicht bloß nur einen klitzekleinen Betrag (Centbeträge) pro Buch (obwohl man die allermeiste Arbeit und Herzblut hineinsteckt), der Verlag möchte (natürlich) auch bei allem mitreden. Einmal führte das bei mir in der Vergangenheit dazu: Meine Fotografin, ein paar Kindermodels und ich hatten einen ganzen Vormittag für das perfekte Titelbild geshootet, es war wunderschön geworden – dann schickte der Verlag das Titelbild und alle Kinder waren an den Knien abgeschnitten. Es sah furchtbar aus!

Ich telefonierte und schrieb, bettelte und bat und motzte und maulte, aber in Sachen Knien war nichts zu machen. Erst als ich drohte auszusteigen, bekam ich einen „Kompromiss-Vorschlag“ geschickt. Ich öffnete mit klopfendem Herzen die Mail und sah: eine gephotoshoppte Version meines ursprünglichen Titelfotos, zwei Kinder noch immer mit angeschnitten Knien, eins per Computer hochgeschoben und mit Knien. Das ganze hatte was von Frankenstein. Als ich nicht mehr sprachlos war, rief ich den Verlag an. „Du wolltest doch Knie“, sagten sie, „das ist doch jetzt ein guter Kompromis.“

ein Kochbuch schreiben

Ich will also in meinem Buch außer Rezepten auch Knie und daher machen wir es wieder selbst, mit allem Pipapo und Schwierigkeiten, aber mit einem tollen kleinen Dream-Team aus Fotografin, freier Lektorin und meinem Mann als Mini-Verlagsboss (er ist kurz davor, sich ein buntes Einstecktuch für sein Hemd zu kaufen.) Ich bin so gespannt, ob das alles funktioniert, ob es wird und wie es wird und nehme euch ab jetzt immer mal ein bisschen mit. Geteiltes Adrenalin ist besseres Adrenalin.

der Traum vom eigenen Kochbuch,

Und falls du auch schon immer mal dein eigenes Kochbuch auf den Markt bringen wolltest – vielleicht kann ich dir hinterher verraten, wie du es machen solltest. Oder auf keinen Fall machen solltest.
Aufgeregte Grüße,

Claudi