Kein Training, kein Chor, kein Ballett, kaum Dates – die Nachmittage meiner Kids unter der Woche könnten seit Monaten trostlos sein. Sind sie aber nicht. Sie brutzeln, brodeln und schmecken jetzt öfter mal zuckersüß. Meine Kinder haben seit einer Weile ein neues Hobby: Das Kochen. Und das schmeckt nicht nur ihnen, sondern der ganzen Familie…

Auch vorher haben mir meine Kinder öfter in der Küche geholfen. Haben hier Möhren schälen, dort ein paar Kartoffeln. Durften Teig kneten, Pfannkuchen wenden, Spiegeleier braten. Aber seit Corona ist Kochen hier zu einem echten Hobby geworden. Und natürlich, seit Polly und Pelle bei uns eingezogen sind. Die beiden sind die Helden in meinem Kochbuch „Polly und Pelle in der Küche“ und gründen aus lauter Langeweile einen Kochclub. Damit beginnt ein riesengroßes Abenteuer, denn sie kochen und experimentieren sich einmal durchs Jahr. Ja, es ist auch ein bisschen unsere Geschichte.

Statt zum Training zu gehen, dribbeln sie regelmäßig durch mein Buch.

Sie haben bereits jede Menge Rezepte ausprobiert. Wir lesen gemeinsam die passende Geschichte, die können sie inzwischen auswendig. Wir staunen über die Fakten über die Lebensmittel – und lernen jedes Mal noch etwas dazu. Wir spielen die Spiele oder probieren die Bastelideen. Mein Kochbuch ist nämlich mehr als ein Kochbuch: Es ist ein Buch über die Lust am Essen, Ausprobieren. Und eine Einladung, die Jahreszeiten ganz bewusst wahrzunehmen. Eine Einladung, zu erleben, wie aufregend das Leben schmecken kann.


Wenn sie ab und zu mal Freunde zu Besuch haben, geben sie mir nicht selten ein paar Tage vorher eine Liste, was ich einkaufen soll. Weil sie dann gemeinsam kochen. Dann rumoren sie in der Küche, und ich werde immer besser darin, sie einfach machen zu lassen. Eine richtige Party! Eins ist klar, hinterher wird aufgeräumt. Wir haben sogar einen Button im Buch, den man sich ausdrucken kann: „Sei fair, spül mit!“, steht da drauf. Klebt hier hinter der Spüle. Ich finde übrigens, dass wir alle mutiger sein und unseren Kindern mehr zutrauen dürfen. Klar, das Abgießen der Nudeln sollten wir machen, aber meine Kids dürfen allein Zwiebeln schneiden und auch anbraten. Das gibt vielleicht mal einen kleinen Schnitt – aber viel größeres Selbstbewusstsein. Ich sehe in der Schule leider immer mehr Kinder, die in der ersten Klasse zwar perfekt das Alphabet können, aber noch nie ein Messer in der Hand hatten.



Seinen eigenen Perfektionismus sollte man bei Kochparties lieber draußen aussperren, der kann viel kaputt machen. Und ja, ich helfe natürlich beim Aufräumen. Gemeinsam ist es nämlich gar nicht so doof. (Haben eine Aufräum-Playlist). Abends genießen wir alle gemeinsam ihr gekochtes Essen, ein bisschen früher, damit ihr Freund oder Freundin auch mitessen darf. Es schmeckt jedes Mal, selbst wenn Salz fehlt oder ein bisschen zu viel davon drin ist. Weil man ihre Liebe schmeckt. Ich bin Corona fast ein wenig dankbar für diese neue Leidenschaft. Und ja, ich bin echt stolz, dass dieses Buch

teil unserer Familie ist und sie es hoffentlich für immer mit gemeinsamen Kochparties verbinden.

Kochen ist ja so cool!

Mein Großer hat zusätzlich noch etwas anderes entdeckt. Gemeinsam lieben wir die Kochvideos von Buddy Oliver, Jamie Olivers Sohn. Die sind kurz, echt unterhaltsam und mein Sohn freut sich, wenn er das eine oder andere Wort versteht. Er findet bereits das Intro-Super lässig und das Gewächshaus, in dem viele Videos entstehen, irre schön. Ich freue mich wie verrückt über das schöne Brit-Englisch (erinnert mich an mein Jahr in London). Wirklich super gemacht, auch für Erwachsene. Und für viele Kinder viel motivierender zum Englisch lernen, als viele Videos für den Englischunterricht.

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Auch ganz gut finden meine beiden Großen den Schmatzo Koch Kids Club (gibts auf KIKA oder bei Youtube). Meine Jungs finden allerdings, dass die „ein bisschen zu viel reden“. Und noch was stört sie: „Die spielen manchmal mit Essen. Das ist albern.“ Ich finde das Studio sieht ein bisschen sehr nach Freizeitparkt aus, aber für alle, die noch kein Englisch können ist das ein schöner Einstieg ins Fernsehkochen.

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Bei meiner Recherche habe ich noch die Schmecksplosion vom SWR entdeckt. In der Reihe wird jedes Mal ein Kind vorgestellt und anschließend beim Kochen des gemeinsamen Lieblingsgerichts begleitet. In einer Folge kocht Antonia beispielsweise Fajitas, wie sie es von ihrer Tante gelernt hat, die in Mexiko wohnt. Ich finde, das ist echt gut gemacht.

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Was meine beiden Großen jetzt planen? Ihr ahnt es vielleicht: Jetzt wollen sie auch ihre eigene Kochsendung. Oder eine Polly und Pelle-Zeichentrick-Kochserie. „Mach das doch mal, Mama. Das wär so cool.“ Wärs, absolut. Aber erstmal essen wir jetzt ihr Lieblingsessen, natürlich auch eins aus dem Polly und Pelle-Buch: Spaghetti mit Fleischklößchen.
Foto: 4, 7 Louisa Schlepper
Alles Liebe und eine schöne Woche!

Claudi