Es ist als Lehrerin ein bisschen wie als Journalistin: Jedes Jahr gibt es dieselben Themen, immer und immer wieder. Die Kunst ist dann, das Ganze ein bisschen neu zu erzählen. Es irgendwie frischer zu machen, als im Jahr zuvor. Bei den Frauenmagazinen war ein „Jedes-Jahr-grüßt-das-Murmeltier“-Thema zum Beispiel die Cellulite im April. Als Kunstlehrerin sind es jetzt im Oktober die Herbstbasteleien. Ich mag Kastanienmännchen. Aber dieses Jahr durfte mal etwas anderes um die Ecke kommen…

Zum Glück ist etwas vorbei geflattert und ich habe es mir geschnappt. Ich weiß leider gar nicht mehr wo. Wahrscheinlich auf einem dieser tollen amerikanischen Kunst-Accounts bei Instagram, durch die ich mich stundenlang surfen kann. Ich hatte vorher nie etwas von Akihiro Higuchi gehört. Aber ich war sofort hin und weg von seinen filigran bemalten Rieseninsekten. Hier gibt es mehr Fotos.

Leider (zum Glück?) gibts solche Tiere bei uns nicht. Daher bin ich mit den Schulkindern einer vierten Klasse in den Wald gegangen und wir haben Stöcke, Blätter, Früchte gesammelt.

Aus den Fundstücken entstanden dann filigrane Krabbelfinger. Mit viel Fingerspitzengefühl, drei Heißklebepistolen und meistens mit dünnem Butterbrotpapier für die Flügel. Ich finde es ist ein wunderschönes Herbstprojekt für Schulen, aber auch für Familien nach einem Waldspaziergang – da muss dann auch keiner sooo lange auf den Heißkleber warten.

Ich werde die Insekten an dünnen Bindfäden ins Fenster hängen. Aufgeklebt auf einem großen Plakat stelle ich sie mir auch schön vor. Allerdings können die Kinder es kaum erwarten, ihre Tiere mit nach Hause zu nehmen. Und – psst – damit vielleicht ein kleines bisschen ihre Eltern zu erschrecken.
 
Liebe Grüße,

Claudi