Ich nehme aus allen Urlauben etwas mit: Erinnerungen an lange laue Abende, Muscheln, manchmal auch Dankbarkeit, in dem Land zu leben, in dem ich lebe. Und manchmal ein Baby im Bauch. Es gibt da aber ein paar Momente, die ganz besonders besonders waren. Die sich fett unterstrichen in mein Kopftagebuch geschrieben – oder eine Ecke eingeknickt haben, so dass ich automatisch immer wieder ihre Seite öffne. Einen dieser Momente hatte ich im suppenheißen New York im Juni vor sieben Jahren…

André und ich sind damals vier Wochen durch die USA gereist: Durch Maine, Boston, die Hamptons bis nach New York. Ich erinnere unseren Trip bis heute: dauerlächelnd, einkindglückselig, in grellbunten Farben (wie die Fotos der Reise, die ich beinahe alle mit dem damals todschicken Hipstamatic-Filter schoss.) Wir hatten nicht viel Geld (André war noch Student, ich in Elternzeit), aber das war egal, wir aßen abends Käsebaguettes auf dem sonnenverbrannten Central Park Rasen und hatten uns per Airbnb ein günstiges Zimmer in einer WG gebucht.

Die Wohnung lag super central, die Jungs in der WG waren irre nett und teilten am ersten Abend ihre Macceroni Cheese mit uns. Allerdings war New York zu dieser Zeit beinahe 40 Grad heiß – draußen und drinnen. Die Wohnung hatte kaum Fenster – und in Downtown gab es ohnehin kein Lüftchen. Wir dauerklebten herum wie die Käsesoße auf dem Nudelauflauf.

Mein kleiner Größter trank damals jede Nacht mehrmals eine Milch, ich musste also nachts aufstehen und ihm in der ofenwarmen Mini-Küche eine lauwarme machen. André hat einen Schlaf wie Stahlbeton. Der hört nichts. Also stand ich auf, schlich in die Küche, machte die Milch. Was nervig genug war. Ganz gruselig waren allerdings: die Küchenschaben. Ich wusste nach dem ersten Mal: Sie waren überall, lagen karamellfarben in der klebrigen Hitze herum, fingerlang, auf der Küchenplatte, in der Spüle, hinter der Spüle, auf dem Boden, um meine Sandalen herum. Noch schlimmer war ihr Geräusch, ein zähes Knacken und Knirschen. Manchmal konnte ich nicht schlafen, aus lauter Schabenbammel.

Morgens waren sie weg, zumindest sah und hörte man nichts mehr. Schliefen vielleicht in den Abseiten ihren Küchenabfallrausch aus.

Ich denke oft an diese Reise zurück, sie war großartig, trotz Schabenschock. Etwas Gutes hatte aber auch das: Ich ahnte in diesem Moment, dass Babynächte, egal wie anstrengend sie bei den folgenden Kindern noch werden würden, niemals wieder so eklig sein dürften, wie in dieser New Yorker Mini-Küche. Das hat mich manchmal grinsen lassen beim Stillen, todmüde, mitten in der Nacht.

Habt ihr auch so einen Urlaubs-Moment? Ein Moment, in dem ihr direkt wusstet, dass ihr ihn nie mehr vergessen würdet? War vielleicht sofort klar, das danach alles anders sein würde?

Ich warte gespannt beim Tee (New Cheesecake Style) auf eure Geschichten, erzählt sie doch kurz, bis einschließlich Samstag, 9. Februar 2019 in den Kommentaren. Drei Geschichten belohne ich mit je einer Ausgabe meines Bilderbuches „Schwups fährt in die Ferien“

Für das kleine Schwein aus meiner Bilderbuchreihe ist der Sprung ins Meer übrigens so ein Aha-Moment. Seitdem denkt Schwups bei jeder Matschpfütze an das Gefühl von heißem Sand unter den Hufen, Sonne auf den Borsten und Salzgeschmack auf der Schweinezunge…

Und wir Eltern? Uns dürfte das Rückbankspektakel der kleinen Schweine auf der langen Fahrt sehr bekannt vorkommen. Die perfekte Lektüre also für die Wochen vor dem Urlaub, die Fahrt dahin und das Ferienhaus.

Alles Liebe,

Claudi