Da war dieser Moment, da wurde ich in meinem neuen, mattrosa Kleid knallrot. Warum? Ich trage die wunderschönen Kleider von SANTA LUPITA bereits seit einigen Jahren. Sie sind auf fast jedem Urlaubsfoto drauf, weil ich sie wie eine Sommeruniform schleppe. Sogar aufs Cover meines Kochbuchs hat es eins der bestickten MOMMY Kleider geschafft. Als mich SANTA LUPITA jetzt anschrieb, ob ich Lust hätte, euch die Kleider und die Art der Produktion hier vorzustellen, sagte ich klar Ja. Ich bekam ein paar Pressetexte und Fotos – und die ganze Zeit fragte ich mich: Wer bitte ist eigentlich dieser Typ…?

Ich schaute nochmal in unseren Mailverlauf. Alles war tatsächlich mit Jorge unterzeichnet. Das war mein Knallrot-Moment. „Heidewitzka!“, quatschte ich überrascht ins Telefon, „das bist du da auf den Fotos und das ist auch dein Label?“ „Ja“, meinte Jorge lachend. „Wieso?“ Ich war platt. Fakt ist: Ich war so doof gewesen. Da trage ich seit mindestens drei Sommern diese Kleider und bekam irgendwie nicht in den Kopf, dass hinter den perfektesten Sommerkleidern der Welt ein Mann steckt. Warum? Fragt mich nicht.

Jorge hatte dann zum Glück auch noch was zu lachen mit mir. Weil ich nämlich plötzlich unsicher war, habe ich ihn per Mail fix gefragt, wie man seinen Namen richtig ausspricht. „Horhe“ schrieb er zurück. Ich übte es abends im Bad – und André lachte laut. „Bist du sicher, dass DAS so richtig ist?“, fragte er. „Frag lieber noch mal nach, nach deinem, ähm, kleinen Gender-Fauxpas.“ Ich quatschte Jorge also eine Sprachnachricht auf Band: „Hallo, hier ist nochmal Claudi, sag mal, wird das jetzt wirklich „horhe“ ausgesprochen, oder doch „choche“…?“ Die Antwort kam sofort. Jorge lachte. „Naja, so ähnlich. Aber dein erster Versuch, ha ha, der trifft es ganz gut.“


Also, jetzt nochmal: Jorge hats erfunden. Jorge hat das Label SANTA LUPITA 2014 gegründet – und zwar aus Liebe zu Mode und zu Mexico. Die Idee dahinter war, einen Beitrag zu leisten, eine der aufwendigsten Bekleidungstraditionen der Welt zu erhalten. Denn die Designs von SANTA LUPITA basieren auf der Jahrhunderte alten Stickerei- und Webkunst der ethnischen Völker Mexikos, die dort jeweils von Generation zu Generation weitergegeben werden. Zudem möchte die Marke zeigen, dass es in Zeiten von Massenproduktion in der Modeindustrie sehr wohl möglich ist, Bekleidung unter menschenwürdigen Bedingungen herzustellen.


Über 130 Kunsthandwerkerinnen arbeiten für SANTA LUPTIA, jedes Kleidungsstück wird nach alter Tradition per Hand bestickt und/oder gewebt. Das Besondere dabei: jedes Stück wird komplett von einer einzelnen Kunsthandwerkerin zu Hause angefertigt und trägt somit ihre eigenen Elemente (sie unterschreibt auch auf dem Etikett, so weiß man, wer es gemacht hat). Dies trägt dazu bei, dass diese Frauen finanziell zum Wohlstand ihrer Familien und Gemeinden beitragen können, ohne ihre Dörfer auf der Suche nach Arbeit in Großstädten verlassen zu müssen. SANTA LUPITA liefert die dafür notwendigen Stoffe direkt an die Gemeinden.


Dabei werden synthetische Stoffe vermieden und ausschließlich Naturstoffe (Leinen, Seide, Baumwolle), teilweise aus organischer Produktion, verwendet. Außerdem nutzt die Marke bei der Entwicklung neuer Designs Upcycling-Methoden, um Stoffreste aus vergangenen Kollektionen weiter zu verwenden. Somit möchte SANTA LUPITA, einen Beitrag zur Reduzierung des Ressourcenverbrauchs und des CO2-Ausstoßes der Modeindustrie leisten.


Wenn ich mit der flachen Hand über die Kleider streiche, fühle ich die Liebe zum Handwerk in jedem Kleid. Es ist einfach perfekt verarbeitet und hält ewig. Ich liebe den simplen, aber perfekten Schnitt der MOMMYS Kleider, trage sie im Garten, im Urlaub – aber auch schon mit Glitzerschuhen auf einer Hochzeit. Gegen Abend sieht ein Strickpullover darüber hinreißend lässig aus. Und wenn es noch nicht ganz so warm ist, trage ich eine MOMMYS BLOUSE zur Jeans. Ich bin verliebt – ihr ja jetzt vielleicht auch.

Es gibt neuerdings übrigens auch Geschenkgutscheine. Kleiner Tipp für alle, die Angst haben, dass der Mann ansonsten am Sonntag zum Muttertag Mon Cherie anschleppen könnte. Lasst doch diesen Artikel einfach einen Abend über gut sichtbar auf dem aufgeklappten Laptop auf dem Sofa stehen. Vielleicht klappt es. Wartet…

ES GIBT VON MEINEM LIEBLINGSLABEL SANTA LUPITA JETZT AUCH GESCHENK-GUT-SCHEI-NEEEEEEEEE!

Oder aber wir schenken uns einfach selbst ein Kleid zum Muttertag. Hola! Auf die Emanzipation! Auf das Leben. Auf die Liebe!

PS. Es gibt übrigens auch wunderschöne Klamotten für Kinder – und auch für Männer. Ups, die hatte ich aber mit meinem Traumkleid-Tunnelblick bislang auch komplett übersehen…

Alles Liebe von mattrosa

Claudi