Letzte Woche habe ich auf einem meiner liebsten Instagram Accounts einen Satz gelesen, der mir nicht mehr aus dem Kopf geht. Da stand: „Denkt ihr auch manchmal abends im Bett, dass ihr die fürchterlichste Familie der Welt seid?“ Ja, hab ich gedacht. Jaaaaa! Endlich spricht es mal jemand aus…
entspannte Weihnachten
Manchmal denke ich, hätte ich keinen Blog, keinen Job, kein so großes Haus wäre alles einfacher. Manchmal denke ich, hätte ich statt der vier Jungs vier Mädchen würden hier alle immer leise durchs Haus schleichen, friedlich gemeinsam basteln und sich gegenseitig babysitten. Manchmal denke ich, andere kriegen das viel besser hin mit der Wäsche, der Ordnung, der Maniküre und der Paarzeit. Dann wache ich zum Glück am nächsten Morgen auf – und habe wieder die beste Familie der Welt.

Manchmal platze ich, weil ein Playmobilpferd auf dem Couchtisch liegt. Was natürlich Blödsinn ist. In Wirklichkeit hat aber das Playmobilpferd bloß die Staumauer geöffnet, und die ganze angestaute braune Suppe aus Geschwisterstreit, neuen Flecken auf dem Sofa, nicht weggeschmissenem Adventskalenderpapier auf dem Boden, vergessenen Müslischalen, Bergen von dreckigem Geschirr, schmutziger Wäsche – zum Waschen, zum Falten, zum Weglegen; Nachmittagstaxiterminen, Kollegenfrust, übervollem Desktop stürzt raus.

Ich erkläre das dann meinen Kindern hinterher, ich hoffe sie verstehen es. Wenigstens ein bisschen. „Mama ist auch nur ein Mensch!“, erkläre ich dann. Und dann schütteln sie den Kopf und sagen: „Nein, du bist eine Mama!“ Und es klingt, als sei ich beinahe Jesus.

Ich merke, wenn ich gute Laune habe, läuft bei uns Rock´n Roll statt Requiem. Ich gebe oft den Laune-Takt vor – das ist schön, das ist eine große Verantwortung. Ich bekomme es am besten hin, wenn ich auch mir viel Gutes tue, wenn ich versuche, nicht alles perfekt machen zu wollen, wenn ich nicht bei anderen gucken, wie es (scheinbar) noch besser laufen könnte.

Warum ich das schreibe? Gerade an Weihnachten öffnet eine Kleinigkeit gern mal den Staudamm und lässt die Frustsuppe frei. Das ist okay. Das ist ganz bestimmt bei vielen so… (kommentiert doch mal kurz mit „hier auch“ in den Kommentaren, wenn ihr das auch kennt. Das beruhigt uns sicher alle).

Am nächsten Tag, meist schon ein paar Stunden später, ist es wieder okay.

PS. Hier zur Erinnerung ein Artikel von Susanne, darüber, was Weihnachten wirklich wichtig ist… (Lesen schützt vor Staudammbrüchen).

PPS. Eigentlich wollte ich heute noch einmal ein „Fünf Dinge vom Wochenende“ schreiben, aber als ich nach Bildern suchte, merkte ich, dass ich keine habe (beziehungsweise bloß private). Es war trotzdem ein wunderbares Wochenende, in dem wir inmitten unsers eigenen Chaos Berge von Kekse backten, auf dem Sofa lümmelten und einen Playmobil Reiterhof auf dem gesamten Dielenboden aufbauten. Wir besuchten ein Weihnachtsmärchen und den Weihnachtsmarkt, den wir aufgrund von kalten Füßen, heulenden Kindern und überteuerten Preisen ganz schnell wieder verließen und stattdessen Kakao auf dem Sofa tranken, mit Sahne und „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ auf dem Laptop.

Denkt an eure Kinder und an eure Familie, aber auch ganz viel an euch, seid milde mit euch, denn „Mama macht die Musik“,

Claudi