Das Schöne, wenn man jeden Sommer an den selben Ort fährt: Man weiß, auf was man sich freuen kann. Weite und Wellen, Muscheln und Meer. Seit Jahren lieben wir im Sommer die französische Atlantikküste – und tollerweise gibts dennoch jedes mal ganz viel neu zu entdecken. Hier ein paar Schnappschüsse und Schnipsel von diesem Mal, falls ihr mögt…
Atlantikküste ist toll – außer die Fahrt dorthin. Es ist wirklich wahnsinnig weit, vor allem aus Hamburg. Aber hey, es ist eben Liebe. Dieses Mal haben wir besonders lange gebraucht: 26 Stunden, das war Rekord.
Mit drin: eine lange Pause bei KFC, drei Stunden schlafen im Auto auf einer französischen Raste – plus zwei Stunden Warten vor der Fähre. Aber dann: auf der kurzen Fahrt über die Gironde, Wind im Haar, Salz in der Nase, Lachanfälle vor Müdigkeit: Urlaub.
Unserer Erfahrung nach muss man sich entscheiden: entweder man wohnt mittel(schön) am Meer oder richtig nett im Inland. Wir haben uns für zweiteres entschieden.
Per Grinsen hab ich durch die Beifahrertür alles begrüßt: Pferde auf den trockenen Wiesen. Die huckeligen Straßen, die Kiefern, die pastellfarbenen Fensterläden an verputzen Wänden. Kleine Überraschung bei der Unterkunft: was auf den Bildern aussah wie ein Pool, ist eine Skatebahn. Ups. Nach ein paar stirngerunzelten „Mama!“ wars okay. Ich hab dort so, so gern gewohnt.
Ich hab unser Zimmer unterm Dach geliebt, die Jungs ihre Zimmer, alles so liebevoll eingerichtet. Dafür hab ich es hingenommen, dass wir zum Strand echt weit gefahren sind.
Auch dass wir ständig diskutieren mussten, ob wir draußen essen, weil man alles eine steile Treppe runtertragen musste (ich immer dafür, zwei immer dagegen, Rest mal so, mal so). Ich hab es geliebt, den Sonnenuntergang über den Weinfelder mit einem Glas eiskalten Rosé zu genießen. Ich war jeden zweiten Tag joggen in den Weinbergen, herrlich, und die Jungs hatten im großen Loftraum viel Platz für Sport.
Wir waren mit unseren Kindern übrigens schon auf den Seychellen, badewannenwarmes Wasser vor Fototapeten-Strand, aber meine Kinder lieben, lieben, lieben diese wilde Meer.
Sie sind so mutig.
Gefühlt endlose Tage an endlos weiten Stränden, Sonne satt, Sand überall und keine Probleme, außer darüber nachzudenken, was wir abends kochen.
Wir waren uns einig, haben uns gestritten, waren uns nah, und ab und zu gefühlt meilenweit voneinander entfernt. Wir haben dieses Mal nicht ein Gesellschaftsspiel gespielt – aber dafür waren wir abends oft die letzten an Strand.
Wenn wir nicht gesurft oder gelesen haben, haben wir Spikeball gespielt. Knallharte Familienmatches, sag ich euch. So ein Spaß.
Zum Ende hin haben eine Familie wiedergetroffen, die wir vor zwei Jahren kennengelernt haben. Drei wunderschöne gemeinsame Tage, unsere Kinder waren wie high und unser aller Highlight war das Pizza-Essen in einer selbstgebauten Chillecke aus Sand.
Manchmal hab ich zwischendurch dran gedacht, wie ich mit dort mit meinen kleinen Kindern Sandburgen gebaut habe. Wie süß sie noch waren, in ihren karierten Pumphosen, und wie jung wir. Wie verdammt schnell die Zeit vergeht. Aber dann hab ich tief ein und ausgeatmet. Meine großen Kinder angeschaut, wie sie ihr Board wachsen und wie wir uns dank TikTok gemeinsam Zitronensaft ins Haar tröpfeln, für blonde Strähnen. Wie sie nicht glauben können, dass ich das in den 90ern auch schon gemacht habe – und wie wir gemeinsam drüber lachen.
Hätte ich damals in einen glasigen Stein gucken und uns in der Zukunft jetzt am Strand sehen können, ich hätte Daumen hoch gezeigt und selig genickt.














Liebe Claudi,
Ich war als Kind, oft an der Atlantikküste in den Ferien. Diese Ferien gehören zu meinen liebsten und schönsten Erinnerungen an meine Kindheit. Ich kann es gut nachvollziehen, dass es euch dort so gefällt. Ich hab mich , in dieser wilden Schönheit der Natur, immer absolut frei gefühlt.
Liebe Grüsse aus der Schweiz
Christina
O wie schön. Ich kenne einige Familien, bei denen das so war und ich freue mich so, dass unsere Kinder diese Erinnerungen auch haben werden.
Ganz liebe Grüße,
Claudi
Liebe Claudi,
Oh, wie schön – es kommt ein wunderschönes Gefühl von Sommer und Urlaub bei mir an…Ich darf als Erwachsene einen Sehnsuchtsort kennenlernen: nachdem schon die Urgroßeltern meines Mannes immer nach St-Peter-Ording gefahren sind (und alle danach auch) tun wir es jetzt auch zum 2. Sommer…was soll ich sagen: Glückseeligkeit Stunden um Stunden am Meer zu verbringen…
Sommerliche Grüße an alle – Astrid, diesmal von der Nordsee
Liebe Astrid, ich danke dir für dein schönes Feedback und sende liebe Grüße zurück an die Nordsee.
Claudi
Das klingt total schön!
Liebe Grüße und danke für den Bericht,
Elisabeth