Laune statt Lagerkoller! Über Corona, einen genial-banalen Tipp und ein paar Spielideen

Mrz
13/20

Es klingt für mich immer noch schwer nach Science-Fiction-Film. Ehrlicherweise wie einer, den ich sofort ausstellen würde: Die Schulen in Hamburg und in vielen anderen Bundesländern bleiben vorerst zu. Ich bin – mal wieder – unfassbar dankbar, dass ich die meiste Zeit über von zuhause arbeite. Es wird nicht leicht, aber ich kann meine Kinder betreuen. Ich denke mit Schrecken an all die, bei denen es nicht so einfach ist. Ich mache mir Sorgen um ältere Menschen mit Vorerkrankungen! Aber so schrecklich das alles ist, es zeigt uns mal wieder, was das Allerwichtigste ist: Gesundheit…

Außerdem sorge ich mich um all die kleinen und großen Betriebe, all die Hotels, Shops, Restaurants und die anderen Selbstständigen, die im ohnehin schwächsten Quartal mit großen finanziellen Einschränkungen rechnen müssen. Ich überlege fieberhaft, wie ich helfen kann. Ein paar Dinge habe mir schon überlegt: Für die älteren Menschen in unserer Umgebung einkaufen gehen zum Beispiel, nächste Woche ein paar Freunde meiner Kinder aufnehmen, deren Eltern arbeiten müssen. Und: für euch ein paar Ideen sammeln, wie ihr eure Kinder beschäftigen könnt während der nächsten Tage und Wochen.

Weil durch all die Absagen und Schließungen auch bei meinen Kindern die Sorgen immer größer werden, möchte ich euch nochmal auf diesen Artikel aufmerksam machen. Dort gibt’s Tipps, wie man Kindern den Corona-Virus erklären kann. Ich finde es außerdem immer wichtig, dass man ehrlich zu ihnen ist, keine Sorgen in die Luft flüstert oder die eigenen Ängste verschweigt. Ich habe immer das Gefühl, dass Kinder es sehr zu schätzen wissen, wenn man ganz offen mit ihnen spricht.

Als Leuchtschrift für den Kopf für die nächsten Tage, habe ich einen Tipp, der so banal ist, dass ich überlegt habe, ob ich ihn hier überhaupt aufschreiben soll. Aber ich finde ihn so wichtig. Ich knipse nämlich in Gedanken lebensgroße Lettern über unserem Haus an, auf denen steht – in knallpink: „Vergiss deinen Perfektionismus“. Denn mal ehrlich: Es ist nicht wichtig, in den nächsten Tagen ein perfekt aufgeräumtes Haus zu haben oder perfekte Gerichte zu zaubern. Es wird schon stressig genug. Es ist vollkommen okay, mal einen Gang runterzuschalten, auch in Sachen Kinderaktivitäten. Für mich heißt das: dann gucken sie eben mal nachmittags etwas im Fernsehen. Dann futtern sie eben mal ein paar Süßigkeiten außer der Reihe. Dann sieht das Wohnzimmer eben mal durchgerockt aus. Und ganz wichtig: dann schaffe ich eben nicht alles, was ich mir vorgenommen habe. Ausgerechnet dieser blöde Virus zeigt uns doch, was wirklich wichtig ist im Leben: Gesundheit.

Gerade jetzt ist die Zeit, zu den Basics zurückzugehen. Klar, viele Veranstaltungen sind abgesagt, aber eine kleine Runde mit dem Laufrad ums Eck geht, gerade für die, die wie wir auf dem Land wohnen. Oder einmal eine Runde um den Block gehen und wirklich Zeit haben für jeden Stein auf dem Boden. Vielleicht mal wieder in den Wald (und mein kleines Natur-Bingo ausprobieren.) Mal wirklich in Ruhe etwas zusammen kochen, vielleicht schon morgens für den Abend. Großen Kindern schnell ein paar Bücher außer der Reihe bestellen – viele kosten im Netz bloß ein paar Euro. Und was für eine wunderbare Lesegelegenheit ergibt sich so, ohne die Ablenkung von Fußballtrainings und Reitstunden. Vielleicht ist s auch ein guter Moment, einen Webrahmen oder ein paar Stickbilder . Oder man lässt die Kinder tatsächlich mal allein kochen – und lächelt das Chaos dabei einfach weg (und denkt an die blinkende Leuchtschrift!) Wir haben heute gleich mal einen Kuchen gebacken, für den fast jeder die Zutaten immer zuhause hat. Mein absoluter Klassiker und dennoch einer meiner liebsten Kuchen. Ihr braucht: 250 Gramm Butter, 250 Gramm Zucker, 4 Eier und 250 Gramm Mehl. Mit rein darf außerdem alles, was ihr sonst noch zuhause findet: etwas Kakaopulver, Bio-Zitronenschale, Zuckerstreusel oder Schokostückchen.

Außerdem finde ich es schön, wenn wir uns in Sachen Beschäftigungsideen gegenseitig inspirieren. Ich habe mir dafür das Hashtag #launestattlagerkoller ausgedacht und möchte darunter mit euch ganz viele, möglichst einfache Ideen sammeln. Schon seit längerem plane ich hier einen Artikel über all die tollen Spielaccounts auf Instagram, die unzählige tolle Ideen posten, wie man Kinder zuhause beschäftigen kann und sie dabei sogar fördert (so ganz kann ich die Lehrerin in mir ja nie ausknipsen). Jetzt ist der ideale Moment! Lasst euch nicht irritieren: Auch wenn dafür auf den Fotos oft teure Holzteile oder andere Materialien liegen, lassen sich fast alle Ideen mit Dingen abwandeln, die jeder zuhause hat: bunte Papierschnipsel, Zuckerstreusel, Konfetti, bunte Legosteine, zusammengefegte Bügelperlenreste.

Auf A day for Play hat Ruth unzählige Ideen für kreative Spielideen: Schmetterlingsmuster legen zum Beispiel (geht auch mit Legosteinen oder Papierschnipseln) oder aber gemalte Figuren anziehen. (Geht auch mit ausgeschnittenen Papierformen, Papierschnipseln, Wattebäuschen, Stoffresten oder selbstgemalten Kleidern). Eine Papierrolle zu bestellen, ist ebenfalls eine super Sache.

Ebenso inspirierend: 7 days of Play. Hier zeigt Michelle wahnsinnig kreative Ideen, wie Kinder spielerisch lernen können. Ganz toll, um all die Erstklässler zu beschäftigen, die wirklich richtig traurig sind, dass sie nicht in die Schule dürfen. Man kann zum Beispiel Zahlen auf ganz unterschiedliche Arten darstellen: mit Legosteinen, als Zahl, als Stiche, mit Spielzeug oder als Pizza. Oder man lässt die Kinder Buchstaben schreiben: mit Fingerfarbe, im Sand oder sogar mal in bunten Zuckerstreuseln.


Wie wäre es, mit den Kindern erst in den Wald zu gehen, dort Berge von Stöckern zu suchen (immer gut!) und später daraus einen Frühlingsstrauß zu legen (geht auch mit Legosteinen, Papierschnipseln, Wattebäuschen…).  Auf Mama spiel mit mir gibt es eine schöne Idee für ein Spiel: Einen Clown aufmalen oder ausschneiden, einen Farb- und einen Zahlwürfel suchen, dazu ein paar Kugeln aus Knete (oder der Fädelkiste) bereit legen. Dann wird  gewürfelt und die entsprechende Zahl zum Jonglieren zurecht gelegt.

Wie wäre es, wie bei Rattleandrollkids ein paar Dinos und Knochen (aus Pappe?) auf einem Tablett oder in einer Schüssel zu vergraben und eine kleine Ausgrabungsstätte zu eröffnen? Oder ausnahmsweise den Spülschwamm oder Lappen zu zerschneiden und damit Regenbogen zu drucken…


Und dann, ganz wichtig finde ich auch diese Botschaft hier:


Ich freue mich, wenn ihr noch mehr Ideen teilt, hier oder unter #launestattlagerkoller. Und vor allem: Bleibt alle gesund!
Alles Liebe,

15 Kommentar zu “Laune statt Lagerkoller! Über Corona, einen genial-banalen Tipp und ein paar Spielideen

  1. Elke on 13. März 2020 at 19:07 geschrieben

    Hallo liebe Claudia, ich finde toll wie du das Problem anpackst.Ich bin noch etwas in Schockstarre, dass es überhaupt soweit gekommen ist. Aussitzen hilft leider nicht mehr.Was haben wir früher Galgenraten, Stadt, Land Fluss oder …Schiffe versenken mit den Eltern gespielt. Kennt jemand diese Spiele noch? Ich habe es geliebt mit den Eltern zu spielen. Bleibt alle schön gesund. Liebe Grüße von Elke

    • Claudia on 15. März 2020 at 13:27 geschrieben

      Liebe Elke, danke fürs Erinnnern. Genau dafür ist jetzt die Chance – und man muss nicht mal was dafür online shoppen.
      Allerbestens!!!!
      Ganz liebe Grüße, hier setzt Schockstarre zwischendurch auch immer mal kurz ein,
      alles Liebe,
      Claudi

  2. Eva on 13. März 2020 at 20:00 geschrieben

    Du bist toll, Claudi!
    Vielen lieben Dank für deine tollen Ideen! Und deine positive Herangehensweise macht mir echt Mut!
    Liebe Grüsse aus der Schweiz
    Eva

  3. André, Madeleine on 13. März 2020 at 22:59 geschrieben

    Als Erzieherin, die heute Nachmittag, nach der Pressekonferenz ins Rotieren gekommen ist, (FREITAG Nachmittag!!!!!) weiß ich eins genau, unsere Kinder werden uns wahnsinnig fehlen! Lasst uns diese Krise gemeinsam meistern und unsere Senioren schützen (Ich darf jetzt 2 Wochen meine Mutter in der Seniorenresidenz nicht besuchen, was für mich als Helicopter Tochter sehr schwer ist…..). Ich freue mich schon auf ein Ende der Krise und viele Wiedersehensfeiern!!! Von Herzen Madeleine

    • Claudia on 15. März 2020 at 13:24 geschrieben

      Wir uns auch! So sehr! Danke dir für diese lieben Worte und ein Dauerapplaus auf all die tollen Erzieherinnen dort draußen!!!!!
      Herzlichst,
      Claudi

  4. Andrea on 14. März 2020 at 10:06 geschrieben

    Danke für die tollen Ideen – ich hab hier schon angefangen, einen Plan zu machen: was brauche ich, was brauchen die Kinder an Struktur? Was sind jetzt Strukturen, die uns gut tun (feste Lernzeiten für die Schulkinder, feste Pausenzeiten für mich, feste Draußenzeiten für alle,…), welche größeren Projekte können wir jetzt mal machen, weil endlich keine Nachmittagstermine anstehen – eine große Bude im Wald bauen z.B.

  5. Lena on 14. März 2020 at 10:35 geschrieben

    Gegenseitig Ideen austauschen ist doch die beste Unterstützung, die Eltern im Moment haben können. Danke! Mein Plan: Mit den Kindern Briefe schreiben/malen! Das freut sowohl unsere Kinder, als auch die Empfänger – und in meiner romantischen Vorstellung entwickelt sich daraus ein 5 Wochen andauerndes hin und her 🙂

  6. Dani on 15. März 2020 at 07:28 geschrieben

    hey,
    Ich finde es unfassbar toll, wie viele jetzt zusammenrücken,sich unterstützen und ideen sammeln. Aber es gibt auch noch ganz andere seiten…..ich muss meine 2 jähriege jetzt in die notbetreuung geben zu einer wildfremden für sie. Ich arbeite im gesundheitssektor, ich hab nicht mal die chance unbezahlt zu hause zu bleiben. Kann mir mal jemand sagen, wie ich das einem zwei jähriegen kind erklären soll? Die eingewöhnung in die krippe dauerte 8 wochen…..
    Das macht mir gerade unfassbare sorgen.
    Da kann ich die sorgen, was man denn bloß 5 wochen lang mit seinem kind machen soll nicht mehr ganz nachvollziehen..
    LG Dani

    • Claudia on 15. März 2020 at 13:21 geschrieben

      Liebe Dani, das ist eine verdammt blöde Situation und ich kann deine Sorge sehr gut nachvollziehen. Ich glaube, selten wird uns allen so bewusst, wie dankbar wir für unser Gesundheitssystem sind. Stellvertretend an dich – für alle anderen aus dem Bereich mit – ein dickes DANKE dafür. Was uns allerdings gerade – eigentlich nie – überhaupt nicht weiterbringt, sind Gedanken darüber, wer sich beschweren darf, wer das Recht hat zu leiden oder sich Sorgen zu machen. Meine Gedanken sind bei allen Menschen die gerade um ihr Leben kämpfen, die Angst um ihr Leben haben, all die Menschen die vor lauter Überstunden völlig am Ende sind, all die kleinen und großen Betriebe, die um ihr Einkommen bangen müssen, aber auch bei allen, denen zuhause einfach nur die Decke auf dem Kopf fällt. Ich sitze hier und versuche mein mögliches, irgendwie zu helfen, ich fühle mich ohnmächtig, weil ich nichts wirklich Großes reißen kann. Aber dann atme ich durch, versuche eins nach dem anderen zu machen, und mit Kleinigkeiten zu helfen, zu inspirieren und zu unterhalten.
      Ich denke auch das hat in der jetzigen Zeit absolut seine Berechtigung. Ich wünsche dir und deinem Zweijährigen ganz viel Kraft – und uns allen das der Spuk ganz schnell vorbei ist.
      Ganz liebe Grüße,
      Claudi

    • Anika on 15. März 2020 at 21:29 geschrieben

      Liebe Dani,
      da sprichst du etwas Wichtiges an, worüber ich mir auch schon Gedanken gemacht habe.
      Ich arbeite nicht im Gesundheitssektor aber je kleiner die Kinder, desto schwieriger vermutlich die Umstellung.
      Hast du nicht die Möglichkeit auf Großeltern oder Partner zurückzugreifen? Zumindest stundenweise?
      Macht eine Erzieherin eurer Kita Betreuung oder findet in eurer Einrichtung Betreuung statt? All das könnte es deiner Kleinen erleichtern.
      Manche hier organisieren sich auch über andere Eltern, kann deine Kleine in einer anderen Familie betreut werden?
      Ich drücke euch jedenfalls die Daumen, dass es irgendwie annehmbar für euch alle wird.
      Liebe Grüße

      • Claudia on 23. März 2020 at 09:04 geschrieben

        Ich freue mich gerade so sehr darüber, wie ihr euch hier untereinander versucht zu unterstützen.
        Ganz lieben Dank!
        Claudi

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