Der Sommer ist endlich da und zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht. Außer nach dem perfekten Strand suche ich noch nach dem perfekten Bikini. Badeanzüge finde ich bei anderen oft total schön, aber irgendwie lande ich immer wieder bei Bikinis. Wahrscheinlich, weil ich so gern möglichst viel Sonne auf der Haut spüre. Früher hab ich meine Bikinis zum Großteil bei H&M gekauft und über Jahre getragen, die sind nun durch. Weil ich seit einigen Jahren versuche, nur fair produzierte Kleidung zu kaufen, sollte auch mein neuer Bikini nachhaltig sein. Aber gibt es das überhaupt…?

Ich bin einfach mal losgeschwommen, durch das weite Meer der nachhaltigen Shops – und ich bin tatsächlich fündig geworden. Entdeckt habe ich viele kleine Labels, von denen ich vorher noch nie gehört hatte.  Alle Labels vereint die Passion von fairer und nachhaltiger Bademode. Ich dachte, ich teile meine Entdeckungen mit euch, falls ihr auch auf der Suche nach einem neuen Bikini seid.

MYMARINI ist ein Hamburger Label, welches farbenfrohe Bademode macht, die sich auch zum Surfen eignet. Es gibt aber auch eine Classic Line und Bikinis mit Streifen. Ich finde Bikinis mit Streifen immer ganz besonders hübsch. Die bringen mich schon in der Schublade in Urlaubstimmung. Alle Kollektionen von MYMARINI haben außerdem hübsche Namen: die in grün und blau Tönen heißt zum Beispiel „Shades of Soft Water“.

Das Label wurde 2013 von Mareen gegründet, einer passionierten Surferin und ehemaligen Art Directorin. Mareen kündigte 2021 kurzerhand ihren Job und reiste nach Kolumbien, wo sie sieben Monate lang surfte und ein sehr einfaches und freies Leben führte. Durch die Nähe zur Natur erkannte sie, dass das aktuelle Angebot und die Produktion von Bade- und Surfmode buchstäblich unerträglich war: Es war weder nachhaltig, noch wurde es unter fairen Bedingungen produziert, hatte schlechte Qualität und die Designs waren entweder zu sportlich, zu jung oder zu schick und damit nicht funktional. Die Idee einer eigenen Firma entstand – MYMARINI geboren!

Bikinis, die den Körper modellieren?

VOLANS kommt aus der Schweiz und ist ein kleines Label, welches von Mutter und Tochter geführt wird. VOLANS hat bereits über 40 Jahre Erfahrung im Bereich Bademode. Man findet eher klassisch elegante Kreationen, die aber kein bisschen langweilig wirken, in schönen Farben für lange Tage am Strand und im Wasser. Besonderen Wert legt VOLANS auf die Schnittführung, die für eine ideale Passform und perfekten Halt sorgen will. Es werden hochwertige Stoffe mit SHAPE Eigenschaften verwendet, die den Körper regelrecht modellieren sollen.

VOLANS arbeitet nach dem Grundsatz „reduce to the max“, denn jeder Zusatz an Material wie Futter, Schalen und so weiter können unschön auftragen und machen die Stücke unnötig teurer. Hier gebe ich auch den Badeanzügen nochmal eine Chance, die sind nämlich auch super schön!

Canopea, das französische Label begann mit Bademode für Kinder und erweiterte dann das Sortiment um Tweens+Teens. Seit dem vorletzten Jahr bieten das Label nun auch eine Damenkollektion an. Alles sehr französisch und magnifique.  Es gibt auch eine Vater-Tochter Kollektion – eine schöne Idee.

Twothirds ein deutsch-spanisches Unternehmen, hinter dem eine wahnsinnig sympathische Familie steckt und bietet schon seit einigen Jahren eine kleine, aber feine Auswahl an nachhaltiger Bademode an. Die Sachen sind eher sportlich und auch bestens zum Surfen geeignet.

Die Wurzeln des Labels liegen im Jahr 1997, als Gründer Lutz Schwenke als Teenager ein Jahr auf Hawaii lebte. Er verbrachte beinahe das ganze Jahr im Wasser, schwamm mit Walen, lernte Surfen und bekam den Ozean nie wieder raus aus seinem Kopf. Neun Jahre später und 11.000 Kilometer entfernt arbeitete Lutz für die United Nations im Bereich Fairtrade. Er packte die Erfahrungen mit seiner Liebe zum Meer zusammen und gründete Twothirds.

Einer für alle in Sachen Zweiteiler?

You swim kommt aus Australien und hey mate, bei ihnen sind alle Bikinis und Badeanzüge onesize. Auf der Webseite wird versprochen, dass sie dennoch sieben unterschiedlichen Größen passen und einfach bei jeder Figur. Es gibt vier verschiedene Modelle namens the Aplomb, Poise, Eva und Verve, produziert wird übrigens in England. Schon das Model, das einem auf der Webseite entgegen tanzt macht gute Laune.

Anekdot ist ein Berliner Lingerie und Bademode Label. Hier hat eigentlich jedes Bikinioberteil mehrere Tragevarianten, so hat man ein Teil und doch verschiedene. Das finde ich super praktisch. Anekdot macht upcycling, das bedeutet aber nicht, dass wir die Badesachen von anderen auftragen, sondern dass mit Stoffen gearbeitet wird, die ansonsten vernichtet werden würden, ohne dass sie jemand trägt: Überproduktionen, falsche Maße, unerwartete Farben. Daher sind alle Teile des Labels immer limitiert. Anekdot weiß eben nie, was da kommt. Super spannend!

Coco-Malou macht wunderschöne Unterwäsche und ab diesem Sommer auch Bademode. Ich habe schon vorher Ausschnitte in der Instagram Story erhascht. Jetzt ist die kleine Kollektion da – und ich mag sie sehr. Außerdem kommt das Label aus Stuttgart, find ich natürlich super.

Welcher  Bikini gefällt euch denn am besten?

PS. Das hier ist ein rein redaktioneller Beitrag mit persönlichen Empfehlungen, dennoch müssen wir aufgrund der Verlinkungen Werbung drüber schreiben.
PPS: Mein Blümchenbikini oben ist leider uralt.

Fotos: MYMARINI, Anekdot, You Swim, Canopea, Coco Malou, Twothirds, Volans, privat. Collage: Claudia Obertaxer.

So ich genieße mal mal weiter den Sommer, ihr hoffentlich auch, alles Liebe,

Hannah