Ich liebe Kürbis, meine Familie hasst ihn. Also habe ich ein paar Freundinnen zum Kürbisschnitzen eingeladen und schrieb dazu: „Bringt Hunger mit, ich koche.“ Ich habe mir einen Großteil meiner Herbstsehnsucht an diesem Abend erfüllt. Und schon das Kürbis kaufen hat Spaß gemacht…

Ich bin zu einem der kleinen Stände gefahren, von denen es hier bei uns in Vierlanden, dem „Garten Hamburgs“ reichlich gibt. Hübsch gelegen an einer Kuhweide mit See und Sonne, hach. Ein großer Kürbis kostete 10 Euro, die kleinen 5, das fand ich mehr als fair. (Nachdem ich letztes Jahr in einer Kürbisscheune knapp 40 bezahlt habe.) Ich mag eigentlich kein Orange – außer bei Kürbissen…

Leider gab unsere Spülmaschine kurz vorher den Geist auf und ich hab kurz drüber nachgedacht, den Abend abzusagen. Aber dann dachte ich, Scheiß drauf, Mädelsabende sagt man nicht ab. Eigentlich hatte ich ohnehin gar keine Zeit für sowas, aber wisst ihr was, gerade deswegen hab ich es gemacht.

Ich hab den Tisch ein bisschen schön gedeckt…

…Tischdecken bügel ich schon lange nicht mehr – und allein meine Pumpkin Space Latte Kerze anzuzünden macht mir wahnsinnig gute Laune. Erst haben wir gegessen, dann eine Papiertischdeckenrolle meiner Schwiegermutter ausgerollt und losgeschnitzt. Ich schreibe euch die Rezepte auf, die ich aus diversen Rezepten kombiniert und – wie immer – ein bisschen vereinfacht habe. Es war wirklich alles köstlich.

Die Kürbislasagne war ganz besonders lecker dank Haselnüsse und geröstetem Salbei (den hier außer ich übrigens auch leider niemand mag.)

Kürbislasagne mit Salbeibutter

Du brauchst (für sechs Personen):

etwa 500 Gramm Lasagneblätter

400 Gramm Ricotta

2 Kugeln  Mozzarella

50Gramm Parmesan

1,5 Kilo Hokkaidokürbis

3 Schalotten

1 Knoblauchzehe

1 Bio-Zitrone

frischer Salbei

60 Gramm Haselnüsse

ein Esslöffel Butter

Pflanzenöl, Paprikapulver, Chiliflocken, Salz, Pfeffer,

Und so geht‘s:

Den Backofen auf 200 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Den Kürbis waschen, halbieren und entkernen. (Ich packe ihn vorher für zehn Minuten bei 150 Grad in den Backofen, dann geht’s ganz leicht). Mit Schale in zwei bis drei Zentimeter große Stücke schneiden. Schalotten und Knoblauch schälen, die Schalotten halbieren.

Die Kürbisstücke mit Öl, Paprikapulver, Chiliflocken, Salz und Pfeffer vermengen. Zusammen mit Schalotten und Knoblauch auf zwei mit Backpapier belegte Bleche verteilen. Etwa 25 Minuten rösten, bis das Gemüse weich ist und gebräunte Ränder bekommt. Die Bleche bei Bedarf nacheinander backen.

Den Salbei waschen und trocken tupfen. Die Hälfte der Blätter mit dem gerösteten Gemüse pürieren. So viel Wasser ergänzen, dass eine cremige, gut verstreichbare Soße entsteht.

Die Zitrone heiß abwaschen und die Schale fein abreiben. Zum Ricotta geben und mit Salz und Pfeffer würzen. Den Mozzarella klein zupfen und den Parmesan reiben.

Die Haselnüsse grob hacken und in einer Pfanne ohne Fett kurz rösten. Herausnehmen und beiseitestellen.

Den Boden einer großen Auflaufform mit etwas Kürbissoße bestreichen. Lasagneblätter, Ricotta, Kürbissoße und Mozzarella abwechselnd einschichten.

Die Form locker mit Alufolie abdecken und die Lasagne 20 Minuten backen. Anschließend die Folie abnehmen und weitere zwölf bis fünfzehn Minuten überbacken, bis die Oberfläche goldbraun ist.

Die Butter in einer kleinen Pfanne erhitzen. Die restlichen Salbeiblätter darin ein bis zwei Minuten braten, bis sie knusprig sind und die Butter leicht nussig duftet. Mit der Salbeibutter beträufeln und mit den gerösteten Haselnüssen bestreuen.

Ich liebe diese Bilder von unserem Abend, gerade weil sie so cozy und so unperfekt sind und irgendwie ein bisschen 90er mäßig aussehen. Und egal, was bei Instagram behauptet wird, schöne Abende müssen nicht perfekt sein, um schön zu sein.

Angesichts der Biscoff-Kekse, die ich für das Tiramisu besorgt hatte, jubelten die großen Jungs, diese Kekse hatten letzte Jahr ja einen regelrechten Taktik-Hype. (Ich find die Packung sauhübsch ; ). Außerdem kam Biskoff-Creme in den Nachtisch und die ist echt so gut, dass ich sie für einen ganz schnellen Nachtisch nächstes Mal einfach mit ein bisschen Schlagsahne, Mascarpone und Joghurt aufschlagen würde.

Und am liebsten in diesen silbernen Dessertschalen servieren, die man früher an jeder Eckeisdiele und heute überall auf den Hippen Foodaccounts bei Instagram sieht.

Biscoff-Pumpkin-Spice-Tiramisu

Du brauchst (für sechs Personen) 

250 Gramm Mascarpone

250 Gramm Schlagsahne

250 Gramm Joghurt

1 Päckchen Vanillezucker

1 Päckchen Sahnesteif

2 Esslöffel Biscoffcreme

etwa 150 Gramm Biscoffkekse, je nach Form

abgekühlter Kaffee, gewürzt mit Zimt, Muskat, Nelke und Kardamom (oder Pumpkin Spice Latte Gewürz oder Sirup)

4 mittelgroße Äpfel

1 Esslöffel Zucker

1 Zimtstange

Zitronensaft

Und so geht’s

Die Äpfel schälen, vom Kerngehäuse befreien und klein würfeln. Mit Zitronensaft, Zucker, Vanillezucker, Zimtstange und Wasser in einen Topf geben. Aufkochen und etwa fünf Minuten garen, bis die Apfelstücke weich sind, aber noch etwas Biss haben. Vollständig abkühlen lassen.

Die Sahne mit Sahnesteif und Puderzucker steif schlagen. Mascarpone und Quark mit der Biscoff Creme  verrühren und die geschlagene Sahne unterheben.

Eine kleine Auflaufform mit einer Lage Kekse auslegen. Mit Kaffee beträufeln. Einen Teil der Creme darauf verstreichen und etwas Apfelkompott darübergeben.

Weitere Kekse, Creme und Äpfel einschichten. Mit einer Cremeschicht abschließen. Das Dessert abgedeckt mindestens vier Stunden, am besten über Nacht, kalt stellen.

Vor dem Servieren mit zerbröselten Keksen bestreuen.

Eine von uns hatte  so einen Holzkoffer voller Schnittzwerkzeug dabei,

daher habe ich mich mal an was anderes gewagt als die übliche Fratze. Damit es so schön durchscheint, muss man mehr Kürbis entfernen, als bloß die orange Haut und dabei aufpassen, dass das dünne Fleisch dann nicht kaputt geht. Aber ich finde, der Effekt ist toll!

Beim Drink meinten alle: „Wie, so wenig Zutaten schmecken so geil?“ Und wirklich, dieser alkoholfreie Drink macht richtig was her, ist super einfach und definitiv Herbst zum Wegschlürfen.

Apfel-Ingwer-Drink mit Zimt

Du brauchst (für sechs Gläser)

7 Zimtstangen (6 zum Servieren)

2 Esslöffel fein geriebener frischer Ingwer

2 Esslöffel Zitronensaft

500 Milliliter naturtrüber Apfelsaft

etwa 600 Milliliter alkoholfreies Ginger Beer

Eiswürfel

Und so geht`s:

Apfelsaft, eine Zimtstange, geriebenen Ingwer und Zitronensaft vermischen. Bis zu vier Stunden im Kühlschrank ziehen lassen.Durch ein feines Sieb abgießen. Den Ingwer dabei mit einem Löffel leicht ausdrücken. Die Apfelmischung bis zum Servieren kalt stellen.

Sechs Gläser mit Eiswürfeln füllen, zur Hälfte mit der Apfelmischung füllen, mit Ginger Beer auffüllen. Nach Belieben mit einer Apfelscheibe und einer Zimtstange servieren.

Diesen Schmodder aus dem Kürbis holen, ist immer der blödeste Moment, oder? Da fühlt man sich immer ein bisschen wie ein Tierarzt. Zum Schnitzen haben wir übrigens einfach eine Papiertischdecke meine Schwiegermutter ausgerollt, so konnte ich hinterher alles zusammenrollen und gut war’s.

Und das Abwaschen hinterher war meditativ, nein quatsch, voll nervig. Aber gelohnt hat es sich dennoch. Es war ein cozy und sehr lustiger Abend und wird nächstes Jahr auf jeden Fall wiederholt (dann vielleicht sogar mit einer geschnitzten Zucchini – hat das schon mal jemand ausprobiert?

Was macht ihr eigentlich an Halloween? Könnte sein, dass ich zum ersten Mal seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mit Kindern um die Häuser ziehen werde.

Liebste Grüße!

Claudi