Es klingt für mich immer noch schwer nach Science-Fiction-Film. Ehrlicherweise wie einer, den ich sofort ausstellen würde: Die Schulen in Hamburg und in vielen anderen Bundesländern bleiben vorerst zu. Ich bin – mal wieder – unfassbar dankbar, dass ich die meiste Zeit über von zuhause arbeite. Es wird nicht leicht, aber ich kann meine Kinder betreuen. Ich denke mit Schrecken an all die, bei denen es nicht so einfach ist. Ich mache mir Sorgen um ältere Menschen mit Vorerkrankungen! Aber so schrecklich das alles ist, es zeigt uns mal wieder, was das Allerwichtigste ist: Gesundheit…

Außerdem sorge ich mich um all die kleinen und großen Betriebe, all die Hotels, Shops, Restaurants und die anderen Selbstständigen, die im ohnehin schwächsten Quartal mit großen finanziellen Einschränkungen rechnen müssen. Ich überlege fieberhaft, wie ich helfen kann. Ein paar Dinge habe mir schon überlegt: Für die älteren Menschen in unserer Umgebung einkaufen gehen zum Beispiel, nächste Woche ein paar Freunde meiner Kinder aufnehmen, deren Eltern arbeiten müssen. Und: für euch ein paar Ideen sammeln, wie ihr eure Kinder beschäftigen könnt während der nächsten Tage und Wochen.

Weil durch all die Absagen und Schließungen auch bei meinen Kindern die Sorgen immer größer werden, möchte ich euch nochmal auf diesen Artikel aufmerksam machen. Dort gibt’s Tipps, wie man Kindern den Corona-Virus erklären kann. Ich finde es außerdem immer wichtig, dass man ehrlich zu ihnen ist, keine Sorgen in die Luft flüstert oder die eigenen Ängste verschweigt. Ich habe immer das Gefühl, dass Kinder es sehr zu schätzen wissen, wenn man ganz offen mit ihnen spricht.

Als Leuchtschrift für den Kopf für die nächsten Tage, habe ich einen Tipp, der so banal ist, dass ich überlegt habe, ob ich ihn hier überhaupt aufschreiben soll. Aber ich finde ihn so wichtig. Ich knipse nämlich in Gedanken lebensgroße Lettern über unserem Haus an, auf denen steht – in knallpink: „Vergiss deinen Perfektionismus“. Denn mal ehrlich: Es ist nicht wichtig, in den nächsten Tagen ein perfekt aufgeräumtes Haus zu haben oder perfekte Gerichte zu zaubern. Es wird schon stressig genug. Es ist vollkommen okay, mal einen Gang runterzuschalten, auch in Sachen Kinderaktivitäten. Für mich heißt das: dann gucken sie eben mal nachmittags etwas im Fernsehen. Dann futtern sie eben mal ein paar Süßigkeiten außer der Reihe. Dann sieht das Wohnzimmer eben mal durchgerockt aus. Und ganz wichtig: dann schaffe ich eben nicht alles, was ich mir vorgenommen habe. Ausgerechnet dieser blöde Virus zeigt uns doch, was wirklich wichtig ist im Leben: Gesundheit.

Gerade jetzt ist die Zeit, zu den Basics zurückzugehen. Klar, viele Veranstaltungen sind abgesagt, aber eine kleine Runde mit dem Laufrad ums Eck geht, gerade für die, die wie wir auf dem Land wohnen. Oder einmal eine Runde um den Block gehen und wirklich Zeit haben für jeden Stein auf dem Boden. Vielleicht mal wieder in den Wald (und mein kleines Natur-Bingo ausprobieren.) Mal wirklich in Ruhe etwas zusammen kochen, vielleicht schon morgens für den Abend. Großen Kindern schnell ein paar Bücher außer der Reihe bestellen – viele kosten im Netz bloß ein paar Euro. Und was für eine wunderbare Lesegelegenheit ergibt sich so, ohne die Ablenkung von Fußballtrainings und Reitstunden. Vielleicht ist s auch ein guter Moment, einen Webrahmen oder ein paar Stickbilder . Oder man lässt die Kinder tatsächlich mal allein kochen – und lächelt das Chaos dabei einfach weg (und denkt an die blinkende Leuchtschrift!) Wir haben heute gleich mal einen Kuchen gebacken, für den fast jeder die Zutaten immer zuhause hat. Mein absoluter Klassiker und dennoch einer meiner liebsten Kuchen. Ihr braucht: 250 Gramm Butter, 250 Gramm Zucker, 4 Eier und 250 Gramm Mehl. Mit rein darf außerdem alles, was ihr sonst noch zuhause findet: etwas Kakaopulver, Bio-Zitronenschale, Zuckerstreusel oder Schokostückchen.

Außerdem finde ich es schön, wenn wir uns in Sachen Beschäftigungsideen gegenseitig inspirieren. Ich habe mir dafür das Hashtag #launestattlagerkoller ausgedacht und möchte darunter mit euch ganz viele, möglichst einfache Ideen sammeln. Schon seit längerem plane ich hier einen Artikel über all die tollen Spielaccounts auf Instagram, die unzählige tolle Ideen posten, wie man Kinder zuhause beschäftigen kann und sie dabei sogar fördert (so ganz kann ich die Lehrerin in mir ja nie ausknipsen). Jetzt ist der ideale Moment! Lasst euch nicht irritieren: Auch wenn dafür auf den Fotos oft teure Holzteile oder andere Materialien liegen, lassen sich fast alle Ideen mit Dingen abwandeln, die jeder zuhause hat: bunte Papierschnipsel, Zuckerstreusel, Konfetti, bunte Legosteine, zusammengefegte Bügelperlenreste.

Auf A day for Play hat Ruth unzählige Ideen für kreative Spielideen: Schmetterlingsmuster legen zum Beispiel (geht auch mit Legosteinen oder Papierschnipseln) oder aber gemalte Figuren anziehen. (Geht auch mit ausgeschnittenen Papierformen, Papierschnipseln, Wattebäuschen, Stoffresten oder selbstgemalten Kleidern). Eine Papierrolle zu bestellen, ist ebenfalls eine super Sache.

Ebenso inspirierend: 7 days of Play. Hier zeigt Michelle wahnsinnig kreative Ideen, wie Kinder spielerisch lernen können. Ganz toll, um all die Erstklässler zu beschäftigen, die wirklich richtig traurig sind, dass sie nicht in die Schule dürfen. Man kann zum Beispiel Zahlen auf ganz unterschiedliche Arten darstellen: mit Legosteinen, als Zahl, als Stiche, mit Spielzeug oder als Pizza. Oder man lässt die Kinder Buchstaben schreiben: mit Fingerfarbe, im Sand oder sogar mal in bunten Zuckerstreuseln.


Wie wäre es, mit den Kindern erst in den Wald zu gehen, dort Berge von Stöckern zu suchen (immer gut!) und später daraus einen Frühlingsstrauß zu legen (geht auch mit Legosteinen, Papierschnipseln, Wattebäuschen…).  Auf Mama spiel mit mir gibt es eine schöne Idee für ein Spiel: Einen Clown aufmalen oder ausschneiden, einen Farb- und einen Zahlwürfel suchen, dazu ein paar Kugeln aus Knete (oder der Fädelkiste) bereit legen. Dann wird  gewürfelt und die entsprechende Zahl zum Jonglieren zurecht gelegt.

Wie wäre es, wie bei Rattleandrollkids ein paar Dinos und Knochen (aus Pappe?) auf einem Tablett oder in einer Schüssel zu vergraben und eine kleine Ausgrabungsstätte zu eröffnen? Oder ausnahmsweise den Spülschwamm oder Lappen zu zerschneiden und damit Regenbogen zu drucken…


Und dann, ganz wichtig finde ich auch diese Botschaft hier:


Ich freue mich, wenn ihr noch mehr Ideen teilt, hier oder unter #launestattlagerkoller. Und vor allem: Bleibt alle gesund!
Alles Liebe,

Claudi