…und doch keins. Denn gerade plätschert alles einfach vor sich hin. Das ist ganz schön, außer dass ich öfter nicht weiß, worüber ich schreiben soll. Dabei ist es Teil meines Jobs über mein Leben zu schreiben. Ich liebe es, euch in meinen Kopf schauen zu lassen. Schon oft habt ihr mich auf neue Ideen gebracht oder Dinge gerade gerückt. Derzeit fühle ich mich angekommen, da habe ich aber schon so oft drüber geschrieben. Außerdem ist das kein Text: Ich fühle mich angekommen, Punkt. Falls ihr jetzt aber denkt, der Claudi scheint ständig die Sonne aus dem Hintern, dann irrt ihr…

In meinem Leben ist viel Drama – ich mag es bloß nicht teilen.
Weil es erstens nicht nur mich betrifft. Ich habe nie ein Problem damit gehabt, meine Kinder mal zu zeigen. Ich sehe das Thema nicht so schwarzweiß, wie es oft diskutiert wird. Ich finde es gibt gute Accounts, die ihre Kinder zeigen, und schlechte, die sie nicht zeigen. Ich denke nicht, dass ein Strich über den Augen automatisch alles besser macht. Ich finde manche Erzählung über Kinder schlimmer als ein Gesicht und ich finde manche Spitznamen für Kinder von Instagramern bescheuert. Anderseits zeige ich schon lange keine Kinderzimmer mehr, weil das für mich tausendmal intimer ist, als ein Urlaubsfoto. Auch keine Geschenketische. Aber das ist MEINE Meinung. Es ist ein schmaler Grad, den es jeden Tag neu zu entscheiden gilt.
Während sich die Geschichten und Sorgen um Kleinkinder ähneln, sind die Sorgen um Teenager individueller. Und man wundert sich wirklich, was Teenager als guten Content oder peinlichen Content empfinden. Spoiler: Oft nicht das, was wir für das eine oder andere halten. Es ist irre spannend, mit ihnen darüber zu reden. Und ein riesiger Vorteil meines Jobs, dass ich da so nah dran bin.
Ich werde nie vergessen, wie meine Söhne sich tagelang blöde Sprüche anhören mussten, weil ich in einem Reel die Elbe angebrüllt habe. Es sollte lustig sein: eine aufmerksamkeitsstarke Hook. Ich finde es bis heute lustig, es ist ein gut gemachtes Reel. Nie im Leben hätte ich gedacht, dass ausgerechnet dieses Reel zu blöden Sprüchen führen würde, während die Jungs für andere Dinge, die ich oder wir öffentlich tun, total gefeiert werden. Vielleicht sollten wir also wie in vielen anderen Dingen nicht unsere Meinung als die einzig richtige ansehen, nicht ständig vorschnell verurteilen, sondern miteinander reden.
Zweitens gibt es in meinem Leben ganz viel, über das ich einfach nicht schreiben mag.
Vielleicht, weil ich die Dinge erstmal mit mir allein ausmachen muss. So wie das mit manchen Dingen ist. Vielleicht auch, weil ich (noch?) keine Worte dafür finde. Vergangene Woche teilte ich auf Instagram, wie verwundert ich darüber bin, dass einen große Kinder mehr brauchen, als kleine Kinder. Jemand fragte in den Kommentaren völlig legitim nach, warum genau mich meine Kinder mehr bräuchten – und ich antworte ausnahmsweise nicht. Weil es sich nicht gut anfühlte. Hier mache ich es jetzt doch, ganz allgemein: Weil die Sorgen individueller werden. Weil man nicht mehr alles mit einer Umarmung lösen, Schulaufgaben nicht mehr einfach in ein paar Sätzen erklären kann und Konflikte über Essientielles gehen, nicht über ein paar Bauklötze. Ich fänd es wichtig, auch darüber zu schreiben, hab aber gerade noch keine Idee, wie.
Eine Kollegin von mir erzählte letztens im Nebensatz, dass der Kauf eines neuen Hauses neben Stress auch guter Content für Instagram wäre – und sie hat absolut recht. Dennoch runzelte ich die Stirn und spürte sofort: Das wär nicht meins. Ich möchte nichts nur für Instagram kaufen, den Todesfall in unserem Familienkreis hier nicht besprechen, Krankheiten hier ausklammern und würden wir uns trennen, wäre das kein Content für mich, auch wenn ich es bei anderen toll finde, darüber zu erzählen, weil es ganz sicher anderen hilft.
Vielleicht bin ich grad auch einfach mal wieder ein wenig leer geschrieben. Ich hab dieses Jahr so viel geschrieben – vielleicht brauche ich einfach mal wieder eine Gedankenpause. Wenn ich mich nicht täusche, fühle ich das jedes Jahr im Dezember.
Aber keine Sorge, ich habe hier dennoch jede Menge zu erzählen: Unter anderem plane ich endlich meine kleine Serie mit Hamburg Tipps. Und meinen traditionellen Artikel über meine Learnings in diesem Jahr habe ich auch schon angefangen. Habt ihr noch Themenwünsche?
Und na sowas, jetzt ist das hier, ohne dass ich es wollte, doch ein ganz schön persönlicher Text geworden.
Was beschäftigt dich grad?





Liebe Claudi, für mich müssen es gar nicht immer die tiefgründigen Themen sein. Ich bin auf Instagram für die kurzfristige Ablenkung und Inspiration, durch Rezepte, Reisebilder, Buch- und Modetipps – auf deinem Blog aber haben mich immer die kleinen Gedankenanstöße am meisten gefreut. Ganz normale Alltagsbeobachtungen, aber gerne auch etwas gesellschaftlich-politisch-feministisches. Vielen Dank für deine Arbeit! Liebe Grüße aus dem Ruhrgebiet
Ups, bist du schnell. Danke für deine Rückmeldung.
Ich hab bei diesem super spontanen Text schon gemerkt, wie gut es tut, wenn ich einfach fließen lassen. Nicht so verkopft bin, beziehungsweise schreibend denke.
Danke für deine Rückmeldung und ein schönes Wochenende!
Liebe Grüße,
Claudi
Liebe Claudi,
Ich habe mich tatsächlich in letzter Zeit oft gefragt, ob deine Jungs dich mit ihren Themen, ihrem Verhalten nicht genauso oder ähnlich einnehmen wie meine nun auch größeren Jungs. Mich beschäftigen viele Themen total, die sie angehen und ja, die Kleinkind Zeit war easy dagegen. Klar, es gab diesen Umbruch, dieses Gefühl, dass wieder Raum und Zeit für einen selber bleibt. Aber gerade-Puh, fordern die Jungs mich! Ich würde also sehr gerne mehr aus der Teenager Mom Perspektive lesen und ich teile dein Empfinden, zu 100 Prozent, dass Kinderzimmer und Geschenke Tische persönlicher sind als nette Urlaubsbilder. Du klammerst deine Lieben schon ganz gut aus.
Happy 2nd Advent und Danke für deine Gedanken!!
Mathilda
Liebe Mathilda, danke für deine Rückmeldung. Mal sehen, wie ich das hier nächstes Jahr lösen kann. Danke für dein Feedback.
Claudi
Oh ja, die Themen ändern sich… Hier gerade ganz intensiv: Wahl der weiterführenden Schule. Was kommt nach den Schulpflichtjahren? Wie beeinflussen wir als Eltern unbewusst die (beruflichen) Wege unserer Kinder? Können wir noch Tipps geben oder sind wir ohnehin alle planlos was die Zukunftsperspektiven einzelner Berufe betrifft? Ist das Abi für jeden das große Ziel, auch wenn die Begabung eine handwerkliche ist…? Wie sehr sollte man sein Kind lenken, wenn sein berufliches Ziel eher „brotlos“ scheint..?
Wie geht’s für uns selbst weiter – kann und will ich meinen Job noch 20 Jahre machen und wie wird er sich verändern..?
Freue mich aber über jedes Thema hier, auch sehr über die Hamburg-Tipps (obwohl >1000km entfernt). 🙂
Alles Liebe,
Julia
Liebe Julia, ja, verrückt, wie sich die Fragen und Themen ändern. Ich denke grad ständig darüber nach, was für Jobs wir wohl noch brauchen in zehn Jahren.
Liebe Grüße
Claudi
Bei der trüben weltpolitischen Lage würde ich mich über Mode und Kosmetik & Make-up Tipps sowie Reiseberichte und Rezepte zur Aufheiterung freuen.
Sowas brauche ich dringend und das wird es auch weiterhin geben.
Alles Liebe!