Vor ein paar Jahren, ich hatte meinen Mann gerade kennengelernt, hatte ich das erste Mal Lust so richtig Gas zu geben, an Ostern. Mit Eiern und Deko und so. Ohne Kinder macht man da ja normalerweise kein Brimborium draus. Aber dieses Jahr, frisch verliebt und vollbepackt mit Nestbaulust, sollte alles perfekt sein…
Ostern feiern, Osterfrühstück
Ich kam gerade aus der Stadt, hatte den Mann vor der Tür getroffen und wir gingen zusammen die Treppen hoch in meine Wohnung, da fielen mir drei Tüten aus meinem übervollen Einkaufskorb. Der Mann sammelte sie auf. „Was. Ist. Das. Denn?“, fragte er dann. Ich schaute nur kurz rüber – der Korb war unglaublich schwer. „Das ist Ostergras!“, sagte ich. Der Mann machte: „Hmpf!“
Eier, Ostern, Familienostern, Anthropologie,
Dann lachte er los. „Ich werd reich!“, rief er. „Ha, endlich. Jetzt hab ichs.“ „Wieso denn?“, fragte ich. Er grölte: „Na, ich mach in Ostergras. Das ist genial. Beim Hof meiner Eltern gibt es riesige Wiesen.“ Ich schaute ihn fragend an. „Ist das jetzt ein Witz?“, fragte ich. Er lachte noch lauter. „Mann Schatz, du hast jetzt nicht wirklich 1,99 Euro pro Plastikbeutel für je eine Handvoll getrocknetes Gras ausgegeben, oder?“ Ich nickte bloß. „Doch.“ Er jauchzte: „Ich sag ja, ich werd reich. Dass ich da nicht vorher drauf gekommen bin. Ostergras. Das ist es…“

Ich habe seither nie wieder Ostergras gekauft. Buntes, ja schon mal. Aber nie wieder echtes. Inzwischen wohnen wir selbst da, wo seine Eltern wohnen. Vor der Tür: Kilometerweise Ostergras zum Selbstschnibbeln. Bis heute ist das mit dem Ostergras allerdings ein Runninggag bei uns. Bei ihm, wenn es in der Kanzlei mal Ärger gibt: „Mach ich halt in Ostergras!“, sagt er dann. Oder ich, wenn ich ihn ärgern will: „Hör jetzt auf oder ich kauf fünfzig Beutel Ostergras!“
Ostertisch, Ostern,
Wie ich darauf komme? Weil ich mich beim Dekorieren unseres wunderbaren Ostertisches neben „Toll, toll, toll!“ denken, auch kurz gefragt hab, ob wohl alle Menschen gern soviel erdige und bröselige Natur auf dem Tisch haben wie wir. Falls nicht, sieht das ganze auch spitze aus mit Ostergras, dem echten oder dem bunten. Versprochen. (Die Ostetgrasindustrie freut sich).
Ostertisch, Ostern, grün
Meine Kinder haben beim Osternesterdekorieren jedes Jahr soviel Spaß, (über dieses Ritual könnt ihr hier lesen), die haben sich krumm gefreut, als sie für unseren Ostertisch gleich weiter Nester bauen durften. Die Eier haben wir dieses Jahr einfach nur mal in verschiedenen Grüntönen gefärbt, weil das so wunderbar frisch aussieht. Und sogar unsere Eierbecher bekamen ein Mooskleid, mit ein wenig grünem Metzgerband als Gürtel. Statt PLatzkarten bekommt dieses Jahr jeder ein Ei mit seinem Anfangsbuchstaben. (Diese Idee habe ich schon vor einer Weile im Elternmagazin gezeigt und liebe sie immer noch.) Für die Buchstabeneier einfach vor dem Färben einen Klebebuchstaben auf das Ei kleben, nach dem Färben sofort abziehen und trocknen lassen
Familienostern, Ostern
Und dann ist da natürlich noch der heimliche Star unseres Ostertisches: Das „Hallo-wach-Hallo-Frühling-Hallo-Laune-Tupfengeschirr. Als das wunderschöne Label Anthropologie mich vor einer Weile fragte, ob sie mich bei meiner Ostertischdeko unterstützen dürften, bin ich hier hier echt im Kreis gehoppelt vor Freude. Ich liebe nämlich den smarten Boho-Style des amerikanischen Unternehmens. Die wunderschönen Teller und Tassen aus der Valencia Serie sehen aus und fühlen sich an wie aus einer kleinen Töpferei, sind handbemalt und damit alles Einzelstücke. Aber: dürfen trotzdem in die Geschirrspülmaschine. (Ansonsten hätten sie bei aller Schönheit hier auch leider nicht einziehen dürfen). Das Geschirr macht sich super an Ostern, aber auch an allen anderen Morgenden und mir jedes Mal spitzen Laune, wenn ich es sehe.
Ei, Tasse, Frühstücksgeschirr, Anthropology.
Sooo, was wollte ich noch fragen? Ach ja: Habt ihr auch einen Runninggag zuhause? Mögt ihr erzählen? Und wie dekoriert ihr Ostern den Tisch?
Spitzen Woche für alle!!!

Claudi