Vor sechs Monaten müssen wir völlig verrückt gewesen sein. Oder rotweinbrduselt (André) oder stillhormonbetrunken (ich). Ich weiß nicht, wer von uns beiden den Satz in den Raum warf, auf jeden Fall knüllte der andere ihn nicht zusammen und warf ihn in den Müll. Sondern fing ihn auf, nickte begeistert und pinnte ihn an den Kühlschrank. Ein paar Tage später hingen die Anmeldebögen daneben. Noch einen Tag später waren wir angemeldet: für vier Quadratmeter und jede Menge Herzklopfen – auf der größten Buchmesse der Welt…
Kochbuch, Familienkochbuch, Familienküche,
Zum Glück ist das mit so einer Anmeldung bei der Buchmesse in Frankfurt wie mit einer Schwangerschaft: Man hat eine ganze Weile Zeit sich an den Gedanken zu gewöhnen. Trotzdem platzt die Blase dann doch meist ziemlich überraschend: Zwei Tage vor unserem Abflug in den Herbstferien-Urlaub haben wir gemerkt, dass die Buchmesse fünf Tage geht (!) und dass wir quasi mitten in der Nacht, direkt nach der Landung aufbrechen müssen. Ohne Kinder. Dafür mit ein bisschen Bammel.

Dabei hatte ich wochenlang Mails mit hochwichtigen Fragen bekommen: Welche Teppichfarbe unser Stand haben soll? (Ähm, gern blassrosa. Ach, es gibt bloß grau und rot? Na dann rot. Soll ja auffallen, oder?) Ob wir eine menschengroße Apfelsinenpresse ausleihen wollen. (Äh – nein). Lauter solche Sachen.

Ich kann sagen, Buchmesse, das ist ein bisschen wie Hausbau. Da kneifst du alles zusammen, was du hast und bezahlst schweren Herzens Unsummen. Und dann kommt immer noch etwas, das noch mehr kostet und noch was. Und irgendwann denkst du: „Ach bloß zweihundertfünfzig Euro für einen Eintrag in irgendeinem Register? Na logo, machen wir das. Ist doch ein Schnäppchen.“

Als ich mir am Abend vor dem Urlaub endlich mal ernsthafte Gedanken über die Stand-Deko machte und mit Donata aus unserem Wasfürmich-Büro ein paar Papp-Schweine als Aufsteller bastelte, bekam ich höllisch Angst vor meinem Mut. Dachte: „Sind wir eigentlich verrückt?“ Und: „Oh Gott, habe ich echt roter Teppich gesagt?“

Dann dachte ich: „Egal.“ Und: „Ich mach das jetzt einfach.“ Und dann habe ich versucht, es verdammt noch mal zu genießen, meinen Traum zu leben. Wir machen hier unser ganz eigenes Ding. Was für eine Chance! Klar ist es volles Risiko. Aber auch volle Entscheidungskraft. Und so viel Leidenschaft. Und wenn die anderen Stände viel größer und blinkender und schöner und mit Saftpresse sind, das hier sind unsere vier Quadratmeter Kreativität. Und Liebe. Das fühlt sich so gut an. Und mal ehrlich: Man bereut doch immer bloß das, was man nicht gemacht hat.

Unsere Druckerei hat netterweise 198 Exemplare in ihrem Buchmessen-LKw für uns mit nach Frankfurt gebracht – fürs Verschicken war nämlich keine Zeit mehr. Und als ich mein Buch gestern zum ersten Mal gesehen habe, waren alle Zweifel weg.
Familienrezepte,
Voilá: Mein Kochbuch heißt: „Barfuß in der Küche“ und genau das ist es. Ein Plädoyer für Lässigkeit und Gelassenheit. Und fürs Landleben. Ein Plädoyer dafür, in Sachen Essen einfach mal wieder mehr auf seinen Bauch zu hören, statt immer in Verboten zu denken. Es sind nicht nur 99 Rezepte drin, sondern auch jede Menge Familiengeschichten. Unsere Geschichten. Es ist quasi Wasfürmich in Print. Eine Sammlung von Ideen, wie man es sich mit der Familie und mit Freunden zuhause ganz einfach noch schöner macht. Außerdem verrate ich unsere Essensregeln, eine Liste mit Ritualen und noch ganz viel mehr.

Ich würde mich so freuen, wenn euch mein Buch genauso viel Freude macht, wie mir. Ganz ehrlich: Wenn ich es im Laden sehen würde, würde ich es lieben. Es ist ein Buch, nachdem ich schon lange gesucht habe. Ich zeige es euch nächste Woche noch einmal in Ruhe, aber wenn ihr mögt, könnt ihr hier bereits vorbestellen. (Die Auslieferung beginnt dann am 31.10.2019.)

Falls ihr in den nächsten Tagen auch in Frankfurt seid: Der Wasfürmich-Stand ist in Halle 3.0 Stand G133. Ich würde mich riesig freuen, euch zu sehen. Dort könnt ihr auch mein Kochbuch (und alle anderen Wasfürmich-Produkte) kaufen. Ach ja, und der Teppich an unserem Stand ist übrigens doch grau. Hurra, was für ein toller Fehler.

Manchmal denke ich, ich wache gleich auf und habe das alles bloß geträumt. In dem Moment, als ich mein Buch ausgepackt habe, habe ich das gedacht. Aber auch, als André mir am Buchmessenvorabend irre spät zuflüsterte: „Schatz, denkst du morgen an die Sackkarre?“

Ich bin gespannt und freue mich aus vollem Herzen auf die nächsten Tage.
Mit leicht zittrigen Grüßen, vielleicht sehen wir uns in Frankfurt,
alles Liebe,

Claudi