Ich liebe Bruschetta. Blöderweise habe ich ein Bruschetta-Problem. Ich kann es nämlich nicht ertragen, wirklich nicht, wenn jemand statt Bruscetta „Bruschetta“ sagt, also mit sch. Da bekomme ich Gänsehaut. Ehrlich. Ganz schlimm. Ich zucke wirklich kaum zusammen, wenn jemand wie und als verwechselt – aber bei Bruschetta tut es mir wirklich weh. Dabei ist das knoblauchige Knusperbrot mit dem saftig basilikumen Tomatensugo eins meiner allerliebsten Sommerabendbrote…

Was ich auch überhaupt nicht mag? Andere verbessern. Ist vielleicht ein Lehrerinnen-Problem, dass ich um nichts auf der Welt oberlehrerinnenmäßig rüberkommen mag. Was ich also tue? Ich werfe meine Familie (und Freunde und Bekannte) in ein Bruschetta-Sprachbad. Lacht nicht, wirklich wahr. Ich öffne schon die Tür und rufe von weitem: „Hallo, schön dass ihr da seid, ich habe BRUSCHETTA gemacht. Ist Bruschetta nicht einfach das Beste bei dem Wetter? Köstlich knuspriges, herrlich frisches Bruschetta. Und die Tomaten schmecken doch bloß jetzt so richtig gut. Die Tomaten auf meinem Bruschetta…

Alles in der Hoffnung, dass alle es hinterher richtig sagen.
Tomatenbrot, Bruscetta
Ob ich nen Knall habe? Ganz sicher. Ich arbeite aber an mir. Darum versuche ich die ganze Bruschetta-Sache einfach zu vergessen und rufe stattdessen immer öfter: „Heute gibts Tomatenbrot.“

Ich serviere mein Bruschetta übrigens einfach so, mit einem knackigen Salat. Oder als Vorspeise wenn wir grillen. Wenn die Holzkohle mal wieder länger braucht und alle schon einen Mordshunger haben. Mein Kinder fanden Bruschetta bislang übrigens ziemlich doof. Bis ich vergangene Woche im Newsletter des australischen Lunch Lady Magazines die Marienkäfer-Variante entdeckt habe. Meine Jungs quiekten vor Freude (ich vorher auch) und sie mochten es wirklich gern (allerdings drei von vier Brot und Marienkäfer getrennt). Immerhin.

Mein fixes, aber zum Finger ablecken köstliches Bruschetta mache ich so

Ein Baguettebrot in Scheiben schneiden, auf ein Backblech legen, mit Olivenöl besprenkeln und mit einer Knoblauchzehe abreiben. Im Backofen bei 180 Grad fünf bis zehn Minuten rösten. Unterdessen gute, duftende Tomaten waschen, Blüte entfernen und klein schneiden. Eine kleine Zwiebel sehr fein schneiden. Tomatenwürfel mit Zwiebel, frisch zerrupften Basilikum und Olivenöl mischen, dabei ruhig ein klein wenig matschen. Augen schließen, Nase beinahe in den Tomatenmatsch stecken und den Sommer schnuppern. Mit Salz und Pfeffer würzen. Kurz ziehen lassen, dann auf den Röstbroten verteilen. Sofort aufessen.

Und die Marienkäfer-Kinder-Variante so

Dabei lasse ich die Knoblauch-Einreibung weg und streiche nach dem Backen stattdessen ein wenig Frischkäse auf das Brot. Für den Belag halbiere ich kleine Tomaten, schneide sie leicht ein und biege die Hälften wie Käferflügel leicht auseinander. Ich lege ein Stück Salatblatt auf das Brot, lege eine Käfertomate darauf, halbiere eine Olive als Kopf und tupfe mit Balsamicocreme Tupfen auf die Tomaten. Fertig.


Und was esst ihr bei dem Wetter so?

Alles Liebe,

Claudi