Natürlich finde ich es verdammt blöd, dass ich mehr Zeit mit Emily und Jane, Sutton und Kat verbringe, als mit meinen Freundinnen Frauke, Tina und Pina. Aber immerhin sind sie da. Haben immer Zeit, wenn ich Zeit habe. Bringen mich zum Lachen – und manchmal zum Weinen. Mit ihnen Zeit zu verbringen, ist immer noch besser als gar keine Girl-Gang. Wenn mich also eins durch diesen Lockdown trägt, dann sind es gute Serien. Und lässige Klamotten. Und Kitschromane. Und der leckerste Couchsnack der Welt…

Ich habe das Gefühl, so langsam blitzt da ein Licht auf am Ende des Corona-Tunnels. Hier in Hamburg wird bereits eine ganze Messehalle in ein Impfzentrum verwandelt. Unzählige Freiwillige haben sich bereits zum Helfen gemeldet, Ärzte, Krankenpfleger, Menschen aus Büro-Berufen – ich finde das so großartig. Die Menschen scheinen die Schockstarre langsam abzuschütteln und wollen etwas tun. Da weht Aufbruch- statt Aufgebstimmung mit der eisigen Luft herein.

„Diesen Winter noch…“

Das hatte die Süddeutsche vor ein paar Wochen in Sachen Corona-Krise getitelt. Und ich glaube jetzt einfach mal daran. Jetzt also nochmal Zähne zusammenbeißen, zusammenhalten und durch da. Und dann wars das ab Frühling hoffentlich.

Diese Aussicht macht mir Mut. Die ganze Lockdown-Geschichte ist ja unter anderem so anstrengend, weil niemand weiß, wie lange das so geht. Dabei funktioniert dieses: „das Beste draus machen“, immer dann am besten, wenn man weiß, wie lange man noch das Beste draus machen muss. Vielleicht ist es dann wirklich ganz gemütlich, sich die nächsten Wochen nochmal einzukuscheln. Weil da dieses Licht am Ende des Corona-Tunnels ist. Sonnenlicht sowieso – und bestenfalls auch ein paar blinkend bunte Partylichter.

Dieser Winter trägt also noch Rumlümmel-Klamotten. Ich musste mir tatsächlich ein paar neue besorgen, weil meine eine ausgetragenen Pyjamahose für so viele gemütliche Stunden und Loddertage einfach zu wenig war. Ich liebe diese und diese Hose (beide von Lollys Laundry über Wohngeschwisterchen), diesen Pyjama und die Gute-Laune-Shirts von Dein Herzgut. Das kleine Mainzer Label, von zwei Freundinnen gegründet, vertreibt fair produzierte Motto-Shirts in Bio-Qualität. Produziert wird ausschließlich mit Wind- und Solarenergie und auch die Drucke sind mit Oeko-Tex 100 zertifiziert.

Mottoshirts mit guter Laune und Liebe

Ich finde man spürt die Begeisterung zu ihren Produkten in jedem Teil und in jedem Shop und tatsächlich habe ich es in diesem Jahr so richtig schätzen gelernt, wenn mir mein Short morgens ein gutes Motto zuflüstert. Und mein Spiegel über den Tag immer noch mal wieder: „Trust me, you can dance!“ zum Beispiel auf diesem Shirt. Oder „Love yourself“ – ein Shirt in Flieder, dass meine kreative Kollegin Eva von What Eva loves mitdesignt hat. Oder mein Pulli „My heart goes Boom!“ Ich mag die Shirts außerdem, weil der Stoff so schön fest und trotzdem weich ist und nach ein paar Wäschen eben nicht oll, sondern immer noch doll aussieht. Schließlich gehe ich abends noch aus. Einen trinken mit Kat und Co. Ihr wisst schon… Falls ihr jetzt auch Lust bekommen habt, bekommt ihr mit Claudi20 jetzt 20 Prozent auf eure Bestellung ab einem Bestellwert von 49 Euro.

Nachdem ich eine Weile jeden Abend ein Schälchen meiner Gebrannten Brezeln verputzt hatte, brauchte ich dringend was Herzhaftes. Zum Glück sind mir die köstlichen Rosmarin-Shortbreads mit Feigensenf meiner Freundin wieder eingefallen. Ich glaube, sie hatte sie ursprünglich mal vor Jahren in einer Lecker entdeckt. Die passen perfekt auf die Couch und zu jeglicher Schmonzette. Köstlich!

Rosmarin-Shortbreads mit Feigensenf

Du brauchst: 4 Stiele Rosmarin, 150 Gramm Mehl, 1 Löffelspitze Backpulver, 125 Gramm Butter, 125 Gramm Parmesankäse, 1 Ei, 50 Gramm getrocknete Feigen, 3 Esslöffel mittelscharfer Senf, 1 Esslöffel Weinessig, salz, 2 Esslöffel Honig, 1 Esslöffel Orangensaft

Und so geht’s: Mehl und Backpulver in eine Schüssel geben. Parmesan reiben, einen kleinen Rest zum Verzieren aufbewahren. Parmesan, Ei und Butter zum Mehl geben. Rosmarin waschen, trocken schütteln, Nadeln abzupfen und hacken. Ebenfalls zum Teig geben.  Teig erst mit dem Handrührer, dann mit den Händen verkneten.  Eine Kugel formen und eine halbe Stunde kühl stellen.

Feigen grob hacken und im Mixer zerkleinern. Senf mit Feigenmatsch, Essig, Salz, Honig und Orangensaft verrühren. Backofen auf 175 Grad Umluft vorheizen. Den Teig dünn in Form eines Rechtecks auf etwas Mehl ausrollen.  Mit einem scharfen Messer schmale Streifen schneiden und auf ein Backblech mit Backpapier geben. 8 bis zehn Minuten goldbraun backen. Shortbreads mit Senf und Parmesanhobeln anrichten.

Meine Lieblingsserien

Emily in Paris: Emily geht für einen Job in eine PR-Agentur nach Paris – ohne ein Wort Französisch zu sprechen. Trotzdem rockt sie’s. Ja, das ist unrealistisch – und tut gerade deshalb so gut. Ich habe dank der Serie von ehemaligen Jobs und längst Verflossenen geträumt – und ich weiß nicht was sexier ist: Der Hauptdarsteller – oder ein Paris ohne Corona!

The Bold Type: Drei junge Frauen und ihre Karriere bei einem bekannten Frauenmagazin. Ich weiß gar nicht, warum ich die Serie rund um Kat, Jane und Sutten so gern schaue, dass ich mir die letzten Folgen aufspare, damit es bloß nicht vorbei geht. Vielleicht, weil ich selbst mal bei so einem Magazin gearbeitet habe. Vielleicht, weil ich dank der Serie ständig an alte Zeiten denken muss. Oder weil die Serie einfach beste Unterhaltung im Sex-and-the-City-Stil ist – mit ein paar durchaus ernsthaften Themen von heute.

Das Damengambit: Wow, ein Film wie ein Roman. Die Miniserie über die erste professionelle Schachspielerin der Welt ist ein kleines Kunstwerk, die Ausstattung atemberaubend und nie im Leben hätte ich gedacht, dass Schachspielen so spannend sein kann.

Überweihnachten: Wenn viele von uns dieses Jahr schon nicht in unsere alte Heimat fahren, dann fahren wir doch einfach mit Luke Mockrigde in seine. Dort feiern wir mit lustigen Verwandten, Rouladen mit Rotkohl, alten Liebschaften und ein paar Dramen ein sehr vertrautes Fest. Der Dialog mit dem Vater beim Heimkommen, die Party in der Dorfkneipe: ich musste so lachen. Und ja, ab und zu knistern da ein paar Klischees unterm Tannenbaum – geguckt habe ich es trotzdem gern.

 

Meine liebsten Kitschromane

Die kleine Buchhandlung am Ufer der Themse: Ja, es ist vorhersehbar. Aber Himmel, das tut so gut. Und mir gefällt die Idee, einen staubigen Buchladen zu erben. Und dann noch solche Mitarbeiter gleich dazu. Genau richtig, wenn man für alles andere zu müde ist.

Aller guten Dinge sind zwei: Die Anwältin Laurie Watkinson weiß gar nicht, wie ihr geschieht, denn anstatt eines Heiratsantrages ist sie mit 36 plötzlich wieder Single. Ihr Freund und Berufskollege Dan gibt ihr nach 18 Jahren Beziehung en Laufpass – und bekommt auch noch ein Kind mit einer anderen. Eine letzte Chance, Dan zurückzugewinnen, sieht sie in Jamie, mit dem Laurie ungewollte im Fahrstuhl stecken bleibt. Der als Playboy verschriene Jamie hat eine Beförderung im Blick, für die er ein seriöseres Auftreten und eine feste Beziehung bieten muss. Laurie soll seine neue Freundin spielen, um Dan eifersüchtig zu machen. Ob das so funktioniert, wie die beiden sich das vorstellen? Ich mag die Schreibe der Autorin und die viele wörtliche Rede – hatte fast das Gefühl, ich säße mal wieder unter Leuten.

Alles Glück da draußen: Ich bin noch nicht ganz durch, aber hach, das ist wirklich guter Kitsch: Die sehr zurückhaltende Emily lebt mit ihrer Großmutter, der weltberühmten Kinderbuchautorin Catriona Robinson, in einem kleinen Cottage in Norfolk. Als ihre Großmutter stirbt, weiß Emily zunächst nicht weiter. Doch Catriona war schon immer gewieft darin, gute Geschichten einzufädeln: Eines Tages steht ein Fremder mit einem Umschlag vor der Tür, und Emily wird klar, dass ihre Großmutter sie auf eine Schatzsuche schickt… Und übrigens, ich gebe es zu, ursprünglich hatte ich es vor allem wegen des Covers gekauft.

Der Gesang der Flusskrebse: Seit einer ganzen Weile mein absolutes Lieblingsbuch. Gar nicht richtig kitschig -nein, wirklich nicht. Muss hier trotzdem mit rein. Ich konnte dieses Buch nicht aus der Hand legen, weil es erstens so spannend und zweitens so schön geschrieben ist. Noch nie habe ich Einsamkeit, Stille und die Magie der Natur so schön beschrieben gelesen. Die Geschichte: Chase Andrews stirbt, und die Bewohner der ruhigen Küstenstadt Barkley Cove sind sich einig: Schuld ist das Marschmädchen. Kya Clark lebt isoliert im Marschland mit seinen Salzwiesen und Sandbänken. Sie kennt jeden Stein und Seevogel, jede Muschel und Pflanze. Als zwei junge Männer auf die wilde Schöne aufmerksam werden, öffnet Kya sich einem neuen Leben – mit dramatischen Folgen… Habt ihr es gut, falls ihr es noch nicht gelesen habt!

Und was schaut, lest und futtert ihr gerade so? Ich freue mich auf Tipps.

Fotos: Louisa Schlepper – Ihr sagt Ja Hochzeitsfotografie

Ganz liebe Grüße,

Claudi