Als ich vor über 20 Jahren nach Hamburg zog, verliebte ich mich nicht bloß holterdipolter in die Stadt, sondern in eine Gruppe von Mädels, mit denen ich sie entdeckte. Für mich ist Hamburg perfekt für einen Mädels-Trip. Hier ein paar Ideen, was ich hier mit Freundinnen mache…
Tag 1.
Es gibt viele schöne Hotels in Hamburg, das schönste für mich ist das Tortue, leider ist es auch eine ziemliche Investition (in sich selbst). Falls es einem das nicht wert ist, kann man dort immer noch dort frühstücken (auch das ist teuer, aber so gut und man fühlt sich gleich wie Carrie Bradshaw.)
Auch sehr gern frühstücke ich im Café Paris in der Rathausstraße, auch direkt in der City. In wunderschönem Jugendstilambiente gibt’s wahlweise Croissants oder French Toast mit geschmolzenen Tomaten, Koriander, Ziegenkäse,
Orangenmarmelade (Tipp!) und fühlt sich wie im Urlaub.
Wenn ich mal in der City übernachte, dann meist im 25hous in der Hafencity, (Achtung, darin befindet sich auch mein Restauranttipp für heute Abend.) Im Tortue esse ich übrigens immer Ei Royal, das ist eine Art Frühstücksburger mit Brioche, zwei pochierten Eiern, Räucherlachs, Spinat und Sauce Hollandaise. Es kostet leider 22 Euro, aber ich fühle mich hinterher wie Mrs. Big.
Vom Tortue und der Stadthausbrücke kann man perfekt losbummeln.
Ringsherum viele hübsche Straßen und Läden, man ist echt mittendrin, und der Rathausmarkt und die Mönckebergstraße (also Touri-HH) sind auch nicht weit. Ich gucke immer bei „And Other Stories“, im Alsterhaus und bei Zara Home vorbei. Falls eine von euch noch arbeiten muss: über der Starbucksfiliale an der Mönckebergstraße befindet sich ein Co-Working-Space.
Falls man wieder Hunger hat (Ei Royal ist nicht soooo groß), dann geht über die große Straße zum Lunch zu O‘ren Ishi. Hier gibts authentische viatnamnesische Küche und der Glasnudelsalat ist stadtberühmt. Mein Verlagshaus war damals gleich um die Ecke und ich war mit Redakteurinnen-Kollegen ständig da. Auch heute tummeln sich dort noch viele Presseleute, viele nehmen sich die hübschen To-Go Päckchen aus Papier auch mit an den Schreibtisch.
Nachmittags geht’s dann in eine Ausstellung, wahlweise ins Bucerius oder die Kunsthalle, oder die Deichtorhallen, die sind alle gleich ums Eck. Eine aufregende Ausstellung gibt’s immer, am besten kurz die Webseiten checken. (Auch cool, sogar für Leute, die mit Kunst weniger anfangen können, sind die immersiven Ausstellungen im Port de Lumieres in der Hafencity). Kunst gucken ist genau jetzt perfekt, weil man sich nach dem Frühstück das wichtigste bereits erzählt hat und man jetzt anfangen kann, sich gemeinsam inspirieren zu lassen und dabei in die Detail zu gehen. Herrlich.
Richtig schön im Winter ist eine Tea Time im Hotel Vier Jahreszeiten.
Ich weiß, auch das ist leider nicht günstig, aber wirklich ein Erlebnis fürs Leben und so besonders (unbedingt rechtzeitig reservieren). Und wenn man ausnahmsweise mal nur für eine Person zahlen muss (und nicht wie sonst bei mir für fünf mehr), dann geht’s gefühlt auch fast. Wir hatten so eine gute Zeit dort, inklusive Finger-abspreizen, Queen-Elisabeth-Winken und „absolutely“ Geraune.
Abends geht’s dann vielleicht in eins meiner absoluten Lieblingsrestaurants in Hamburg, das Neni in der Hafencity. Wir bestellen meist mehrere Dinge und teilen, die Kombinationen und Aromen sind einfach göttlich, aber bitte unbedingt rechtzeitig einen Tisch reservieren, am besten so schnell wie möglich!
Tag 2.
Gut geschlafen? Heute startet der Mädelstag mit einem Frühstück im Herzstück im Herzen des charmanten Viertels Eimsbüttel, von den Hamburgern auch liebevoll Eimsbush oder Eimsbullerbü genannt. Es gibt eine tolle Auswahl (auch an Lunch-Salaten.). Hinterher unbedingt im Viertel bummeln gehen, am Eppendorfer Weg gibt’s hübsche Läden und in den Seitenstraßen hübsche Altbauten und typisches Hippes-Hamburg-Gefühl.
Wer an einem Dienstag oder und Freitag in Hamburg ist, sollte einen Abstecher zum Isemarkt machen. Der geht jeweils von 8.30 bis 14 Uhr und ist eine Institution. Es gibt In-Essen und In-Menschen in angesagten Outfits, also jede Menge zu gucken. (Wer Samstag da ist und Flohmärkte mag, muss zum Flohschanze, dahinter ist das Karoviertel – und auch so schön lässig)
Wer schon wieder Hunger hat, holt sich einen Kaffee und ein Stück des legendären Blechkuchens im Petit Café, das hält dann auch satt bis abends, versprochen. Danach noch eine Runde stöbern im kleinen, aber so hübsch kuratierten Goldig Store, hier findet man auch garantiert ein Mitbringsel oder ein Geschenk für eine Freundin. Stundenlang stöbern könnte ich auch bei Viola‘s, wo es alle möglichen und unmöglichen kulinarischen Mitbringsel gibt: Schokoladen, Weine, Pasta, Tees – und in der Weihnachtszeit die coolsten, herrlichunkitschigen Schokoweihnachtsmänner in pinken Glanzfolie.
Bei schönem Wetter kann man seinen Kaffee auf einer Bank unter den Linden am Weiher trinken…
… und dabei so richtig echtes Hamburg-Gefühl aufsaugen. Apropos, wer Hamburg haut- (und schweißnah) kennenlernen will, der joggt mit den Einheimischen um die Alster– überall hübsche City-Views (und Außer-Puste-Lachflash) garantiert. Geübte brauchen für die Runde etwa 35 Minuten, ich etwa eine Stunde, mit Quatschen (und Seitenstichen) 1,5.
Ansonsten ist es auch verbindend, eine Pilatesstunde zu buchen, zum Beispiel eine Flying-Pilatesstunde (zum Beispiel im Yogaloft in Hamburg-Eimsbüttel (eine einzeln gebuchte Einheit von 1,5 Stunden kostet etwa 25 Euro).
Für diesen Abend empfehle ich ein Essen in einem der Authentikka (zwei in der City, eins in Winterhude). Es gibt dort wirklich köstliches Indisches Essen in coolem, lässigen Ambiente. (Tipps: der geröstete Blumenkohl als Vorspeise und der Paneer, indischer Frischkäse in Kokos-Tomatensoße als Hauptgericht).
Hinterher vielleicht noch ins Kino? Am schönsten ist es im Abaton, Nähe der Uni, (szenig & lässig) oder in der Astor Filmlounge in der Hafencity (bequem und schick).
Tag 3.
Heute starten wir ganz entspannt im Schanzenviertel: lässig, alternativ und stylisch. Leckeres Frühstück ohne Pathos gibt’s im Café unter den Linden. Danach unbedingt ein bisschen durch die Schanze bummeln. Meine Lieblingsläden: Wohngeschwisterchen und Kauf dich glücklich. Blumensträuße zum Staunen gibt’s bei der Grünen Flora und Blumenstrauß-Schnäppchen im kleinen Laden in der Schanzenstraße, direkt aus Eimern (und womöglich mit spröder Bedienung).
Super schöne Freundinnen-Aktion: bei Necklays in der Schanze selbst Schmuck zusammenstellen. Wer lieber fertig kauft: ich liebe die Auswahl im kleinen Laden Bleu. (Vorher unbedingt noch bei Inlove Attire rein! Dort gibt’s cool kuratierte und bezahlbare Mode.
Danach entweder zu Fuß oder mit der Bahn Richtung Landungsbrücken (die Ringlinie U3 ersetzt glatt eine Stadtrundfahrt!!!) Bei den Landungsbrücken aussteigen, übers Wasser gucken, Elphie, Möwengeschrei, mehr Hamburg geht nicht. Schiffe gucken und unbedingt einen Galao im Portugiesen Viertel trinken. Hier hab ich mal gewohnt, Hach, was das eine schöne, aufregende Zeit. Sobald ich die Elbe rieche, denke ich dran.
Abends würde ich einen Tisch in der XO Seafood Bar reservieren, weil es da typisch Hamburg Fisch gibt, aber auf sehr aufregend neue Art und Weise. Zum Zeitpunkt dieses Artikels gab’s da nebenan eine sehr angesagte Bar, da will ich mal hin, aber niemand weiß, wie lange sie angesagt ist. (Sie ist auch zu cool, um draußen den Namen dranzuschreiben). Zum Schluss unbedingt noch auf einen Drink und einen Dance ins Goldfischglas.
Viel Spaß und habt eine wunderschöne Zeit in Hamburg.


















Ein absolut toller Laden ist in der Marktstraße 6 zu finden: SNAPS.Hamburg.
Danke für den Tipp! Kenne ich noch gar nicht.