Als meine Freundin Theresa vor einer Weile fragte, ob ich Lust hätte, sie in Luxemburg zu besuchen und mit ihr ihr neues Buch bei einem Dinner zu feiern, sagte ich erst ab. „Dieses Mal schaffe ich es leider nicht…“ Ihr kennt’s. Die Kids, das Haus, meine Arbeit, es ist einfach immer so viel. Doch dann passierte etwas Seltsames…

Ich war grad in keiner guten Stimmung.
Ein paar Sorgen, dazu ging’s mit meinem aktuellen Buch nicht voran und dann war da noch was: Zum allerersten Mal hatte ich um diese Zeit noch keine Idee für ein neues Buch. Das hat mir dezent Druck gemacht, auch wenn ich inzwischen weiß, dass Druck in Sachen Kreativität so wirkungsvoll ist, wie an Kinderflaum zu ziehen, damit die Kleinen endlich durchschlafen.
Kurz vor Theresas Anruf hatte ich plötzlich Lust auf ein Setting. Es hatte etwas zu tun mit meinem aktuellen Buch, aber irgendwie auch nicht. Eine Idee für ein Thema. Auf jeden Fall war da plötzlich Lust – und die ist immer der Start von allem. Theresa erzählte mir noch, dass es besonders schade sei, dass ich nicht kommen könne, weil ein Floristik-Guru aus England zugesagt hatte. Völlig verrückt, aber ab diesem Moment hörte mein Kopf nicht mehr auf, eine Idee zu spinnen.
Wenn das Ganze nicht „nur“ ein Freundinnenbesuch und ein Dinner wäre, sondern auch Recherche für Roman 5, sollte ich mir die Zeit nehmen, oder?
Kurz zweifelte ich nochmal daran, ob es eine gute Idee war, nämlich als ich sah, wie klein der Flieger der Luxair nach Luxemburg war – und wie laut der Propeller. Ich hab echt Flugangst. Aber dann traf ich Lucia, Theresas Mama, und wir bestellten einen kleinen Crement und freuten uns, dass es bei dieser Fluggesellschaft noch Service und außer Getränke, sogar ein Brötchen mit Käse oder Chicken gab.
Luxemburg kommt mir immer ein wenig surreal vor: Ein moderner Flughafen, alles super sauber, freier Nahverkehr – und überall grüne Hügel wie im Teletubbie-Land. Theresas kleines Hotel Hazelnut House liegt auf einem kleinen Hügel mit Blick über Wiesen und eine kleine Kapelle. Morgens liegt Nebel über dem Tal. Der Frühstücksraum, das Personal, die Zimmer, alles bezaubernd.
Der englische Florist entpuppte sich als Tattie Isles, Floristik-Rockstar aus Dorset.
Tattie ist nicht nur irre nett, sondern hat jede Menge Geschichten zu erzählen, von all den Hochzeiten, die sie für reiche Amerikaner und europäische Königshäuser ausstattet. Bei einem köstlichen Abendessen (der Tarte aus Theresas neuem Buch!) und einem Blubbergetränk verquatschten wir uns bis in den späten Abend. Vier Frauen die kreativ arbeiten an einem Tisch, das war so inspirierend.
Am nächsten Tag kamen noch mehr Gäste, und der Abend startete mit einem Drink in Theresas Garten. Ihr Buch Marigold, das sie gemeinsam mit ihrer Mutter geschrieben hat, ist eine Hommage ans Gärtnern und Kochen und wirklich ein Kunstwerk. Tattie dekorierte ein Bouquet für uns – und ich hätte ihr stundenlang dabei zusehen können.
Hinterher aßen wir an einer wunderschönen Tafel gemeinsam zu Abend, ein drei Gänge Menü aus Marigold. Es war köstlich und wir haben uns so gut unterhalten. Stefanie, eine Frau aus der Runde, lud uns für den nächsten Tag spontan zu sich in den Garten ein und ihr Mann servierte uns eine Suppe in der Sonne.
Ich bin immer noch ganz verzaubert: von der Gastfreundschaft, von Frauenrunden, Gärten mit Liebe und gutem Essen. (Stefanie vermietet ein wunderschönes Ferienhaus, das ihr hier mieten könnt).
Was aus meiner Buchidee wird? Das weiß zu diesem Zeitpunkt nicht mal ich. Aber ich kann es kaum erwarten, weiter zu brainstormen, während ich parallel endlich Buch vier beende.
Ich habe mich nach dem Trip bestätigt gefühlt in dem Gefühl, dass man Einladungen von Freundinnen nicht absagt. Und dass kurz rauskommen besonders gut tut, wenn man eigentlich gar keine Zeit dafür hat.
Warst du schon mal in Luxembourg?
Alles Liebe,



















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