März 2020, erster Lockdown. Unser Haus versank im Chaos, ich war frustriert. Im Gegensatz zu einigen Freundinnen konnte ich dem ganzen nichts Gemütliches abgewinnen. Irgendwer hatte immer Hunger, einer brauchte Unterstützung beim Homebeschooltwerden. Wann immer ich konnte, flüchtete ich ins Arbeitszimmer. Ich schrieb für den Blog, der super lief, und spontan an einer Geschichte, die sich einfach so in meinen Kopf geschlichen hatte…

Vielleicht waren die Partysehnsuchtszooms mit meinen Freundinnen Schuld. Vielleicht völlig unerwartete Träume von längst vergessenen Typen, von denen einige erzählten.

Ich schrieb mich weg von allem, ich schreib mich frei. Und weil ich seit einer Weile eine Agentin für meine Kinderbuchreihe hatte, traute ich mich irgendwann, sie einfach zu fragen: „Wär‘s okay, wenn ich auch mal was für Erwachsene schreibe?“, fragte ich, als ich schon mittendrin war. „Mach doch!“, meinte sie.

Es klang nicht nach einem wirklichen Auftrag. Dennoch fühlte es sich ab dem Moment ein bisschen ernsthafter an. Ab sofort wurde mein Manuskript meine Lockdown-Höhle. Da hinein flüchtete ich mich, wenn mir alles zu viel war. Im Buch konnte ich Party machen, Freundinnen treffen. Sogar unser Haus nochmal neu und noch schöner einrichten… 

Ein halbes Jahr später schickte ich eine erste Version an meine Agentin. Total nervös. Ich weiß noch, dass ich grad am Flughafen saß, als sie zurückschrieb. „Klingt ganz nett!“, mailte sie. „Lass uns nächste Woche drüber sprechen.“

„Ganz nett“ war dann doch noch sehr überarbeitungsnötig.

Erst war ich nach unserem Gespräch über mein Manuskript ziemlich frustriert, denn ihre Tipps bedeuteten, dass ich quasi nochmal neu anfangen musste. Einen Abend lang war ich sogar richtig frustriert. Am nächsten Morgen dachte ich: „Sie hat Recht!“ Und machte mich dran.

Ich änderte viel, unter anderem wechselte ich zur Ich-Erzählerin, was meine Hauptfigur plötzlich viel nahbarer und lebendiger machte. Ich war wie im Rausch. 

Wenn ich nach der Arbeit am Manuskript aus meinem Arbeitszimmer in unseren Flur trat, musste ich mich erstmal wieder zurechtfinden. Mir war, als komme gleich Ava um die Ecke. Oder eins ihrer Kinder.

Vor unserem Urlaub schickte ich das komplett überarbeitete Manuskript an meine Agentin zurück und ich lag gerade auf Sardinien am Pool, fest entschlossen, endlich mal wirklich einfach Urlaub zu machen, als sie antwortete: „Jetzt ist es großartig!!! Schaffst du bis in drei Wochen letzte kleine Korrekturen und ein Exposé? Ich würde dein Manuskript gern bei der Buchmesse anbieten.“

„Klar schaffe ich das!“ antworte ich, warf die Urlaubspläne von der Liege und nahm mein Laptop auf den Schoß. Dieses Manuskript hat mich an sooo viele Orte begleitet – im Nachhinein finde ich das total schön. 

Ich werde nie vergessen, wie meine Agentin kurz nach der Messe anrief und meinte, dass gleich zwei Verlage mein Manuskript kaufen wollten.


Das war einer der schönsten Anrufe meines Lebens!

Jetzt ist mein Romandebüt „Sommer ist meine Lieblingsfarbe“ draußen – und ich bin soooo gespannt, wie ihr ihn findet. Letzte Woche hatte ich eine wunderschöne Premierenlesung in der Hamburger Buchhandlung „Stories“ und genau jetzt, wenn du das hier liest, bin ich vermutlich auf dem Weg zu einem Buchmessentermin, um meinen Midlife-Love-Roman in die Welt zu tragen.

Und worum geht’s überhaupt?

Was passiert, wenn du alles hast, was du immer wolltest? Und trotzdem nicht glücklich bist?

Ava ist 43 und hat alles, wovon sie immer geträumt hat: einen tollen Mann, drei bezaubernde Kinder, vier Hühner und ein wunderschönes Haus in Hamburg Vierlanden, gleich hinter dem Deich. Dennoch fragt sie sich in letzter Zeit immer öfter, ob das schon alles war und ob sie wirklich glücklich ist. Oder ist sie irgendwo falsch abgebogen?

Als sie völlig unerwartet eine Nachricht von ihrem Ex-Freund Pinto erhält, wirbelt das ihren Alltag ganz schön durcheinander. Ava entdeckt das Kribbeln im Bauch und ihre Leidenschaft für Farbe und alte Möbel wieder. Und verliebt sich noch einmal ganz neu. In sich selbst – und in ihren Traummann …

Goldmann schreibt: Das humorvoll-turbulente Romandebüt der DEIN SPIEGEL-Bestsellerautorin (»Die Geburtstagsbande«) und erfolgreichen Bloggerin und Instagrammerin (»wasfuermich«).

Literaturkritikerin Karla Paul schreibt: »Ein sehnsuchtsvoll-schöner Roman über ungerade Lebens- und Liebeswege – frisch vom Deich direkt ins Herz!« 

Und die großartige Alexa von Heyden sagt: »Die Gefühlsachterbahn einer Frau, die vermeintlich alles im Leben hat und trotzdem mehr will – ich habe so mit Ava mitgefiebert!« 

Ich freue mich riesig, wenn auch DU mein Buch liest! Ganz viel Freude dabei!!


PS. Und natürlich fängt das alles mit dem Ende dieser Geschichte erst so richtig an. Denn gerade bin ich im Regen durch Salzburg gelaufen und habe verzweifelt in den Buchhandlungen nach meinem Buch gesucht. Kleiner Spoiler: nahezu vergeblich. Urks….
Aber das ist eine andere Geschichte…

Aufgeregte Grüße,

Claudi