Außer Mirabellenbaumblütenblätter von der Veranda flattert hier diesen Frühling zum ersten Mal noch etwas anderes durchs Haus: Laute. Lauter Vokale und Konsonanten. „Räumst du auf!“, sage ich. „R-r-räumen fängt mit einem R an, stimmts, Mama?“ sagt mein Sohn. „Stimmt!“, sage ich, „aber nun mach schon, es gibt gleich Abendbrot…“ Dann: „Abendbrot hat vorn ein A genau wie Affe. Und wie – Lachanfall – naja, du weißt schon, Mama.“ Oh ja, ich denke, jemand hier ist defintiv schulreif und das ist wunderbar mitanzuhören…
Lieblingsranzen, bester Schulranzen,
Mit den ersten Lauten und der Einladung zum ersten Elternabend, die seither am Kühlschrank hängt, kam natürlich auch das Thema Ranzen auf. Wieder einmal. Aber dieses Mal ganz ernsthaft. So oft hatte er schon Ranzen bewundert. Jetzt endlich würde er auch einen bekommen. Wir hatten schon häufig zusammen die Exemplare im Spielwarenladen angeschaut. Mal fand er den einen gut, dann ganz schnell einen anderen. Immer wieder war eine neue Figur drauf, die er gerade ein wenig gut fand.

Ich muss dazu sagen, dass meine Kinder bislang nicht großartig Fan von bestimmten Serien- oder Filmhelden sind. Sie gucken das mal auf DVD, also manches davon, aber es kam noch nie der Wunsch nach einem Shirt, einen Beutel oder einer Spielfigur damit auf. Es ist irgendwie kein Thema bei uns.
schönster Schulranzen, leichtester Schulranzen,
In den Läden aber gibt es quasi keinen Ranzen ohne Figuren. Es gibt die üblichen Verdächtigen auf den Jungsranzen, die natürlich blau sind oder schwarz, dazu Drachen, Ritter oder Piraten. Bei den Mädchen schillert es rosa, glitzern Blümchen und die übliche Riege der Prinzessinnen. Jeder wie er mag, aber ich finde diese Einseitigkeit traurig. Mein Sohn wünschte sich eine Weile einen Piratenranzen. Als das Thema ein paar Wochen später noch einmal aufkam, war das Piratenthema schon wieder durch. Alles irgendwie schwierig.
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Ich habe dann angefangen zu recherchieren. Habe wunderschöne, farbige und dunkelbraune Lederranzen im Netz gefunden. Mein Sohn fand sie ganz hübsch – wollte damit aber nicht zur Schule gehen. Scließlich entdeckte ich die Internetseite von Kundschafter, ein kleines, feines Label aus Berlin. Kundschafter näht Ranzen selbst (!), Ranzen, die nach Ranzen aussehen, in schönen Farben und bislang in zwei Modellen, mit Reflektoren, festen Nähten und trotzdem so leicht, dass ich es kaum glauben kann. Der Kundschafter ist ganz sicher der leichteste Schulranzen, den ich je in der Hand hatte. Und das waren als Lehrerin einige.

Ich zeigte meinem Sohn die Ranzen im Internet und er war sofort begeistert. Der graue mit der Rundung oben, der sollte es sein. Dazu durfte er sich – ganz unabhängig vom Ranzen – drei Ansteckbuttons aussuchen, einfach bei Dawanda, und ganz einfach, um seinen Ranzen noch persönlicher zu gestalten (ich glaube, es ist auch ein Pirat dabei. Und zwei Tiere). Die Anstecker kann er je nach Lust und Laune am Ranzen festmachen, wieder abmachen und sich jederzeit neue wünschen.

Als der Ranzen hier ankam, flatterte ein sehr stolzes, sehr aufgeregtes und sehr glückliches zukünftiges Schulkind durchs Haus und über den Hof und trug den neuen Ranzen einen ganzen Frühlingsabend Probe. Und meine Mama-Gefühle, ach herrje, die tanzten auch…
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PS. Auf meine Initiative hin, schenkte uns die Firma Kundschafter den Ranzen, weil ihnen mein Blog so gut gefällt. Herzlichen Dank dafür! Ich hätte ihn aber auch bezahlt.
PPS. Falls ihr jetzt auch gern so einen Ranzen hättet, dann bestellt möglichst schnell. Da Ilka und Arp von Kundschafter tatsächlich noch selbst produzieren, haben sie nicht unendlich viele Kapazitäten.
Alles Liebe,

Claudi