Mein Baby ist neun Monate und es kommt mir vor, als hätte jemand einen An-Knopf an ihm gedrückt und den Ton aufgedreht. Plötzlich höre ich ihn ständig: Ich höre sein „Ähhh“, wenn wie uns ansehen und grinsen. Das schönste Geräusch überhaupt. Sein „Dö“, wenn er etwas Neues entdeckt, sein „Uah“, wenn er im Sausemodus auf die Klein-Lego-Kiste der Großen zurobbt, sein lautes Jauchzen, wenn die Großen mit ihm Quatsch machen. Und sein entsetztes Gebrüll, wenn er mich eine Sekunde nicht sieht. Was – KLICK – wie auf Knopfdruck sofort auffhört, wenn er mich wieder sieht…
viertes Kind,
Es ist doch jedes Mal wieder ein Wunder. Am Anfang liegt das Baby bloß da, rund wie eine Kugel aus Knete. Wenn überhaupt kullert es bloß. In den ersten Monaten rollt das Leben eine Wurst daraus. Ab neun Monaten geht es richtig los mit dem Modellieren. Die kleinen Arme kleben nicht mehr am Körper, sondern fuchteln und hauen und heben und grabschen. Die Beinchen strampeln und klopfen und rutschen und überhaupt erinnert mich mein Baby zur Zeit an diese Knetfiguren aus der Sendung mit der Maus, die die jede Sekunde anders geformt sind. Auch die seltsame Brabbelei passt. Und doch verstehen wir uns inzwischen blind, mein 9-Monats-Baby und ich.

Baby, neun Monate alt

Ich weiß genau, dass er müde ist, wenn er beim Essen mit der kleinen Hand seinen Brei vom Ohr bis ins Auge verschmiert. Ich weiß, dass er dann ein kurzes Nickerchen braucht und dass ich ihm helfen kann beim Einschlafen, in dem ich mit dem Zeigefinger sanft von der Stirn bis zur Nasenspitze streiche und „Sch“ flüstere. Ich weiß, dass er nichts aufregender findet, als die Kapla-Kunstwerke seiner Brüder, wenn wir morgens allein sind. Ich baue regelmäßig Zäune und Mauern aus Sesseln und Decken zum Schutz (und kippe nicht selten aus Versehen später selber einen Turm um).

Ich weiß, dass er im Bad sofort zur losen Tapete robbt. Obwohl unser Bad ziemlich groß ist und ich ihn mit einem Haufen Spielzeug in eine ganz andere Ecke lege, wenn ich dusche. Wenn ich mich dann ein wenig ärgere, weil er  Tapete fummelt, lacht er und scheint genau zu wissen, dass ich dann auch lachen muss.

Überhaupt, wie er mich mit seinen riesengroßen Murmelaugen ansieht. Ganz verliebt, noch ohne jede Kritik an mir, ohne Motzen und Nein-Brüllen. Ich habe vier Kinder dafür gebraucht, mein Baby einfach zu genießen, so oft es geht. Ihm bei einem Kaffee dabei zuzugucken, wie er über den Boden robbt. Nicht immer darüber zu grübeln, wie schrecklich schnell doch alles vergeht. Sondern dankbar zu sein, das noch einmal erleben zu dürfen. Mich jeden Tag darauf zu freuen, abends im Bett mit ihm zu verschmelzen. Er passt zum Glück noch immer perfekt in meine Armbeuge.


Die Großen lieben ihn, jeder auf seine eigene Weise. Da ist der Große, der ihn am liebsten pausenlos herumträgt und stundenlang in Fantasiesprache mit ihm redet. Der ihn immer noch irre stolz anderen vorführt wie seine Fußballpokale. Der Mittlere, der oft schon nachmittags fragt, ob Baby abends beim Fertigmachen in seinem Bett liegen darf. Und der Kleine, der hier der einzige ist, der Bo konsequent mit seinem Doppelnamen anspricht, der ihn an beiden Beinen durch die Welt zieht, der ihm Türme im Sand baut und Pferdeställe mit Schleichtieren, der sich auf ihn legt und ihn manchmal haut – aber der immer erste ist, der mir sagt, dass Bo weint, wenn er weint.
9 Monate altes Baby

Die vielen Namen, die wir für ihn haben und die ihm später bestimmt mal unangenehm sind. Wie energisch er mit den Füßen und der Faust auf den Boden haut, als würde er mal Schlagzeuger werden (oder Chef). Klar haben alle Socken vorn ein Loch. Wie gern er Poster von der Wand reist. Wie viel lieber er Klein-Lego mag als sein Babyspielzeug. Wie er mich anlacht, wenn ich ihn in der Trage trage. Himmel, bin ich verknallt in ihn. Er schmeißt dann regelmäßig seinen Kopf in den Nackem und strahlt mich an. Und in meinem Bauch kribbelt es und ich bin wie im Rausch und ich will es fotografieren, aber kein Foto der Welt kann das genauso einfangen. Ich hoffe einfach, ich kann es kopffotografieren.


9 Monate Baby
Neuen Monate – genauso lang auf der Welt wie im Bauch. Die Zeit rast. Ich habe ihn immer noch abends mit bei mir auf dem Sofa, an der Brust oder neben mir schlafend und er geht mit mir ins Bett und auch sonst überall hin. Ich hatte schon gedacht, ich müsste das leider machen, bis er achtzehn ist, einfach weil ich mir keinen Abend ohne Sofababy vorstellen mag. Aber die letzten Tage war da langsam das Gefühl, dass es bald Zeit werden darf für ein eigenes Ins-Bett-Geh-Ritual. Und dass es anfängt, sich okay anzufühlen.

Überhaupt versuche ich, so wenig melancholisch zu werden, wie es geht. Es geht dieses Mal ganz gut. Ich kann es nämlich zum Glück kaum erwarten, noch mehr Knöpfe an ihm zu drehen, den „Mama-Sag-Knopf“, meinetwegen sogar in voller Lautstärke aufgedreht. Den „Krabbel-Knopf“, auch wenn es dann noch wuseliger wird. Und klar, den „Erste-Schritte-„Knopf“. Ich freue mich so drauf.

PS. Die wunderschöne Mode, die Bo hier trägt, habe ich im hübschen Kyddo-Shop gefunden. Für Bo sind hier nur sehr wenig neue Klamotten eingezogen, einfach weil ich endlich erkannt habe, wie wenig so ein Baby braucht. Wie gut es sich anfühlt, wenn man den Überblick in der Babykommode behält. Und doch finde ich es schön, wenn er ein paar Sachen nur für sich und nicht geerbt hat. Der Kyddo-Shop hat wunderschöne, sehr besondere Teile in Bioqualität, die man sich selbst schnenken, oder gut schenken lassen kann, und die man auch super weitervererben könnte. Bo trägt die wunderschöne Streifen-Hose von Monkind, den hübschen Body von Organic Zoo (die übrigens gerade den Babycchino Award 2018 in der Kategorie Best Baby Clothing) gewonnen. Zuckersüß ist auch der Denim Strampler von Monkind und das hüsche, eiscaféfarbene Shirt von Little Hedonist. Und noch mein Zuckerschock-Liebling: der Romber von Monkind.
Baby
Wir haben diese Teile tollerweise von Kyddo zur Verfügung gestellt bekommen (Werbung), damit ihr auch was davon habt, habe ich angefragt und freue mich sehr, dass ich einen 100-Euro-Gutschein für den Kyddo-Shop an euch verlosen darf. Um teilzunehmen, verratet mir einfach bis Freitag, 18.5.18 (24 Uhr) welches Teil aus dem Kyddo-Shop euer Favorit ist. Der Vorname des Gewinners wird nächste Woche hier unter dem Beitrag veröffentlicht und per Mail verständigt. Ich drücke euch die Daumen!

PPS. Die Buchseiten stammen aus dem Buch „Hundert – Was du im Leben lernen wirst“ (Partnerlink) von Heike Faller und Valerio Vidali, das hier eines Tages einfach in der Post lag. Ich habe es ausgepackt, gedacht „Ach hübsch“ und es auf den Couchtisch gelegt. Erst viel später, als das Stillen mal wieder länger dauerte, habe ich angefangen darin zu blättern – und bin seither ganz verzaubert. Es geht in dem Bilderbuch um all die Dinge, die man im Leben erfahren wird, es ist ein Buch für Erwachsene (und für Kinder), es regt zum Nachdenken an (und zum Philosophieren mit den Jungs). Es ist ein ganz anderes Buch als alle anderen – aber sehr inspirerend.

PPPS. Gewonnen hat Jule, herzlichen Glückwunsch. Jule, du hast eine Mail von mir.

Ich wünsche euch eine wunderschöne Rest-Woche,

Claudi