Unser Hochbeet war definitiv ein Game-Changer. Nicht nur meiner gärtnerischen Herausforderungen wegen – sondern weil mit der Explosion von Kürbis und Co auch in meinen Kindern plötzlich ein Interesse an Gemüse wuchs. Das vorher eher leidlich ausgeprägt war, vor allem auf ihren Tellern. Wenn es nach meinem Trio ginge, würden sie den Tag mit Schokocroissants starten, zum Mittag aus dem Menü Pasta/Pizza/Pommes wählen, sich nachmittags Schoko UND Eis genehmigen, um den Abend mit Crunchy-Müsli ausklingen zu lassen. In Sachen gesunde Ernährung wär’ also noch deutlich Luft nach oben…


Aber seit sie mit rotverschmierten Mündern knietief in unseren Walderdbeeren hocken, den knalligen Rhabarber bestaunen oder der Zucchini beim Wuchern zusehen, kommt Bewegung in die Gemüse-Chose.

Klar lieben Kinder Fett, Zucker und schnelle Kohlenhydrate – aber sie sind auch begeisterungsfähig, wenn es um Gemüse geht.

Vor allem wenn es anfassbar, erlebbar wird. Deswegen schleppe ich meine Kinder schon seit Jahren mit auf den Wochenmarkt, damit sie dort die regenbogenbunte Vielfalt sehen, riechen und oft auch schmecken können: Denn wie oft reicht der Marktmann zwinkernd einen Apfel, eine Beere, eine knackige Möhre rüber. Und bevor sie lange nachdenken, ob sie mögen, was sie in den Händen halten, haben sie meist schon herzhaft reingebissen.

Deswegen habe ich im Garten auch eine Naschhecke gepflanzt, aus der die Kinder im Sommer tiefrote Johannisbeeren, süße Himbeeren und die leicht herben Jostabeeren fürs Frühstück sammeln. Deswegen ist das Herzstück unseres Hochbeets wieder eine üppige Freiland-Cherrytomate, die meine Kinder bis in den Herbst hinein mit prallrunden Früchten beglückt. So werden sie ganz nebenbei zum gesunden Naschen animiert, ohne dass ich dauernd die “Iss dein Gemüse, Kind”-Keule schwingen muss.

Eine aktuelle Studie besagt auch, dass Kinder gesünder essen, je mehr Zeit sie mit der Familie gemeinsam am Esstisch verbringen.

Sprich: Auch wenn unser gemeinsames Abendbrot oft chaotisch ist und ich mir jeden zweiten Tag anschließend schwöre, nur noch allein oder unter Erwachsenen zu essen – für die gesunde Ernährung sind die gemeinsamen Mahlzeiten essenziell. Zumal Kinder ja auch oft dankbare Nachahmer sind. Und ich bin ein überaus gieriger Gemüse-Gourmet.

Häufig liegen auf meinem Teller ganz andere Dinge als auf denen der Kinder, das weckt Neugier und im Zweifel sogar Begehrlichkeiten: Meine Tochter isst jetzt abends gern Avocado und auf ihrem Butterbrot Schnittlauch. Der jüngste Meilenstein auf dem Weg zu mehr Grünzeugs für die Kinder: Meine vielen Gartenkräuter dürfen sich jetzt sogar unters Rührei mischen. Und der bunte Rohkost-Teller ist eh gesetzt.

Die beste Art, gesunde Ernährung zu leben, ist aber immer noch das gemeinsame Kochen. Mit Claudis Kinderkochbuch “Polly und Pelle in der Küche” schaffen es die Kinder sogar ganz allein.

Als ich ihnen vergangenen Sommer das Buch erstmals in den Kochbuchständer stellte, waren sie erst ein wenig perplex: Ernsthaft? Sie sollten jetzt selbst kochen?! Aber die Berührungsängste haben sich schnell gelegt. Unser Großer ist jetzt der Ei-Minister (mit und ohne Grünzeug), meine Tochter hantiert schon recht versiert mit Sparschäler plus Gemüse – und die bunten Pommes mit Mayo lieben hier alle.

Meine beiden Großen haben sich in ihrem ersten Koch-Lehrjahr nicht nur saisonal einmal quer durchs Jahr gekocht: In Pollys und Pelles Kochclub haben sie auch gelernt, dass selbstgemachte Gemüsestäbchen viel besser als die aus der Packung schmecken, wie man Salatstrunk-Reste ins Hochbeet pflanzt und Geheimes Wissen über die Kartoffel. Denn das Buch steckt voller Ideen und Wissen rund um den Kosmos Kochen und gesunde Ernährung.

Mittlerweile fiebern meine Kinder der sommerlichen Ernte noch mehr entgegen: Um endlich eigenen Gartensalat zu machen, die Pfannkuchen-Torte mit Beeren und sogar – wohoo! – den Brokkoli-Auflauf mit Käse.

Man könnte auch sagen: Wer kein Hochbeet hat, kann es einfach mit Polly und Pelle versuchen. Die sind auch so ein Game-Changer. Wenn es auch kaum weniger Arbeit als ein Hochbeet macht: Nach den Kochnachmittagen meiner Kinder sieht die Küche meist aus wie Hulle. Aber man kann ja auch nicht alle Erziehungsaufträge auf einmal erfüllen. An der gesünderen Ernährung hab ich jedenfalls schon mal einen Haken dran. Hauswirtschaft kommt dann irgendwann später.

Hier geht’s direkt zum Buch. Und hier und hier zu Claudis Familienkochbüchern, die hier auch hoch im Kurs stehen.

Wie kriegt ihr Grünzeugs in die Kinder…?

Alles Liebe,

Katia