Die Weinberge sausen an uns vorbei, Grün-Pause-Grün-Pause-Grün-Pause, und ich denke: „Na, Welchen von euch Hübschen probiere ich als erstes?“ Ich merke, wie mein Atem runterfährt, wenn ich dem Fluss beim schlängeln zuschaue. Plötzlich grölt es laut auf der Rückbank: „Nacktarsch!“, grölen zwei, „wie geil ist das denn?“ Schenkelklopfer. Ich werfe einen bösen Blick nach hinten: „Arsch!“ wiederholt der Dreijährige und lässt sich das Wort genüsslich auf der Zunge zergehen…

Urlaub an der Mosel ist herrlich entspannt. Für meine Kinder ist der Weinberg mit dem Klowort der Knaller. Jedes Mal, wenn wir durch die Reben fuhren, kleine Kurve rechts, kleine Kurve links, las Eber süffisant das Schild am Weinberg vor: „Krö-ver Nackt-Arsch“. Niemand hat das A-Wort je so feierlich gesagt.

Ein Urlaub an der Mosel hat etwas urgemütliches.

Vielleicht liegt das am Wein, der überall wächst und einen schon morgens an den gemütlichen Abend erinnert. Vielleicht auch am Hauch von Retro, den die Gegend verströmt. Geranien in Blumentöpfen, Sonnenwärme schieferwände und neben vielen Haustüren hängen Weinrebe wie Klingelschnüre. An den Flusshang schmiegen sich kleine Orte mit Häusern in Erdfarben, ein Hauch von den guten 80er Jahren Vorabendserien. Es ist alles so herrlich unaufgeregt. Ich bewundere pausenlos den Fluss; wie er sich durchs pralle Grün schlängelt. Die Mosel ist ein Fluss, wie er durch Bilderbücher fließt. Wie ihn Kinder auf bunte Filzstiftbilder zeichnen.



Es gibt Berge zum Erwandern, hübsche Orte zum Bebummeln, Burgen zum Bestaunen und Schiffe, um sich gemütlich fortbewegen. Überall baumeln Trauben, niemand ist in Eile. Vor dem perfekten Flusspanorama bewegen sich die Wiesenblumen sanft im Wind.

Genauso entspannt geht es in unserem Landal Feriendorf zu.

Wie Trauben hängen die Häuser am Hang, immer wieder entdeckt man zwischen dem vielen Grün einen gigantischen Blick auf die Mosel. Es gibt viel zu machen mit den Kids – oder absolute Ruhe, ganz wie man möchte. Ein Muss ist eine Partie Minigolf mit dem allerschönsten Blick überhaupt. Perfekte Ausrede für mich, wenn ich wieder mal nicht einloche. Morgens holt man Brötchen im kleinen Laden (am besten schmecken die mit Roggen und Kartoffel).

Tagsüber treffen sich alle, die Lust haben auf dem schönen Spielplatz, füttern die Ziegen oder zwitschern den Papageien zu. Jedes Kind klingelt einmal bei Bollos Haus und ich kann nicht anders als mitwippem, obwohl ich schon nach den ersten Tönen ahnt, dass man diese Melodie so schnell nicht wieder los wird. Abends wird auf dem Fußballplatz gespielt, Kleine mit Großen, Mamas mit Papas, ganz entspannt.


Wer keine Lust auf Leute hat bleibt in seinem Haus. Kuschelt sich auf das cognacfarbene Ledersofa und schaut durch das riesige Panoramafenster ins Grüne. Wie beruhigend, dass sie da unten sanft herumschlängelt, die Mosel. Ein Buch, ein Glas Wein, ein wenig Schoki. Wenn es einem zu ruhig wird, muss man bloß seine Kinder fragen, wie der Weinberg heißt.

Unsere Tipps für Kröv und die Mosel:

Schlafen

Wir hatten ein Häuschen im Ferienpark Landal Mont Royal gemietet, weil wir schon seit einer ganzen Weile Landal Fans sind. Ich finde, man kann in den Parks mit Kindern wunderbar entspannt urlauben. Es gibt immer viel zu erleben für die Kinder: Spielplatz, Minigolf, Schwimmbad, Tiere, manchmal einen Indoor-Spielplatz oder einen Kletterpark – aber es dreht sich nicht alles nur um Kinderanimation. Wer Lust hat, andere Familien zu treffen kann das, wer seine Ruhe möchte, muss es nicht. Unsere Kinder haben immer ganz schnell Freunde gefunden und sich dann innerhalb des Parks selbstständig bewegt. Die Häuser sind dazu richtig schön eingerichtet, gut ausgestattet und das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Und das Mont-Royal hat den schönsten Moselblick überhaupt. Wirklich atemberaubend.

Essen

Wer es ganz bequem möchte, kann direkt im Park im Landal Restaurant essen oder holt sich etwas an der Takeaway-Theke. Wir haben auch oft selbst gekocht, einmal gab es ganz entspannt Pilz-Flammkuchen (von der Marke Maitre Pierre) aus dem kleinen Landal-Supermarkt. Richtig lecker. Kann ich für faule Abende nur empfehlen.

Wir waren einmal sehr lecker essen im Zeltinger Hof. Dort gibt es regionale Küche, richtig raffiniert zubereitet und köstlich. Allein das Schmalz auf dem Tisch mit Brot ist eine Wucht. Es gibt super leckere Wildgerichte, eine super Dessertauswahl und tolle Weine. Etwas teurer, aber jeden Cent wert. Ganz toll! (Und für die Kinder gibt’s im Keller einen Wagen mit Spielzeug zum Ausleihen)

Bummeln

Bernkastel-Kues: Vielleicht unser liebster Ort, weil er mit seinen bunten Häusern am Wasser, dem Riesenrad, der kleinen Festung auf dem Berg und der Brücke einfach aussieht, wie aus dem Bilderbuch. Es macht Spaß, durch die kleinen Gässchen zu bummeln (mit einem Eis sogar den Kindern), überall gibts hübsche Brunnen mit Tieren zu sehen. Wir haben hier ein paar Weinreben als Mitbringsel gekauft.

Zell: Ein kleiner Ort mit einer kleinen, hübschen Stadtpromenade und ein paar richtigen Haus-Schmuckstücken. Hier hat unser liebstes Weingut in der Gegend einen Laden, in dem man probieren kann: Weingut Bremm. Unten am Fluss gibts ein paar hübsche Bänke unter dichten Ranken zum Wasser gucken.

Wittlich: Der Ort ist eher unscheinbar, aber es gibt mit der Altstadt Buchhandlung einen schönen, inhabergeführten Buchladen mit super Auswahl und toller Beratung. Wir haben uns alle mit einem neuen Buch für die langen Ferienabende eingedeckt. Hinterher gab es im kleinen Café gleich gegenüber köstlichste Schokotorte (Café und Ambiente, Burgstraße 35, 54516 Wittlich). Noch was: Mich als Schwupsbuch-Autorin haben natürlich die vielen kleinen Schweine erfreut, die in Wittlich Ortsmaskottchen sind und die überall in als kleine Statuen herumstehen.

Schippern

Wir sind im hübschen Bernkastel-Kues in die Moselprinzessin gestiegen und für eine Stunde auf dem Fluss gefahren: eine halbe Stunde in die eine, eine halbe Stunde in die andere. Das war nett – und besonders Bernkastel-Kues sieht vom Fluss noch dreimal niedlicher aus. Nächstes Mal würde ich es so machen, wie die neuen Freunde, es gemacht hatten, sie wir im Park kennengelernt haben. Sie sind von Traben-Trabach nach Bernkastel-Kues gefahren, dort ausgestiegen, durch die Stadt gebummelt und dann mit dem Schiff wieder zurück nach Traben-Trabach gefahren. So sieht man ganz viel, ist nicht zu lange aus einmal auf dem Wasser und hat ein Ziel. Ein richtig schöner Ganztagesausflug.





Staunen

Tiererlebnispark Bell: Eine Leserin schickte mir den Tipp für diesen Park – ich hatte ihn in keinem Reiseführer oder Blog entdeckt. Dabei ist er ein echter Geheimtipp. Ein Tierpark im Familienbetrieb, mit Schweinen, Erdmännchen, Kamelen und mehr in großen, freundlichen Gehegen. Es wird viel Wert auf das Tierwohl gelegt und es gibt tolle Schulstunden mit Tieren, in denen die Kinder richtig viel Neues lernen. In einer Märchenbox kann man ein Märchen hören und gegenüber sogar einem Tiger Guten Tag sagen. Und im Restaurant gibts keine Schnitzel mehr, seit zwei Schweine im Park eingezogen sind und die Parkchefs gemerkt haben, wie schlau die sind. Ein toller Tag!

Man braucht zur Zeit keinen Test und Masken müssen nur im Eingangsbereich und bei den Toiletten getragen werden.

Mosel Adventure Forest: Erst haben meine Jungs andächtig geschwiegen (was nicht oft vorkommt), dann haben sie laut geschrien (lauter als normal). Der Kletterpark, nur einen kleinen Fußmarsch vom Landal entfernt, ist aber auch echt der größte, den wir je gesehen beziehungsweise erklettert haben. Es gibt gibt viele Touren in allen Niveaus und für ganz Kleine einen Miniparcour. Zurzeit muss man sich auf der Webseite anmelden, ansonsten ist aber alles total entspannt.

Alles Liebe,

Claudi